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22.08.08Leser-Kommentare

Cloud Computing: Amazon startet Elastic Block Service

aws logo Mit dem Elastic Block Service startet Amazon einen weiteren Service im Bereich Cloud Computing. Damit schaffen sie die Einstiegskosten ins Cloud Computing endgültig ab.

Amazon erweitert das eigene Cloud Computing Angebot langsam, aber stetig. Jüngst hinzugekommen ist der Elastic Block Service (EBS), eine von Vielen erhoffte Ergänzung zur Elastic Compute Cloud (EC2).

Einer der grössten Mängel mit EC2 war, dass sämtliche Daten an die laufenden EC2-Instanzen gekoppelt waren oder mit den Einschränkungen vom Speicherdienst S3 leben mussten. Mit EBS gibt es jetzt eine Art Filesystem in der Cloud, das von beliebigen EC2-Instanzen gemountet und benutzt werden kann, das aber unabhängig von konkreten Instanzen ist (sprich: die Daten verschwinden nicht, wenn man eine Instanz stoppt).

EBS spielt dabei gut mit S3 zusammen. Man kann existierende Daten in S3 in ein EBS-Volumen transformieren oder man kann EBS als Snapshot bei S3 speichern. EBS-Volumen können zwischen 1GB und 1TB gross sein, die Kosten werden wie bei S3 nach tatsächlichem Gebrauch abgerechnet. 1GB Speicherplatz bzw. eine Million I/O Operationen kosten jeweils 10 Cent pro Monat.

Alles schön und gut und für einige klingt das sicher etwas kryptisch, was EBS aber auch für den Normalverbraucher interessant macht ist, dass Amazon dadurch die Einstiegskosten ins Cloud Computing endgültig abgeschafft hat. Auch bisher waren sie mit etwa 80 Euro pro Monat für eine kontinuierlich laufende EC2 Instanz sicher schon bezahlbar, aber in Kombination mit EBS gehen die Einstiegskosten gegen Null, weil auch EC2 nach tatsächlichem Gebrauch abgerechnet wird und sich on demand aktivieren bzw. deaktivieren lässt.

Auf die ersten Consumer-Apps, die die technischen Details im Hintergrund lösen, die Benutzer von den Komplexitäten abschirmen und ein einfaches User Interface bieten, müssen wir noch etwas warten, aber wir werden wohl einiges an Innovationen sehen, die von diesen Möglichkeiten Gebrauch machen.

Andere Stimmen zum Launch:

Kommentare

  • Hathead

    23.08.08 (11:14:48)

    Eigentlich war das ja eine nette Idee von Amazon. Und ja, es stimmt, dass Einstiegskosten zunächst entfallen. Allerdings ufern hier die Kosten recht schnell aus. Nehmen wir mein Beispiel, ein kleiner, hübscher Uploadservice, der wenige monate nach dem Start 20TB traffic verursacht. Wenn ich das mit Amazon realisiert hätte lägen meine Kosten etwa 3 bis 4 Mal höher als jetzt. Denn ich müsste nicht nur meinen entstehenden Traffic bezahlen. Nach meinem letzen Stand werden Daten mittels Webservice zu Amazon geladen und geholt. Das bedeutet für mich erstmal, dass sie der Traffic verdoppelt. Nur nach genutzem Speicher abzurechnen ist in diesem Fall illusorisch, da die von mir gebrauchte Speichermenge ständig und kontinuierlich ansteigt, und zwar so, dass es billiger ist jeden Monat ein paar Festplatten zu kaufen, als 10ct pro Gb zu bezahlen. Also Grobzusammengefasst: Contentlastige Seiten: ja. Das macht sinn. Das ist super. Trafficlastige Seiten: wenn man sich in den finanziellen Ruin treiben will: gerne.

  • Markus Spath

    23.08.08 (14:06:36)

    Danke für die Fallstudie. Und sicher hast du recht, das Angebot von Amazon ist nicht in jedem Fall die sinnvollste / günstigste. Es ist einfach ein Angebot, das man wahrnehmen kann oder nicht. Aber Fact bleibt: die Eistiegskosten und damit das verbundene Investitionsrisiko sinken dadurch dramatisch und ermöglichen also mitunter auch Experimente, die zuvor zu riskant gewesen wären.

  • Franz

    26.08.08 (06:05:30)

    Auch bisher waren sie mit etwa 80 Euro pro Monat für eine kontinuierlich laufende EC2 Instanz sicher schon bezahlbar, aber in Kombination mit EBS gehen die Einstiegskosten gegen Null, weil auch EC2 nach tatsächlichem Gebrauch abgerechnet wird und sich on demand aktivieren bzw. deaktivieren lässt. Kann das jemand bitte etwas genauer erläutern? Heißt das, dass eine gestartete Instanz nicht mehr mit automatisch 24*31=744 Stunden abgerechnet wird, sondern nur noch nach tatsächlichem Verbrauch? Und was hat denn das nun mit EBS zu tun? Danke

  • Markus Spath

    26.08.08 (11:24:56)

    EC2 bleibt wie es ist, es wird nach Stunden abgerechnet, in denen eine Instanz läuft. Mit EBS kann man aber den verwendeten Speicherplatz entkoppeln, also EC2 nach Belieben starten und - wenn man keinen Webdienst betreibt - beenden und je nach Bedarf mit unterschiedlichen Instanzen auf das gleiche EBS-Volumen zugreifen.

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