14.12.11 14:00, von Martin Weigert

Das Digital-Jahr 2011: Was mich erfreut und genervt hat

Das zu Ende gehende Internetjahr bot viele Anlässe zu Freude wie Irritation. Folgende Entwicklungen und Aspekte bewegten mich 2011.


 

Gestern hatte ich bereits einen generellen Blick auf das Digital-Jahr 2011 geworfen und einige der in meinen Augen entscheidenden Trends und persönlichen Highlights zusammengefasst. Heute möchte ich noch einige etwas persönlichere Kommenare hinzufügen. Denn in den vergangenen elfeinhalb Monaten gab es eine Reihe von Ereignissen und Entwicklungen, die mich erfreut, und einige, die mich genervt oder geärgert haben. Hier sind sie in loser Reihenfolge:

Was mich in diesem Jahr erfreut hat

  • Dass trotz der zunehmenden Dominanz und Ausbreitung einiger weniger Internetfirmen und der damit allgegenwärtigen Gefahr einer übermächtigen Konkurrenz nach meinem Eindruck so viele Web- und Mobile-Startups gegründet worden sind wie schon lange nicht mehr.
  • Dass die deutsche Startup-Szene durch den Berlin-Hype endlich internationale Beachtung erfährt und hiesige Jungunternehmen auch deutlich schneller eine globale Ausrichtung anstreben.
  • Dass bei einigen Onlineangeboten führender Zeitungen und Medienhäuser mittlerweile die Einsicht existiert, dass ein externer Link hier und da niemandem schadet.
  • Dass kein von mir regelmäßig benutzter Onlineservice geschlossen wurde und dass lediglich einer signifikante, meinen Online-Alltag beeinträchtigende Veränderungen vorgenommen hat (Google Reader).
  • Dass Rivva noch immer existiert.
  • Dass Social Media Menschen in vielen Ländern neue Werkzeuge an die Hand gibt, um auf Ereignisse aufmerksam zu machen und sich zu organisieren.
  • Der Einzug der Piratenpartei ins Berliner Abgeordnetenhaus, wegen der damit verbundenen Symbolwirkung.
  • Dass ich die Benutzung des iPads noch immer genieße wie am ersten Tag.
  • Dass wir nicht mehr im Wochentakt E-Mails mit Informationen zu neuen, angeblich revolutionären sozialen Netzwerken erhalten.
  • Dass die Frage-Antwort-Plattform Quora noch immer ihr hohes Niveau hält (was allerdings damit zu tun haben könnte, dass ihr der Durchbruch in den Internet-Mainstream nicht gelungen ist - aber vielleicht ist dies besser so).
  • Dass wir bei netzwertig.com keine restriktiven Maßnahmen gegen anonyme Kommentare ergreifen mussten, wie beispielsweise einen Login-Zwang über externe Identitätsanbieter. Unser Spam-Filter in Kombination mit der temporär greifenden Bedingung, dass die Beiträge erstmaliger Kommentatoren einer Freischaltung durch die Redaktion bedürfen, reicht bisher als Qualitätssicherungsmaßnahme aus.

Was mich in diesem Jahr genervt hat

  • Dass von den Samwer-Brüdern noch immer dreist einfältige Klone entwickelt werden (Pinterest Original > Pinspire Kopie).
  • Dass diaspora einfach nicht aus dem Knick gekommen ist und damit ohne ein Wunder wohl die Nische in der Nische nicht mehr verlassen können wird.
  • Die Klarnamendiskussion rund um Google+, bei der meines Erachtens nach mit zweierlei Maß gemessen wurde - wieso gab es bei Facebook nicht einen ähnlichen Aufstand?
  • Dass bei der Diskussion um Datenschutz im Netz häufig nur kurzfristig gedacht, zu wenig reflektiert und zu viel gefordert wird, was in der Praxis entweder nicht realisierbar oder mit einem nicht gerechtfertigten Kollateralschaden verbunden ist.
  • Dass die Qualität der mittlerweile allgegenwärtigen Technologie- und Internet-Berichterstattung vieler etablierte Online-Nachrichten- und Medienangebote so zu wünschen übrig lässt. Hauptsache, täglich können fünf Artikel über Facebook, Google & Co veröffentlicht werden (Ausnahmen bestätigen hier die Regel).
  • Dass viele Onlineangebote der Publikumsmedien noch immer nicht in der Lage sind, inhaltliche Fehler in ihren Artikeln nachträglich und transparent zu korrigieren.
  • Dass an vielen Fronten in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft noch immer der Glaube existiert, man könnte alte Strukturen im digitalen, vernetzten und globalen Zeitalter doch irgendwie bewahren (ohne dabei Freiheit und Demokratie übermäßig zu beschneiden).
  • Dass fast jedes von mir per Twitter empfohlene YouTube-Musikvideo, das an meinem Wohnsitz in Stockholm abspielbar ist, für meine Follower in Deutschland nicht zugänglich ist.

Was hat euch 2011 im Web-Kontext besonders gefallen 0der missfallen?


© 2015 förderland
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