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13.07.11

Click.to: Das digitale Leben ist zu schön für Routinetätigkeiten

Die kostenlose Windows-Anwendung Click.to des Karlsruher Unternehmens Axonic will im digitalen Alltag anfallende, tausendfach wiederkehrende Handgriffe durch wenige Klicks ersetzen und den Desktop sowie Webdienste näher zusammenbringen.

 

Es kommt wirklich nicht oft vor, dass es ein aus dem deutschen Sprachraum stammender Dienst aus dem Stand zu einem umfangreichen Artikel beim tonangebenden US-Tech-Blog TechCrunch bringt. Dem Karlsruher Unternehmen Axonic ist dieses Kunststück gelungen.

Die acht Jahre alte Firma, die sich auf die Softwareentwicklung im Bereich der intelligenten Kommunikation konzentriert und unter anderem die Outlook-Erweiterung Lookeen anbietet, hat dieser Tage mit Click.to eine kostenlose Desktop-Anwendung veröffentlicht, die den Arbeits- und Internetalltag von Windows-Nutzern erheblich vereinfachen soll - und am Freitag gleich einen ausführlichen Bericht von TechCrunch eingeheimst. Einen besseren Start hätte sich das fast 20-köpfige Team hinter der Software kaum wünschen können.

Click.to verspricht Anwendern der Betriebssysteme Windows XP, Windows Vista und Windows 7, im digitalen Alltag anfallende, tausendfach wiederkehrende Handgriffe durch einzelne Klicks zu ersetzen, indem es lokale Programme und Webdienste näher zusammenrücken lässt.

Im Mittelpunkt steht dabei die allseits beliebte Tastenkombination Strg + C, mit der sich unter Windows Daten in die Zwischenablage kopieren lassen. An diesem Punkt setzt die im System Tray verstaute Desktop-Anwendung an: Jedes Mal, wenn User etwas per Strg + C (oder auf dem herkömmlichen Weg über Rechtsklick > Kopieren) in der Zwischenablage speichern, blendet Click.to eine Reihe von Icons häufig genutzter Anwendungen (lokal + online) ein.

Auf diese Weise lässt sich der kopierte Inhalt mit einem Klick bei Google recherchieren, als Tweet oder Facebook-Update veröffentlichen, bei Google Maps aufrufen, bei Flickr hochladen, in eine E-Mail einfügen, zu Evernote schicken oder als PDF-Datei abspeichern.

Click.to gibt Benutzern bei der Auswahl der verknüpften Anwendungen und Onlineservices die völlige Freiheit: User können definieren, welche Aktionen sofort nach dem Kopiervorgang auf dem Desktop eingeblendet werden (so genannte "Satelliten") und welche nur über ein Unterverzeichnis auftauchen sollen. Voreingestellte Services, die gar nicht zum Einsatz kommen, lassen sich komplett aus dem Click.to-Menü verbannen, gleichzeitig können sowohl lokale Programme als auch Webdienste eigenhändig hinzugefügt werden. Meine erste Amtshandlung war es zum Beispiel, die Übersetzungsmaschine Linguee zu integrieren.

Ausführlich getestet habe ich Click.to zwar noch nicht, aber zumindest mein erster Eindruck signalisiert mir, dass die Anwendung nach einer kurzen Anpassung an die am häufigsten verwendeten Dienste tatsächlich einen produktivitätserhöhenden Effekt haben kann. Click.to beinhaltet passend dazu eine kleine Statistik darüber, wie viele Minuten es einem Anwender schon freigeschaufelt hat.

Derzeit steht für die Click.to-Mutter Axonic die schnelle Verbreitung der kostenlosen Neuentwicklung im Vordergrund. Mitgründer Peter Oehler sieht für die Monetarisierung zahlreiche Szenarien, ohne ins Detail gehen zu wollen. Ein Blick auf die Funktionweise der Anwendung lässt aber erahnen, dass Partnerschaften rund um die Standard-Integration von Diensten/Websites sowie Affiliate als Erlösquellen in Frage kommen.

Auf der weiteren Roadmap steht der Ausbau der "Actions" (zum Beispiel soll man demnächst auch Fotos direkt per Tweet publizieren können) sowie der Aufbau einer Entwicklercommunity, die mittels der Click.to-API eigene Aktionen programmiert und miteinander diskutiert. Mittelfristig will man auch die intelligente Verkuppelung von mehreren Actions hintereinander erreichen - ein Prinzip, das man schon von ifttt und Wappwolf her kennt.

Einen kleinen Wehrmutstropfen gibt es trotz des geglückten Launches mit internationaler Aufmerksamkeit für das Click.to-Team aber doch: Denn die Domain click.to gehört den Karlsruhern bisher noch gar nicht, auch wenn sich das bald ändern könnte. Momentan findet man das Tool daher unter clicktoapp.com.

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