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16.09.10Leser-Kommentare

Burnbit: Jede Datei ein Torrent

Das BitTorrent-Protokoll ist eine effiziente und intelligente Art, um Dateien im Netz zu verteilen. Der Service Burnbit wandelt beliebige http-Dateien in Torrents um und empfiehlt sich somit sowohl Website-Betreibern als auch Nutzern.

 

Während wenig versierte Internetnutzer bei Begriffen wie BitTorrent oder Filesharing sofort an illegale Downloads denken mögen (sofern sie überhaupt etwas damit anfangen können), wissen kundige User ob der Vorteile der Distribution von Dateien über das BitTorrent-Protokoll und auch, dass dieses per se überhaupt nichts mit irgendwelchen Urheberrechtsverstößen zu tun hat.

Statt den Download einer umfangreichen Datei über einen einzelnen Server abzuwickeln, findet beim Einsatz eines Torrents eine Verteilung über mehrere Rechner statt, welche die Quelldatei komplett oder in Teilen besitzen. Selbst wer sie noch herunterlädt, schickt gleichzeitig bereits Bestandteile an andere User. Das hilft dem Anbieter der Datei nicht nur, Kosten für die Server- und Bandbreitennutzung zu sparen, sondern kann bei den herunterladenden Anwendern zu einer verbesserten Downloadgeschwindigkeit führen, da das File gleichzeitig von mehreren Quellen bezogen wird.

Bei Spreeblick wurde gestern auf den faszinierenden Service Burnbit hingewiesen, der das sonst etwas mühselige Erstellen eines Torrents übernimmt und weitere Funktionen mitbringt, die für alle Betreiber von Webservices mit Downloadangebot, aber auch für Endanwender von großem Nutzen sein können.

Burnbit transformiert jeden http-Downloadlink in einen Torrent. Angenommen, ein Hobbyfilmer möchte auf der eigenen Website sein neuestes Werk präsentieren, aber seinem Server eine unnötige Last ersparen, so kann er den Link zum Streifen bei Burnbit mit einem Klick in einen Torrent umwandeln und diesen ebenfalls auf seiner Site zur Verfügung stellen mit der Bitte, das Werk über den Torrent zu laden, sofern User einen BitTorrent-Client wie z.B. uTorrent einsetzen.

Wer dieser Aufforderung folgt, bezieht den Film anschließend über den Torrent nicht nur von der Originalquelle, sondern parallel von anderen Usern, die ebenfalls gerade am Herunterladen sind. Je nach Anzahl involvierter Anwender kann sich somit das vom Originalserver bezogene Datenvolumen pro Nutzer deutlich verringern.

Doch Burnbit kann auch für User interessant sein, die eine große Datei von einem langsamen Server herunterladen möchten oder selbst über eine in der Geschwindigkeit begrenzte Internetverbindung verfügen, weshalb ihnen der immer mit einem Absturzrisiko verbundene Download einer Gbyte-Datei zu riskant ist. Stattdessen erstellen sie mit Burnbit ganz einfach einen Torrent und können das File so gleichzeitig mit anderen herunterladen oder einige Zeit pausieren und später fortsetzen. Burnbit übernimmt hier gleichzeitig die Rolle eines Download-Managers, der somit nicht extra installiert werden muss.

Ein zusätzliches Feature für Betreiber von Webangeboten ist das Button Script , das automatisch einen http-Download in einen Torrent umwandelt und in Form eines Buttons mit der aktuellen Anzahl an Seeds (Nutzer, welche die komplette Datei anbieten) und Peers (Nutzer, welche die Datei gerade herunterladen) auf einer Seite darstellt.

Das BitTorrent-Verfahren ist eine smarte Art der Datenübertragung, die nicht nur Ressourcen besser nutzt und ausbalanciert, sondern auch dann noch funktioniert, wenn eine Datei aus beliebigen Gründen nicht mehr auf herkömmlichen Webservern zu finden ist. Burnbit ist eine großartige Anwendung, die das zu Unrecht stigmatisierte Torrent-Thema radikal simplifiziert und somit auch Usern und Webmastern zugänglich macht, die sich damit bisher aus Desinteresse oder fehlender Geduld nicht beschäftigt haben.

Link: Burnbit

Kommentare

  • SmilerGrogan

    17.09.10 (08:09:11)

    Wirklich sehr interessant das Konzept. Ich bin immer wieder begeistert, wie sich die Bittorrent-Technologie weiterentwickelt und welche neuen Einsatzmöglichkeiten sich dadurch ergeben. Allerdings sehe ich besonders hierzulande ein großes Problem. Im Abmahn-Land Deutschland muss man schon sehr viel vertrauen in die Seite haben, deren Inhalte man über Bittorrent öffentlich verteilt. Ich sehe schon die die Euro-Zeichen in den Augen der Anwälte, wenn ein Seitenbetreiber urheberrechtlich geschützte Inhalte veröffentlicht (egal ob beabsichtigt oder durch einen Fehler) und diese zugleich von mehreren Internetanschlüssen öffentlich zur Verfügung gestellt werden.

  • Martin Weigert

    17.09.10 (08:24:55)

    Das hat dann am Ende aber wenig mit der Distribution via Torrent zu tun. Wenn ein Websitebetreiber beabsichtigt oder durch einen Fehler widerrechtlich urheberrechtlich geschützte Inhalte anbietet, dann dürfte es keine Rolle spielen, ob dies durch einen http-Link oder einen Torrent-Link geschieht - die Quelle befindet sich auf seinem Server.

  • SmilerGrogan

    17.09.10 (08:33:13)

    Man ist per Torrent aber an der Verteilung des geschützten Inhalts beteiligt. Es spielt im Falle der Abmahnungen auch bei der "normalen" Tauschbörse keine Rolle, ob man nun das gesamte geschützte Werk auf seiner Festplatte bereithält und verteilt oder man vielleicht lediglich erst ein paar MB selbst gesaugt hat und diese direkt wieder uploadet. Und Du schreibst doch auch, dass die hier vorgestellte Methode Vorteile hat, "da das File gleichzeitig von mehreren Quellen bezogen wird." Von einer einzigen Quelle kann im Falle der Verteilung über Bittorrent ja eben nicht mehr die Rede sein.

  • Martin Weigert

    17.09.10 (08:35:14)

    Nun bin ich ja kein Jurist. Aber ich würde mich wundern, wenn die rechtlichen Konsequenzen für den Seitenbetreiber variieren, je nach dem, ob er das File direkt über seinen Server oder als Torrent anbietet. Nur das meinte ich. Sofern das überhaupt das war, worauf du hinauswolltest ;)

  • SmilerGrogan

    17.09.10 (08:43:55)

    Ah, ich sehe wir reden aneinander vorbei. Ich meinte nicht die rechtlichen Risiken für den Seitenbetreiber, sondern für diejenigen Nutzer, die sich per Bittorrent an der Verteilung der Inhalte des Seitenbetreibers beteiligen. Sobald man sich beteiligt und die Verbreitung der Inhalte des Seitenbetreibers durch Bittorrent unterstützt, geht man hierzulande das Risiko ein, für die so verteilten Inhalte eine Abmahnung zu kassieren. Sofern sie die Rechte eines anderen verletzen und jemand dagegen per Abmahnung vorgeht. Aber meine Erfahrung mit der Abmahnindustrie lässt mich befürchten, dass dieses Szenario wahrscheinlicher sein könnte als man zunächst vermuten würde.

  • Martin Weigert

    17.09.10 (08:55:22)

    Ah, interessantes Argument! Stimmt, da verlagert sich plötzlich eine Verantwortung (bzw. ein Risiko) auf den Nutzer, das er bei einem klassischen http-Download nicht hat.

  • SmilerGrogan

    17.09.10 (11:08:37)

    Ich würde sogar soweit gehen, diesen Zustand als ein starkes Hemmnis für innovative Ansätze in diesem Bereich in Deutschland zu sehen. Die einfache Abfrage von Adresse- und Namensdaten aufgrund einer ermittelten IP-Adresse in solchen (meiner Meinung nach) Bagatell-Delikten schränkt nicht nur die Grundrechte eines jeden einzelnen ein, sondern behindert auch die Entwicklung der deutschen Wirtschaft und erschüttert das Vertrauen der Anwender in die neue Technologie. Vielleicht wird in 5 Jahren mit diesem Ansatz irgendwo ne Menge Geld verdient, nur hier konnte sich das nicht entwickeln, weil es wichtiger war, ein paar Downloads von MP3s und Filmen zu unterbinden, die diejenigen größtenteils ansonsten auch nicht gekauft hätten.

  • Slatko

    17.09.10 (13:57:41)

    "http-Datei"? Die hat dann wohl den Mime-Type "http" oder eine .http Endung. HTTP ist ein Protokoll und hat mit einer Datei überhaupt nichts gemeinsam. Bitte nicht solche Unsinnsbegriffe verwenden. Man dankt.

  • Martin Weigert

    17.09.10 (14:04:34)

    Na wenn's dich glücklich macht.

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