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13.05.11Leser-Kommentare

Bitbop startet in Deutschland: Der nächste Versuch einer zentralen TV-Plattform

Mit Bitbop startet ein neuer Versuch, im deutschen Internet eine zentrale Plattform für TV-Inhalte aufzubauen. Das Äußere macht einen guten Eindruck, was jetzt noch fehlt, ist der sehenswerte Content.

 

Für Hulu, den sagenumwobenen On-Demand-Dienst für TV-Inhalte, scheint der Schritt aus dem US-Markt in den deutschsprachigen Raum bisher eine unüberwindbare Hürde (oder eine strategisch unattraktive Option) zu sein. Und den heimischen TV-Sendern ist es bekanntlich bisher nicht gelungen , eine zentrale Plattform für visuelle Inhalte auf die Beine zu stellen (auch wenn ARD und ZDF gerade einen neuen Anlauf wagt ).

Könnte dies die Chance für einen "Underdog" sein, der sich langsam heranpirscht und in Deutschland leise einen Dienst aufbaut, der eines Tages die wichtigsten Inhalte aus den hiesigen TV-Kanälen auf Abruf, browserbasiert sowie über Smartphones verfügbar macht?

Die Jesta Group, eine multinationale Investmentfirma, scheint davon überzeugt zu sein. Das Unternehmen mit Sitz in London, New York, Paris und Montreal verschaffte sich im Dezember vergangenen Jahres Aufmerksamkeit, als es News Corp ihre in Berlin und Beverly Hills ansässige Fox-Mobile-Division abkaufte. Zu dieser gehörte nicht nur Jamba, sondern auch die im August 2010 in den US gestartete Videoplattform Bitbop.

Und genau diese bringt das mittlerweile nicht mehr unter dem Namen "Fox Mobile" firmierende sondern als Jesta Digital auftretende Unternehmen jetzt nach Deutschland.

Vor wenigen Tagen ist Bitbop in einer öffentlichen Beta-Phase gestartet und seitdem nach einer kostenfreien Registrierung für alle User mit deutscher IP-Adresse zugänglich.

Nutzer können sowohl im Browser (Microsoft Silverlight vorausgesetzt) als auch über eine Android-Applikation ausgewählte TV-Inhalte streamen, in Playlisten ablegen und im Falle der mobilen Nutzung auch herunterladen, um sie anzuschauen, wenn keine Internetverbindung vorhanden ist.

Die Auswahl an TV-Programmen ist in der Beta-Phase begrenzt und umfasst größtenteils mir völlig unbekannte Serien (ok Stromberg kenne ich) u.a. von MTV, Nickelodeon, ARD, MySpass.de, Sony oder Studio Hamburg. Das Angebot soll jedoch kontinuierlich erweitert werden und nach dem offiziellen Launch auch Filme umfassen.

Jesta Digital plant, Bitbop mittelfristig als kostenpflichtiges Abonnement für 9,99 Euro pro Monat zu offerieren. Anders als Hulu soll die Plattform also nicht durch Werbeeinblendungen finanziert werden. Damit dieses Kalkül aufgeht, muss offensichtlich ein reichhaltiges, relevantes, aktuelles und hochwertiges Programmangebot vorhanden sein - was zumindest die Vermutung und Hoffnung zulässt, dass sich Bitbop-Besitzerin Jesta Digital tief in die Verhandlungen mit den Produktionsfirmen und Rechteinhanbern hineinknien wird.

In seiner momentanen Ausformung ist Bitbop also eher ein Beispiel dafür, wie eine zentrale Contentplattform für TV-Inhalte aussehen könnte. Diese Aufgabe erfüllt es auch gar nicht so schlecht - vom Fehlen einer iOS-kompatiblen Variante abgesehen. Nun geht es darum, Inhalte zu akquirieren. Mit dem anvisierten Abo-Modell als Geschäftsgrundlage müsste die Verhandlungsposition von Bitbop bei den Rechteinhabern eigentlich gar nicht so schlecht sein.

Gewissermaßen in Konkurrenz steht Bitbop zum Berliner Dienst dailyme, der ausgewählte TV-Inhalte auf Mobiltelefone bringt.

Link: Bitbop

Kommentare

  • Thomas

    13.05.11 (19:55:13)

    Danke für die Nachricht. Da ich keinen Fernseher habe und haben will und dennoch die ein oder andere Sendung sehen würde (Sport :)), freue ich mich über Entwicklungen auf dem Gebiet. Dennoch: der Markteintritt ist in Deutschland vielleicht schon allein aufgrund der GEZ-Gebühren schwierig. Wer möchte schon zweimal fürs Fernsehen zahlen?

  • Duseldorf

    14.05.11 (20:29:02)

    Ähem. Fox News ist so ziemlich der verlogenste und unseriöseste Sender der USA. In Canada ist der Sender verboten weil es dort verboten ist im Tv zu lügen. Bei jedem, der nur ein wenig für Privatssphäre sensibilisiert ist, sollten die Alarmglocken schrillen wenn empfohlen wird, diesen Typen (Rupert Murdoch über News Corp über Fox News) sein Video-Konsumverhalten anzuvertrauen.

  • Duseldorf

    14.05.11 (20:34:52)

    oops. abgeschnitten. Jamba ist auch nicht vertraueswürdiger wenn man sich deren irreführende Werbetricks und die Schwierigkeiten ansieht, aus deren Abofallen wieder rauszukommen

  • Sven

    15.05.11 (12:46:20)

    Klingt ganz interessant aber Silverlight?! Uhhh... das schmerzt.

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