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17.02.12Leser-Kommentare

Bar-Zahlen-Startups: Zu kurz gedacht - oder?

Startups wie PayNearMe oder Bar zahlen wollen Onlineshoppern eine Möglichkeit einräumen, ihre im Netz bestellten Produkte in nahegelegenen Geschäften zu bezahlen. Das langfristige Potenzial dieser Idee muss bezweifelt werden.

 

Als Berichterstatter über die Geschehnisse in der Internet- und Startupwelt befinde ich mich in der komfortablen Lage, andere Ansprüche an junge Onlinefirmen stellen zu können, als dies für die Gründer und Investoren der Fall sein mag. Dazu gehören unter anderem der Innovationsgrad, die Einzigartigkeit der Idee oder Umsetzung sowie das Vorhandensein einer langfristigen Zukunftsperspektive.

Genau letztgenanntes Kriterium erscheint mir bei einem neuen Konzept nicht erfüllt zu sein, das momentan für einige Beachtung sorgt: Das US-Startup PayNearMe bietet Onlineshoppern eine Möglichkeit, die erworbenen Produkte in einem stationären Geschäft in ihrer Umgebung zu bezahlen. Das Unternehmen richtet sich an alle die, denen der Bezahlvorgang im Netz zu unsicher erscheint, oder denen aus Ermangelung eines Bankkontos oder einer Kredit- bzw. Geldkarte dieser nicht möglich ist.

Ganz klassisch existieren mittlerweile bereits mindestens zwei deutsche Nachahmer dieses Ansatzes, BarPay von der EZV Gesellschaft für Zahlungssysteme und Bar zahlen, ein gerade in der Entstehung befindliches Startup aus Berlin. Beide Lösungen wollen durch eine Integration in Onlineshops sowie ein dichtes Netzwerk aus Partner-Tankstellen-, -Geschäften und -Kiosken die Vorteile des E-Commerce in Haushalte bringen, bei denen bisher die Zahlungsweise eine entscheidende Hürde darstellte.

Dass es zum aktuellen Zeitpunkt eine Nachfrage nach einem derartigen System gibt, erscheint plausibel. Gerade in Deutschland sind Barzahlungen noch immer stark verbreitet, gleichzeitig herrscht eine latente Skepsis vor elektronischen Zahlungsverfahren. Die Tatsache, dass selbst große Einzelhandelsketten häufig nicht einmal Visa und Mastercard akzeptieren, sorgt bei ausländischen Besuchern immer wieder für Verwunderung. Andere Länder sind da deutlich weiter: In der Türkei kann man selbst eine Flasche Wasser mit der Kreditkarte zahlen. Auch in Skandinavien ist dies üblich.

Bargeld verschwindet

Auf der Skepsis gegenüber dem elektronischen (Online-)Zahlungsverkehr ein Geschäftsmodell aufzubauen, erscheint meines Erachtens nach sehr kurzfristig gedacht: Denn so schwer vorstellbar es für manche Verfechter der Barzahlung auch sein mag - die verbleibende Lebensdauer von Bargeld dürfte kaum länger sein als die von Printmedien, nur wird aufgrund des fehlenden wirtschaftlichen Drucks weniger über das bevorstehende Ende von Papiergeld und Münzen gesprochen.

Die im Ländervergleich hierzulande eher geringe Bereitschaft für den bargeldlosen Zahlungsverkehr ist auf eine Reihe von Faktoren zurückzuführen: Sicherheits- und Datenschutzbedenken, höhere Kosten für die Konsumenten (Kartengebühren, eventuelle Zuschläge und Begrenzungen bei Kartenzahlungen) sowie die fehlende Akzeptanz bei Händlern in Folge vergleichsweise hoher Gebühren gehören dazu. Doch nichts spricht dafür, dass sich diese Aspekte NICHT im Laufe der Zeit und im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung, Globalisierung und Harmonisierung zwischen Ländern abschwächen.

Die Skepsis bleibt nicht für immer

Speziell die neue NFC-Technologie könnte elektronischen Zahlungen künftig zu ungewohnter Popularität verhelfen. Große deutsche Banken experimentieren bereits mit dem kontaktlosen Zahlungsverkehr, indem sie ihre Karten mit NFC-Chips ausrüsten. Spätestens wenn Bargeld-Anhänger im Geschäft vor sich beobachten, wie bequem und schnell eine NFC-Zahlung erfolgen kann, werden sie sich gut überlegen, ob sie weiterhin mit Münzen und Scheinen hantieren wollen. Ist der Damm dann erst einmal gebrochen, erscheint auch das Bezahlen im Netz nur noch wie ein kleiner Schritt.

Erweiterung des Konzepts wird notwendig sein

Bargeld wird nicht von heute auf morgen verschwinden, und bis zu einem gewissen Grad handelt es sich beim Thema Onlinezahlungen auch um eine Generationenfrage. Anbieter wie PayNearMe, BarPay oder Bar zahlen bedienen daher für den Moment sicherlich eine Nachfrage. Wirklich langfristiges Potenzial sehe ich in der aktuellen Ausformung des Geschäftsmodells allerdings nicht. Die Dienste werden nicht um eine Erweiterung ihres Angebots herumkommen, um dem sukzessiven, garantierten Bedeutungsverlusts des Mehrwerts "Barzahlung" etwas entgegenzusetzen.

Ein spontaner Gedanke wäre, dass die Partnergeschäfte die Pakete auch entgegennehmen und Käufer erst dann - zum Beispiel auf dem Nachhauseweg - vorbeikommen, die Bestellung bezahlen und direkt mitnehmen. Das ist aus Käufersicht effizient und erspart ihnen die Vorauslage des fälligen Betrages. Der Mehraufwand für die Partner wäre aber beträchtlich, weshalb offen ist, ob sich diese Lösung realisieren lässt. Außerdem existiert das Verfahren bei der Post ja schon - es heißt Nachnahme.

Startups, deren Basis sterbende "Technologien" sind, werde ich nie verstehen können. Oder übersehe ich in diesem Fall einen entscheidenden Aspekt?

(Foto: stock.xchng/highwing)

Kommentare

  • Dominik Belca

    17.02.12 (08:55:37)

    Wie unreflektiert die Analogpresse neue Zahlungssysteme in Berichten beschreibt, zeigte vor Kurzem ein Beitrag im ZDF zur Einführung von NFC bei den Sparkassen. Es kam der Satz der kommen musste: "Aber sicher ist das Ganze nicht - ist die Karte weg, ist das Guthaben verloren und wird von den Banken nicht ersetzt ..." (sinngemäss). Das ist natürlich ein schwerer Nachteil gegenüber Bargeld...

  • Julian Hein

    17.02.12 (09:06:45)

    Naja, man könnte (später) dazu übergehen, dass man in den Partnershop geht und dort seine online Einkäufe bargeldlos bezahlt. Ich könnte mir vorstellen, dass es für viele Leute einen Unterschied macht, ob sie mit einer Kredit- oder Sonstwas-Karte online oder in einem Shop bezahlen. Grundsätzlich hast Du aber schon recht.

  • Michael S

    17.02.12 (09:45:19)

    Das ist natürlich ein schwerer Nachteil gegenüber Bargeld… --> http://www.youtube.com/watch?v=JAReq4WMmqI

  • Marc

    17.02.12 (10:05:35)

    die www.geldkarte.de hatte sich nicht durchgesetzt, warum soll dies mit einer Karte+NFC besser funktionieren?

  • Dominik Belca

    17.02.12 (10:09:28)

    Weil es in Kürze die strikte Verbindung Karte->Zahlungssystem nicht mehr geben dürfte.

  • Stefan O.

    17.02.12 (10:20:25)

    Im Versandhandel könnte DHL ihre Packstationen mal mit einem EC/Visa-Kartenleser oder NFC-Leser ausstatten. Dann hätte man das System "Nachnahme" für den Benutzer noch mal vereinfacht. Meist ist ja niemand zu Hause, der das Paket annehmen kann. Würde man an der Packstation auch noch bezahlen können, hätte man das Paket direkt am Liefertag und der Verkäufer bekäme sein Geld. Dazu müssten nur die Packstationen aufgerüstet werden. Vielleicht sogar nur softwaretechnisch, da ein Lesegerät bereits vorhanden ist (soweit ich das beurteilen kann Magnet und Chip).

  • Tobias

    17.02.12 (11:05:24)

    @Stefan: Nachnahme geht per Packstation, glaub bis zu einem Betrag von 1500eur.

  • Thomas W.

    17.02.12 (13:13:41)

    Danke zunächst für den Link. Zur Diskussion möchte ich sagen, dass ich niemanden kenne der bei bereits bestehenden Möglichkeiten komplett auf Bargeld verzichtet. Es ist natürlich möglich und wahrscheinlich, dass in den neuen Generationen der Barbezahlungsanteil immer weiter sinkt. Derzeit bietet das Konzept aber auf jeden Fall für die mittelfristige Zukunft genügend Potential. In dieser Zeit kann dann weiter an den Umsetzungen gefeilt werden. Zusätzlich wird eine Anpassung aller Marktteilnehmer (Händler, Kunden etc.) zum kompletten E-Payment langwierig. Ich geb dem Bargeld noch locker 50 Jahre. Das dürfte für die Anbieter, vor allem in Deutschland, reichen.

  • Martin Weigert

    17.02.12 (13:16:20)

    In Deutschland vermutlich nicht. Im Ausland aber schon. Ich z.B. Hier in Schweden kommt man quasi komplett ohne Kleingeld aus - nur ganz selten, z.B. bei Straßenimbissen, klappt's nicht. Ich kaufe immer alles mit der Karte - und bin damit in der Mehrheit, nicht in der Minderheit. 50 Jahre für Bargeld?? Imo max 20. Aber mal schauen, wer recht behält ;)

  • Thomas W.

    17.02.12 (13:22:05)

    Da hast du natürlich recht.Es wird wahrscheinlich verschiedene Entwicklungen in den Ländern geben. Der deutsche Markt sollte aber ergiebig genug für Bar zahlen und Co. sein! Die Entwicklung von PayNearMe dürfte auf jeden Fall positiv stimmen.

  • Lari

    17.02.12 (13:27:08)

    Also ich kann über die Idee nur lachen. Da ist dann doch allen Ernstes Kerstin, 41 als Testimonial auf barzahlen.com, die uns erzählt, wie unglaublich praktisch das Konzept doch ist, weil sie so ganz bequem ihre Onlineeinkäufe mit ihrem wöchentlichen Einkauf verbinden kann (?!). Kein Scherz. Das Ganze hat etwa so viel Potential wie Brief-zu-E-Mail-Konvertierer. Einzige Ausnahme: Wenn man das System so umbauen würde, dass die bestellten Artikel erstmal an den Ort geliefert werden, wo man sie dann bezahlt, also als günstigere Alternative zum normalen Nachnahme-Kauf, könnte es vielleicht ein paar Leute geben, die daran Gefallen finden.

  • Martin

    17.02.12 (14:08:43)

    Ich glaube zwar nicht, dass aus der Idee ein riesiges Geschäft wird, aber kann mir durchaus vorstellen, dass es einige interessierte Nutzer geben wird. Bargeld wird so schnell nicht verschwinden und dafür gibt es ganz unterschiedlichste Gründe. Solange von staatlicher Seite kein Druck ausgeübt wird, wird es - zumindest in Deutschland - noch einige Jahrzehnte dauern. Deutschland ist, was Zahlungsmittel angeht, auch nicht zu rückständig wie im Artikel beschrieben. Denn mit Kreditkarte zahlen geht in Skandinavien auch nur dann gut, wenn man eine lokale KK hat. Mit meiner deutschen Karte hatte ich während meines Austauschsemesters in Dänemark Probleme bei kleinen Beträgen bzw. musste relativ hohe, zusätzliche Gebühren zahlen (die vom Händler, nicht von meiner Bank). Dadurch habe ich fast alles in Bar bezahlt und nur in Notfällen auf die KK zurückgegriffen.

  • Martin Weigert

    17.02.12 (14:18:57)

    Mit meiner deutschen Karte hatte ich während meines Austauschsemesters in Dänemark Probleme bei kleinen Beträgen bzw. musste relativ hohe, zusätzliche Gebühren zahlen (die vom Händler, nicht von meiner Bank). Bist du dir da ganz sicher, dass DAS der Grund war? Ich habe noch nie gehört, dass Händler bei einer Visa- oder Mastercard je nach ausstellender Bank unterschiedliche Gebühren einfordern. Das erscheint mir höchst ungewöhnlich. Was war das für eine Kreditkarte und von welcher Bank? Unterscheiden muss man vielleicht noch zwischen Kredit- und Girokarte. Ich habe z.B. eine Visa-Girokarte der SEB, mit der ich europaweit gebührenfrei bezahlen UND gebührenfrei Geld abheben kann - an jeder Bank. Ist immer lustig, wenn ich in Deutschland zu jedem Geldautomaten gehen kann, während deutsche Freunde jeweils zu IHRER Bank müssen, um Gebühren zu vermeiden.

  • Martin

    17.02.12 (14:25:37)

    Ich habe eine Visa-Karte von der DKB. An der Kasse am Supermarkt wurde deutlich darauf hingewiesen, dass bei ausländischen Debit-Karten eine Gebühr von 1,6-3,5% (je nach Geschäft) erhoben wird. Die gab es bei inländischen (bzw. teilweise auch bei skandinavischen) Karten nicht. In einem Urlaub in Schweden wurde die Karte an zwei Parkautomaten nicht akzeptiert. Geld abheben funktioniert mit der DKB-Visa-KK ja weltweit (also auch in D) problemlos und kostenlos. Bargeld ist einfach eine super Fall-Back-Methode - so schnell wird es deshalb wohl nicht verschwinden.

  • Martin Weigert

    17.02.12 (14:29:06)

    Interessant. Die Frage ist jetzt, wieso der Händler diese Gebühren eingefordert hat - es muss ja daher rühren, dass er davon ausging, dass bei ausländischen Karten für die Zahlungsabwicklung höhere Gebühren anfallen. Das wiederum ist dann wieder ein Problem eines nicht vereinheitlichten Marktes. Die EU wird das aber schon nach und nach vorantreiben. Umgedreht habe ich soetwas jedenfalls noch nicht erlebt - überall im Ausland, wo Visa/Mastercard akzeptiert wurde, konnte ich problemlos mit meiner schwedischen Karte zahlen - ohne zusätzliche Gebühren. Nur gibt es halt viele Gschäfte z.b. in Deutschland, die nur Maestro (aka EC) nehmen.

  • Jonas

    17.02.12 (14:31:30)

    Yepp: "Sie können Ihre Nachnahmepakete bequem mit EC-Karte (deutscher Banken) oder per Geldkarte (bis 200 EUR) direkt am Automaten bezahlen. Der maximal zulässige Nachnahme-Höchstbetrag an der PACKSTATION beläuft sich auf 1.500 EUR. Bitte beachten Sie auch Ihr EC-Karten Limit."

  • Jonas

    17.02.12 (14:38:47)

    Geldkarte hat einen großen Nachteil: du musst sie am Automaten aufladen; per Onlinebanking geht das nicht (> integrierter Chip). Für die häufige Nutzung ist das mE ein echtes Hindernis; NFC etc. haben ein tlw. anderes Modell der Abbuchung. "Durchgesetzt" hat sich die Geldkarte dennoch; alle Girocards von Sparkassen und Volksbanken sind mittlerweile damit ausgerüstet. Das Killer-Feature für mich: Briefmarken am Automaten ohne Aufpreis und abgezähltes Wechselgeld - einfacher geht's nicht und da reicht eine EUR 5-Aufladung alle paar Monate locker aus. Ich habe in meinem Blog weitere Gedanken zu mobile payment gesammelt, die hier am Thema vorbeigehen.

  • Martin Weigert

    17.02.12 (14:40:19)

    Schöne Überschrift "When will customers demand mobile payment awesomeness?"

  • Miks

    17.02.12 (15:21:31)

    Weigert, du hockst wie die allermeisten "Blogger" und selbsternannten "Hobby-Journalisten" im einsamen Elfenbeinturm, umgeben von deinen gleichgesinnten Facebook-"Freunden" und hat doch Null Schimmer von der echten Welt. Tod des Bargelds und der Printmedien ist schon absehbar usw, all diese saudämlichen Floskeln hört man schon seit Jahrzehnten (!!). Technik wird nur ersetzt, wenn alle wesentlichen Vorteile des Alten erhalten bleiben. Aber euch Milchbubis aus der Bloggerwelt kommtes nur darauf an in 3min eine möglichst spitze, hochnäsige und revolutionär klingende Ansage hinausposaunen zu können.

  • Maik

    17.02.12 (16:31:20)

    Ich möchte nur mal anbringen, das man ja bei bspw. bei Bar zahlen durchaus beim Händler um die Ecke mit EC- oder Visa Karte zahlen kann, wenn man möchte. Nicht nur mit Bargeld. Und wenn es der Händler erlaubt auch mit NFC! Ich sehe also durchaus sehr großes Potenzial für diese Start-Ups, wenn soviele Deutsche sich einfach noch scheuen, so viele private und sensible Daten im Internet anzugeben. So wählen diese beim Kauf eben Bar zahlen aus und geben keine weiteren Daten an, bekommen Ihren Coupon mit dem sie dann "offline" bezahlen gehen. Ich find das super und man gibt nicht mehr JEDEM Online-Shop bei dem man ein Schnäppchen kaufen will seine kompletten Daten. Ich persönlich freue mich bereits darauf!

  • Martin Weigert

    17.02.12 (16:54:38)

    Klar. Aber dennoch: Online einkaufen und dann zum stationären Händler watscheln und dort mit Karte zahlen... Es klingt einfach so absurd - besonders weil das Zahlen im Netz ja gar nicht so unsicher ist, wie gerne dargestellt. Aber wie gesagt: mag heute sinnvoll sein. Langfristig imo aber überhaupt nicht.

  • Maik

    17.02.12 (17:51:35)

    "[...] besonders weil das Zahlen im Netz ja gar nicht so unsicher ist, wie gerne dargestellt." Da sollte man mal die Kunden von Sony fragen...

  • no.nick

    18.02.12 (02:08:35)

    Die Kernklientel von PayNearMe dürften weniger Leute sein, die Angst haben, ihre Kreditkartendaten online preiszugeben, als Menschen ohne Bankverbindung (illegale Migranten) oder ohne Bonität und damit Kreditkarte. Beide Gruppen dürften in den USA so ca. 5-10% der Bevölkerung ausmachen, und die KK ist hier praktisch das einzige Zahlungsmittel im E-Commerce. Keine Vorkasse, kein Giropay / Sofortüberweisung und m.W. auch keine Nachnahme. Insofern macht das Angebot in Amerika Sinn, in Deutschland hingegen definitiv nicht. Inzwischen werden aber wohl alle amerikanischen Geschäftsideen, die eine 7stellige Finanzierung bekommen haben, in Deutschland aus Prinzip geklont. Das Geschäftsmodell interessiert dabei schon gar nicht mehr, Hauptsache schnell muss es gehen, nicht dass der Samwer noch zuerst klont - ein echtes Armutszeugnis. Die Investoren, die dabei ihr Geld verheizen werden, die haben es jedenfalls mal so richtig verdient.

  • Ralf Clasen

    18.02.12 (08:27:34)

    Skeptisch bin ich auch. Ich glaube schon, dass die Zielgruppe, die aktuell gerne mit Bargeld zahlt, durchaus noch einige Jahre vorhanden bleibt. Sorgen macht mir die das zeitliche Auseinanderfallen von Kauf und Bezahlung. Aus den Erfahrungen mit Vorkasse kommt es zu hohen Kaufabbrüchen nach dem Bestellklick. Vorstellen könnte ich mir eine Integration in Paketshops – beispielsweise bei Hermes. Dort hole ich mein Paket ab und könnte auch die Ware bezahlen. Vermutlich werden die Angebote in Deutschland jedoch mit Shell-Tankstellen starten, weil dort eh´ die Kassentresore der Postbank stehen...

  • Gründercoach

    18.02.12 (11:46:43)

    Mir fällt zu eurer angeregten Diskusion nur eins ein: Alle Sagten: das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat es gemacht.

  • Bargeldmann

    19.02.12 (19:07:31)

    Die Idee ist jetzt nicht so der Brüller, lieber andersrum Prepaid Karten im Kiosk verkoofen, mit denen man dann online bezahlt. Ansonsten ist doch Paypal für die Käuferseite zumindest ziemlich gut (aufgrund der ganzen Zusatzleistungen) @M.Weigert: Prinzipiell vereinfacht bargeldloses Zahlen natürlich einiges. Aber die komplette Abschaffung sehe ich als Horrorszenario. Zum einen will ich keiner Bank Gebühren zahlen müssen, nur um mit meinem Geld zahlen zu dürfen (sei es Grundgebühr f. Karte oder Transaktionsgebühr - wo kommen wir da hin, das ist Wegelagerei). Zum anderen: Wenn es kein Bargeld mehr gibt, kann jedem das Konto gesperrt werden, der politisch nicht reinpasst, und er ist aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Man sieht das in den PIGS - dort wurden jetzt schon Bargeldgrenzen (Italy, Greece max. 1.500€) eingeführt. Je höher dem Staat das Wasser steht (= die Schulden ) desto restriktiver werden die Ideen. Wer Zugriff auf die Daten hat, weiß man im Zweifel auch nicht (siehe Bundestrojaner)

  • Andre

    20.02.12 (12:28:06)

    Agree

  • Isklar

    20.02.12 (15:48:08)

    Was für ein Quatsch. Bargeld verschwindet soviel wie Steuern. Schon mal was von unbanked gehört, oder von Änderungen bei der Vergabe von Kreditkarten in vermeintlichen Krisenzeiten? Und dann NFC als Heilsbringer? Schon mal drüber nachgedacht, dass diese Konzepte nahtlos darauf übertragbar wären, WENN in den nächsten Dekaden es mal jemand schafft die Infrastruktur dafür auszurollen?

  • Rob

    21.02.12 (12:31:25)

    Es darf bezweifelt werden, dass Offline-Bezahlen mit dem Hantieren der Geldbörse, den Geldscheinen und Münzen sicherer ist als das bereits etablierte Online-Verfahren. Ich frage mich gerade, ob ich diese Art der Bezahlmethode in das Listing http://www.vanillabanking.de/info/online-zahlungsarten-und-payment-service-provider/ mit aufnehmen soll oder nicht. Mich überzeugt noch nicht die Halbwertzeit. Dem Otto-Normalbürger ist diese Art der Bezahlung nur wirklich schwer zu vermitteln, da zu "fummelig", denn an diese richtet sich diese Methode. Moderne und aufgeschlossene "Payer" werden wohl einen grossen Bogen um das Online-Kaufen-Offline-Bar-Zahlen machen. Auch wird hier wieder mal künstlich ein Medien-Bruch erzeugt, der für die Conversion nicht gerade förderlich ist. Warum Mehraufwand verursachen, wenn man es auch einfach haben kann? Wir werden sehen.

