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24.04.14Leser-Kommentare

Debüt mit bahnbrechendem Gratis-Senderangebot: Magine ist in Deutschland zum Erfolg verdammt

In seinem Heimatland Schweden hat der TV-Dienst Magine den wichtigsten Partner verloren und deshalb Deutschland als neuen Fokusmarkt auserkoren. Für hiesige User heißt dies erst einmal: ein Gratis-Angebot, das als Novum selbst die Sender von ProSiebenSat.1 und RTL streamt.

Der aus Schweden stammende TV-Streamingdienst Magine hat nicht unbedingt das hingelegt, was man einen perfekten Start nennen würde. Trotz drei Jahre andauernder Verhandlungen mit den Sendern verzögerte sich die Expansion nach Deutschland. Als dann die geschlossene Beta begann, überzeugte sie nur bedingt. Das Beta-Stadium zog sich abermals deutlich länger hin, als von den Skandinaviern angekündigt. Parallel erlitt das Startup aus Stockholm im Heimatmarkt eine herbe Niederlage, als sich im März der bis dato wichtigste Partner, die Privatsenderkette TV, aus der Kooperation zurückzog. Angesichts dieser Entwicklung sah man sich gezwungen, den bis dato 100.000 zahlenden Magine-Nutzern in Schweden den Service mangels attraktiver Sender künftig kostenfrei anzubieten. Skandinavien hat damit für das 2011 gegründete Unternehmen jede Attraktivität verloren. "Deutschland wird nun unser Schwerpunkt", so die Ankündigung von Mitgründer Mattias Hjelmstedt vor einigen Wochen.

Was das in der Praxis bedeutet, wird jetzt klar: Magine steht ab sofort ohne Einladung Nutzern in Deutschland über das Web und mobile Apps offen - und es erlaubt vorläufig auch das Gratis-Streaming der Kanäle von ProSiebenSat.1. und RTL. Damit gelingt den Nordeuropäern eine handfeste Überraschung: Denn bislang gab es diese Sender in Deutschland legal nur gegen Bezahlung im Live-Stream, bei Magines Konkurrent Zattoo.

Es ist unklar, ob das vorläufig kostenfreie Anbieten der Streams von ProSiebenSat.1 und RTL von Anfang an geplant war oder eine Reaktion auf den Strategieschwenk und die mit diesem verbundene hohe Priorität des deutschen Marktes darstellt. Letztlich geht es für Magine nun hier um alles oder nichts. Zum Debüt erst einmal auf jede Bezahlschranke zu verzichten und für einige Sender sogar gratis eine "Catchup"-Funktion anzubieten, die das Betrachten vergangener Sendungen ermöglicht, wird dem Dienst mit Sicherheit einiges an Beachtung und vermutlich auch einen Nutzeranstur bescheren.

Mittelfristig allerdings muss Magine, das mit 19 Millionen Dollar Risikokapital finanziert ist und davon mutmaßlich einen nicht geringen Teil aufgebraucht hat, unbedingt Umsatz machen. Vorläufig profitieren Nutzer in Deutschland erst einmal von der Aggressivität, die Magine an den Tag legt. Und man darf wirklich gespannt sein, wie Wettbewerber Zattoo reagiert. /mw

Kommentare

  • Jürgen Vielmeier

    24.04.14 (08:32:38)

    Wenn es denn nur funktionieren würde, denn bisher hat Magine bei mir ziemliche Performance-Probleme. Bei zwei von vier Testläufen kam gar kein Empfang zu Stande. Und wie Magine die gewünschten Funktionen wie Zurückspulen oder eine Sendung zurückspringen realisieren will obwohl da bislang kaum ein Sender mitmacht, ist auch noch eine Frage. Ansonsten aber gefällt mir der Service. Frischer Ansatz und gute Bild- und Tonqualität - wenn es denn gerade mal funktioniert.

  • Andreas Gerads

    24.04.14 (08:46:06)

    Wie ist das denn mit Entertain to go von der Telekom, wurde das in dem Vergleich oben mit betrachtet?

  • Samara

    24.04.14 (13:18:59)

    Das kann man doch gar nicht vergleichen, Entertain to go steht nur den Kunden der Telekom zur Verfügung und auch da nur denen die Entertain buchen, Magine und Zattoo dagegen allen

  • Andreas Gerads

    24.04.14 (14:44:51)

    Der Feststellung zum beschränkten Zugang zum Produkt ist grundsätzlich richtig, das Produkt ist jedoch im Kern gleich.

