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30.09.16Kommentieren

Bauwirtschaft

Aktuelle Trends und Entwicklungen

Quelle: Fotolia.com © industrieblick

Die Baubranche steht seit einigen Jahren vor echten Herausforderungen: Der demografische Wandel und der Zuzug von Flüchtlingen fordert – vor allem in Großstädten – neuen Wohnraum. Zeitgleich stellt der Fachkräftemangel in vielen Betrieben ein Problem dar. Zu wenige qualifizierte Auszubildende können gewonnen werden. Dabei sind die Gestaltung von Smart-Buildings und das Bauen barrierefreier Wohnräume spannende Herausforderungen, die neben den klassischen Stärken dieses Sektors auch ein zunehmendes IT-Know-how erfordern – ein zukunftsträchtiges Feld. Einblicke in Themen, die die Branche zurzeit bewegt.

Die Bauwirtschaft boomt

Die wichtigste Nachricht gleich vorweg: Der Bauwirtschaft geht es in diesem Jahr blendend. Der Grund liegt auf der Hand: Aufgrund des derzeit niedrigen Zinsniveaus werden Immobilien eine immer reizvollere Anlageoption. Gerade in Metropolen und im unmittelbaren Umland werden Hunderttausende neuer Wohnungen benötigt. Deutschlandfunk erklärt, dass neben Flüchtlingen und Berufstätigen auch immer mehr ältere Menschen ländliche Region verlassen und aufgrund der besseren Möglichkeiten in die Städte ziehen. Auch die staatlichen Steuervergünstigungen für Bauherren wirken sich positiv auf die Bauwirtschaft aus. So werden jährlich zwischen 400.000 und 450.000 neue Wohnungen in Deutschland benötigt, was für sichere Arbeitsplätze in der Branche sorgt. Zuletzt arbeiteten 763.000 Menschen im Sektor Hoch- und Tiefbau.

Energieeffizienz ist wichtigstes Thema – Fachkräftemangel bleibt die größte Herausforderung

Immer wichtiger wird dabei auch das energieeffiziente und nachhaltige Bauen: Die Deutsche Handwerkszeitung führt diese Thema in einer Übersicht der wichtigsten Trends an erster Stelle. Neben schärferen gesetzlichen Bestimmungen legen auch Bauherren immer mehr Wert auf Nachhaltigkeit. Darüber hinaus ist der Fachkräftemangel ein Thema, das die Branche in besonderem Maße betrifft: Tausende Lehrstellen bleiben nach wie vor unbesetzt. Einen Ausweg könnte die vermehrte Einstellung von Flüchtlingen bieten. Zu diesem Schluss kommt auch das Magazin Meistertipp in diesem Artikel und nennt Initiativen zu einer besseren Integration geflüchteter Menschen. Demnach setzt sich beispielsweise das Projekt "Arrivo Bauwirtschaft" dafür ein, nach Deutschland geflohene Menschen mit sozialpädagogischer Begleitung "in eine reguläre Ausbildung am Bau zu überführen". Neben der fachlichen Schulung werden parallel Deutschkurse angeboten. Idealerweise führt dies nach sechs Monaten zu einem Ausbildungsvertrag.

Digitalisierung wird zunehmend wichtiger

Die Digitalisierung macht auch vor der Baubranche nicht Halt und bringt sowohl Vorzüge wie auch Herausforderung mit sich: Zum einen lassen sich viele Prozesse dank moderner Technologien vereinfachen und beschleunigen, gleichzeitig wird IT-Know-how auch beim Bau wichtiger. Das Internet wird dabei zu einem zentralen Kommunikationsmedium: Die Bestellung von Lagerausstattung, Werkzeug oder selbst Arbeitsschutz läuft beispielsweise längst online ab. Jungheinrich Profishop kann da als Vorreiter gelten. Bereits im Jahr 2006 wurde mit dem Onlineshop der Sprung ins E-Business gemeistert. Doch auch für die Bau- und Handwerksbetriebe wird ein eigener Onlineauftritt immer wichtiger. Gerade kleinen Betrieben bietet das Internet eine Möglichkeit, über Suchmaschinen gefunden zu werden und neben den großen Konzernen nicht unterzugehen.

Das auf Bau, Ressourcen und Bahntechnik spezialisierte Bauunternehmen Rhomberg will die Digitalisierung zudem mehr in den Arbeitsalltag am Bau integrieren: Von cloudbasierten Baukastensystemen für digitale Modelle bis zu als Passivhäuser konzipierten Smart-Buildings hat das Unternehmen bereits einiges realisiert – das geht aus einem Artikel der Computerwoche mit dem treffenden Titel "Bauen 4.0" hervor. Gerade letzteres geht Hand in Hand mit dem zuvor vorgestellten wichtigsten Trend der Branche: Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. In Smart-Buildings lässt sich mit IoT-Technologien ("Internet of Things") beispielsweise bis zu 75 Prozent der Beleuchtungsenergie einsparen. Geschäftsführer Hubert Rhomberg ist sich sicher: "Es wird eine Verschiebung der Wertschöpfung vollständig auf IoT geben", zitiert ihn die Computerwoche. Die damit verbundene Herausforderung für die Bauwirtschaft bleibt das IT-Know-how. Sollte sich die Prophezeiung von Rhomberg bewahrheiten, dürfte dieses jedenfalls immer mehr gefragt und gefordert sein. Dementsprechend wichtig ist es für die Betriebe, entsprechendes Wissen zu erlangen und die Mitarbeiter auf diese Herausforderungen vorzubereiten.

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