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17.03.14

Businessplan der Zukunft: SmartBusinessPlan sagt drögen Businessplänen den Kampf an

Das Team von SmartBusinessPlan hat sich vorgenommen, Gründern den Weg zum vollständigen Businessplan zu erleichtern und alle Elemente aus einer Hand anzubieten. Die browserbasierte Software liefert das Skelett des Businessplans, das die Nutzer dann mit Inhalt füllen müssen.

SmartBusinessPlanIn den letzten Jahren hat die Startup-Szene den Abgesang des klassischen Businessplans regelrecht zelebriert. Herangehensweisen wie Lean Startup und Business Modeling sind dank den Bemühungen von Experten wie Eric Ries, Steve Blank und Ash Maurya in den Vordergrund gerückt. Dennoch kommen Unternehmer, die in Deutschland einen Bankkredit beantragen möchten oder auf Investorensuche gehen, nicht darum herum, einen Businessplan vorzulegen. In diesem treffen sie Aussagen zum Unternehmen und den Umsatz- und Wachstumszielen für die kommenden drei bis fünf Jahre, um so potenzielle Kapitalgeber von ihrem Vorhaben zu überzeugen.

Das Team von SmartBusinessPlan hat sich vorgenommen, Gründern den Weg zum vollständigen Businessplan zu erleichtern und alle Bausteine aus einer Hand anzubieten. Die browserbasierte Software-as-a-Service (SaaS) liefert das Skelett des Businessplans, das die Nutzer dann mit Inhalt füllen müssen. Hinter SmartBusinessPlan stehen die Teams des Hamburger Beratungsunternehmens evers & jung und der Berliner Softwareschmiede individee. Das Angebot wurde im Herbst 2013 gelauncht, mittlerweile nutzen nach Aussage des Startups knapp 1.000 registrierte User das Tool.

SmartBusinessPlan

Der Dienst verspricht die Erstellung des kompletten Businessplans inklusive Finanz- und Liquiditätsplanung auf die kommenden drei Jahre auf Basis einer speziellen Berechnungslogik. Die Bankstandards sollen auch erfüllt werden. Muster abgewandelt von realen Businessplänen und Assistenten für konkrete Kapitel, beispielsweise zu Themen wie Personalplanung oder Kredite, helfen bei der Strukturierung der Ausarbeitung. Im Tool werden sukzessive die Businessplan-Leitthemen Geschäftsidee, Kunden, Unternehmen und Finanzen abgearbeitet. Auch die Integration von Bildern und Diagrammen in den Textfluss ist möglich. Am Ende kann der erstellte Businessplan dann in ein PDF umgewandelt und exportiert werden.

Den Einstieg in die Materie erleichtern Wissensdatenbank, FAQ und ein Leitfaden für den ersten Gebrauch von SmartBusinessPlan. Ein wichtiges Augenmerk legt das Unternehmen auch auf das Thema Datenschutz und verspricht volle Verschlüsselung der eingegebenen Daten. Inaktive Nutzerkonten werden nach Ablauf einer Frist und mit Vorankündigung gelöscht; nach Aussage der Macher ohne Möglichkeit, diese wieder herzustellen.

Die Software kann sieben Tage kostenfrei getestet werden, danach werden in der Basisversion monatlich 19 € fällig. Auf die Versionen „Normal“ und „Knifflig“ kann man mit einem einmaligen Festpreis für mehrere Monate zugreifen.

Nach einigem Testen scheint das Tool aus Anwendersicht einfach und logisch bedienbar, alle wichtigen Bearbeitungsfunktionen sind ähnlich den Microsoft Office-Programmen vorhanden, die konkrete Nutzung bedarf wenig Erklärung. Der alleinige PDF-Export scheint hingegen zu restriktiv, zumal man die einzelnen Inhalte nach Schließung des eigenen SmartBusinessPlan-Accounts nicht mehr aktualisieren bzw. bearbeiten kann. Nach Information des Startups wird aber bereits an einer zusätzlichen Word-Exportfunktion gearbeitet und die im Tool erstellten Excel-Listen können auch schon gesondert exportiert werden.

SmartBusinessPlan plant mittelfristig bereits den Vertrieb der Software im DACH-Raum. Auch ein europaweiter Roll-out steht auf der Agenda. Allein in Deutschland wurden 2012 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes insgesamt 757.371 Gewerbe angemeldet, ungeachtet der Rechtsform. Diese Zahl lässt auf einen beachtenswerten Markt für die Businessplan-Erstellung schließen.

Der Service wird besonders die Internet-affinen Gründer ansprechen können. Die konventionellen, technologisch weniger bewanderten Unternehmer werden eher den klassischen Weg einschlagen und sich ihre Inhalte in verschiedenen Einzelprogrammen auf dem Desktop selbst zusammen stellen. Auch bleibt abzuwarten, ob die auf Datenschutz bedachten Deutschen der Software ihre sensiblen Daten anvertrauen, um sie dann im Browser zu bearbeiten.

Nachtrag: Die Macher von businessplan-online.ch wiesen uns darauf hin, dass sie bereits seit 2012 ein ähnliches Angebot betreiben.

Link: SmartBusinessPlan

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