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29.11.11Kommentieren

Automatisierung von digitalen Prozessen: Wappwolf verarbeitet Dateien aus Dropbox

Das aus Österreich stammende, seit kurzem im Silicon Valley beheimatete Startup Wappwolf erlaubt das automatisierte Verarbeiten von Dateien. Ab sofort funktioniert dies auch für Dropbox.

 

ifttt ist zweifelsohne einer der Webdienste, die 2011 für besonders viel Furore gesorgt haben. Es wäre daher auch keine Überraschung, würde es der Service aus San Francisco in unsere Leserumfrage zum Onlineservice des Jahres schaffen. Animiert vom Erfolg des Dienstes versucht das aus Österreich stammende Startup Wappwolf seit dem Frühjahr, sich als eine Art "ifttt für Dateien" zu positionieren.

Während ifttt verschiedene Webangebote miteinander interagieren lässt und somit digitale Arbeitsprozesse automatisiert, will Wappwolf eine derartige Automatisierung für Vorgänge rund um Dateien und Dokumente erreichen. Eine etwas unvorteilhafte Benutzeroberfläche sowie ein unklarer Fokus hinderten den im Sommer des Jahres ins Silicon Valley umgesiedelten Dienst aber bisher daran, eine ähnliche Begeisterung bei der im Umgang mit dem Netz versierten Nutzerschaft auszulösen, wie es ifttt gelungen ist.

Mit der gerade vorgestellten Dropbox-Integration macht Wappwolf nun jedoch einen entscheidenden Schritt in die richtige Richtung. Ab sofort können die derzeit 24 durchführbaren Prozesse (wie bei ifttt "Actions" genannt) nämlich nicht nur für bei Wappwolf hochgeladene Dateien angewendet werden sondern auch für solche, die sich in einem frei definierbaren Dropbox-Verzeichnis befinden.

Eine sehr praktische Wappwolf-Aktion ist beispielsweise das automatische Verkleinern von Fotos . Nach einer einmaligen Autorisierung ihres Dropbox-Kontos können Nutzer einen in Dropbox befindlichen Ordner mit hochauflösenden Fotos von Wappwolf bearbeiten und alle Bilder in einem anderen Dropbox-Verzeichnis in deutlich verkleinerter Fassung ablegen lassen. In einem Test erledigte Wappwolf dies zuverlässig und benötigte für 33 Fotos nicht mehr als zwei Minuten.

Weitere Prozesse, die Wappwolf auf alle Dateien in beliebigen Dropbox-Ordnern (oder auf manuell in den Wappwolf-Speicher geladene Dateien) anwenden kann, sind unter anderem das Konvertieren von Office- und Grafik-Formaten in PDF , das Hinzufügen von Effekten zu Fotos , das Hochladen von Fotoalben zu Facebook oder das Ergänzen von Bildern um einen Kartenausschnitt , der den Aufnahmeort anzeigt, mit anschließendem Facebook-Upload.

Wappwolf bietet zudem einige kostenpflichtige Aktionen, für die der Prepaid-Erwerb von Credits erforderlich ist. Für rund 2,50 Euro kann man ein Foto (z.B. aus einem Dropbox-Ordner) als Postkarte an eine Wunschadresse weltweit senden , für den internationalen Faxversand eines Dokuments mit bis zu zehn Seiten fallen rund 0,20 Euro an, und das Verschicken eines Briefes (bisher nur innerhalb von Österreich) kostet rund 1 Euro.

Noch ist das Spektrum der Aktionen recht begrenzt, und nach einem Relaunch vor einigen Wochen ist es momentan nicht möglich, eigene Aktionen aus unterstützten Apps zu definieren. In Zukunft soll sich das aber wieder ändern, zudem plant das Unternehmen die Bereitstellung weiterer Aktionen. Ebenfalls auf der Agenda steht die Einbindung anderer populärer Online-Speicherlösungen. Box.net, Google Docs, SugarSync und Huddle sollen demnächst auch mit Wappwolf verbunden werden können.

Auch wenn Wappwolfs Browseroberfläche trotz des jüngsten Redesigns noch immer nicht hundertprozentig überzeugt (beispielsweise fehlt ein Menüpunkt "My Actions", der einen Überblick über die laufenden Prozesse gibt), sehe ich in der Verknüpfung mit "dummen" Cloud-Storage-Diensten großes Potenzial für Wappwolf. Dropbox & Co liefern den Speicherplatz, Wappwolf verleiht diesem dann eine gewisse "Intelligenz", in dem es die Dateien auf vielseitige Art und Weise weiterbe- und verarbeiten kann. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Aktion, um Musik- oder Videodateien in der Wappwolf-Cloud zu konvertieren oder zu bearbeiten?!

Neben der mobilen iOS-App, die in den nächsten Wochen aktualisiert werden soll, konnte Wappwolf Nokia als Partner gewinnen, das Wappwolfs kommende Symbian-App (OVI) in 15 Ländern besonders anpreisen wird. Priorität hat in nächster Zeit auch die Einbindung der Entwicklergemeinde. Wappwolfs Entwicklerschnittstelle (API) erlaubt den Zugriff auf die komplette Funktionalität des Dienstes durch Drittanbieter. Neben der externen Integration des Wappwolf-"Action"-Buttons können so auch eigene Applikationen und Clients entwickelt werden, die Wappwolfs Features beinhalten.

Seit dem Launch vor gut einem Jahr hat das Startup mit Wurzeln in Wien viel experimentiert, um in Erfahrung zu bringen, wie Anwender bestmöglich an das grundsätzlich sehr nützliche Produkt herangeführt werden können. Ich glaube, mittlerweile befindet sich Wappwolf auf dem richtigen Weg, auch wenn die Usability noch immer nicht perfekt ist.

Was ich nun gerne hätte, sind viel weitere Aktionen!

Link: Wappwolf

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