<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

17.02.09

Das neue myON-ID: Halb Xing und ein Viertel FriendFeed

Das Münchener Startup myON-ID relauncht sein Tool zum Reputationsmanagement. Die Kombination aus Monitoring, geschäftlichem Netzwerk sowie Lifestreaming gefällt.

Es gibt Webangebote, die finden sofort ihre Nische und werden dort erfolgreich. Und dann gibt es solche, die - wenn ihnen nicht vorher das Geld ausgeht - verschiedene Metamorphosen durchlaufen, ehe sie ernsthaft durchstarten. myON-ID ist wohl ein solcher Kandidat. Das Münchener Startup ging 2007 mit einem Tool zum Reputationsmanagement online. Damals war es jedoch noch etwas zu früh für dieses mittlerweile essentielle Thema, zudem haperte es an der Umsetzung. In der Folge richtete sich der Dienst neu aus und schrieb es sich fortan auf die Fahne, den zwei deutschsprachigen Personensuchmaschinen yasni und 123people Konkurrenz zu machen.

Doch auch das lief offenbar nicht so gut. Gestern nämlich ging myON-ID nach einem erneuten Relaunch mit einer frischen Site an den Start - und orientiert sich wieder an seinen Wurzeln, nämlich Internetnutzern eine Möglichkeit zu geben, ihre Reputation im Web zu managen und sich von ihrer besten Seiten zu zeigen. Und siehe da: Jetzt stimmt das Timing, und auch das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Wer sich bei myON-ID registriert, erhält unter der Adresse Vorname-Nachname.myonid.de eine frei zugängliche Profilseite. Auf dieser kann er sich nun ganz im Stile erfolgreicher Social Business Networks wie Xing und LinkedIn darstellen. Anders als bei diesen ist die Ausgangsposition hier aber das Monitoring, welches Nutzern einmal wöchentlich neue Suchergebnisse aus dem Netz zu ihrem Namen auflistet. Einzelne, gefällige Resultate kann man auswählen und auf dem persönlichen Profil anzeigen.

Für ein Profil können mehrere Unterseiten angelegt werden, die über Reiter erreichbar sind. Die einzelnen Seiten lassen sich zum Teil optisch an die eigenen Vorlieben anpassen und mit verschiedenen Modulen versehen. Zur Auswahl stehen unter anderem Suchresultate aus dem Web (vorher ausgewählt), davon bevorzugte Einträge, Freitext, Lebenslauf, Interessen und Kontaktdaten.

Zudem lässt sich ein Lifestreaming-Modul integrieren, über das Aktivitäten bei anderen Webangeboten importiert werden können. Aktuell stehen mit delicious, Last.fm, Mister Wong, Qype, Sevenload , Slideshare, Twitter und YouTube jedoch nur eine Handvoll Dienste zur Verfügung. Jeder Eintrag kann von anderen kommentiert werden.

Neben der individualisierbaren Webvisitenkarte mit Lifestreaming-Zusatz fungiert myON-ID auch als soziales Netzwerk. Andere Mitglieder lassen sich zum Adressbuch hinzufügen und in eine der vier Kategorien "Kontakt", "Geschäftlich", "Familie" und "Freunde" einsortieren. In den Einstellungen zur Privatsphäre kann man auswählen, welche persönlichen Daten Kontakte der jeweiligen Gruppe sowie nicht bei myON-ID registrierte User sehen können. Sehr praktisch: Auch manuelle Einträge von nicht bei myON-ID angemeldeten Kontakten in das persönliche Adressbuch sind möglich.

Monitoring mit myON-ID

myON-ID zeigt sich professionell und herausgeputzt. Erklärungen der einzelnen Funktionen gibt es an jeder Stelle, und bis auf einige Ausnahmen findet man sich einigermaßen schnell zurecht.

Anerkennung verdient der Service für seine uneingeschränkte Unterstützung des Single-SignOn-Systems OpenID. Wer will, kann sich mit seiner persönlichen OpenID auf dem Portal anmelden. Gleichzeitig erhält jedes Mitglied eine eigene OpenID von myON-ID, mit der sich auf Tausenden anderer Sites eingeloggt werden kann. Bei kommerziellen Angeboten aus dem deutschsprachigen Raum ist ein OpenID-Support bisher eine Seltenheit.

Wie Xing ist myON-ID in der Basisversion kostenlos und bietet für 5,99 Euro pro Monat einen Premiumzugang, der ein werbefreies Profil garantiert, eine eigene de-Domain und E-Mail-Adresse (inklusive IMAP) sowie ein erweitertes Monitoring enthält. Ebenfalls inbegriffen ist die (limitierte) Schaltung des eigenen Namens als Textanzeige bei Google.

Was myON-ID-Geschäftsführer Mario Grobholz und sein Team hier auf die Beine gestellt haben, gehört unter einem technischen und auf Innovation ausgerichteten Standpunkt fraglos zur kleinen Gruppe der attraktiveren Dienste aus dem deutschsprachigen Raum. Hier und da ist noch ein letzter Feinschliff nötig, zudem sollte die Zahl der unterstützten externen Dienste vervielfacht werden. Bis dahin ist myON-ID eben nur 25 Prozent FriendFeed, und selbst das ist eher großzügig.

An der Schnittstelle zwischen Reputation, Karriere, Social Networking und dem Trendthema Lifestreaming hat sich myON-ID nach dem Relaunch in jedem Fall in eine gute Position gebracht.

Wir haben 20 Einladungen für die geschlossene Beta-Phase von myON-ID. Wer interessiert ist, hinterlässt einen Kommentar unter Angabe seiner E-Mail-Adresse im entsprechenden Feld.

Update: Die 20 Einladungen sind weg.

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer