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02.02.09Leser-Kommentare

Apps, RSS, APIs & Co.: Alles viel zu kompliziert

Warum setzt sich RSS nicht durch? Warum tut sich Facebooks App-Plattform inzwischen so schwer? Warum scheint hingegen eine eigentlich primitive Website wie Twitter richtig durchzustarten? Die Antwort ist simpel: Weil Einfachheit im Konsumentenmarkt immer siegt.

Komplizierter als ein Toaster darf's nicht werden.Einer der intelligentesten Sätze über Technologie, die ich je gelesen habe, lautet:

"Konsumenten kaufen keine Systeme, sondern Produkte."

Was ist damit gemeint? Wenn sich Firmen eine technologische Lösung kaufen, ist die Situation meistens komplex, und die Firma will eine umfassende Problembewältigung haben. Das erfordert fast naturgemäss eine komplexe, aus mehreren Komponenten bestehende, speziell angepasste technische Lösung --- Eine Firma kauft ein System, kein isoliertes Produkt. Darum ist es kein Wunder, dass beispielsweise bei der Einführung eines Softwarepaketes à la SAP typischerweise nur etwa ein Viertel der Kosten auf die Soft- und Hardware entfällt und der Rest für Consulting-Dienstleistungen draufgeht. Das ist der Preis der Komplexität.

Aber wie kaufen Konsumenten Technologie? Wir gehen in den Mediamarkt und kaufen uns einen neuen Toaster oder einen neuen DVD-Player. Die Erwartung ist, dass das Ding nach dem Anschluss von höchstens drei Kabeln und bitte ohne Studium der Bedienungsanleitung funktioniert. Wenn man sich anschaut, welchen Anteil des Funktionsumfangs ihres Handies die meisten Leute benutzen, ist das meistens haarsträubend. Telefonieren ja, vermutlich noch SMS, aber dann wird's schon dünn. WAP-Browser? Synchronisieren mit dem PC? Fehlanzeige. Konsumentenprodukte müssen simpel sein, sonst ignorieren die Konsumenten die Komplexität halt einfach. Und das gilt auch für Internet-Applikationen -- vielleicht noch radikaler.

Vermutlich ist es eine realistische Schätzung, dass knapp 10% der Bevölkerung sich ausreichend für Technologie interessiert, um sich mit der angebotenen vollen Leistung moderner Konsumentenelektronik und -IT herumzuschlagen. Das ist der Zielmarkt für all die vernetzen Home-Entertainment-Systeme, für Heimautomation oder natürlich all den Kram, mit dem wir unser PC-Heimnetzwerk aufmotzen können.

Und damit kommen wir zu den Internet-Technologien: Die Penetrationsrate von RSS gemessen an allen Internet-Usern ist derzeit .... etwa 10 Prozent. Sind das möglicherweise die gleichen Leute, die ganze Wochenenden mit der Optimierung ihres Heimnetzwerks verbringen können? Fast garantiert: Ja. Für Normaluser ist nur schon allein das Konzept von RSS komplett unverständlich. Sich durch den Terminologiedschungel zu schlagen (Atom? RSS 0.92? RSS 2.0? Feedburner?) und mit all den unausgereiften Implementierungen auseinanderzusetzen, ist für einen Normaluser undenkbar. Der erzielbare Nutzen rechtfertigt das noch nicht mal andeutungsweise.

Ebenso bin ich auch immer etwas amüsiert darüber, wenn in der Internetszene die Verfügbarkeit eines offenen APIs als absolut essentiell für den Erfolg einer neuen Applikation erachtet wird. Solche Dinge sind nur für eine sehr kleine Zielgruppe interessant, nämlich die Entwickler. Und dann müssten die erstmal noch diese APIs in einer sinnvollen Art und Weise nutzen, woran es aber meistens arg hapert. Ehrlich gesagt ist die Liste wirklich praxisrelevanter Einsatzfälle solcher APIs (wiederum: aus der Perspektive des Normalusers, nicht des Internet-Nerds) verblüffend klein. Normaluser haben keine Lust darauf, Systemintegration zu betreiben. Wer schon mal versucht hat, z.B. seinen Desktop-Kalender mit Basecamp oder Google Calender zu synchronisieren (wofür es wunderbar offene APIs gibt), kennt vermutlich die dafür erforderliche Leidensbereitschaft.

