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10.08.11Kommentieren

Boxee veröffentlicht App: Multifunktionale Video-Schaltstation für das iPad

Der New Yorker Media-Center-Dienst Boxee hat sich mit der Veröffentlichung seiner iPad-App viel Zeit gelassen. Das Warten hat sich gelohnt.

 

Lange war die seit einer gefühlten Ewigkeit angekündigte iPad-Applikation des kostenfreien New Yorker Media-Center-Dienstes Boxee für mich das nächste große App-Highlight. Versprochen wurde für die Anwendung nämlich die Unterstützung von Boxees Watch Later Browser-Bookmarklet, um im Web aufgespürte Onlinevideos zu einem späteren Zeitpunkt bequem auf dem iPad betrachten zu können (also "Instapaper für Video").

Im Mai dieses Jahres jedoch veröffentlichte das deutsche Entwicklerstudio 9elements seinen Webservice watchlater, der mit dazugehöriger iPad-App genau den von mir anvisierten Zweck erfüllt. Mittlerweile ist watchlater integraler Bestandteil meines digitalen Medienalltags, was die Vorfreude auf Boxees iPad-Release etwas schmälerte.

Trotzdem war ich natürlich neugierig, als das Startup aus New York, das sein Produkt auch als kostenfreie Deskop-Software sowie als Hardware-Variante anbietet, am Dienstag endlich seine iPad-Applikation präsentierte. Mit der Frage im Hinterkopf, ob Boxees Tablet-Version für mich eine Alternative zu watchlater darstellen kann, machte ich mich ans Ausprobieren.

Während watchlater auf dem iPad lediglich für das Anschauen der im Web per Bookmarklet gespeicherten Clips gedacht ist, bringt Boxee neben seinem eigenen "Watch Later"-Feature eine Reihe weiterer Funktionen auf das iPad:

Integration von Facebook, Twitter und Tumblr

Im "Friends"-Feed landen sämtliche Videos unterstützter Plattformen (selbstverständlich u.a. YouTube), die von Boxee-Kontakten, von Freunden bei Facebook sowie von abonnierten Usern bei Twitter und Tumblr empfohlen werden. Hierzu ist eine einmalige Verknüpfung des Boxee-Kontos mit dem jeweiligen Account erforderlich. Bekannt ist dieser Ansatz unter anderem vom jüngst hier vorgestellten Dienst Showyou.

Im "Featured"-Feed findet sich dagegen eine bunte Mischung an von der Boxee-Redaktion ausgewählten Videos.

Der dritte Feed besteht aus allen von einem persönlich in der Watch-Later-Warteschlange abgelegten Clips, die dann an einem beliebigen Ort mit Internetempfang auf dem Tablet angeschaut werden können. Ein Offline-Modus, wie ihn Wettbewerber watchlater kostenpflichtig anbietet, existiert bisher nicht.

Streaming von lokal gespeicherten Videos auf das iPad

Neben den drei unter dem Menüpunkt "Home" zusammengefassten Feeds bietet die App unter dem Tab "My Media" eine Überraschung: Mit Hilfe der kostenfreien Zusatzsoftware Boxee Media Manager (für Windows und Mac) können nahezu beliebige, auf dem Quellrechner lokal abgelegte Videodateien via WLAN auf das iPad gestreamt werden.

Auch dieses Verfahren kennen wir bereits: Das bei uns vor etwas mehr als einem Jahr vorgestellte Air Video baut auf das gleiche Prinzip und gehört für mich zu den Anwendungen, auf die ich wirklich nicht mehr verzichten möchte. Im Gegensatz zu Air Video, für das 2,39 Euro fällig werden, ist Boxee gratis, bringt dafür aber bezüglich der Streaming-Komponente deutlich weniger Einstellungsmöglichkeiten mit und erlaubt auch nicht das Vorab-Konvertieren von Videodateien ins Quicktime-Format. Im Klartext heißt dies: Wer mit dem Boxee Media Manager Serien oder Filme von einem schwachbrüstigen Rechner streamen will, wird auf dem iPad mit permanenten Aussetzern des Streams konfrontiert.

Wer eine Boxee Box Hardware-Lösung zu Hause stehen hat, kann auf der iPad-App gestartete Videos auch mit einem Klick an die Hardware übertragen und den Videogenuss an der unterbrochenen Stelle über den an die Box angeschlossenen Fernseher fortsetzen.

Viele nützliche Tools in einer App

Boxees iPad-Applikation ist damit eine sehr interessante Zusammenstellung an nützlichen Werkzeugen für alle Freunde gepflegter Tablet-Videounterhaltung. Gleichzeitig beschränkt sich das US-Startup jeweils auf Grundfunktionalitäten. Die drei in diesem Artikel auch genannten Apps bieten somit in ihren jeweiligen "Fachgebieten" mehr. Andererseits handelt es sich um die erste Fassung von Boxee for iPad. Dass die Optionspalette kontinuierlich erweitert wird, davon ist auszugehen.

Air Video wird Boxee für mich vorläufig nicht ersetzen, schon weil mein "Media-PC" bei der Echtzeit-Konvertierung von Videos schnell ins Schwitzen kommt. watchlater sehe ich schon eher in Bedrängnis, zumal Boxee vom Design und von der Bedienung her einfach einen moderneren, stilvolleren Eindruck macht.

Insgesamt verdient die App schon jetzt das Prädikat "sehr empfehlenswert", auch wenn ich mir für die nächste Zeit einen erweiterten Funktionsumfang und insbesondere einen Offline-Modus wünsche.

Links: Boxee, iPad-App

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