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20.03.08

Billige Blogger gesucht

"This is a real opportunity to make good money": Für Blogger gibt es im englischsprachigen Raum jede Menge Angebote, mit dem Schreiben ins Internet Geld zu verdienen. Einige davon sogar seriös. Eine neue Seite sammelt jetzt Bloggerjobs auf Deutsch.

Auf der Seite bloggerjobs.biz ist ordentlich was los: Diverse Netzwerke suchen nach billigen Contentlieferanten, mit Investorengeld gefütterte Startups suchen echte Online-Journalisten, journalistische Angebote brauchen Verstärkung und Hobbyblogger verkaufen ihre Seele und dienen sich der PR-Bande an.

Fünf Dollar pro Beitrag sind längst nicht mehr das höchste der Gefühle: Pauschalverträge sind drin, Bezahlung nach Erfolg und Durchschlagskraft des Postings oder sogar eine Festanstellung als "full time writer". Mindestens 25 Millionen Dollar wurden letztes Jahr in Blog-Unternehmen investiert, rechnet TechCrunch vor.

Bloggerjobs sammelt nun Angebote für Deuschland, Österreich und die Schweiz. Bisher können Unternehmen kostenlos Aufträge und Jobs einstellen - eine direkte Konkurrenz zur Blogger-Kategorie bei Geekjobs. Sollte es allerdings gut laufen und das Angebot von Unternehmen viel genutzt werden, will Bloggerjobs-Macher Andreas Gerads für Inserate Geld verlangen. Denn noch ist die Seite nur ein privater Spaß.

Die Qualität der Angebote schwankt deutlich, bisher eher mit Ausschlägen nach unten. Beispiel aus den aktuellen elf Angeboten: Eine Firma bietet die Möglichkeit

... einen individuellen Marktplatz mit mehr als 1.000 Händlern einzurichten sowie kontextsensitive Produktwerbemittel ins Blog zu integrieren. So können Kaufempfehlungen monetarisiert werden. Wird aus dem eigenen Markplatz ein potenzieller Käufer vermittelt, werden 0,10 EUR vergütet. ...

Das hört sich schon eher nach tristem Zwischenhändler-Dasein als nach lukrativem Bloggerjob an. Eine schwierige Grauzone, findet auch Andreas Gerads. Dabei hat er es in der Hand, prüft die Einträge, bevor er sie auf seiner Seite freischaltet.

Dass man mit einer kleinen, feinen Stellenbörse gutes Geld verdienen kann, zeigen die Macher von 37signals. Deren Jobseite für Webseiten-Programmierer und Designer läuft spitze - weil die Angebote ausgesprochen ausgesucht sind. Es gibt einfach wenig gute Webentwickler und eine Menge zu tun.

Außerdem zahlen die Firmen dort deutlich mehr Geld allein für eine Anzeige, als man als Blogger mit den meisten derzeit angebotenen Jobs auf Bloggerjobs im Monat verdienen könnte. Deutlich mehr.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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