Aber ist nicht gerade der Erfolg von Twitter ein Beweis dafür, wie wichtig APIs sind? Schliesslich war das eine der ersten Firmen, die ihr API weit aufgemacht hat. Nun, nicht unbedingt: Ich habe gerade mal eine zufällige Auswahl von 100 Twitter-Usern (gefunden per Twitter Search) daraufhin ausgewertet, welchen Twitter-Kanal diese Leute nutzen. Das Ergebnis: Nur 16% nutzten eine der zahlreichen (recht simplen) Desktop-Applikationen à la TweetDeck. 21% nutzten einen mobilen Kanal (vorwiegend iPhone und SMS), aber volle 61% setzen ihre Tweets ganz konventionell per Web-Browser ab. Nur gerade zwei der 100 User machten etwas Fortgeschrittenes wie Twittern per Friendfeed. Anders gesagt: Die radikale Einfachheit von Twitters Website scheint deutlich wichtiger zu sein als APIs für Poweruser.

Viel wurde auch schon geschrieben über das drohende Ende der Facebook-Applikationsplattform. Obwohl die ja eigentlich einfach zu bedienen ist, fühlt sich der Normaluser schnell überfordert. Wenn mich jemand mit einem Schaf bewirft, muss ich die dafür nötige Applikation aktivieren, allerlei Entscheidungen über Sicherheitseinstellungen treffen und überhaupt erstmal verstehen, was das alles soll. Kein Wunder, dass es mit all diesen Facebook-Apps nach einer kurzen Welle der (Nerd-)Begeisterung schnell wieder den Berg runtergeht. Ins natürlich gleiche Kapitel gehören Facebook Connect, Google Connect, OpenID, Open Social und wie sie alle heissen: Alles spannende Konzepte, aber noch bei weitem zu komplex für den Mainstream.

Es ist erstaunlich, dass die Internetfirmen nicht mehr von den zwei Königen des Consumer-Technologiemarketings lernen: Google und Apple. Google ist wohl das beste Beispiel dafür, wie man extrem komplexe Technologie hinter einem extrem einfachen Interface versteckt. Und faktisch verdient Google bis heute nur Geld an seiner einfachen Suchbox, nicht an seinen komplexeren Applikationen.

Apple hat es als eins der ganz wenigen Unternehmen in der Technologiegeschichte geschafft, so etwas wie ein komplexeres System in den Haushalten zu etablieren, nämlich die Kombination von iPod/iPhone und iTunes. Und wie hat das Apple hingekriegt? Durch radikale Vereinfachung -- ein geschlossenes, aber dafür reibungslos funktionierendes System statt fehleranfälliger Offenheit.

Um eins klarzustellen: Ich finde Offenheit wichtig und begrüssenswert. Und ich schätze es, wenn Applikationen flexibel sind und sich in nützlicher Weise mit anderen Dingen verbinden lassen. Nur ist das alles kein Kriterium für Erfolg im Konsumentenmarkt. Die Web-Szene scheint gefangen zu sein in ihrer eigenen Poweruser-Mentalität.

Wer bei Mainstream-Konsumenten Erfolg haben will, muss ein Produkt bieten, das so einfach ist wie ein Toaster (Toaster: Brot reinstecken, Knopf drücken, fertig. Google: Suchbegriff eintippen, Knopf drücken, fertig.).

Also: Das nächste grosse Ding im Web (falls es so eins überhaupt bald geben wird) wird sich nicht dank einer möglichst langen Featureliste, tollen APIs, offenen Plattformen oder totaler Mashupbarkeit durchsetzen, sondern dank radikaler Einfachheit. Und die zu erreichen, ist leider etwas vom Schwersten auf der Welt.

(Foto: jsc; CC-Lizenz)

Kommentare

  • Ronnie Grob

    02.02.09 (11:36:04)

    Sehr wahrer Artikel, die Web-Szene ist tatsächlich gefangen in ihrer eigenen Poweruser-Mentalität. Sobald man sich irgendwo etwas besser auskennt, meint man gleich unwillkürlich, das sei für andere ebenso leicht verständlich. "Ist doch kinderleicht, warum versteht ihr das denn nicht? Man muss doch nur a, b, und dann c mit d ...". Doch so geht es eben nicht. Menschen nehmen das an, was sie in zwei Sekunden begreifen. Und es ist ganz egal, ob es sich dabei um RSS, Twitter, Reifen wechseln oder den richtigen Schwung mit dem Tennisschläger handelt.