  • Thomas W

    23.02.12 (11:52:38)

    In unserem neuen Blogartikel beschreibt der GF von Bar zahlen nochmal genau wie es ablaufen wird. So ist die Offlinebezahlung nicht auf Bargeld begrenzt und das Prinzip ist auch nicht unbedingt nur auf vorher online kaufen sondern auch Crossmediashopping ausgelegt. Schaut einfach mal rein! PS: PayNearMe ist auch nicht der Innovator. Das Prinzip stammt aus Japan und hat dort einen Marktanteil bei "Onlinebezahlungen" von 16%.

  • Martin Weigert

    23.02.12 (12:09:43)

    Danke für den Hinweis. Zu dem Japan-Argument: Gibt es nicht tausend Dinge, bei denen die Japaner ihre eigene Linie fahren, ohne dass diese sich jemals außerhalb Japans durchsetzt? ;) Gerade Erfolg irgendwelcher Produkte in Japan ist imo ein ganz schlechter Gradmesser für das weltweite Potenzial für Ideen.

  • Thomas W.

    27.02.12 (08:47:37)

    Hab ja keine Wertung eingebaut bei dem Japan Argument. Wobei der amerikanische Markt mit einem relativ erfolgreichen PayNearMe doch schon zeigt was möglich ist! In einem Jahr werden wir mehr wissen!

  • Cornelius Büchner

    01.03.12 (16:44:57)

    Habt ihr mal an die Zielgruppe der Schwarzgeld-Besitzer gedacht, die ohne Kontobewegung Konsumgüter einkaufen wollen? Für die sind die Barzahl-Systeme schon mal super spannend. Das können sie Anbieter nur schlecht in ihren testimonials breittreten.

  • Anatolij

    22.07.13 (22:23:48)

    Mit BARGELDLOSEN Zahlungsarten versuchen die Regierungen und Banken eine TOTALE Kontrolle zu erreichen. Es war schon in den 70-er Jahren ein Versuch gestartet einen Personalausweis auf die Welt zu bringen, mit welchem alles machen kann (einkaufen, sich identifizieren, reisen usw.). Und wo würden wohl die Daten landen? Natürlich, in einer ZENTRALLEN Datenbank bei der Regierung. Zum Glück haben viele Länder sich gegen diese Möglichkeit entschieden. Jetzt hat man das auch in Deutschland mit dem NEUEN Personalausweis geschaffen. Wenn man die Option bei der ausstellenden Behörde aktiveren lässt und voll nutzen tut, dann ist man praktisch TOTAL TRANSPARENT. Bald werden sie garantiert versuchen noch den Chip jedem Menschen unter die Haut zu schieben, damit man auch weiß wann jemand aufs Klo geht oder zu einem Mädel oder ähnliches, geschweige denn wann bezahlt, an wen, was gekauft, wofür und und und. So ist man dann nicht viel weiter von den Kühen auf dem Bauernhof entfernt, die gleiche Kontrolle haben. SIND WIR ALSO ETWA TIERE? Wenn damit nicht einverstanden ist, sollte auf allen möglichen Portalen sich gegen RFID widersetzen oder ähnliche Technologien, die jeden Schritt und Tritt kontrollieren können. LASST ALSO AB BESTEN BARES AN DER KASSE, anstatt mit Karte zu bezahlen. DAS IST WOHL DIE EINZIGE MÖGLICHKEIT HEUTE NOCH UNABHÄNGIG ZU BLEIBEN UND ANONYM. FREIHEIT IST TEUERER ALS ALLES ANDERE AUF DIESER WELT ODER SEID IHR ANDERER MEINUNG?

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