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12.11.08

Bloggerjobs.de: Resterampe sucht Abnehmer

Für eine Handvoll Euro: Bloggerjobs.de, eine Stellenbörse für Online-Schreiber, steht zum Verkauf. Die Seite sei einfach zu erfolgreich, schreibt Gründer Andreas Gerads im Blog – nun fehle ihm die Zeit für das Projekt.

Die "Stellen"-börse Bloggerjobs.de steht zum Verkauf, wie Gründer Andreas Gerads im Blog mitteilt. Gerads hat nicht mehr genug Zeit für die Seite – was den Umkehrschluss nahe legt, dass sich die ganze Chose schlicht nicht lohnt. Dabei schreibt Gerads selber von "positiven Vorzeichen", darunter "im Schnitt täglich ein neues Job-Angebot" und "sehr zufriedene und professionelle 'Kunden'". Immerhin 15.000 Seitenaufrufe konnte Bloggerjobs.de im vergangenen Monat verzeichnen, nun wartet er auf finanzielle Angebote für die Übernahme der "starken Domain" mit ihren "stabilen monatlichen Werbeerlösen".

Es sind die Details, die stutzig werden lassen: Die vielgepriesenen Jobangebote entpuppen sich oftmals als reine Hobby-Verabredungen. Bezahlt wird häufig nur erfolgsabhängig – "bis zu 30 Euro pro 1000 Klicks sind möglich" – oder per Beteiligung an nicht näher bezifferten Werbeeinnahmen. Auch der folgende Spruch ist keine Ausnahme auf der Seite: "Wir suchen zuverlässige Blogger, die sich gerne und aus idealistischen Gründen, weil zahlen können wir nichts."

Angebote gibt es also tatsächlich, aber ob es sich dabei um Jobs handelt?

Dann die Zahl der Seitenaufrufe: Sie sagt nicht besonders viel aus. Wer ernsthaft ein Angebot für die Stellenbörse abgeben wollte, bräuchte zumindest die Aufschlüsselung in Besuche und Besucher, um das Potential der Seite realistisch abschätzen zu können.

Schließlich wäre da noch die Qualität:

"Für die Publikation meines neuen Musik-Projektes suche ich jemanden, der das Projekt auf Profilseiten und Blogs einträgt.

Es werden nur follow – Links bezahlt, die tatsächlich im Quelltext stehen (nicht in frames oder js versteckt)"

Immerhin 80 Cent gibt es für so einen Blog-Eintrag – wer auf einen Aufruf wie diesen hin tätig wird, sieht sich allerdings schnell dem Spam-Vorwurf ausgesetzt.

Ebenso dumm-dreist: In einer Anzeige werden 15 Euro demjenigen versprochen, der ein bestimmtes Blog in der Wikipedia verewigt. Ein Bewerber fand sich hierfür – bisher allerdings ohne Erfolg, die Seite steht nicht in der Wikipedia oder wurde längst wieder gelöscht. Schließlich handelt es sich hierbei um nichts anderes als Spam.

Immerhin probiert Gerads nun, mit Bloggerjobs Geld zu verdienen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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