  • Stefan

    02.02.09 (12:11:46)

    Ja, ich fürchte, Du liegst mit dem Aspekt der einfachen Zugänglichkeit und simplen Nutzung durchaus richtig. Glücklich darüber kann ich allerdings nicht sein. Sicher, man kann keinesfalls auf allen nur denkbaren Gebieten Experte oder zumindest Überdurchschnittskenner (?) sein. Ich bringe mal einen der unvermeidbaren Autovergleiche: ich kann ein Auto in seinen Grundzügen bedienen, i. e. fahren, und noch ein paar technische Kleinigkeiten, die zum Betrieb notwendig sind, i. e. tanken, diverse Flüssigkeiten überprüfen und ggf. nachfüllen. Die komplexeren Zusammenhänge, die ich auch zu meinem Vorteil nutzen könnte, verstehe ich allerdings nicht, das tun dann nur die Autotuner (Poweruser). Mein Problem bei Internetdiensten und möglichst großer Einfachheit ist allerdings, daß es hierbei um Informations- und Kommunikationskanäle geht, die zentral für gesellschaftliche Prozesse sind. (Ja, ich weiß, Mobilität ist auch nicht unwichtig) Gerade Dein Beispiel "Google: Suchbegriff eintippen, Knopf drücken, fertig.)" zeigt für mich die erschreckend große Macht, die gerade in einfachen Systemen steckt, die Komplexität verbergen. Nur den "Powerusern" ist möglicherweise bewusst, welchem Gatekeeper sie sich mit Suchmaschinen gegenübersehen und nur diese können u. U. Eingriffe vornehmen, um diese Bevormundung etwas zu reduzieren. Besonders wenn Anbieter Komplexität nicht nur verstecken, sondern diese komplett unzugänglich machen, habe ich Bedenken. Daraus spricht nicht zuletzt ein "Besserwisserkomplex", der Entscheidungen für Nutzer vorwegnimmt. Ich plädiere gerne für Dinge wie Zugänglichkeit, aber nicht Bevormundung. Ich hoffe gerne auf den "mündigen" Nutzer/Verbraucher, der sich auf dafür interessiert, *wie* etwas funktioniert. Insofern kann Deine Ausführungen durchaus nachvollziehen, möchte daraus aber nicht schließen, daß eine möglichst reduzierte und v. a. auf konkrete Nutzung eingezäunte Umsetzung das Optimum darstellt. Offenheit und die Möglichkeit zum "kreativen Missbrauch" finde ich mindestens genauso wichtig. BTW, Gnome und KDE sind u. U. geeignete Beispiele wie Präsentation und Nutzbarkeit sich auch widersprechen können. Die Gnome-Oberfläche ist eher einfach und reduziert, erlaubt mir aber auch weitergehende Konfigurationsmöglichkeiten. KDE wirkt fast schon verspielt und komplex, versperrt mir aber den Zugang zu tieferen Einstellungen.

  • Daniel

    02.02.09 (12:34:06)

    Sehr schöner Artikel! Mit einem ähnlichen Ansatz habe ich mich im letzten Jahr im Community-Management Blog beschäftigt. Letztendlich unterstützt z.B. auch die Entwicklung von wer-kennt-wen.de deine These: Das Produkt ist so einfach gestrickt, dass es auch Verbreitung unter den weniger Internet-affinen Bevölkerungsgruppen gefunden hat. http://www.community-management.de/2008/08/technische-innovation-vs-einfache-bedienung-oder-das-phanomen-wer-kennt-wen/ Keep it simple!

  • Marcel Weiss

    02.02.09 (12:58:28)

    "Sich durch den Terminologiedschungel zu schlagen (Atom? RSS 0.92? RSS 2.0? Feedburner?) und mit all den unausgereiften Implementierungen auseinanderzusetzen, ist für einen Normaluser undenkbar. Der erzielbare Nutzen rechtfertigt das noch nicht mal andeutungsweise." Ja, RSS bzw. Atom ist viel zu kompliziert. Sehe ich auch so. Aber der Nutzen, den man erhält, wenn man erst einmal die Schwelle der Einrichtung erklommen hat, macht diesen Lernprozeß um ein Vielfaches wieder wett. Es gibt imho keine Internet-Technologie mit größerem Mehrnutzen, die in den letzten Jahren das Licht der Welt erblickte. Geschmälert wird dieser nur durch die umständliche technische Umsetzung. Negiert wird er aber deswegen nicht.

  • Dr. Azrael Tod

    02.02.09 (13:05:13)

    Ich muss dir an den meisten Stellen zustimmen, gebe aber zu bedenken dass dieser Einfluss durchaus stark ist, aber bei weitem nicht der Einzige der entscheidet ob sich eine Platform durchsetzt. So ist die soziale Komponente durchaus ein Faktor der auch trotz höherer Komplexität noch oft viele Anwender mitziehen kann. Twitter z.B. sehe ich als grauenvolles Beispiel für deine These (auch wenn ich diese Anwendung nicht im geringsten mag) es gibt verdammt viele Tech-Junkies und Nerds da draußen die irgendwann mal angefangen haben Twitter zu verwenden. Auch wenn die ganze Sache noch so einfach ist, sie hätte sich ohne diese Leute und ihren Einfluss auf die weniger technikaffine Mehrheit nicht durchgesetzt. Die Nerds da draußen mögen sich also dennoch völlig überschätzen.. aber sie haben einen gewissen Einfluss. Wenn die Platform natürlich ohne abgeschlossenes Studium nicht zu verwenden ist, bringt es auch nichts dass mir 10 Personen erzählen wie toll sie ist. :-)

  • Ben

    02.02.09 (13:05:30)

    Hmmm, ich würde sogar sagen selbst Twitter ist immer noch zu kompliziert und deutlich ausbaufähig: Links und Bilder sind unglaublich umständlich zu handhaben, TinyURLs die nicht zeigen wo sie hingehen und erst mal angelegt werden wollen, Bilder bei Externen Imagehostern... das sind aber doch genau die Dingem die Leute eben gern kommunizieren, und eben grade die nicht-Nerds, die mal ein Familienfoto oder ein Youtubevideo twittern möchten.

  • Martin Weigert

    02.02.09 (13:14:50)

    Ben, sehr interessanter Gedanke. Tatsächlich scheint es so zu sein. Man stelle sich nur vor, Bilder könnten direkt hochgeladen (in einen Tweet eingebaut werden) und URLs würden automatisch über einen eigenen Shorturl-Dienst gekürzt... Vielleicht liegt hier sogar das Potenzial für Twitters noch fiktiven Premiumdienst, der genau derartige Dinge ermöglicht.

  • Jonathan

    02.02.09 (13:22:52)

    Sehr gelungener Artikel, der ziemlich genau das aussagt, was ich mir in den letzten Tagen auch überlegt habe. Ich bin allerdings der Überzeugung, dass man auch die breite Masse dazu bringen kann, Dienste wie RSS oder Twitter zu nutzen, wenn man den Nutzen und die Einrichtung nur einfach und verständlich erklärt - vielleicht auch einfach dadurch, dass gewisse Funktionen oder die technischen Hintergründe einfach nicht erklärt werden. Das ist die grosse (auch ein bisschen pädagogische) Herausforderung. Da mir aber kein solcher Blog bekannt war, der übersichtlich die für den gewöhnlichen Internetnutzer "neuen", für Poweruser wie wohl uns alle hier aber tagtäglich benutzten Programme/Websites/Web-Applikationen erklärt, habe ich einen Blog gestartet, der noch in den Kinderschuhen steckt aber genau dies tun soll: Web im Alltag.

  • Felix A.

    02.02.09 (13:44:03)

    Wieder mal ein genialer Beitrag. Danke dafür.

  • Andreas Gähwiler

    02.02.09 (13:48:56)

    Dem kann ich nur zustimmen! Allerdings lässt sich die Idee der Einfachheit noch etwas ausweiten. Dasselbe gilt etwa auch für die meisten Businessideen im Netz. Wenn ich nicht im Stande bin meine Idee innerhalb von max. 5-10 Minuten zu erklären, dann stimmt etwas mit meiner Idee nicht. Ergo wird es schwierig die Idee auf dem Markt und letztlich erfolgreich bei den Zielgruppen zu platzieren.

  • Bernd

    02.02.09 (13:49:51)

    Was is so kompliziert an RSS? Ich hab die Erweiterung "Brief" für den Firefox und einfach geht es ja wohl kaum. Das Problem liegt eher daran das den User keiner RSS erklärt und lediglich einen RSS-Button auf die Website klatscht. Nur wer sich damit beschäftigt, zieht also seine Vorteile draus. Für alle anderen bleibt es "komischer Mist". Aber das ist in vielen Bereichen so, finde ich jetzt nicht weiter schlimm... dem User kann man nicht alles "idiotengerecht" anbieten. Die meisten User kennen doch noch nichtmal die Basics von Windows selber...

