<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

06.12.09

Aufstieg und Fall von MySpace

Deutsche Social Networks können vom Niedergang von MySpace lernen.

myspaceIn der englischsprachigen Financial Times ist ein ausführlicher Artikel über den Aufstieg und den aktuellen Niedergang von MySpace erschienen. Auch wenn die ehemaligen MySpace-Manager und die ehemaligen News-Corp-Manager sich gegenseitig die Schuld zuschieben und Wort gegen Wort steht, so sind die Erkenntnisse doch interessant.

Es wird zum Beispiel angesprochen, dass MySpace viel zu spät auf AJAX gesetzt hat, um die Nutzbarkeit der Site für die User zu verbessern. Ob das aus strategischer Unachtsamkeit geschah, oder ob der neue Eigentümer News Corp. schlicht kurzfristige Einnahmen über das langfristige Wohl stellte, ist nicht wichtig. Allen scheint klar zu sein, dass es ein Fehler war. Denn so wurden für viel Aktionen der Nutzer neue Seiten geladen: Gut für die Statistik, schlecht für die Usability. Konkurrent Facebook dagegen schraubt immer an der Usability und setzte AJAX früher um.

Was uns zu den deutschen Social Networks bringt. Facebook, größtes Social Network der Welt, versendet die Inhalte der privaten Nachrichten in den Benachrichtigungsmails. Bald wird es möglich sein, auf private Nachrichten auf Facebook direkt über eine Email-Antwort auf die Benachrichtigungsmail zu antworten.

Kein deutsches Social Network sendet bis dato die Privatnachricht via Email. Warum? Es bringt Pageviews. Die Frage, die sich die Manager und Gründer der Social Networks stellen sollten: Wie lange noch?

Das ist nur ein Beispiel von vielen. Wer auf seinem Social(!)-Media-Angebot die Interaktion der Nutzer zugunsten von ein paar zusätzlichen Seitenzugriffen erschwert, sollte dabei nie eins aus den Augen lassen: die damit verbundenen strategischen Opportunitätskosten. Vielleicht sind sie höher als man glaubt.

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer