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15.10.08Leser-Kommentare

Big-Brother-Awards Schweiz: Publikum nominiert Facts 2.0

Datenkraken stoppen, Bürgerrechte stärken, Demokratie schützen: Große Ziele beim Big-Brother-Award Schweiz. Unter den 52 Kandidaten sind das Schweizer Fernsehen und die Redaktion von Facts 2.0.

Die Musikindustrie schnüffelt IP-Nummern, der Lebensmittelkonzern Nestlé spioniert Globalisierungskritiker von Attac aus – und die Redaktion der Internet-Community Facts 2.0 liest angeblich Mails der Mitglieder. Nur drei Kandidaten für den Big-Brother-Award der Schweiz in diesem Jahr, die der Organisation "gemeldet" wurden – und nun öffentlich im Netz angeschwärzt werden.

Der Preis will jährlich die "grössten Schnüffelratten der Schweiz aus Privatwirtschaft und Politik" an den öffentlichen Pranger stellen. Moniert wird fehlender Datenschutz, Eingriffe in die Privatsphäre und Überwachung. Aus den Einsendungen des Publikums wurden 52 Kandidaten aufgestellt und publik gemacht. Unter den Kandidaten des Schweizer Big-Brother-Awards sind auch mehrere Web-Pranger – für Ärzte, Ausländer, Nachbarn. Deshalb wollten wir wissen, wie die Vorschläge aus dem Publikum geprüft wurden, bevor sie an den Web-Pranger gestellt wurden und haben dem Organisationskomitee (OK) ein paar Fragen geschickt – und zwei deutliche Antworten bekommen.

medienlese.com: Wir würden gerne wissen, wie die Liste der Nominierungen erstellt wurde – wurden die Einsendungen des Publikums überprüft? Wenn ja, in welcher Form? Was sind die Kriterien, nach denen ein Vorschlag in die Liste aufgenommen wurde?

Antwort: Ja, alle Einsendungen wurden vom OK hinsichtlich ihrer Plausibilitaet und der Quellenlage überprüft.

medienlese.com: Auf der Seite steht "Alle vom Publikum eingereichten Vorschläge werden von einer Expertinnengruppe auf ihre Stichhaltigkeit hin geprüft und anschliessend einer Jury vorgelegt, welche die definitive Auswahl trifft." – sind die 52 vorgeschlagenen Kandidaten auf der Seite ebenfalls überprüft worden?

Antwort: Ja.

So einfach ist es. Trotzdem wird auf der Big-Brother-Award-Seite darauf hingewiesen, dass sich die Unternehmen und Organisationen nicht unbedingt strafbar gemacht haben. Am 18. Oktober werden die von der Jury ausgewählten Preisträger in Bern bekanntgegeben. Sechs Tage später, am 24. Oktober, werden die Big-Brother-Awards in Deutschland vergeben. Auf den Seiten des "Oscars für Datenkraken" sucht man eine lange Liste der vorgeschlagenen Kandidaten allerdings vergeblich – nur die Preisträger werden veröffentlicht, nach einer ausgiebigen Recherche und Überprüfung der Vorwürfe.

Ebenfalls nominiert ist das Schweizer Fernsehen für die Sendung "Kassensturz" wegen versteckter Videoaufnahmen. Investigativ recherchierende Journalisten mit verdeckter Kamera? Geht natürlich gar nicht. (Worum es geht? Chefredaktor Ueli Haldimann hat eine Stellungnahme dazu veröffentlicht.)

Update 16.10.: Auf unsere Nachfrage hin hat die Tamedia, zu der die kritisierte Nachrichtencommunity Facts 2.0 gehört, bestätigt, dass "32 von insgesamt über 17'000 plattforminternen Nachrichten überprüft" wurden. Das sei im Rahmen der AGB geschehen. Christoph Zimmer, Leiter der Unternehmenskommunikation, schrieb uns per Mail:

"Facts 2.0 behält sich in seinen allgemeinen Geschäftsbedingungen das Recht vor, die von den Nutzerinnen und Nutzern eingegebenen Inhalte insbesondere bei Anhaltspunkten für eine gesetzeswidrige oder gegen die Geschäftsbedingungen verstossende Nutzung zu überprüfen. In der Praxis werden insbesondere plattforminterne Nachrichten, die Links zu externen Inhalten enthalten, überprüft, da damit beispielsweise pornographisches Material verbreitet oder versucht werden kann, private Informationen über andere Nutzerinnen und Nutzer zu erhalten. Seit dem Start von Facts 2.0 wurden so 32 von insgesamt über 17'000 plattforminternen Nachrichten überprüft. Die Nutzerinnen und Nutzer von Facts 2.0 stimmen den allgemeinen Geschäftsbedingugen bei der Einrichtung eines Profils explizit zu."

 

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommentare

  • mds

    15.10.08 (15:24:24)

    die Redaktion der Internet-Community Facts 2.0 liest angeblich Mails der Mitglieder Im Text fehlt leider jeder Hinweis auf die Stellungnahme von FACTS 2.0 und/oder Tamedia. Wie sieht diese aus?

  • Matthias

    15.10.08 (19:55:19)

    "Facts 2.0: Redaktion liest Mails der Mitglieder" Das ist doch kompletter Nonsens. Die Mails der Mitglieder laufen über deren eigene Mail-Provider, also Yahoo oder Hotmail oder Bluemail oder was auch immer die Mitglieder für ihre Mails benutzen. Wie sollte die Facts-Redaktion darauf zugreifen können? Nein, das glaube ich nicht. Also waren vermutlich nicht die Mails gemein, sondern die "Privaten Notizen". Ein gewaltiger Unterschied! Entweder macht die "Big Brother"-Jury diesen Unterschied nicht, oder es ist ihr nicht bekannt, dass es diesen Unterschied gibt - und da müsste man sich dann fragen, inwiefern die Behauptung zutreffen kann, dass jede Nominierung auf Plausibilitaet und Quellenlage überprüft wird. Die PN, falls diese gemeint sind, werden allerdings tatsächlich auf den Tamedia-Servern verwaltet und sind für jeden, der Zugriff auf die entsprechende DB hat, problemlos lesbar. Wie man allerdings technisch (und nicht nur anhand von inhaltlichen Indizien) nachweisen will, dass diese PN tatsächlich von der Redaktion gelesen wurden, würde mich sehr interessieren. Ich würde meinen: Das ist unmöglich.

  • Matthias

    15.10.08 (20:02:09)

    s/gemein/gemeint, falls das jemand korrigieren könnte, merci :-).

  • MacZürich

    16.10.08 (05:36:09)

    @Matthias: Richtig, es ist ein Unterschied ob E-Mail-Konten geknackt werden, oder ob auf private Korrespondenz, die über einen eigenen Server läuft, zugegriffen wird. Aber der Unterschied liegt nur darin, dass es im ersten Fall jeder als kriminelle Handlung ansieht, im zweiten vermeindlich nicht. Private Notizen sind insbesondere eines: PRIVAT. Damit haben Sie den Charakter eines E-Mails. Somit ist die Deklarierung nicht falsch, sondern, im besten Fall, nicht genau genug. Das ändert aber nichts am Verhalten. Bei einem Provider, wie den von Dir genannten kann der Admin selbstverständlich jede Mail mitlesen. Nur wird er das tunlichst unterlassen, es sei denn er hat eine richterliche Verfügung. Private Kommunikation jeder Art fällt unter das "Post- und Fernmeldegeheimnis" (oder wie immer das Gesetz im jeweiligen Land heisst). Somit ist ein derartige Eingriff in die Privatsphäre der Nutze auch nicht über die AGB auszuhebeln. Übrigens, auf Deinem Blog hat C. Lüscher ja die entsprechenden Eingriffe bestätigt. Zur Frage wie es nachgewiesen wurde, verweise ich auf den heutigen Beitrag von Bruder Bernhard in seinem Blog.

  • Bruder Bernhard

    16.10.08 (06:10:55)

    Wie MacZuerich schon sagt: Lies La Triperie. Dort hat es Auszüge aus Serverlogs, welche den Zugriff beweisen. Dumm gelaufen für Facts. Inwiefern der Fernzugriff für Admins, welcher dort ebenfalls dokumentiert wird, ein zusätzliches Sicherheitsleck und damit eine Gefährdung der Userdaten darstellt, wäre interessant zu wissen.

  • von Relax

    16.10.08 (06:37:52)

    @Matthias: Ihre folgende Feststellung: "Die PN, falls diese gemeint sind, werden allerdings tatsächlich auf den Tamedia-Servern verwaltet und sind für jeden, der Zugriff auf die entsprechende DB hat, problemlos lesbar." ist für Horror. Zuhause in der Bankenbranche und Banken Bashing als Dauerzustand gewöhnt, stelle ich mir eben mal den Aufschrei der CH Medien vor, wenn jeder Bankangestellte jedes Kundenmail auf den Bankservern einsehen könnte. Dagegen ist es anscheinend völlig OK - so verstehe ich Ihren Kommentar - dass bei Medien Private Notizen als Fundgrube für inspirierende Artikel genutzt werden (können). Den Unterschied den Sie zwischen Mails und Privaten Notizen machen, ist nur in technischer Hinsicht relevant. Betreffend Ethik und geltende Moralstandards hat es überhaupt keine Bedeutung. Im Übrigen bestärkt mich Ihre Information nur in meinem bereits gefällten Entschluss, dass ich nie mehr an einer Leser- und/oder Konsumentenbefragung der Tamedia teilnehmen werde.

  • Matthias

    16.10.08 (07:46:22)

    @Bruder Bernhard: Danke für den Serverlog! Dass Dein Verwandter so aufmerksam ist, Chapeau! @Mac und @Relax: Mails abzufangen, die über einen Provider laufen, auf den man keinen Zugriff hat, ist ungleich schwieriger als die eigene Datenbank auszulesen. Der Unterschied ist nun einmal gewaltig. Eine "big brother"-Jury sollte diesen Unterschied machen, wenn sie sich zu Internet-Themen äussern und dabei Ernst genommen werden will. Dass die Privatsphäre bei beiden Metoden verletzt wird, und deshalb beides verwerflich ist, war für mich so selbstverständlich, dass ich es gar nicht erst erwähnt habe. Also bitte keine wilden Gerüchte in die Welt setzen, ihr Klatschreporter :-).

  • Matthias

    16.10.08 (09:17:36)

    Hier die Stellungnahme von facts.ch: http://metablog.ch/?id=424

  • Florian Steglich

    16.10.08 (10:03:48)

    Die Tamedia hat uns auf Nachfrage inzwischen bestätigt, dass "32 von 17.000" privaten Nachrichten angesehen wurden - siehe das Update am Ende des Artikels.

  • Mara

    16.10.08 (11:25:37)

    Nur weil ein Unternehmen AGBs benutzt, heisst das noch lange nicht, dass diese Regelungen zum einen gesetzlich und zum anderen gültig sind. Auch das Schweizer Recht kennt die Überprüfbarkeit von AGB Regelungen. Dass heisst vereinfacht geschrieben, dass AGB-Klausel dann nicht gelten, wenn sie zum einen völlig überraschend sind (der Kunde muss mit so einer Regelung nicht rechnen), Unklar (welche Gründe? Alle Gründe? Alle Gründe die der Firma einfallen?) und von der gesetzlichen Ordnung erheblich abweichen (Schriftgeheimnis?). Für alle EU-Nutzer gilt nach Kollisionsrecht das noch sehr viel striktere Recht der europäischen Union in diesem Bereich, aber halt, nach diesen AGBs dürft ihr ja gar nicht auf die Seiten gucken und seid selbstverständlich nicht mit gemeint. Blöd nur, dass Österreicher und Deutsche mit den Schweizern die Schriftsprache teilen. Naja, und ausserhalb jeglicher Justizierbarkeit gibt es natürlich noch sowas wie Respekt gegenüber Kunden/Nutzern wenn man sie langfristig halten möchte. Hinsichtlich dem Vorwurf, hier würde irgendjemand an den Pranger gestellt, möchte ich doch gerne anfügen, dass es bei dem „Big-Brother-Award“ eben nicht um Personen geht, sondern um Unternehmen und ihrem Umgang mit ihren Kunden/Nutzern. Die einzigen Einzelpersonen die hier aufgeführt werden, verlangen gerade selber einen Pranger für andere Menschen um sie blosszustellen. Ich halte es für einen fundamentalen Unterschied ob einer Person hier im privaten Bereich ein öffentlicher Vorwurf gemacht wird, oder einem Unternehmen hinsichtlich seines Umgangs im öffentlichen Bereich/bzw. hinsichtlich seines Umgangs mit AN. Ein Unternehmen ist nicht per se gut oder böse, und eine Würde besitzen nur Menschen. Wenn der Anspruch gelten soll, keine Negativkritik anhand von Listen mehr öffentlich machen zu können, fallen die amüsantesten aller Preise unter den Tisch, und nicht nur Himbeeren.

  • Thinkabout

    16.10.08 (12:35:03)

    Das ganze ist einfach nur ein Trauerspiel. Und die Tatsache, dass sich die Internet-Welt so schwer damit tut, Persönlichkeitsverletzungen in ihrer Tragweite zu erfassen - oder sich nur mal die Mühe zu machen, etwas genauer nachzufragen - ist die Garantie, dass wir auch kriegen, was wir verdienen. Und das ist dann in der Konsequenz eine Medienlandschaft mit der Anführerin Tamedia, die sich in abenteuerlichen AGB's gegen alles mögliche absichert, sich dabei wie im Fall der ursprünglich "verbotenen" Verlinkungen von Newsnetz-(Tagi-)Artikeln lächerlich macht oder weis machen will, sie könnte damit, wie im Falle von FACTS, Schnüffeleien in privaten Nachrichten umgekehrt rechtfertigen. Christoph Lüscher hat auf dem Metablog erklärt: Wir behalten uns in den AGB vor, insbesondere (aber nicht ausschliesslich) beim Verdacht auf einen Verstoss gegen die AGB, interne Nachrichten auf FACTS zu prüfen. Dazu gehören z.B. Nachrichten, die extern verlinktes Material (beispielsweise Bilder) enthalten. Jetzt will man uns weis machen, dass 32 von 17000 PN "angesehen" wurden. Ich hatte Einblick in die Kultur der FACTS-User, und ich muss sagen, sie war sehr hoch. Dass das Überwachungs-Anstandsmaschinchen allerdings nur bei 32 PN angesprungen sein soll, muss mir niemand erzählen. Vielmehr dürfte gelten, dass ganz bestimmte User ganz konkret das Interesse der Redaktion weckten und entsprechend "verfolgt" wurden. Man verweist ja selbst schon auf weiter gefasste Gründe ("nicht ausschliesslich") . Und das lässt dann fragen: Was macht es unwahrscheinlich, dass die Gralshüter des gepflegten internetten Meinungsaustauschs (Web-Evangelisten) nicht plötzlich die Zeit gekommen sehen, die Kultur des inneren Kontaktes grossflächig zu kontrollieren? Wir reden hier von einem "Community-Management", das sehr aktiv massregelnd in die User-Tätigkeiten eingriff und durch die fehlende eigene Kommunikation zu keiner Zeit für klärende Transparenz zu sorgen bereit war.

  • Zappadong

    16.10.08 (12:42:59)

    Wenn es nicht mehr anders geht, gibt man es halt eben zu ... aber so schlimm war es ja nicht, nicht wahr? Nur 32 Mal. Echt. Ist ein Klacks auf 17'000 Nachrichten. Und wahrscheinlich haben es die Verfasser dieser 32 Nachrichten verdient, dass man sie ausspioniert; waren wohl nicht ganz sauber - irgendwas müssen sie ja getan haben. Für mich klingt das ein bisschen nach: "Hey, sorry, hab in deinem Tagebuch gelesen, aber nur die ersten 2 Seiten, und es ist ja nur, weil ich sicher sein will, dass du nicht unverhofft schwanger wirst oder mit diesem Ausländer ausgehst, sowieso, wenn du nicht willst, dass man in deinem Tagebuch liest, musst du ein besseres Schloss anbringen und es besser verstecken ..." Für einen Vertrauensverlust von Seiten der User reicht EINE gelesene persönliche Nachricht - ausser es ist einem als User total egal, wer Einsicht seine ganz persönliche Post nimmt. Mir ist es nicht egal. Ich könnte rein theoretisch zu jenen gehören, deren PNs gelesen wurde. Und das nervt mich gewaltig. PS: Woher weiss man das mit den 32 Mal? Führt da jemand Buch. Der Ober Big Brother vielleicht?

  • Thinkabout

    16.10.08 (20:21:05)

    Wenn Sie das 170-seitige Tagebuch Ihrer Freundin lesen, oder das Ihrer Tochter, und Sie werden dabei erwischt: Wie fühlen Sie sich dann, wenn Sie zu Ihrer Verteidigung anführen müssen, Sie hätten ja (bis jetzt) nur eine Drittelseite gelesen?

  • flashfrog

    17.10.08 (11:42:39)

    Nun, die Stammuser haben ja nicht nur 1 Notiz verschickt oder erhalten sondern im Laufe der Monate jeweils einige Hunderte. Das verhundertfacht auch die statistische Chance, dass auch die eigenen Notizen mitgelesen wurden. "Auf FACTS 2.0 können Sie bestehende Kontakte pflegen und neue knüpfen" lautet ja das ermutigende Statement auf der Anmeldeseite. Das wirklich Erschreckende an der Angelegenheit ist für mich aber wieder einmal das offensichtliche Fehlen jeden Anflugs von Selbstkritik und Unrechtsbewusstsein. Kein "Oha, da haben wir eventuell einen Fehler gemacht, wir werden diese Praxis überprüfen". Man hat wie immer alles richtig gemacht. Hier: http://facts.ch/articles/1469642-big-brother-awards-schweiz-publikum-nominiert-facts-2 kann man den Medienlese-Artikel übrigens auch bei Facts selber bewerten und diskutieren. (3 Punkte und 3 Kommentare reichen ja schon, damit ein Artikel als meistdiskutiert und bestbewertet auf der Facts-Startseite landet.) Den meisten Usern ist sicherlich nicht bewusst, dass ihre Privatkorrespondenz bei Facts potentiell von fremden Leuten mitgelesen wird, und zwar "insbesondere", also: nicht nur, wenn "Anhaltspunkte" für regelwidriges Verhalten vorliegen, sondern offenbar auch bei völlig unverdächtigen Messages.

  • Zappadong

    17.10.08 (14:29:24)

    Nun, der Link funktioniert nicht ... ein Schelm, wer Böses denkt :-)

  • bugsierer

    17.10.08 (14:34:39)

    typisch ist, dass facts 2.0 sowohl diesen post gelöscht hat wie auch den von mir (sollte zwischen krugman und kwz stehen). das kann ja wohl kein zufall sein. sondern?

  • Mara

    17.10.08 (14:45:50)

    @ bugsiere Wusste garnicht, dass es diese osteuropäische Tradition auch hier gibt..:-), man fühlt sich richtig heimatlich (nicht dass man es vermisst hätte)

  • Thinkabout

    17.10.08 (15:25:45)

    Aber der Text der Fehlermeldung ist zumindest originell, oder etwa nicht? Wir konnten die Seite, nach der Sie gesucht haben, leider nicht finden. Aber machen Sie sich keine Sorgen: es gibt noch viele andere gute Seiten auf FACTS 2.0. Nur für den Fall, das das unser Fehler gewesen sein sollte, haben wir die Details zu diesem Problem an unsere Star-Programmierer weitergeleitet. Immerhin konsequent: Anfang wie Ende sind Vortäuschung falscher Tatsachen, oder einfach gelogen...

  • flashfrog

    17.10.08 (16:56:12)

    "IGNORENCE IS STRENGTH" "In the vast majority of cases there was no trial, no report of the arrest. People simply dissappeared, always during the night. Your name was removed from the registers, every record of everything you had ever done was wiped out, your one-time existence was denied and then forgotten. You were abolished, annihilated: vaporized was the usual word." (George Orwell: Nineteen Eighty-Four)

  • Ugugu

    17.10.08 (17:36:31)

    hat hier jemand "pfifflibuebe" gesagt? diese erneuten text-säuberungsaktionen zeigen nur eins: facts 2.0 ist unter dem gegenwärtigen regime definitiv gescheitert. oder höchstens ein kackgünstiges übernahmeprojekt - für blogwerk?

  • flashfrog

    18.10.08 (11:34:43)

    >> übernahmeprojekt - für blogwerk Hehe, schöne Utopie! :-) Die Löschung dieser beiden Artikel ist aber auch keine Bagatelle. Stell dir vor, du kaufst eine Zeitung und stellst fest, dass da bestimmte Artikel herausgeschnitten wurden, weil sie dem Kioskverkäufer nicht gefallen haben! Wenn bei Facts missliebige Artikel über Facts gelöscht werden, wie kannst du dann sicher sein, dass nicht auch z.B. Artikel, die sich kritisch mit dem Tagesanzeiger oder anderen Tamedia-Produkten auseinandersetzen, ebenfalls zensuriert werden? Himmel nochmal, die Facts-Verantwortlichen untergraben damit doch die Glaubwürdigkeit der gesamten Aggregations-Plattform! Statt die Chance für einen konstruktiven Dialog mit ihren Usern zu suchen. (Ich empfehle nochmals die Lektüre des Romans von George Orwell, darin ist es ja der Job der Hauptfigur, aus Zeitungen nachträglich Informationen herauszulöschen, die dem totalitären Regime nicht mehr in den Kram passen. Die Nominierung scheint also in mehr als einer Hinsicht wohlverdient.)

  • mds

    18.10.08 (12:29:21)

    Passend dazu: Auf welche Website gelangt man, wenn man http://www.bigbrother.ch ansteuert? Und wer ist für diese Website verantwortlich? ;->

  • Bruder Bernhard

    18.10.08 (13:14:20)

    @mds: Welch ein Knüller! Da war also eine langfristige Strategie dahinter - die haben uns aber ganz schön hinters Licht geführt die ganze Zeit. Und ich Idiot fall noch drauf rein und schreibe mehrere Tastaturen kaputt, unfreiwillige Werbung für das Projekt "Wir-sind-Big-Brother"

  • Frau Müller

    18.10.08 (13:27:29)

    Immer wenn man glaubt, es kann nicht noch schlimmer kommen, das unterste Untergeschoss der Lüscherschen Tiefgarage sei erreicht, kommen Big Bro und Big Siz daher und treten den Gegenbeweis an. Schlimmer geht immer!

  • Ugugu

    18.10.08 (13:51:16)

    Un-fuck-ing Be-lieva-ble!

  • bugsierer

    18.10.08 (15:33:21)

    oh, das wird ja von tag zu tag infantiler bei diesem facts. 2.0. wer so eine negativ besetzte adresse auf ein führendes singleportal umleitet, hat sie nicht mehr alle. das ist ja, als würde die metzgerinnung die adresse vegetarier.ch geschnapppt haben und sie auf ihren entrecoteshop umleiten. irgendwie semantisch completely neben den schuhen. und damit typisch facts 2.0. dass das ausgerechnet am bb-tag entdeckt wird ist allerdings der brüller des tages. die branche wird sich schief lachen.

  • Bruder Bernhard

    18.10.08 (15:44:58)

    Tja, da war doch mal so eine Sendung am Fernsehen? Slatko in D, und in CH... wie hiessen die schon wieder? Die dann in Hineintelefoniersendungen auftauchten, ah ja, Conny etc. Sex auf dem WC! Das war aber eine Sache bei uns im Dorf. Da hat irgend ein Manager nicht mehr dran gedacht, dass sie diese Döskoppadresse auf ihr Portal umgeleitet hatten... Aber wenn man mit 'Community Management' der jetzt dokumentierten Art derart ausgelastet ist, bleibt natürlich auch Vieles liegen. Wenn Facts es wünscht, frag ich mal meinen Coucousin, wie man die Umleitung herausnimmt bzw. man kann dann auch grad an die jetzt passendere Adresse - ihr wisst schon welche - umleiten. Mail genügt.

  • mds

    18.10.08 (20:29:52)

    Ah ja, die Big Brother Awards 29008 wurden vergeben: Die Staatsanwaltschaft Basel erhielt die "Auszeichnung" in der Kategorie Staat. Eine ihr unterstellte Abteilung der Kantonspolizei hatte gemäss Angaben der Organisatoren Fichen über sechs türkischsstämmige Basler Grossräte angelegt. Diese Fichierung wurde im Juni bekannt. Die Securitas erhielt den Award in der Kategorie Business. Sie hatte die globalisierungskritische Organisation Attac Waadt bespitzelt. Die Bespitzelung erfolgte vor und während des G8-Gipfels von Evian im Jahr 2003 und wurde erst dieses Jahr publik. In der Kategorie Arbeitsplatz erhielt die Krankenkasse CSS den Award für ihr "Absenzenmanagement". Gewerkschafter bezeichneten dieses Angebot der CSS an andere Unternehmen als Schnüffelei. Die CSS spricht von frühzeitiger Betreuung und bedürfnisgerechter Unterstützung arbeitsunfähiger Mitarbeitender. Die Organisatoren - der Verein "grundrechte.ch" und die Swiss Internet User Group - verliehen auch einen Preis "für besonders hartnäckige Verletzungen der Grundrechte". Dieser "Lebenswerk-Award" ging an einen Angestellten der Berner Kantonspolizei. Er soll für die Festnahme von zwei Journalisten bei der Anti-WEF-Kundgebung von Januar 2008 in Bern verantwortlich sein. Schade, ein bisschen gar viel Schlagseite in Richtung linkes politisches Lager … und trotzdem scheint es den Initianten nicht gelungen zu sein, Medienresonanz zu erzielen. Was lief und läuft schief bei den Schweizer Big Brother Awards?

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