<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

05.09.08Leser-Kommentare

Blockierter Zugriff aus Deutschland: Alle dementieren - außer RottenNeighbor

Auch knapp eine Woche nach dem Bekanntwerden von Zugriffsstörungen auf das stark kritisierte Nachbarbewertungsportal RottenNeighbor aus Deutschland herrscht weiter Unklarheit über die Ursache. Sicher ist mittlerweile jedoch, dass kein Zensurversuch hiesiger Internetzugangsanbieter vorliegt.

Fast eine Woche ist es nun her, dass die Nachricht von der teilweisen Nichterreichbarkeit des umstrittenen US-Nachbarbewertungsportals RottenNeighbor die Runde machte. Die erste Befürchtung einer Zensur durch deutsche Internetzugangsanbieter hat sich glücklicherweise nicht bewahrheitet. Mittlerweile haben Versatel, Hansenet, Arcor, 1&1 sowie freenet gegenüber netzwertig.com eine Sperrung der Site dementiert.

 

Bestätigt wird dies auch durch Traceroute-Analysen, die zeigen, dass das Signal beim Aufrufen von RottenNeighbor erst auf US-Seite versandet. Daher wären entweder RottenNeighbors Webhoster Rackspace oder die häufig kritisierte Site selbst für das Blockieren eines Großteils der von deutschen Zugangsanbietern verwendeten IP-Adressen verantwortlich.

Mittlerweile hat sich auch Rackspace zu dem Vorfall geäußert. Jeff Reich, Chief Security Officer bei dem US-amerikanischen Webhoster, teilte uns auf Anfrage mit, dass Rackspace nicht für die Erreichbarkeitsprobleme von RottenNeighbor verantwortlich sei. Gleichzeitig merkte er an, dass er nicht beurteilen kann, inwieweit eine Blockierung der Site außerhalb der Infrastruktur von Rackspace stattfände.

After looking into this, we cannot find any cause on our end for any blocking. I cannot speak for any blocking that may or may not take place outside of our infrastructure.

RottenNeighbor hat trotz mehrmaliger Kontaktaufnahmen von unserer Seite bisher nicht reagiert. Nachdem deutsche Provider als Ursache definitiv ausgeschlossen werden können und sofern man sich auf die Aussage von Rackspace verlassen möchte, bleibt damit im Prinzip nur RottenNeighbor als Initiator der Blockierung übrig. Ob dies freiwillig geschieht oder auf Drängen deutscher Behörden, ist unklar. Ebenso wie die Frage, warum der Ausschluss deutscher User derartig löchrig ist und nicht ähnlich effektiv wie z.B. beim US-Musikservice Pandora.

Wie viele Kommentatoren bereits angemerkt haben - dass RottenNeighbor den Zugriff von Deutschland aus freiwillig, gezwungenermaßen oder versehentlich blockiert, ist angesichts des äußerst fragwürdigen Konzeptes der Site kein Verlust.

Kommentare

  • Reizzentrum

    05.09.08 (12:08:35)

    Nach derzeitigem Informationsstand scheint es so zu sein, dass Rottenneighbor selbst, aufgrund einer Intervention von Google (motiviert von des Wirkens der Landesanstalt der Medien), für diese halbwirksame Sperre verantwortlich ist. Siehe auch: http://rz.koepke.net/?p=713

  • Bernd

    05.09.08 (12:13:28)

    Alles dummes Geschwätz! Bei RN dürfen laut AGBs nur Leute aus den USA und Kanada mitmachen weil dort halbwegs Meinungsfreiheit herrscht. Alle anderen Länder machen doch nur Probleme und werden bei zuviel Abusemeldungen einfach geblockt.

  • Reizzentrum

    05.09.08 (12:20:18)

    Fast vergessen: Gratzi an Martin, dass er den CTO erreicht hat :) Und danke für das Puzzleteil!

  • Oliver

    05.09.08 (12:35:26)

    Ob eine Website ein oder kein Verlust ist, sollte man bitte selbst beurteilen können. Für mich wäre auch das Verschwinden von Hip-Hop-Online-Magazinen kein Verlust, für andere sicherlich schon. Netzwertig befürwortet hier, dass andere für uns entscheiden dürfen, was wir sehen dürfen und was nicht. Erschreckend.

