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10.06.14Kommentieren

Aus für Friendticker: Die deutsche Antwort auf Foursquare ist Geschichte

Foursquare hat es nicht gerade leicht, kämpft aber. Beim einstigen deutschen Rivalen Friendticker sind mittlerweile die Lichter ausgegangen.

Der Check-In - die manuelle Veröffentlichung des aktuellen Standorts per Smartphone - ist eine aussterbende Spezies. Korrekter wäre vielleicht sogar die Aussage, dass er nie wirklich von der breiten Masse der Anwender als Prozess akzeptiert wurde. Bei Facebook erhielt die Funktion zu keinem Zeitpunkt eine größere Bedeutung und dient heute in erster Linie als ergänzendes Attribut zu standortspezifischen Status Updates. Foursquare verabschiedet sich mit der Einführung von passiven Locationtracking-Features bei seiner neuen App Swarm langsam vom Check-In. Man könnte die unveränderliche Präsenz des Check-Ins in der äußeren Wahrnehmung des Dienstes gar als Ursache für das aus Unternehmenssicht nicht zufriedenstellende Wachstum anführen.

Jetzt fordert die fehlende langfristige Perspektive für Check-In-Angebote offiziell ein weiteres "Opfer": Friendticker, ein im Jahr 2010 gestarteter und einige Zeit von Teilen der hiesigen Early-Adopter und Social-Media-Szene gefeierter Locationdienst nach dem Vorbild von Foursquare, ist offiziell beerdigt worden. Überraschend kommt dies nicht. Es verwundert, dass die Macher die Anwendung gar so lange im Netz ließen. Seit Jahren war der vom Berliner Startup Servtag lancierte Dienst kein Gesprächsthema mehr. Die Macher um Mitbegründer und CEO Florian Resatsch hatten sich sukzessive neuen, unter dem Dach ihrer Firma gestarteten Projekten im Bereich der Location-Based-Werbung gewidmet und schließlich 2013 einen Spross, das hyperlokale Werbenetzwerk radcarpet,, an den Außenwerber Ströer verkauft. Im Zuge dieser Entwicklung verlor Friendticker sein Entwicklerteam und vegetierte seitdem vor sich hin.

"Der Markt der Location-Based-Services ist nach wie vor nicht der einfachste zum Geld verdienen", erläutert Friendticker-Macher Florian Resatsch die Herausforderungen, mit denen sich das Startup konfrontiert sah. "Ich bin zwar immer noch der Meinung, dass die grundlegende Idee eines sozialen Mitteilens des Ortes, verbunden mit dem Sammeln von Punkten für eine gewisse Anzahl der Nutzer spannend ist. Aus geschäftlichen Aspekten gestaltet sie sich jedoch schwierig".

Mit Blick auf die Hürden, mit denen Foursquare auch mehr als fünf Jahre nach seinem Debüt zu kämpfen hat, ist es wahrlich kein Wunder, dass ein lediglich auf den von zumeist konservativen Anwendern bevölkerten deutschsprachigen Markt fokussierter Nachahmer schlechte Karten hatte. Wobei man es natürlich durchaus versuchen konnte. Für Resatsch und die zwei anderen Gründer, Martin Pischke und Uwe Sandner, hat sich das Projekt Friendticker letztlich auch voll ausgezahlt. Mit Friendticker sammelten sie die Erfahrungen, Kontakte und Einblicke, die den Weg für ihre später lancierten Location-Based-Advertising-Services ebneten und schließlich zum Exit führten. /mw

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