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22.11.12 14:59, von Martin Weigert

Das Anti-Startup: WhatsApp macht alles falsch

Kein anderes Internetunternehmen macht so viel falsch wie WhatsApp. Gleichzeitig sind nur wenige Webfirmen so erfolgreich. Der Smartphone-Messenger aus Kalifornien bleibt ein Mysterium.


Schon länger beobachten wir mit einer Mischung aus Erstaunen und Respekt den kometenhaften Aufstieg von WhatsApp. Mittlerweile gehört der im Sommer 2009 lancierte Smartphone-Messenger zu den nutzerstärksten proprietären Kommunikationsdiensten weltweit. Anwenderzahlen im geschätzten dreistelligen Millionenbereich, ein permanentes Anführen der App-Download-Charts in über 100 Ländern und eine Reichweite in Deutschland, mit der es lediglich Facebook aufnehmen kann, sprechen eine eindeutige Sprache.

Das vollkommen Einzigartige an dieser Situation: WhatsApp verstößt im Prinzip gegen jede Seite im ungeschriebenen Lehrbuch darüber, wie man ein Startup zum Erfolg bringt. WhatsApp mach alles falsch, was man als junger Onlinedienst nur falsch machen kann, und sichert sich trotzdem einen Platz an vorderster Front der tonangebenden Internetservices. Es folgt eine Zusammenfassung aller Fehltritte und fragwürdigen Praktiken des Unternehmens aus dem kalifornischen Mountain View:

Zwang zur Adressbuchfreigabe

Um WhatsApp nutzen zu können, sind Anwender dazu gezwungen, ihr Adressbuch freizugeben. Wer dem nicht zustimmt, muss auf WhatsApp verzichten. Für jeden um den Datenschutz besorgten Nutzer stellt dies eine frühzeitige Einstiegsbarriere dar.

Abhängigkeit von Mobilfunknummer

Bei WhatsApp gibt es keine Benutzernamen. Wer über die App mit Freunden oder Bekannten kommunizieren will, muss diese zwangsläufig zum Smartphone-Adressbuch hinzufügen. Die feste Bindung an eine Mobilfunknummer heißt auch, dass ein und der selbe WhatsApp-Account nicht auf mehreren Geräten gleichzeitig genutzt werden kann.

Funktioniert nicht auf Tablets

WhatsApp ist nicht nur nicht für Tablets optimiert, es geht gar den ungewöhnlichen Schritt, den Download zu verweigern. Versuche, über das iPad oder ein Nexus 7 WhatsApp auf offiziellen Wegen herunterzuladen, schlagen fehl.

Keine Augenweide

Weder optisch noch funktionell kann WhatsApp in irgendeiner Form überzeugen oder aus der großen Zahl an Konkurrenten herausstechen. Es bietet maximal Standardkost.

Keine Innovation

WhatsApp entwickelt sich nicht sonderlich weiter. Weder eine Browservariante noch eine offizielle Desktop-App noch eine API existieren.

Permanente Sicherheitsbedenken

Die App ist wegen ihres laxen Umgangs mit Sicherheits- und Verschlüsselungsfragen Dauergast in der IT- und Mainstream-Presse. Eine Google-Suche nach "WhatsApp + Sicherheitsloch" fördert 752.000 Suchergebnisse zu Tage.

Dilletantische Kommunikation

WhatsApp verzichtet komplett auf Presse- und Kommunikationsarbeit und hält sich anders als 99 Prozent der Internet- und Mobile-Startups mit offiziellen Verlautbarungen völlig zurück. Was anfänglich noch eine bewusst auf Informationsverknappung ausgelegte PR-Stategie à la Apple erahnen lässt, erweist sich spätestens dann als pures Desinteresse an Unternehmenskommunikation, wenn eine viel kritisierte Sicherheitslücke heimlich gestopft wird, ohne dass dies in irgendeiner Form bei WhatsApp Erwähnung findet. WhatsApp ist die öffentlichkeitsscheueste Firma des gesamten Webs.

Verwirrende Preispolitik

WhatsApp betreibt eine verwirrende, uneinheitliche Preispolitik (Nachtrag: Dieser Satz wurde modifiziert, da er missverständlich aufgefasst wurde). iPhone-Nutzer zahlen einmalig 0,89 Euro. Besitzer von Android-Smartphones und Geräten anderer Plattformen konnten WhatsApp bisher gratis verwenden. Obwohl das Unternehmen stets betonte, dass dies nur für das erste Jahr gelte. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass WhatsApp die Kostenpflichtigkeit ab dem zweiten Jahr nun durchzusetzen scheint. Die Meldung, dass demnächst 0,99 Dollar jährlich für WhatsApp zu entrichten seien, sorgte für einen regelrechten Tsunami in der Medienlandschaft. Was angesichts des Kleckerbetrags ein weiteres Indiz für die massive Bedeutung von WhatsApp darstellt.

Fazit

Sicherlich sollte der Erfolg von WhatsApp nicht zu dem Schluss führen, dass jedes junge Web- und Mobileunternehmen sich ähnlich eigenwilliges, nachlässiges und zurückgezogenes Agieren leisten kann, wie es die Kalifornier seit über drei Jahren. Doch die Geschichte zeigt, dass das alte Sprichwort, der Beste würde sich am Markt durchsetzen, im Netz nicht immer Gültigkeit hat. Oder dass im Social Web die Definition des "Besten" weit weniger mit dem eigentlichen Produkt sondern sehr viel mehr damit zu tun hat, wer dieses Produkt nutzt. Wie es allerdings überhaupt dazu kam, dass ausgerechnet WhatsApp sich an die Spitze der Smartphone-Messenger setzen konnte, darüber darf man weiter rätseln.

Nachtrag: Eine andere Schlussfolgerung lautet natürlich: "User ticken ganz anders, als man denkt", wie Jakob Steinschaden bei Twitter feststellt.

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Kommentare: Das Anti-Startup: WhatsApp macht alles falsch

Mir ist eh unbegreiflich, wieso Leute, die ein Smartphone (!) besitzen, etwas anderes als SMS/MMS benutzen.

Diese Nachricht wurde von tux. am 22.11.12 (15:21:47) kommentiert.

Ich würde vermuten weil manche SMS-Kosten scheuen ;-)

Diese Nachricht wurde von Vincent am 22.11.12 (15:50:42) kommentiert.

Irgendwie hat man sich ja im Facebook und Google Zeitalter damit abgefunden das es schier unmöglich ist seine persönlichen Daten zu beschützen (was nicht heisst das ich es gut finde)da kommt es auf Whatsapp auch nicht mehr an.... besser ich verteile meine Daten selbst so wie ich es will... als das es unsere Bundesregierung mit dem neuen Meldegesetz macht. Es gibt eine Redewendung... weniger ist manchmal mehr... ich finde das auch gut so und ich verstehe nicht weshalb alles immer den aktuellen ultrakitschigen Entwicklungen entsprechen muss... zum Preis: Ein Smartphonebesitzer sitzt mit seinem Tablet im Starbucks und regt sich über 99US cent im Jahr auf.... welch eine Ironie... Bald ist das laden des Akkus teuerer als die Datenflat.... darüber sollte sich mal jemand aufregen.

Diese Nachricht wurde von Kevin am 22.11.12 (15:59:41) kommentiert.

Also Ja - Whatsapp hat eine unglaublich schlechte oder schlicht nicht vorhandene Unternehmenskommunikation. Natürlich macht man sich als Technikaffiner Mensch Gedanken um die Sicherheit bei so schockierenden Meldungen, dass ein Account übernommen wird. Aber anders als viele Medien sehe ich es nicht so einfach, an die Imei des Geräts zu kommen, mit der sich ein "whatsapp account" übernehmen lässt. Aber sie haben nun mal ein fabelhaftes Produkt ohne viele Barrieren. - Zwang zur Adressbuchfreigabe: Na klar! Wie sollen denn andere Kontakte gefunden werden? Man muss sich eben nicht wie bei den anderen nutzlos-apps erst ein Konto machen, man hat es schon. Damit man seine Buddies findet, braucht man die Nummer. - Abhängigkeit von Mobilfunknummer: Wie gerade geschrieben, ist ja gut so! Und wenn ich wirklich einen Kontakt habe, den ich nicht in mein Adressbuch aufnehmen will: Warum sollte ich dem Whatsappen? Dem kann ich ja weiterhin eine Mail schreiben? Funktioniert nicht auf Tablets: Whatsapp wurde und wird als SMS Alternative beschrieben. Wer regt sich denn auf, dass er keine SMS auf seinem Tablet schreiben kann? - Keine Augenweide: Wofür? Zuletzt habe ich mich das gefragt, wie sie benutzerdefinierte Wallpapers bei den Chats eingeführt haben. Imho (!) uninteressant. - Keine Innovation: Es gibt keine Software, die annähernd das kann, was whatsapp bietet. Ich sehe ein, dass Videofonie ebenso wie telefonie fehlt - aber wie schon gesagt, darum gehts bei whatsapp ja nicht.

