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02.07.08

Berliner Zeitung: "Verleger gesucht"

Den eigenen Geschäftsführer und Chefredakteur haben sie schon verklagt: Die Redaktion der Berliner Zeitung sucht heute in der taz nach einem "seriösen Verleger".

Die Medienseite der taz erscheint heute, ganz "online first", im Internet. Denn stattdessen prangt über dem Fernsehprogramm eine große Anzeige. Die Redaktion der Berliner Zeitung sucht einen Verleger, der "erst eine Zeitung macht und dann damit Geld verdienen will". Statt Sparkurs und Renditedruck von Mecom-Chef Montgomery und seinem Berlin-Statthalter, Chefredakteur und Geschäftsführer Josef Depenbrock, wünscht sich die Redaktion "einen seriösen Verleger" und einen "kompetenten, unabhängige Chefredakteur". Die Bitte an die finanzstarken taz-Konsumenten: "Kaufen Sie uns!"

 

Die Anzeige erscheint pünktlich zum Verhandlungsbeginn vor dem Berliner Arbeitsgericht, das sich heute mit der Klage der Redaktion gegen die nach ihrer Ansicht im Redaktionsstatut ausgeschlossene Doppelrolle von Josef Depenbrock als Chefredakteur und Geschäftsführer befasst. Unterdessen ist Redaktionssprecher Ewald B. Schulte zum direkten Konkurrenten der Berliner Zeitung gewechselt. Er arbeitet nun beim Tagesspiegel und soll sich um investigative Recherche kümmern, berichtet Kress.

Schon vor rund einem Jahr hatte die Redaktion ihren Protest gegen Verlag und Geschäftsführer in die Öffentlichkeit getragen: Damals war die Berliner Zeitung ohne redaktionellen Teil und nur mit zwölf Seiten erschienen.

Update: Die Redaktion hat den Prozess verloren.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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