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10.05.13

Cloudspeicher: Nach BoxCryptor will auch SharedSafe Dropbox-Dateien verschlüsseln

Nach BoxCryptor widmet sich das zweite bayerische Startup der Verschlüsselung von Dateien bei Dropbox. Nebenbei kann SharedSafe auch jedes IMAP-E-Mail-Konto in Onlinespeicher zum Dateiabgleich und Filesharing verwandeln.

SharedSafeWer sensible Daten bei Dropbox ablegt und diese über andere Rechner oder für Kollegen zugänglich machen möchte, sollte auf eine Verschlüsselung nicht verzichten. Diese macht zwar durch den Ver- und Entschlüsselungsvorgang die Handhabung und den Zugriff etwas unkomfortabler, erschwert aber eventuellen Angreifern den Blick auf die Daten. Die wohl bekannteste Lösung für die Verschlüsselung von bei Dropbox (und anderen Cloudspeicherdiensten) abgelegten Dateien heißt BoxCryptor. Doch dessen Macherin, das Augsburger Startup Secomba, bekommt nun einheimische Konkurrenz: Im nur knapp 100 Kilometer entfernten, ebenfalls in Bayern gelegenen Freising entwickelt ein anderes Jungunternehmen, die rootloft GmbH, seit etwa zwei Jahren eine Software zum sicheren Filesharing und Synchronisieren von Dateien. Seit kurzem unterstützt das SharedSafe genannte Produkte auch Dropbox. Beide in der Basisversion für Privatanwender kostenfrei angebotene Services bauen auf den als recht sicher geltenden AES-256-Verschüsselungsstandard und sorgen dafür, dass in der Dropbox von Usern abgelegte Dateien selbst im Falle eines unautorisierten Kontozugriffs nur dann geöffnet werden können, wenn der erforderliche Encryption-Schlüssel vorhanden ist.

Hinsichtlich des Funktionsumfangs kann ShareSafe dem deutlich eher für Durchschnittsanwender geeigneten Konkurrenten aus Augsburg nicht das Wasser reichen. SharedSafe wird lediglich als Windows-Software angeboten, mobile Apps wie bei BoxCryptor existieren nicht. Wer also über einen Windows-Rechner Daten mit SharedSafe verschlüsselt in die Dropbox-Cloud transportiert, kann auf diese lediglich über andere Windows-Rechner zugreifen, auf denen ebenfalls SharedSafe installiert sein muss. Die unbegrenzte Version von SharedSafe kostet außerdem einmalig 29 Euro (für Privatnutzer), BoxCryptor ist für die nicht-kommerzielle Verwendung komplett gratis.

Was SharedSafe allerdings vom Wettbewerber abhebt, ist eine innovative Lösung, die neben Dropbox auch das IMAP-Protokoll unterstützende E-Mail-Konten in Cloudspeicher für Datenabgleich und Filesharing umfunktioniert. Diese Fähigkeit stellte zum Debüt der Beta-Phase von SharedSafe im Sommer 2011 das primäre Einsatzszenario des Dienstes dar. Wie sich beliebige IMAP-Konten in verschlüsselte Dropbox-Alternativen verwandeln lassen, beschrieben wir damals in diesem Artikel. Für den Durchschnittsnutzer ist dieses Verfahren zwar zu aufwändig und kompliziert, stellt aber eine innovative Zweinutzung der heute meist viele Gigabyte großen E-Mail-Konten dar.

Mit der Öffnung von SharedSafe für Dropbox versuchen die Bayern, ihr Produkt einergrößeren Nutzergruppe zu öffnen. Noch immer fehlt dem Erscheinungsbild von Website und Software die notwendige Sexiness, um SharedSafe für das Gros der an Datenabgleich und -sharing mittels Cloudspeicher interessierten Anwenderschaft attraktiv zu machen. Dass nun schon zwei Startups aus Bayern dem populären Cloudservice Dropbox Verschlüsselungswerkzeuge an die Seite stellen, ist jedoch eine interessante Entwicklung und passt gut zum generellen Ruf der deutschen IT-Landschaft, Datensicherheit und Privatsphäre in den Mittelpunkt zu stellen. /mw

Link: SharedSafe

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