Diese Nachricht wurde von yeppi am 22.11.12 (16:53:03) kommentiert.

oder hinter der App steckt doch irgendein Geheimdienst der es nur darauf abgesehen hat Millionen von Bewegungsdaten; Adressdaten, sowie zugehöriger Mobilfunknummern zu sammeln! Einfacher kann man es einem Agenten nicht machen....

Diese Nachricht wurde von PB am 22.11.12 (17:24:53) kommentiert.

Wie es allerdings überhaupt dazu kam, dass ausgerechnet WhatsApp sich an die Spitze der Smartphone-Messenger setzen konnte, darüber darf man weiter rätseln.
Wahrscheinlich, weil es halt so furchtbar bequem ist, seine Kontakte sofort auch nutzen zu können, ohne erst noch umständlich einen Benutzernamen abzufragen...

Diese Nachricht wurde von frolueb am 22.11.12 (17:58:45) kommentiert.

Wenn es so rübergekommen ist, dass ich den Preis ansich kritisiere, dann ist das ein Missverständnis. Es geht mir um die Differenzierung zwischen Android und iOS, nicht um die Tatsache, dass WhatsApp kostenpflichtig ist. Mache ich noch deutlicher.

Diese Nachricht wurde von Martin Weigert am 22.11.12 (18:00:37) kommentiert.

Man kann Whatsapp sehr wohl ohne die Freigabe des Adressbuch "nutzen". Man kann aber nur angeschrieben werden und dann antworten. Sonst nichts. Aber bei allen anderen Funktionen nervt die App wegen der fehlenden Freigabe. Wegen Stalkingfunktion (zuletzt online) und Sicherheitsmängel aber längst gelöscht.

Diese Nachricht wurde von B3nj4m7n am 22.11.12 (18:03:00) kommentiert.

Man kann aber nur angeschrieben werden und dann antworten
Ok das wäre neu, ging vor einigen Monaten nicht. Kann ich leider jetzt nicht testen, da mein Smartphone bereits connected ist. Außerdem: Wirklich "nutzen" kann man WhatsApp auch dann nicht. Genausowenig wie ein Telefon, über das man nur angerufen werden kann, mit dem man aber selbst nicht anrufen kann. Insofern halte ich die Aussage nach wie vor für zutreffend.

Diese Nachricht wurde von Martin Weigert am 22.11.12 (18:10:58) kommentiert.

Whatsapp hat im Gegenteil alles richtig gemacht. Es wird der Teil der Klientel abgegriffen, der Bequemlichkeit und plattformübergreifende Kommunikation über Dinge wie Datenschutz stellt. Das ist die Mehrheit. Die IOS-Kunden sind eher bereit zu zahlen, also gibt mans dem Rest erstmal kostenlos. Ein Kundenkreis im 3-stelligen Millionenbereich, den weder Sicherheit noch Innovation interessiert, solange alles klappt, ist doch prima. Und wenn jeder von denen irgendwann mal einen Euro zahlt ...

Diese Nachricht wurde von bernt am 22.11.12 (18:53:59) kommentiert.

Mir ist es ja eher unbegreiflich, wieso Leute, die ein Smartphone besitzen, überhaupt noch SMS benutzen. Und benutzt irgendwer MMS?

Diese Nachricht wurde von Silke am 22.11.12 (19:05:20) kommentiert.

Ich denke auch das WhatsApp für ihren Teil alles richtig macht. Sie versuchen aktuell so gut wie möglich Ihren Markt auszuschöpfen und finanziell daran zu verdienen. Warum scheint WhatsApp sich nicht um weiteren Ausbau und die Zukunft zu kümmern? Ganz einfach: Sie wissen genau das von heute auf morgen ein neuer Player auf den Markt kommen kann und die User wechseln könnten. WhatsApp ist nicht Facebook - ein reiner Messenger ist schnell ausgetauscht...

Diese Nachricht wurde von Boris am 23.11.12 (10:01:06) kommentiert.

"WhatsApp ist nicht Facebook – ein reiner Messenger ist schnell ausgetauscht…" Ich würde dem zu 50 Prozent widersprechen. Einerseits könnte man natürlich immer wieder auf SMS ausweichen, andererseits sind es die gleichen Netzwerk- und Lock-In-Effekte wie bei Facebook, die Nutzer - teilweise womöglich wider Willen - zu WhatsApp holen und sie dort auch festhalten. Weil eben alle Freunde da sind. Nicht bei Kik, nicht bei Ping Chat, nicht bei Yuilop, nicht bei iMessage (da iOS only). Dennoch finde ich deinen Gedankengang, warum sich so wenig um die Zukunft gekümmert wird, zutreffend: Man will nicht die nächsten 100 Jahre dominieren (so wie es mit Sicherheit Zucks Vision ist), sondern vom Moment profitieren.

Diese Nachricht wurde von Martin Weigert am 23.11.12 (10:10:50) kommentiert.

Ok, es gibt sicherlich einen Lock-In-Effekt. Ich denke ich habe mich zu drastisch ausgedrückt. Aber auf Facebook haben manche Leute mehr "Arbeit" investiert. Likes, Hochgeladene Fotos, etc. Da hängt man denke ich doch stärker daran. Ein neuer Messenger könnte sich genauso einfach über die Telefonnummer im Adressbuch synchronisieren und schon hätte ich wieder meine Kontakte drin.

Diese Nachricht wurde von Boris am 23.11.12 (10:14:07) kommentiert.

Für mich ist der Erfolg von WhatsApp alles andere als ein Mysterium. Man darf Sicherheit und Datenschutz nicht vernachlässigen, aber rechtzeitig mit geringen Eingangshürden am Markt zu sein (keine Registrierung, OS-übergreifend, kostenlos), ist nun mal der wichtigste Erfolgsfaktor. WhatsApp war verfügbar und die Kunden haben sich entschieden. Nur wenige stellen diese Entscheidung dann wieder in Frage. Wer hat schon Lust und Zeit ständig die Szene zu beobachten, um nach sicheren Alternativen zu suchen. Und selbst wenn... alleine eine andere Lösung benutzen? Viele Menschen haben andere Baustellen in ihrem Leben. Ich wundere mich immer viel mehr über Unternehmen, die Trends verschlafen oder sich im Perfektionismus verlieren, um sich dann später zu beschweren, dass sich schlecht umgesetzte Dienste durchgesetzt haben.

Diese Nachricht wurde von trugget am 23.11.12 (10:29:01) kommentiert.

so weit ich das aus meinem umfeld sehe: wenn man über "die kunden" redet, sollte man zuerst und vor allem über teenager im schwarm/cliquenstadium reden. ganze mittelstufenklassen wandern verlassen gerade facebook (d.h. nutzen es kaum mehr) und verlagern alle aktivitäten nach whatsapp, wie ich höre. der schwarm zieht halt weiter. und die machen sich über all die angesprochenen punkte ganz sicher keinen kopf. (inwieweit das andere nutzergruppen mitzieht, kann ich nicht sagen.)

Diese Nachricht wurde von martin lindner am 23.11.12 (12:48:36) kommentiert.

ich glaub die sind deshalb so erfolgreich geworden, weil die adressbuch übertragen und damit gefühlt alle schon online sind. ich denke das ist der key gewesen hier einfach die volle datenquelle abgreifen

Diese Nachricht wurde von Arno.Nyhm am 23.11.12 (13:38:11) kommentiert.

Meiner Meinung nach ist WhatsApp deshalb erfolgreich, weil sie zuerst auf dem Markt und "kaum" Alternativen vorhanden waren. Dann läuft alles so, wie es laufen muss... "Hast du auch WhatsApp"? Nö, wieso... Weil man da kostenlos Nachrichten verschicken kann. Kann man sowas eigentlich als Massenpsychose bezeichnen? ^^ Bei Facebook läuft es doch ähnlich. Gruppenzwang sei Dank. Mittlerweile hat es fast jeder, so dass ein Wechsel zu einem anderen (evtl. sogar besseren) Anbieter schwierig ist. Und solang WhatsApp seine Zwecke erfüllt, wird es auch so bleiben. Da kann man auch mal gegen Richtlinien verstoßen. Bei Facebook interessiert es doch auch kaum jemanden. Ich persönlich habe auch WhatsApp. Es erfüllt seinen Zweck. Kosten für Android-User wären meiner Meinung nach gerechtfertigt. Gern auch 1x im Jahr. Natürlich genauso für iPhone-Nutzer.

Diese Nachricht wurde von AppFanatiker am 23.11.12 (14:06:42) kommentiert.

Kein anderes Internetunternehmen macht so viel falsch wie WhatsApp.
Bizarre Einschätzung. Tatsächlich macht WhatsApp praktisch nichts falsch! Wahrscheinlich hat der Autor noch nie selbst versucht, ein größeres Produkt am Markt zu plazieren. Erfolg kann man nicht aus dem BWL-Lehrbuch lernen.

Diese Nachricht wurde von Tim am 23.11.12 (14:22:43) kommentiert.

Stalkingfunktion (zuletzt online) kann man seit ein paar Updates ausschalten. Ich habe es gemacht, finde es nun ein wenig schade auch nicht mehr zu wissen, wer wann zuletzt online war. Das geht fairerweise in beide Richtungen. SMS können im Vergleich zur IMEI vermutlich mit nur geringem Mehraufwand ebenso abgefangen werden. Wer weiß, ob das bei iMessage nicht geht bzw. ob iMessage Sicherheitslücken hat? Vielleicht Apple? - und würde Apple das dann veröffentlichen? - ? Bei welcher App stimmt man explizit AGBs zu? Wer weiß, was welche App macht, welche Daten das iPhone zu Apple, Android zu Google, Windows Phone zu MS, etc. sendet? Ich behaupte, dass das Nutzen von Smartphones/Tablets, gewissermaßen jeglicher Technologie, aus Risiko besteht, da es niemanden und keine Instanz/Institution gibt, die alle Technologie/Plattformen überwacht. Wir wollen es ja auch nicht anders. Und wieviele Informatiker mag es auf der Welt geben, die all die Datenströme aufschlüsseln können? Insofern muss man sich nicht wundern, dass ein Risiko an jeder Ecke lauern kann und sich entscheiden, ob man das Risiko eingeht oder nicht. WhatsApp macht aus ökonomischer Sicht alles richtig und harrt der Dinge. Das funktioniert und hebt vielleicht das Google Prinzip "So lange machen, bis einer schreit. Dann überlegen, ob man es anpassen muss" auf eine neue Ebene, da man gar nicht nach außen Stellung bezieht / beziehen muss, da neben zu geringer medialer Aufmerksamkeit, kein Druck der Konsumenten besteht (indem sie aufhören, WhatsApp zu nutzen).

Diese Nachricht wurde von Sefegiru am 23.11.12 (16:09:52) kommentiert.

Mal abgesehen von der fachlich seltsamen Sicht auf den Erfolg von WhatsApp (wo machen andere Unternehmen etwas anders, außer in der PR), ist der Artikel auch handwerklich nur Durchschnitt: " die am meisten öffentlichkeitsscheue Firma" . Das ist der am meisten dumme Fehler des Textes....

Diese Nachricht wurde von Marc am 23.11.12 (16:26:16) kommentiert.

@ martin lindner Mhh Abwanderung? Bisher sind ja Facebook, wenn man mal vom Messenger absieht, und WhatsApp eher komplementär verwendbar... Wobei es natürlich sein kann, dass die ganz Jungen ganz generell kein Interesse mehr an der Struktur von Facebook haben. @ Arno.Nyhm Ja das sehe ich auch so. @ Tim Nicht nur die Überschrift lesen, sondern auch den Text. @ Marc Ich hatte tatsächlich zuerst "öffentlichkeitsscheueste", hab es dann zu "am meisten" geändert, weil ich das Superlativ von öffentlichketsscheu auch nicht so überzeugend fand. Aber es ist wohl doch besser. Ändere ich, danke.

Diese Nachricht wurde von Martin Weigert am 23.11.12 (16:35:32) kommentiert.

Ich denke WhatsApp hatte den Vorteil, daß sie die ersten mit dieser Art von Anwendung waren und jetzt den Vorteil der starken Verbreitung haben. Diesen Effekt gab es ja bereits bei den Mobilfunkanbietern, wo man zu dem Anbieter ging, bei dem bereits die Freunde sind. Bei Social Media wiederholte sich das wieder und solange es kein besseres Angebot gibt, das sich schnell verbreitet, wird WhatsApp vieles von den Nutzern verziehen. Zumal Themen wie Datenschutz zumindest bei den jungeren Benutzern keine große Rolle spielen dürfte.