  • Martin Weigert

    05.09.08 (13:18:20)

    Natürlich würde ich nicht sagen, dass das Verschwinden eines HipHop-Magazines kein Verlust wäre. Weil mir durchaus die Tatsache bekannt ist, das Geschmäcker verschieden sind. Hier handelt es sich aber nicht um Geschmack, sondern um eine Site mit einem sehr zweifelhaften Konzept. Worüber sich im übrigen fast alle einig sind. Darüber hinaus werden in einem Blog wie netzwertig.com auch die eigenen Meinungen der Autoren vertreten. Ähnlich wie in einer Kolumne. Ich bitte das zur Kenntnis zu nehmen.

  • Tobias Hieb

    05.09.08 (13:41:53)

    Ist doch eine geniale Marketingkampagne. Selber ein Land "aussperren" und vom Medienecho profitieren. Sollte dem so sein, dann war das ein guter Schachzug :)

  • Martin Weigert

    05.09.08 (13:43:40)

    Hehe dann hätte man aber spätestens am Montag wieder für alle deutschen Besuchern öffnen sollen. Sonst hat man ja nichts davon (außer Links ein paar deutscher Blogs).

  • Tobias Hieb

    05.09.08 (13:46:03)

    Naja... Das Ganze war schon auf Shortnews und hat eigentlich eine relativ große Runde gemacht. Jetzt mal ohne Witz: Vor dieser Meldung kannte ich diese Seite überhaupt nicht! Ich denke das Ganze war in der Tat eine Marketingkampagne und in spätestens 2-4 Wochen wird alles wieder normal laufen...

  • Peter Sennhauser

    05.09.08 (13:51:59)

    Oliver: Erstens kann Martin Weigert auf netzwertig.com, das ein Blog und keine Tageszeitung ist, seine persönliche Meinung kundtun. Zweitens hat er bisher wenig Zweifel daran aufkommen lassen, dass er keine Form von Zensur befürwortet. Und drittens würde es sich, wenn auf RN Deutsche Nachbarn mit Wohnort in der Art angeprangert würden, wie das in den amerikanischen Inhalten unter dem Titel der "Meinungsfreiheit" geht, ganz einfach in vielen Fällen um Verstösse gegen diverse Gesetze handeln, für die RN oder seine Macher als Anbieter verantwortlich gemacht werden könnten. Du kannst nämlich bei Euch (und ich finde das - vom Abmahnwahnsinn mal abgesehen, gar nicht so schlecht und sicher keine Beschränkung der Meinungsfreiheit) Deinen Nachbarn keine Handlungen unterstellen, die ihren Ruf schädigen.

  • tilapia

    05.09.08 (14:22:05)

    Wer braucht www.rottenneighbor.com wenn es [URL entfernt, werblicher Kommentar] gibt??

  • Gerd

    05.09.08 (14:22:19)

    Kann da Martin und den anderen nur zustimmen. Die Seite ist in meinen Augen wirklich kein Verlust.

  • Reizzentrum

    05.09.08 (14:33:17)

    @Gerd Es gibt nur Wenige(zu denen ich definitiv NICHT gehöre), die eine Nichterreichbarkeit dieser Denunziantenseite als Verlust ansehen. Es geht nur um die Art und die Hintergründe. Sollte die Seite aufgrund einer gesetzlichen Grundlage (richterliche Entscheidung) gesperrt worden sein, so wäre alles OK. Aber es scheint, als wenn dort "auf Zuruf" - und zwar unter Ausübung wirtschaftlichen und/oder politischen Druck eine Internetseite "gesperrt" wurde. Und nur darum geht es.

  • Oliver Springer

    05.09.08 (19:06:59)

    Die enorme Bekanntheit, die durch die recht große Medienpräsenz entsteht, stellt schon einen Mediawert da, der in Geld kaum zu bezahlen wäre. Was man auch einmal sehen sollte: Das Konzept von RN mag fragwürdig sein, aber die Aufregung ist völlig übertrieben. Zunächst ist doch derjenige verantwortlich, der schreibt - nicht der, die Website betreibt. Wer sich als User strafbar macht, sollte entsprechend verfolgt werden. Dafür gibt es Gesetze, sie müssten nur angewandt werden. Auf den Betreiber der Website zu zeigen, halte ich für sehr fragwürdig - zumindest in der Blogosphäre sollten die meisten doch (Stichwort: Betreiberhaftung / Forenhaftung) entsprechend sensibilisiert sein.

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer