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18.02.09Leser-Kommentar

Aus nach zwei Jahren: Vanity Fair verabschiedet sich

Erst große Ambitionen, dann auswechselbare Massenware: Die deutsche Vanity Fair wird nach zwei Jahren eingestellt – Schuld soll die globale Wirtschaftskrise sein.

Vanity Fair: Erste Ausgabe 2007, aktuelles Heft 2009

Die deutsche Vanity Fair wird mit der aktuellen Ausgabe eingestellt, berichten die Branchendienste Kress und Meedia. Demnach erklärte Verleger Jonathan Newhouse um 11.30 Uhr: "It is my sad duty to announce that Vanity Fair Germany will close after the current issue." Es sei seine traurige Pflicht mitzuteilen, dass die deutsche Vanity Fair nach der aktuellen Ausgabe eingestellt werde. In der derzeitigen wirtschaftlichen Situation sei es unmöglich, die Zeitschrift weiter herauszugeben, heißt es als Begründung.

Kurz nach der ersten Meldung am Mittwochvormittag ging bei Kress der Server in die Knie: Condé Nasts Prestigeobjekt Vanity Fair ist auf dem deutschen Markt gescheitert, das hochglänzende Magazin wird eingestellt. Schwieriges Anzeigengeschäft, eine sinkende Auflage – das ambitionierte Wochenmagazin mit großer Redaktion sah sich ohnehin schon mit Problemen konfrontiert, Gerüchte über ein mögliches Ende waren bis zuletzt zurückgewiesen worden. Dann kam die Wirtschaftskrise, schnell und unvorhersehbar, wie Jonathan Newhouse es ausdrückt, und nun müsse ein exzellentes Magazin leider eingestellt werden.

Das Ende der deutschen Vanity Fair nach zwei Jahren kommt nicht vollkommen überraschend – schon nach dem ersten Jahr ging Chefredakteur Ulf Poschardt, weil er die Movers und Shakers der Republik nicht so recht beglücken konnte. Glamour- Chefredakteur Nikolaus Albrecht übernahm, im Mai vergangenen Jahres schien die Vanity Fair weichgespült und schön geschminkt, von Movers und Shakern war nicht mehr die Rede, stattdessen noch mehr Glanz, mehr Auswechselbarkeit in direkter Nachbarschaft zu den diversen Frauenmagazinen.

Mehr auf medienlese.com:

Vanity Fair: Weichgespült und schön geschminkt (30.5.2008)

Vanity Fair: Porno, Adorno, Lifestyle (15.7.2008)

Fotoreportage: Vanity Fair zeigt Obamas Wahlkampf (30.10.2008)

Wir linken Love (26.2.2008)

Die erste Vanity Fair zum Letzten (12.2.2007)

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommentare

  • Posch Ulfart

    18.02.09 (12:22:29)

    Dieses Magazin krankte von Anfang an an seiner offensichtlichen Irrelevanz. Hätte man Poschardts Wort von "der Leistungselite", den "Movern und Shakern" ernst genommen, dann hätte einem Angst und Bange werden müssen über die Lage unserer "Leistungselite" und der "Mover und Shaker" (falls es einem das nicht sowieso schon ist), so platt und dünn und verzichtbar das Blattl war. Insofern hat das Verschwinden etwas Positives: Die "Leistungselite", die "Mover und Shaker" sind offenbar nicht interessiert an dem xten Hochglan-People-Society-Schminktip-Magazin. Das ist ja doch eine gute Nachricht. Die haben also Niveau. Oder lesen die selbst so etwas nicht und blättern sich durch Hefte, die noch dürftiger sind? O weh!

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