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29.08.14

Berliner Security-Startup im Rausch: ZenMate debütiert mobile Apps, erreicht 5 Millionen Nutzer, steht vor Kapitalspritze

ZenMate bietet Usern eine unkomplizierte Lösung, um sich mit erhöhter Sicherheit und Anonymität im Netz zu bewegen. Ab jetzt steht der bisher nur für Chrome und Opera angebotene Service als App für iOS und Android bereit. Auch sonst läuft es gut für die Berliner.

ZenMateIm April berichteten wir über die ehrgezeigen Pläne des Berliner Security-Startups ZenGuard, mit dem Anonymisierungs- und Verschlüsselungsdienst ZenMate das “Norton AntiVirus für Online-Schutz zu werden”. Die Voraussetzungen für das Erreichen eines derartigen Status sind für das Startup aus der deutschen Hauptstadt gar nicht schlecht - immerhin haben sich die subjektiven Sicherheitsbedürfnisse vieler Nutzer spätestens seit dem Bekanntwerden der flächendeckenden Internetüberwachung stark erhöht.

Bislang aber wurde ZenMate, das verschlüsseltes und anonymisierte Surfen ohne den Einrichtungsaufwand von VPN-Servern ermöglicht, nur als Erweiterung für Chrome und neu für Opera angeboten. Mobile User konnten ZenMate also nicht einsetzen. Um die ambitionierten Ziele ernsthaft in Angriff nehmen zu können, musste sich das freilich ändern. Denn der mobile Internetzugriff ist gerade dabei, sich zur primären Form der Webnutzung zu mausern.

Mit der heute erfolgten offiziellen Veröffentlichung einer Android-Applikation sowie einer ebenfalls ab sofort verfügbaren iPhone-App im Beta-Modus macht das Startup um die Gründer Simon Specka und Markus Hänel einen großen Schritt nach vorne. Erstmals erreicht ZenMate damit eine partielle plattformunabhängig. Zudem legen die Berliner den Monetarisierungshebel um. Die Verwendung des Services im Browser ist nämlich vollkommen kostenfrei. Die mobilen Apps dagegen basieren auf einem Freemium-Konzept: Wer mehr als 500 Megabyte Traffic im Monat generiert und eine Reihe von fortgeschrittenen Security-Features beansprucht, zahlt eine monatliche Pauschale von 2,99 Dollar (oder rund 2,50 Dollar bei jährlicher Zahlung). Die ersten sieben Tage nach der Registrierung beziehungsweise dem Login stehen alle Funktionen zum Ausprobieren bereit.

Der Funktionsumfang der Android- und iOS-App ist mit einer Ausnahme identisch: Die Android-Version ist in der Lage, einen Schutz zu gewährleisten, selbst wenn Smartphone- oder Tablet-Anwender sich mit einem anderen Netzwerk verbinden. Hierbei unterscheidet sich ZenMate von herkömmlichen VPN-Services, bei denen die sichere Verbindung mit dem Wechsel des Netzwerks (zum Beispiel von einem WLAN zu einem anderen) getrennt wird.

Aus technischer Sicht agiert ZenMate auf mobilen Geräten aber wie ein klassischer VPN. Während des Installationsprozesses erstellt die App ein VPN-Profil in den Geräte-Einstellungen. Die Aktivierung von ZenMate erfolgt dann auch über den VPN-Bereich des Smartphones, was pädagogisch innerhalb der Anwendung erklärt wird. Die ZenMate-App agiert also primär als Informationszentrale, über die sich einige Zusatzfunktionen aktivieren lassen, die den Traffic anzeigt und das Hinzubuchen des Premium-Pakets erlaubt.

Im Zuge der erwartungsgemäßen Berichterstattung über ZenMate Mobile sowie die signifikante Erweiterung des theoretisch erreichbaren Nutzerkreises durch die Unterstützung der zwei führenden mobilen Plattformen wird ZenMate wahrscheinlich heute oder morgen die Marke von fünf Millionen registrierten Usern durchbrechen. Aktuell steht der auf der Website des Dienstes einsehbare Zähler bei knapp 4.950.000 Nutzern.

ZenMate-Macherin ZenGuard beschäftigt aktuell 25 Personen im Berliner Büro. Das bisherige Kapital stammt aus einer vor einem Jahr abgeschlossenen Seed-Runde in Höhe von einer Million Euro. Nach unseren Informationen ist das Startup gerade dabei, sich eine Series-A-Finanzierung mit schwergewichtigen Investoren zu sichern. Die Meldung dazu dürfte in naher Zukunft veröffentlicht werden.

Seit etwas mehr als einem Jahr existiert ZenGuard beziehungsweise ZenMate. Bisher kann sich das junge Unternehmen nicht darüber beklagen, wie die Dinge laufen. /mw

Link: ZenMate

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