<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

25.09.14Kommentieren

CouchCommerce-Gründer zum Strategiewechsel: "Ich schlafe jetzt besser"

CouchCommerce will das mobile Einkaufserlebnis im Web verbessern. Nach einem Strategiewechsel richtet sich das Startup aus Hannover mit seiner SaaS-Technologie nur noch an große Enterprise-Kunden. Für Entwickler wird die Software parallel kostenfrei als Open-Source-Lösung angeboten. Der Pivot hat sich für das Unternehmen bereits ausgezahlt.

CouchCommerce Immer mehr Menschen wollen beim Onlineshopping nicht an Desktop oder Notebook gefesselt sein sondern lieber bequem mit ihren Smartphones und Tablets einkaufen - mit dieser Erkenntnis  gründeten Alexander Ringsdorff, Nadine Schmitt und Kai-Thomas Krause im Jahr 2012 in Hannover das Startup CouchCommerce . Ihr Produkt: eine für mobile Geräte optimierte cloudbasierte Shopoberfläche, mit der kleine und mittelgroße E-Commerce-Anbieter ihre Angebote mit minimalem Aufwand für das mobile Zeitalter fit machen konnten.

Heute, zwei Jahre später, haben die Niedersachsen ihre Vision nicht aufgegeben. Allerdings führten Einsichten aus der Anfangszeit zu einem Strategiewechsel, der vor wenigen Wochen in Form eines kompletten Relaunches seine offizielle Verwirklichung erfuhr. Größte Änderung: Die SaaS-Lösung richtet sich nur noch an größere Shops, bietet jetzt einen weitaus umfangreicheren Funktions- und Serviceumfang und kostet deutlich mehr als die bisherigen Pakete. 

“Wir hatten mit der bisherigen Lösung einfach zu hohen Supportaufwand”, erklärt Mitgründer Alexander Ringsdorff.  Bei durchschnittlichen Monatsumsätzen von rund 99 Euro pro Monat und Kunde rechnete sich der Aufwand nicht. In Gesprächen mit Venture-Kapital-Firmen, mit denen das CouchCommerce-Team zwecks einer Series-A-Finanzierungsrunde Kontakt aufnahm, erkannten die Hannoveraner den Handlungsbedarf.

Anstatt viele 100 Kunden mit ihren unterschiedlichen, mal mehr mal weniger gut gepflegten Shopsystemen zu bedienen, fokussiert sich CouchCommerce künftig auf einige wenige größere Kunden, denen es ein Rundum-Paket bereitstellt, in dessen Mittelpunkt die besonders performante, webbasierte Front-End-Technologie von CouchCommerce steht. Die Preise liegen zwischen 3.000 und 12.000 Euro pro Monat, zusätzlich verdient das Startup 30 Cent pro Transaktion. Eine Handvoll Kunden setzen bisher auf die Lösung, darunter der Schuhfilialist Reno und der Onlineshop des österreichischen Fitness-Startups Runtastic.

Sofa.io

Parallel zu der Enterprise-SaaS-Lösung haben die CouchCommerce-Macher, wie im vergangenen Jahr angekündigt, ihre Technologie als Open-Source-Standard veröffentlicht. Unter Sofa.io können sich Shopbetreiber und Entwickler das SDK herunterladen, um ihre Frontends für Smartphones und Tablets zu optimieren. Eine direkte Erlösquelle stellt Sofa.io nicht dar, aber natürlich besitzt das Projekt eine wichtige Marketingfunktion, sorgt es doch für Bekanntheit und Gesprächsstoff unter E-Commerce-Anbietern. Zudem spricht das Vorhaben auch Agenturen an, welche die CouchCommerce-Technologie in ihre Shop-Projekte integrieren wollen.

Der Pivot hat sich für CouchCommerce laut Jungunternehmer Ringsdorff bereits bewährt: Die Burnrate konnte signifikant verringert werden und man sei schon nah an der notwendigen Zahl an Enterprise-Kunden, um den Break-Even zu erreichen. Damit nimmt das Startup nach einer Seed-Finanzierungsrunde aus dem vergangenen Jahr in Höhe von 1,2 Millionen Euro auch den Druck von sich, unbedingt zeitnah neues Kapital aufzunehmen. Ringsdorff glaubt, dass CouchCommerce gar nicht mehr auf eine Series A angewiesen ist.

Gespräche mit Geldgebern führen er und seine Mitstreiter aber dennoch, denn mit zusätzlichen Mitteln würde sich die Wachstumsgeschwindigkeit erhöhen lassen. Immerhin ist jetzt der Zeitpunkt, an dem Onlinehändler in Scharen ihre mobilen Präsenzen auf Vordermann bringen. Laut Ringsdorff wird im Jahr 2016 der Punkt erreicht sein, an dem mehr als 50 Prozent der Onlinekunden mobil shoppen. Für CouchCommerce ergeben sich daraus enorme Chancen. Das angepasste Leistungsspektrum helfe, das Potenzial zu erschließen. “Ich schlafe mit dem neuen Modell auf jeden Fall ruhiger”, konstatiert Alexander Ringsdorff. /mw

Kommentare

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer