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06.03.09Leser-Kommentare

ARD und ZDF: So ein bisschen YouTube

Die Öffentlich-Rechtlichen sind bei YouTube – aber wie die meisten Sender und Nachrichtensites lassen sie ihre Videos lieber zu Hause, das "Einbetten" ist abgeschaltet.

Dittsche auf YouTube: Mitnehmen is' nich (WDR/Mathias Bothor)

Jetzt stellt die ARD also auch Videoclips auf YouTube – zum Beispiel einen Ausschnitt aus der aktuellen Folge von "Dittsche", dem preisgekrönten Wochenrückblick von Olli Dittrich und Co. aus einem Hamburger Imbiss. Ein paar Minuten, die ebenso in der Mediathek des Ersten zu finden sind. So weit, so gut. Nur mitnehmen lässt sich das Video nicht, man kann es nicht auf der eigenen Website "einbetten", die typische YouTube-Funktion wurde "auf "Anfrage" abgeschaltet.

YouTube-Videos ohne Mitnahme-Funktion – das ist wie Cola ohne Zucker. Wie Zeitungen mit Nachrichten von gestern. Es fehlt etwas. Es ist Web ohne 2.0.

Gut, möchte man meinen, die Rechte. Geld genug für [hier je nach eigener Abneigung Schlagersendung, Quiz, Koch- oder Talkshow einsetzen], aber nicht für moderne Vertriebswege. Oder liegt es gar nicht an den Rechten, steckt hinter dem Abschalten der Mitnehm-Funktion etwas ganz anderes? Auch die "Tagesschau", originäres ARD-Format, lässt sich nirgendwo einbetten. Immerhin läuft in der "Tagesschau" zugekauftes Bildmaterial – aber auch Sendungen, die komplett selber produziert sind, müssen anscheinend auf der ARD-Seite bleiben.

Beim ZDF sieht es nur ein bisschen anders aus: Der "Elektrische Reporter" zum Beispiel lässt sich einbetten. Anders als "WISO"-Clips oder der "Wetten, dass...?"-Ausschnitt, in dem Boris Becker die Hochzeit mit seiner neuen alten Liebe ankündigt, und und und.

Sieht man sich zum Beispiel die Top-Liste der Nachrichtenwebsites auf Meedia an, ist das YouTube-Ergebnis recht übersichtlich: Nur die "Besser-Wisser" von news.de stellen ihren eigenen Video-Kolumnen auf das Videoportal und lassen sie "mitnehmen":

Es muss ja nicht gleich YouTube sein, immer an die Vermarktung und Platz für Anzeigen denken. Immerhin bei Stern.de, Kölner Express und dem Kölner Stadt-Anzeiger bietet man das Einbetten auch ohne YouTube über einen eigenen Flash-Player an, so dass man den Nutzern auf einfache Weise Werbung zeigen könnte.

Wie bei so vielen anderen Seiten auch lässt Zeit Online die Videos lieber zu Hause – beim untergegangenen Youngster-Portal Zoomer war das noch anders, viele Videos sind auch nach dem Ende der Seite noch auf YouTube abrufbar. Nur Ex-Topmodel Fiona Erdmanns legendär-verkorkste Fußball-Kolumne ist nicht mehr verfügbar. Dafür der ewig ins Rampenlicht drängende MC Winkel:

Zurück zum "Dittsche"-Beispiel: Die ganze Sendung gibt es natürlich trotzdem auf YouTube – ausgerechnet der offizielle ARD-Clip führt zur Raubkopie. Ein Nutzer hat sie einfach aufgenommen und eingestellt, nachdem ich die paar erlaubten Minuten gesehen habe, schlägt mir YouTube diese Kopie als nächsten Clip automatisch vor. Bis ARD oder Produktionsfirma das merken und das Video von YouTube löschen lassen ...

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommentare

  • mm988

    06.03.09 (08:06:42)

    Ein WISO-Beitrag schon

  • bulldrinker

    06.03.09 (14:53:02)

    Naja, die wollen sicherlich jegliche Diskussionen um bestimmte Sachen vermeiden!

  • Leander Wattig

    06.03.09 (19:24:00)

    Welche Medienunternehmen es besser und ihre Videos einbettbar machen, zeigt diese Übersicht: http://leanderwattig.de/wiki/index.php/Medienunternehmen:_Videos Die Hannoversche Allgemeine Zeitung ist ein gutes Beispiel: http://www.youtube.com/user/HAZde

  • Alexander

    08.03.09 (21:58:14)

    Ist doch beklopft auf Rechte zu pochen wenn man seine Sendungen selber auf Youtube veröffentlicht. Die würden besser die Werbung ihrer Kunden in die Clips miteinfliessen lassen, dann hätten ihre Kunden einen Zusatznutzen, da zusätzliche potentielle Interessenten via Youtube angeworben werden könnten. Man könnte es noch verfeinern indem man youtube-spezifische Werbung, speziell für youtube-Konsumenten, in die Clips einbaut...

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