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04.07.14Leser-Kommentar

Aufmerksamkeitsökonomie: Smartphone-Nutzer verbringen mehr Zeit mit Apps - aber nicht mit mehr Apps

Eine frische Nielsen-Statistik zeigt: Smartphone-Nutzer verbringen zwar immer mehr Zeit mit Apps, erhöhen aber die Zahl der pro Monat verwendeten Applikationen kaum. Schlechte Nachrichten für Entwickler und Startups.

Die Problematik, dass es für an Endnutzer gerichtete Startups immer schwieriger wird, es bei Usern in die Liste der regelmäßig eingesetzten Dienste zu schaffen, wurde bei uns schon häufiger thematisiert. Verantwortlich für diese Entwicklung sind verschiedene Faktoren, darunter die große Konkurrenz, die niedrigen Einstiegsbarrieren für die Schaffung neuer Services sowie natürlich der Aufstieg des mobilen Webs. Damit verschwinden die alten Multitasking-Mechanismen der Desktop-Ära. Auf mobilen Geräten ist es deutlich schwieriger, unterschiedlichen Anwendungen parallel Aufmerksamkeit einzuräumen. Meist fokussieren sich Benutzer jeweils auf eine einzige App.

Eine Erhebung der Marktforscher von Nielsen liefert nun bemerkenswerte Zahlen, die zeigen, wie schwerwiegend diese Situation eigentlich ist: Demnach verbrachten US-amerikanische Besitzer von iOS- und Android-Smartphones im vierten Quartal 2013 pro Monat 30 Stunden und 15 Minuten mit der Nutzung von Apps. Das waren 65 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2011. Damals kamen Apps durchschnittlich nur auf 18 Stunden und 18 Minuten monatliche Einsatzdauer.

Eine derartige Tendenz konnte man erwarten. Überraschend ist dagegen, dass die Zahl der im Durchschnitt pro Monat von Usern eingesetzten Apps nur einen marginalen Anstieg verzeichnet: von 23,2 im vierten Quartal 2011 auf 26,8 zwei Jahre später. Das bedeutet, dass sich Besitzer von iPhones und Android-Geräten zwar immer länger einzelnen Applikationen widmen, dabei jedoch nicht parallel immer mehr Apps regelmäßig Aufmerksamkeit schenken.

Die Gesamtzahl an verfügbaren iOS- und Android-Applikationen hat sich im Laufe dieser 24 Monate verdoppelt. Aus Entwicklersicht ist die statistische Wahrscheinlichkeit, dass ihre App es in die gedankliche "Favoritenliste" eines Benutzers schafft, also nur noch halb so groß wie 2011. Am Ende entscheidet zwar, welche kreativen und smarten Wege Developer und Startups finden, um sich trotz der enormen Konkurrenz ins Gespräch zu bringen. Zudem nimmt der Smartphones-Anteil am Gesamt-Handy-Markt noch immer zu.

Dennoch scheint der Goldrausch auf dem Smartphone erst einmal vorüber und die Claims abgesteckt zu sein. Bis die nächste Generation von smarten Geräten Macher von Apps ohnehin zum Umdenken zwingt. Wenn Evernote-Chef Phil Libin mit seiner Prognose Recht behält, führt der erwartete Boom von Wearables sowieso zum Ende der aktiven, vordergründigen App-Nutzung. Statistiken wie die von Nielsen spielen dann keine Rolle mehr. /mw

Kommentare

  • Kevin Fox

    10.07.14 (07:55:15)

    Auf Basis dieser Ergebnisse sollte sich jeder Marketer überlegen, ob es wirklich Sinn macht eine neue App zu entwickeln. Wahrscheinlich macht es mehr Sinn sich die gut laufenden Apps zu Nutzen zu machen. Welche Apps sind besonders beliebt und wie sehen die Möglichkeiten der Zusammenarbeit für Brands aus?

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