<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

27.01.16

Michael Schimanski

Business Continuity Management

Michael SchimanskiMichael Schimanski gründete bereits 1994 die PROGTECH GmbH

Was den IT-Bereich betrifft, stehen auch in diesem Jahr Begriffe wie Cloud Computing, Big Data, Industrie 4.0 oder digitale Transformation ganz vorne auf den „IT-Trend-Ranglisten“ der Marktanalysten und Fachpublikationen. Dennoch gewinnt das Thema Ausfallssicherheit des Geschäftsbetriebs durch die zunehmende Digitalisierung der Geschäfstvorfälle an Bedeutung.

Business Continuity Management: Alles tun, dass der Geschäftsbetrieb aufrechterhalten bleibt

Business Continuity Management – auf Deutsch Betriebskontinuitätsmanagement – bedeutet prinzipiell das Entwickeln von Strategien, Plänen und Handlungen, um Tätigkeiten oder Prozesse – deren Unterbrechung der Organisation ernsthafte Schäden oder vernichtende Verluste zufügen würden – zu schützen, bzw. alternative Abläufe zu ermöglichen. Das der unterbrechungsfreie Betrieb eines Unternehmens immer häufiger von der Funktionsfähigkeit der Unternehmens-IT abhängt, wurde Business Continuity Management in jüngster Vergangenheit immer mehr in Verbindung mit der IT-Infrastruktur eines Unternehmens gebracht. Und dies aus gutem Grund.

Business Continuity – Jeder Ausfall ist teuer

Denn für die meisten Unternehmen gilt heutzutage: „Fällt die IT aus, steht das Unternehmen still!“ Und dies hat in der Regel umgehend negative finanzielle Folgen. Produktionsausfälle führen zu Lieferengpässen, die Nichtverfügbarkeit des Online-Shops oder Bestellsystems zu Umsatzausfällen, Mitarbeiter sitzen untätig herum und können nicht arbeiten.

Die Praxiserfahrung vieler Unternehmen zeigt aber, dass es Stunden bis Tage dauern kann, bis ein IT-System wiederhergestellt ist, insbesondere dann, wenn erst die entsprechende Hardware angeschafft werden muss (z.B. nach einem Wasserschaden oder Einbruch).

Ziel eines erfolgreichen Business Continuity Managements muss es also sein, Maßnahmen zu ergreifen, die die Dauer eines Ausfalls auf ein Minimum reduzieren und darüber hinaus sicherstellen, dass am besten „auf Knopfdruck“ auf alternativ verfügbare Systeme zurückgegriffen werden kann.

Disaster Recovery-Konzept als entscheidender Erfolgsfaktor für BCM

Sicherheitsexperten haben bereits in der Vergangenheit immer wieder auf die Versäumnisse und Risiken hingewiesen, die Unternehmen in diesem Bereich eingehen. Eine aktuelle Studie zu Disaster Recovery von Kroll Ontrack unterstreicht dies erneut: Laut der Umfrage testen 62 Prozent der befragten Unternehmen ihre Disaster Recovery Pläne seltener als einmal pro Jahr – teilweise sogar überhaupt nicht.

Und noch ein weiterer Aspekt ist in diesem Zusammenhang wichtig. Sich heute allein darauf zu verlassen, lokale Backups zu erstellen und im Notfall wieder einspielen zu können, ist in vielen Fällen nicht ausreichend. Denn Gründe, aus denen die für das Wiederherstellen benötigte Hardware ebenfalls nicht mehr zur Verfügung steht, gibt es viele. Erst kürzlich wurde ein Fall bekannt, bei dem Einbrecher in einem Firmengebäude aus Frust, dass sie dort nichts „Verwertbares“ fanden, die komplette IT-Ausstattung verwüsteten. Vandalismus statt Diebstahl: mit denselben verheerenden Folgen für das Unternehmen.

Aus diesem Grund rät Michael Schimanski zu einem zweistufigen Disaster Recovery-Konzept. Stufe 1 kann dabei ruhig das Sichern der wichtigsten Daten lokal im eigenen Unternehmen sein. Ergänzt werden muss dieses Konzept allerdings unbedingt durch eine Stufe 2: das ausgelagerte Sichern der Daten und der dafür notwendigen IT-Infrastruktur bei einem externen Dienstleister. Über entsprechende Virtualisierungstechniken ist dieser dann in der Lage, nicht nur die Daten, sondern die komplette IT-Umgebung innerhalb kürzester Zeit – wir reden dabei von wenigen Minuten – zur Verfügung zu stellen.

Über Michael Schimanski


Michael Schimanski gründete bereits 1994 die PROGTECH GmbH, da-mals als Einzelfirma "ProgTech" und fungiert seit dieser Zeit dort als Geschäftsführer (CEO). Seit dem Jahr 2000 beschäftigt er sich überwiegend mit sicherheits-relevanten Themen rund um die IT, insbesondere beim Thema Cloud-Computing. Er ist seit Anfang des Jahres 2013 Asigra Certified Engineer (ACE) und wurde somit mit der höchstmöglichen Zertifizierung des kanadischen Herstellers ausgezeichnet. Den Ausgleich zum beruflichen Engagement in der High-Tech-Welt findet er beim Fliegen in einer Breezer B400 UL.

Schlagworte zu diesem Artikel

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer