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11.10.11

BuddyBeers: Freunde von überall zum Bier einladen

Das Berliner Startup BuddyBeers will Menschen dazu animieren, Freunden und Bekannten häufiger ein Bier auszugeben. 250 bis 300 Bars in mehreren Ländern sollen bis Jahresende an den Onlinedienst angeschlossen sein.

 

Gemeinsam ein Bier trinken zu gehen, ist in der westlichen Kultur ein weit verbreitetes Ritual zwischen Freunden, Bekannten und Kollegen. Möchten sich Anhänger des gelben Gerstensaftes für einen kleinen Gefallen bedanken oder einfach nett sein, geben sie gerne mal ein Bierchen aus.

Das Berliner Startup BuddyLabs hat mit BuddyBeers einen Onlineservice geschaffen, der das Ausgeben eines Biers in Bars und Kneipen rund um den Globus erlauben soll - selbst wenn der Einladende nicht mit dabei ist.

Wer mit BuddyBeers einen Bekannten mit einer Gabe in Form eines "kühlen Blonden" überraschen möchte, registriert sich dazu einmalig bei BuddyBeers (auch via Facebook möglich) und betätigt den "Spendieren"-Button. Anschließend müssen Daten des Empfängers (Name, E-Mail-Adresse oder Handynummer) sowie des Spendierenden angegeben sowie eine Stadt, die gewünschte Bar und ein Getränk gewählt werden.

Im letzten Schritt wird das Bier mittels PayPal (auch Kreditkarte) bezahlt. Wer BuddyBeers häufiger verwenden möchte, kann sein Konto mit der hauseigenen Währung BuddyBucks im Prepaid-Verfahren mit 10, 20, 30, 40 oder 50 Euro befüllen, um fortan mit weniger Klicks Biere verschenken zu können.

Der Empfänger des Getränks erhält entweder eine E-Mail oder eine SMS mit dem Gutscheincode, den er dann innerhalb von 90 Tagen in der vom Ausgebenden bestimmten Bar einlösen kann. Eine Benachrichtigung über das Facebook-Profil ist in Arbeit und ein wichtiges Instrument zur Schaffung von Viralität - zumal manche Nutzer heutzutage tatsächlich am einfachsten über das soziale Netzwerk erreichbar sind.

Die drei BuddyBeers-Gründer Travis Todd, Benedikt Bingler und Min-Sung Kim haben bereits Kooperationen mit einer ganzen Reihe von Bars in Deutschland geschlossen. Eine handvoll Partner gibt es auch im schweizerischen St. Gallen, in London sowie an der US-Ostküste. Insgesamt sind etwa 150 Bars mit im Boot, von denen aber noch nicht alle integriert wurden. Bis Ende des Jahres soll diese Zahl auf 250 bis 300 anwachsen.

Die Preise für Biere auf BuddyBeers sind laut Aussage der Gründer nicht höher als in der jeweiligen Bar. Im Gegenteil: Gastronomen sollen über die Plattform die Möglichkeit bekommen, Rabatt- und Sonderaktionen durchzuführen. Immerhin bietet sich ihnen so die Gelegenheit, neue Stammkunden zu gewinnen. Zumal es die wenigsten "Beschenkten" bei einem Bier belassen werden. Die Monetarisierung erfolgt über eine individuell mit den teilnehmenden Bars vereinbarte Umsatzbeteiligung.

Auf den Nutzerprofilen zeigt BuddyBeers an, wer wie viele Getränke ausgegeben und spendiert bekommen hat. Bars besitzen ein Profil, das die Aktivität am jeweiligen Ort darstellt. Auf der Hauptseite findet sich zudem ein übergreifender Aktivitätsstream, wodurch das Startup augenscheinlich den Wettkampfinstinkt seiner Nutzer anregen möchte.

Für Blogger und Website-Betreiber stellt BuddyBeers außerdem einen "Buy Me a Beer Button" zur Verfügung, mit dem man Besucher dazu animieren kann, sich für die gebotenen Inhalte mit einem Bier zu bedanken.

Die Funktionweise von BuddyBeers erinnert stark an Flattr - mit dem Unterschied, dass die Zielgruppe über Contentproduzenten hinaus geht, und dass niemand in Bargeld sondern in Form von Bieren "ausgezahlt" wird. Bleibt zu hoffen, dass Deutschlands Flattr-Top-Verdiener nicht zukünftig auf den BuddyBeers-Button umschwenken. Denn dann bekämen einige von ihnen wohl bald ein Alkohol-Problem.

Eine nette Idee mit Potenzial!

Link: BuddyBeers

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