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27.07.12Leser-Kommentare

Checkmark: Schöner Taskmanager für standortbasierte Aufgaben

Apples Reminders-Applikation für das iPhone lässt bisher zu wünschen übrig. Checkmark zeigt, wie ein Taskmanager für standortbasierte Aufgaben aussehen sollte.

Zu behaupten, der Markt für Smartphone-Taskmanager sei dicht gedrängt, wäre noch eine Untertreibung. Nein, es gibt wohl kaum ein anderes App-Segment, in dem die Auswahl größer und die Fähigkeit zur Differenzierung vom Wettbewerb kleiner ist. Und dennoch gelang es einer neuen Anwendung, sich in meinen mobilen Alltag einzuschleichen. Als iPhone-Besitzer halte ich bisher Wunderlist die Treue, und daran wird sich vorerst auch nichts ändern. Denn der Punkt, in dem die iPhone-App Checkmark des kanadischen Entwicklerstudios Build by Snowman glänzt, ist einer, mit dem Wunderlist bisher überhaupt nichts am Hut hat: standortbasierte Erinnerungen.

Also Apple im Oktober vergangenen Jahres iOS 5 präsentierte, zeigte ich mich erfreut . Endlich erhielt das iPhone eine native App zur Aufgabenverwaltung, die zugleich eine Funktion mitbrachte, die bis dato von keiner Anwendung im App Store geboten wurde: Die Option, sich per Push-Mitteilung erinnern zu lassen, sofern man sich an einem vorab definierten Ort aufhält. Doch leider erwies sich die iOS-Reminders-Applikation als sehr beschränkt: Weder ist die Benutzerführung sonderlich bequem oder durchdacht, noch lassen sich unkompliziert und mit wenigen Klicks Standorte definieren, an die man anschließend Aufgaben knöpfen kann. Stattdessen muss für jeden Ort extra ein Eintrag im iPhone-Adressbuch angelegt werden - ein vollkommen unsinniger Ansatz. Zu guter Letzt erwiesen sich die Push-Mitteilungen auch nicht als sonderlich zuverlässig - manchmal tauchen sie rechtzeitig auf, manchmal nicht.

Checkmark macht nicht alles, aber vieles besser. Die App, die 2,39 Euro kostet, ist Apples Ab-Werk-Anwendung deutlich überlegen. Schon das Anlegen von Orten geht leichter von der Hand, da diese nicht nur aus dem Adressbuch importiert, sondern auch per Suche von einer Google-Karte ausgewählt werden können. Zudem ist das Feature nicht wie bei Apples App hinter zahlreichen Klicks versteckt, sondern prominent unter dem Menüpunkt "Where" platziert. Zu allen dort eingetragenen Orten lassen sich jeweils verschiedene Aufgaben definieren. Sobald man am entsprechenden Ort erscheint, macht sich Checkmarks per Push-Nachricht bemerkbar.

Zu jeder mit einem Ort verknüpften Aufgabe kann festgelegt werden, ob Checkmark bei der Ankunft oder beim Verlassen Alarm schlagen soll - oder jeweils fünf, zehn oder mehr Minuten danach. Diese Option ist praktisch, da beispielsweise eine an den eigenen Wohnort oder an das Büro gebundene Aufgabe nicht sofort erledigt werden muss, aber eben solange, wie man sich dort aufhält.

Wie bei Apples Reminder-App kann man sich auch bei Checkmark nicht hundertprozentig darauf verlassen, dass die Erinnerungsfunktion wirklich im richtigen Moment am richtigen Ort aktiviert wird. Beide Programme nutzen die Geofencing-Möglichkeiten von iOS 5, die von verschiedenen Faktoren wie der Genauigkeit des GPS-Signals sowie der Triangulation abhängig sind. Weiß das Mobiltelefon nicht, dass man sich gerade in der Nähe des Getränkehändlers mit den besonders exotischen Bieren aufhält, kann Checkmark auch nicht darauf hinweisen, dass man sich dort bei passender Gelegenheit mit Nachschub eindecken wollte.

Auch wenn man also die Erinnerung an lebenswichtigen Aufgaben nicht vollständig Checkmark überlassen sollte, so leistet die App aus Kanada gute Dienste und stellt eine ideale Ergänzung zu herkömmlichen Taskmanagern dar. Natürlich erlaubt die Anwendung auch klassische ToDos, doch dafür gefällt mir Wunderlist aufgrund seiner Verfügbarkeit auch als Webvariante besser.

Checkmark ist nicht die einzige Anwendung für ortsbasierte Aufgaben. Auch taskaid bietet dies an, ist kostenlos und neben dem iPhone auch für Android erhältlich. Bei der Benutzeroberfläche und intuitiven Bedienung kann taskaid jedoch nicht mit Checkmark mithalten. Speziell für Android existieren diverse weitere derartige Apps wie Location Based Task Reminder oder Location Alert. Gemeinsam haben alle - egal unter welchem OS sie laufen - eine hohe Beanspruchung der Smartphone-Batterie, da sie in regelmäßigen Abständen das GPS-Modul aktivieren.

Mit der im Herbst anstehenden Veröffentlichung von iOS 6 sind auch Erweiterungen für die Reminders-App angekündigt. Es bleibt abzuwarten, ob Checkmark auch danach noch die die bessere Wahl darstellt.

Hinweis: Aufgrund der enormen Zahl an erhältlichen Taskmanagern gibt es außer den genannten Anwendungen mit Sicherheit noch einige weitere, die ortsbasierte Erinnerungen anbieten und dafür gute Lösungen gefunden haben. Falls ihr eine solche kennt oder nutzt, freuen wir uns über einen Kommentar.

Kommentare

  • Thomas Landgraeber

    27.07.12 (13:10:48)

    Gutes Review, finde ich. Trifft genau ins Schwarze. Übrigens können die Mobil-Versionen von OmniFocus ebenfalls mit Geo-Lokationsdaten umgehen - ist allerdings ungleich komplizierter einzurichten. Mein Review dazu: Vergleichstest: OmniFocus oder Things? [Update 4] http://www.geekout.de/index_files/Test_OmniFocus_gegen_Things.php

  • Jens Böhm

    28.07.12 (13:17:58)

    Sehr gut, vielen Dank für diesen Artikel. Leider ist die angesprochene verringerte Akku-Laufzeit das bisherige K.O.-Kriterium für diesen Service bzw. diese Art. Ich möchte mich an verschiedenen Orten an etwas erinnern lassen, wenn zwischen anlegen der Erinnerung und eintreffen am besagten Ort etwas Zeit verstreicht (sonst hätte ich es mir ja merken können) und wenn schon an meinen derzeitigen Akku-Verbrauch ohne dieses Feature denke, wird mir schon ganz anders... Aber, es bleibt ein guter Ansatz!

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