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09.12.08

chilirec: Internetradiorekorder in der Cloud

Mit chilirec zeichnet Ihr Musik aus unzähligen Online-Radios auf und speichert sie in der Cloud oder auf dem Rechner.

Von Carsten Drees

 

Mit der kostenlosen Musik im Internet ist es so eine Sache. Jeder weiß, dass Filesharing von urheberrechtlich geschütztem Material beispielsweise via BitTorrent illegal ist. Nicht mehr ganz so klar ist es bei Diensten wie  Songbeat  (unser Review zu Songbeat 2.0), die es uns mit einer legalen Applikation ermöglichen, auch auf illegal hochgeladenen Content zuzugreifen.

Das Umschiffen dieser rechtlichen Klippen ist zum Beispiel möglich, wenn man einen Song in einer Radiosendung mitschneidet. Für den Privatgebrauch ist der Besitz einer solchen Aufnahme zulässig und wird von manchen Sendeanstalten sogar mit einer eigenen Software unterstützt.

Genau dieses Prinzip macht sich das schwedische Startup chilirec zunutze. Chilirec durchsucht das Internet nach Online-Radios und stellt sie uns in einer Liste zur Verfügung. Alles Weitere ist denkbar einfach:

  • Anmelden
  • Abwarten
  • Songs auswählen und abspielen
  • Abspeichern

Es ist tatsächlich genau so unkompliziert, wie es sich hier darstellt. Nach dem Festlegen der Radiostationen beginnt chilirec direkt mit dem Aufzeichnen von Musik. Bei Hunderten von Radiosendern kommen somit in wenigen Minuten einige Tausend Songs zusammen. Die könnt Ihr Euch nun entweder alle anzeigen lassen oder Ihr filtert nach Sender, Land oder Musikrichtung das Ergebnis.

 

Aus den Aufnahmen wählt Ihr nun Eure Songs aus. Per Doppelklick oder Drag and Drop landen die gewünschten Lieder im chilirec-eigenen Player. Alternativ dazu könnt Ihr aber auch auf das Diskettensymbol klicken, um den ausgewählten Track direkt auf die Festplatte zu speichern. Das ist aber grundsätzlich nicht nötig, weil Ihr Eure playlists abspeichern könnt und somit die Songs in der Cloud für Euch gespeichert bleiben - und Euch somit auch auf jedem Rechner zur Verfügung stehen.

Nach einigen Tagen stehen - eifriges Musikaufnehmen und -hören vorausgesetzt - auch weitere Filter wie beispielsweise Toplisten zur Verfügung und Ihr könnt nach Keywords Eure Sammlung durchsuchen. Das alles funktioniert einwandfrei und in der Zeit, die ich für diesen Beitrag hier benötigt habe, sind bereits Tausende Lieder mitgeschnitten worden.

Wenn ich derzeit überhaupt einen Punkt finden kann, der den Hörgenuß trübt, dann ist es das, was uns auch aus dem klassischen Radio bekannt ist: Jingles, die mitten im Lied auftauchen, in den Song hineinmoderierende DJs und dergleichen. Wen das nicht abschreckt - und das ist meines Erachtens zu verschmerzen - der sollte unbedingt selbst einen Blick auf chilirec werfen.

(via Alles2Null )

Update:

Mittlerweile hat chilirec die Betaphase beendet und damit dummerweise auch direkt den ganzen Dienst. Auf der Homepage findet sich nun lediglich der Hinweis auf die beendete Beta und die nun ins Haus stehende Arbeit. Es wird kein Wort darüber verloren, was mit den bereits aufgenommenen Songs oder den erstellten und gespeicherten Playlists geschieht. Wenn man sich anschaut, wie eng oftmals der Kontakt der Startups zu den Beta-Testern ist, muss man von der Art und Weise enttäuscht sein, wie man hier vor vollendete Tatsachen und offene Fragen gestellt wird. Da der Dienst sehr plötzlich und ohne jede Information vom Netz genommen wurde, sollte man allerdings auch die Möglichkeit in Erwägung ziehen, dass man diesen Schritt eventuell nicht ganz freiwillig vollzogen hat. Wenn man aber freiwillig den Service abgestellt hat und demnächst mit einem neuen, verbesserten Produkt zurückkehrt, müssen wir uns eventuell mit dem Gedanken vertraut machen, es nun mit einem Bezahldienst zu tun zu haben. Sobald sich bei chilirec irgendwas Neues tut, erfahrt Ihr hier auf netzwertig.com alles Wissenswerte.

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