  • Jakob

    24.04.14 (16:40:10)

    So lange Magine einen so komplizierten Anmeldeprozess vorgibt (Registrierung via Browser, Senderwahl via Browser und so) und mir bei Aufenthalt im Ausland das Ansehen von ARD und ZDF gerade nicht ermöglicht (leider Zattoo auch nicht), so lange ist das Angebot von Magine für mich nichts wert.

  • Martin Weigert

    24.04.14 (21:03:52)

    Bedenkt man, dass Entertain ein Nebenprodukt der Telekom und nicht Hauptprodukt eines Unternehmens darstellt, einen T-Internetzugang voraussetzt und auf einer ganz anderne ökonomischen Kalkulation fußt, ergeben sich daraus grundlegende produktspezifische und strategische Unterschiede, weshalb ich dem Vergleich nur bedingt zustimme. Es ist so ein wenig wie WhatsApp vs SMS.

  • hulle

    25.04.14 (14:10:32)

    also bei mir hat das programm spontan funktioniert: 1. ausm playstor installieren 2. via vebsite registrieren und sofort lauffaehig. die rueckschau zu vorherigen sendungen funktionierte bei sendern ganz hinten (russia today, und dieser entensender). bei ard kann man nur gucken, was gerade laeuft.

  • hulle

    25.04.14 (14:16:57)

    bei mir zu hause kann ich meine selbsterzeugten TVstreams auch gucken. synology und dvblogic machens moeglich. kostet nichtmal was. war einfach ein nebeneffekt der synology NAS. das produkt ist im kern gleich. vermissen sie diesen dienst hier auch im artikel?

  • hulle

    25.04.14 (14:23:02)

    der anmeldeprozess ist so ziemlich mit dem von zattoo identisch. die email koennte man evtl. sogar faken. wurde bei mir nicht ueberprueft. einzig die sms muss man erhalten. von einer notwendigkeit, sender im browser auszuwaehlen, habe ich nichts bemerkt.

  • Christoph

    27.04.14 (17:46:34)

    Ich sehe es derzeit nicht als zum "Erfolg verdammt" an. Der Grund ist ganz einfach: Die Technik. Es funktioniert erstens noch nicht einwandfrei, zweitens setzt die Seite auf Silverlight als Grundlage, was aus meiner Sicht zwar durch die Onlinevideotheken mittlerweile mehr Nutzer haben, aber noch nicht so viele wie flash. Und beim dritten muss ich Jürgen recht geben: Die Zurückspulfunktion gibt es derzeit nur bei ganz ganz wenigen Sendern. So wird das nichts. Der einzige Grund darauf zuzugreifen sind die kostenlosen Privatsender.

  • Martin Weigert

    28.04.14 (02:03:43)

    Das "zum Erfolg vedammt" bezieht sich auf die Perspektive des Unternehmens. Wenn Magine in Deutschland floppt, dann ist das Startup wahrscheinlich am Ende.

  • Tim Augustin

    28.04.14 (14:18:12)

    Das sehe ich ähnlich, auch wenn es fast ein bisschen grausam klingt, dass ein innovatives schwedisches Unternehmen vom Durchbruch auf dem schwierigen deutschen Markt abhängig ist um zu überleben.

  • kaeptnpiet

    29.04.14 (19:39:22)

    Nichts funktioniert. Schwachsinn pur. Trotz exaktem Vorgehen nach Beschreibung… Wie kann man sich denn da wieder abmelden???

  • kaeptnpiet

    01.05.14 (18:13:12)

    Zur Klarstellung: Einige Zeit lief magine inzwischen, aber schon wieder hängt die Übertragung mit folgendem Text: > Leider ist ein Fehler aufgetreten. Versuche es bitte später noch einmal. Das scheint alles noch nicht besonders ausgereift zu sein.... :-(

  • Alexander

    09.08.14 (20:12:58)

    Eine wirklich tolle Idee, ja diese Seite ist tatsächlich zum Erfolg verdammt. Ich war echt erstaunt, das es so etwas in Deutschland gibt. Kenne nur wilmaa.com und dafür braucht man leider ein Schweizer Proxy :( .. Ich persönlich find es richtig genial, das mal sowas auf den deutschen Markt gekommen ist.

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