Diese Nachricht wurde von Friedericke am 23.11.12 (21:51:20) kommentiert.

Andere Theorie: Vielleicht sind sie so erfolgreich weil sie keine Büros außerhalb der USA haben? Facebook wird schon für viel kleinere Dinge ans Bein gepinkelt als für den Upload des Adressbuches...ist ja auch nicht schwer solange FB Büros in Deutschland und Irland hat. ;-) WhatsApp dagegen braucht nur das US-Recht zu beachten und kann somit sein Key-Feature weltweit anbieten, obwohl sie dafür in zig Staaten abgestraft werden würden. Würden die europ. Behörden sich nur ausreichend auf die Hinterbeine stellen wäre dieses Feature pünktlich zum Start des Hypes entfernt worden - und dann wäre WhatsApp nur ein Messenger von vielen. Mit einem Unterschied - nach einem Jahr will WhatsApp an meine Geldbörse (auch wenn das bisher immer wieder verschoben wird). WhatsApp nutzt Wettbewerbsverzerrungen in unserem doch nicht so überstaatlichen und freien Netz aus. US-Firmen haben einen dicken Wettbewerbsvorteil und WhatsApp nutzt dies geschickt aus. Hätte die USA unser DAtenschutzrecht oder wir das amerikanische - vielleicht würden die Teenschwärme ja von FB zu Yuilop auswandern? Da wäre sogar noch kostenloses Telefonieren dabei.

Diese Nachricht wurde von Georg am 23.11.12 (22:42:01) kommentiert.

Da ist was dran!

Diese Nachricht wurde von Martin Weigert am 23.11.12 (23:24:40) kommentiert.

WhatsApp hat genau alles richtig gemacht. Denn das, was hier an angeblichen Fehlern vorgetragen wurde, interessiert doch keinen Benutzer wirklich. Für den Benutzer soll der Service funktionieren. Und zwar dauerhaft und unkompliziert. Und das tut WA! Alles im Artikel vorgetragene interessiert doch nur diejenigen Schreiberlinge, die gern mehr über den Service schreiben würden, es jedoch mangels Futter nicht können. Weiter so WhatsApp!

Diese Nachricht wurde von Jan Richter am 24.11.12 (14:41:27) kommentiert.

Sorry, aber warum macht Whatsapp alles falsch? SKALIERUNG zum Beispiel... Die meisten Messenger haben immer für dich alle Nachrichten gespeichert, um dir auf verschiedenen Endgeräten den Zugriff auf die Nachrichten zu ermöglichen. Whatsapp hat verstanden, dass es dir bei den meisten Nachrichten nur um die aktuelle Kommunikation geht und du dies vor allem von deinem Smartphone machen möchtest. Des weiteren haben sie verstanden, dass es super einfach sein muss zur Nutzung (Deswegen die Freigabe des Telefonbuches). Die Skalierung die Whatsapp hingelegt hat, wäre ohne die Einschränkung (Wir speichern Nachrichten nur bis du sie abgerufen hast) nicht möglich. Whatsapp hat eigentlich mit Datenschutz auch nicht viel am Hut (bis auf die Mobilfunknummern), denn die Nachrichten speichern sie gar nicht langfristig...

Diese Nachricht wurde von Rene am 24.11.12 (18:24:40) kommentiert.

WhatsApp (und auch Facebook) profitiert davon, dass Menschen Angst haben, etwas zu verpassen — dass alle Freunde sich via WhatsApp verabreden und man selbst es nicht mitbekommt. Dadurch kommt die virale Verbreitung zustande und der Lock-In-Effekt sichert dauerhaft den Platz auf dem Smartphone. In meinem Freundeskreis weiß tatsächlich kaum einer, dass WhatsApp eigentlich ständig Sicherheitslücken offen hält und es ist anscheinend auch kein Problem, das gesamte Adressbuch freizugeben. Ohne meine Freunde ab- oder uns Early Adopter aufwerten zu wollen: Die breite Masse ist nicht idealistisch und wünscht sich datenschutzkonforme und zeitgemäße Apps, sondern welche, die gut funktionieren. Denkt an die Nutzentheorie und Managerial Economics. Klar, jemand könnte meine WhatsApp-Nachrichten abfangen oder gefälschte in meinem Namen verbreiten. Dass es mich trifft, ist wohl eher unwahrscheinlich und deshalb überwiegt der Nutzen deutlich die Risiken. Der Verlust von ein paar Nachrichten wird bei deren üblichen Informationsgehalt sicherlich kein Weltuntergang sein, das Geschrei wird dennoch groß sein. Genau wie wenn einem dann doch mal die Festplatte kaputt geht und man natürlich kein Backup hat, obwohl es heutzutage eigentlich auch jeder besser wissen müsste. Es liegt noch ein langer Weg bis zur idealen IT vor uns. Ich denke, wir werden nie dort ankommen.

