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22.04.10Leser-Kommentare

bendecho: Relaunch im Schatten von Facebook

bendecho, ein Münchner Aggregator von beliebten Videos, positioniert sich als zentrales, auf Nutzerbewertungen basierendes Portal für "Social Entertainment". Das Timing hätte besser sein können.

bendechoUm YiGG, Deutschlands bekanntestes Social News-Portal, steht es ja nicht unbedingt gut. Die Seitenaufrufe kennen derzeit nur eine Richtung - nämlich nach unten - und allgemein stellt sich angesichts der zunehmenden Verknüpfung sozialer Netzwerke mit externen Websites die Frage, ob es überhaupt noch sinnvoll ist, Hitlisten beliebter Webinhalte auf einem eigenen Portal abzuschotten.

Das hat bendecho, ein aus München stammender Aggregator von populären Videos, jedoch nicht daran gehindert, unter dem Slogan "Social Entertainment" einen Relaunch durchzuführen und sich ab sofort stärker als Plattform für von Nutzern bewertete Inhalte zu positionieren. Neben Videos lassen sich nun auch Bilder, Spiele oder Links bei bendecho einstellen und bewerten.

bendecho soll fortan als zentraler Einstiegspunkt für Lustiges, Skurriles, Kurioses und Unterhaltsames aus aller Welt fungieren - allzu weit entfernt von YiGG, das seinen Schwerpunkt auf klickstarken, nicht immer allzu seriösen Nachrichten hat, ist das nicht.

Dem Ranking zugrunde liegt ein Algorithmus, der neben Bewertungen durch die User auch Faktoren wie Anzahl der Facebook- und Twitter-Verlinkungen berücksichtigt. Bendecho folgt dabei dem Trend der Zeit und schafft wie YouTube das bisherige Sterne-Bewertungssystem zugunsten eines einfachen "Daumen hoch"-Buttons ab.

Doch für alle, die sich gerade mit Facebooks neuem Like-Button beschäftigt haben, mutet es schon seltsam an, bei bendecho auf einen beliebigen "Daumen hoch"-Button zu klicken und anschließend zu einer Registrierungsmaske geschickt zu werden. Hier ist zwar der Login via Facebook Connect möglich, aber für viele Nutzer zählt letztlich die Bequemlichtkeit, und im direkten Vergleich mit Facebook zieht bendecho zwangsläufig und wie jede andere Site, die auf einen eigenen "Gefällt mir"-Button setzt, den Kürzeren.

Like-Button, wie man ihn von Facebook kennt

Dass Nutzer dies so empfinden können, ist nicht einmal bendechos Fehler. Es zeigt, wie sehr gewisse Facebook-Funktionen bereits heute zum Standard im Netz und zur Routine im Kopf geworden sind. Für Webdienste, die nicht über eine eigene Nutzerschaft im mehrstelligen Millionenbereich verfügen und die nicht komplett auf Facebooks neue Social Plugins setzen wollen, wird es zukünftig nicht gerade leichter.

Auf die Frage, warum bendecho noch stärker in das in letzter Zeit an Attraktivität verlorene Feld von auf Nutzerbewertungen basierender Social News/Unterhaltung vorstößt und seinen klaren Fokus auf Videos aufgibt, nannte mir Dominik Hettich von bendecho zwei Punkte:

Zum einen sorgten Einschränkungen durch die Rechteinhaber immer häufiger dafür, dass Videos von den mehr als 30 unterstützen Videoportalen nicht mehr auf Drittseiten angezeigt werden konnten, und zum anderen stellen mittlerweile viele große Nachrichtenportale und andere Sites Clips ins Netz, die man jedoch nicht extern einbetten kann. bendecho wurde dem eigenen Motto, die lustigsten und unterhaltsamsten Videos im Web zu sammeln, damit nicht mehr gerecht.

Kommentare

  • Manuel

    22.04.10 (17:15:28)

    Hab mal kurz nachgezählt: in sechs der zehn auf der Startseite vorhandenen Artikel kommt Facebook vor. ;-)

  • Martin Weigert

    22.04.10 (17:19:48)

    Ich weiß. Bezeichnend dafür, was Facebook gerade mit dem Web anstellt. Einen Artikel zu schreiben, ohne Facebook zu erwähnen, ist derzeit schwierig.

  • Manuel

    22.04.10 (17:50:06)

    Das empfinde ich nicht ganz so. Klar, wenn die Entwicklerkonferenz läuft gibt es einige Artikel über Facebook, vorallem wenn spannende Neuigkeiten angekündigt werden. Aber Du vergleichst fast jeden Dienst mit Facebook bzw. kritisierst ihn wenn er keine Schnittstelle zu FB hat. Und sei es nur ein fehlendes FB Connect. Ich glaube Dir dass Dich solche Sachen wirklich stören, und Blogs müssen ja nicht objektiv sein. Ist mir einfach aufgefallen, wohl auch weil ich Facebook nicht nutze. Kein Problem! ;-)

  • Martin Weigert

    22.04.10 (19:14:39)

    Immerhin hab ich es geschafft, in vier Artikeln Facebook nicht zu erwähnen ;) Allerdings kann ich dich schon mal auf einen Beitrag morgen vorbereiten, in dem es vorkommt. Allerdings nur am Rande ;)

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