Diese Nachricht wurde von Lennard Timm am 26.11.12 (16:02:00) kommentiert.

Für den Erfolg kann es "richtig" sein sich nicht an Regeln zu halten, dennoch ist es nicht richtig. Wenn sich Kaffeeproduzenten absprechen wird nach Kartellverfahren geschrien. Wenn MS für den IE zur Kasse gebeten wird finden es die ganzen Hasser voll supi. Aber wenn WA bei dt. Usern auf den deutschen DAtenschutz bewusst pfeift und die anderen Anbieter dies nicht tun bzw nicht dürfen...dann ist das voll korrekt und "alles richtig"? Kurzsichtige Fanboydenke.

Diese Nachricht wurde von Georg am 27.11.12 (06:55:27) kommentiert.

Wow - extrem negativer Artikel. Eher unüblich für netzwertig. WhatsApp hat ja immerhin einen corporate Blog: http://blog.whatsapp.com/ Und die Funktionen von WhatsApp sind ja top! Mir ist auch total unbegreiflich, wieso Leute, die ein Smartphone besitzen, immer noch SMS benutzen...

Diese Nachricht wurde von Yago am 30.11.12 (12:28:18) kommentiert.

Übersieh bitte nicht den ersten Satz. Der ist nicht unwichtig "Schon länger beobachten wir mit einer Mischung aus Erstaunen und Respekt den kometenhaften Aufstieg von WhatsApp. "

Diese Nachricht wurde von Martin Weigert am 30.11.12 (13:35:27) kommentiert.

Tja, die App war halt als eine der ersten da, gefolgt von Viber und Co. WhatsApp hat sich schnelle einen Namen gemacht und sogar Apple gezeigt (iMessage seit IOS5) wie man es macht. Und User ticken wirklich anders als man manchmal denkt. Man bleibt halt gerne bei dem was man kennt und wer der erste war..... bis es bahnbrechende Neuerungen gibt.

Diese Nachricht wurde von Toni am 07.12.12 (09:40:57) kommentiert.

Warum sollte ich eine Alternative zu WhatsApp nutzen, die niemand im Freundes und Bekanntekreis nutzt?

Diese Nachricht wurde von Gunnar am 07.12.12 (11:40:06) kommentiert.

Ich begreife auch nicht warum leute die ein smartphone haben, solche programme verfluchen. nee, lieber ne mms für über 50 cent senden als über whatsapp mal eben schnell hochzujagen for free. aber es sind meist eh die leute die so meckern, die jeden scheiß runterladen und sich überall anmelden, bei facebook und co. über 1000 freunde haben (von denen kennen sie vielleicht nur 20 persönlich)und sich am ende aufregen, das deren daten überall im netz und sonst wo sind. und wenn ich hier lese das manche echt glauben das auch nur irgenwer deren daten braucht, dann muss ich echt lachen. denken die leute die sind echt so wichtig?? im leben nichts erreicht usw. aber denken man wird von der cia überwacht. neee neee nee ich benutze whatsapp weiter, andere können ja weiter mms versenden. in dem sinne, frohen neues jahr

Diese Nachricht wurde von PeterPan am 01.01.13 (16:13:48) kommentiert.

Ich kann auf meinem Tablet aber simsen, und ich kann damit auch telefonieren, wieso diskriminiert man mich als Tablet-Nutzer also seitens WhatsApp? Beschissene Arroganz dieses Unternehmens! Das zeigt doch schon folgender Satz: "Wir unterstützen zu diesem Zeitpunkt keine Tablet-PCs, Computer oder reine WLAN-Geräte und planen es in absehbarer Zukunft auch nicht zu tun." Mfg. Charly2013

Diese Nachricht wurde von Charly2013 am 19.02.13 (01:56:04) kommentiert.
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