  • Markus Spath

    02.02.09 (14:15:27)

    Kleine Anmerkung zum Traffic bei Twitter: Deine Messung ist etwas irreführend. Die Angabe 'from web' bedeutet nicht notwendigerweise, dass via der Webseite von Twitter getweetet wurde. 'from web' wird für jeden Client angegeben, der nicht bei Twitter registriert wurde. Aber wichtiger: Der Wert der Twitter API beschränkt sich ja nicht darauf, dass man alternative User Interfaces bauen kann. Der viel grössere Wert entsteht dadurch, dass um die Tweets ein ganzes Ökosystem an Anwendungen entsteht, die teilweise ganz wunderbare Dinge tun. Die API von Twitter generiert insgesamt 10x (!) mehr Traffic als die Webseite.

  • Sandro

    02.02.09 (14:41:00)

    Deine Aufgeführten Punkte haben wir am Wochenende auf dem Start der ISPO in München an eigenem Leib erfahren. Für unser Netzwerk für Brettsportler, haben wir eine tolle Marketingstrategie für Brands entwickelt. Leider haben wir mit Allem gerechnet, nur nicht mit Unwissenheit. Die Marketing/PR Leute finden zwar Alles ganz toll, wissen aber dennoch nicht ganz wovon man redet...

  • Andreas Göldi

    02.02.09 (14:51:43)

    @Marcel: Was leider hinzukommt: RSS loest ein Problem, das die meisten Leute nicht haben. Ich weiss, es ist schockierend, aber der durchschnittliche Buerger hat nicht das Beduerfnis, hunderte von Informationsquellen zu verfolgen. Darum besteht auch keinerlei Anreiz, sich mit der Komplexitaet von RSS auseinanderzusetzen. @Bernd: Die beiden Woerter "Firefox" und "Erweiterung" in Deinem Kommentar sagen schon alles. Versuch mal, Deiner Oma zu erklaeren, wie sie das ganz allein installieren kann... Wenn man einen Massenmarkt erreichen will (und das Ziel haben die meisten Firmen durchaus), muss man es eben so einfach machen, wie es nur geht. @Markus: Auf diesen Artikel hat mich auch Marcel schon hingewiesen. Ich glaube diese Aussage nicht, solange ich nicht externe Zahlen gesehen habe. Mit Verlaub: Man sollte nicht alles glauben, was im Internet steht, vor allem nicht, wenn es von der Firma selbst erzaehlt wird. Die wollen bewusst die Bedeutung ihres APIs pushen, weil das ihre Firmenbewertung erhoeht ("Plattform mit Monopol-Potential" und so).

  • Marcel Weiss

    02.02.09 (15:00:47)

    @Andreas: Naja, schon wer nur 10 Blogs verfolgen will, hat nach ein, zwei Wochen den Aufwand der Einrichtung zeitmäßig wieder herein. Jetzt gehst Du an die Nutzung von RSS von der Sichtweise eines Powerusers aus heran und wirfst genau das der Technologie vor. ;D

  • Wolf

    02.02.09 (15:23:12)

    Dass RSS nicht niederschwellig genug für die breite Masse ist, ist wirklich ein Jammer. Lösbar wäre das wohl durch eine engere Verzahnung von Reader und Browser, wie Google es mit Chrome umsetzen könnte - und hoffentlich auch wird. Nicht bloß das mickrige RSS-Icon anklicken, sondern erkennbar vorgeschlagen bekommen, dass man die Seite abonnieren kann, direkt im Browser die Wahl haben welcher Reader (und dort: Welches Tag/welcher Ordner) und nicht das haarsträubende Geklicke (schlimmstenfalls: Feed-URL kopieren und einfügen).

  • Marcel Weiss

    02.02.09 (15:24:17)

    @Wolf: Zu dem Thema habe ich noch einen Artikel in der Mache..

  • Martin

    02.02.09 (15:44:01)

    @Marcel Weiss wer verfolgt denn schon 10 Blogs?

  • Ben

    02.02.09 (16:00:11)

    Thema RSS: Das erste mal dass ich "Normalbürger" RSS benutzen sehe ist wenn sie ihre iGoogle Seite gestalten. Da braucht man keine komplexen Metaphern sondern hat einen ganz konkreten Anwendungsfall.

  • Markus Spath

    02.02.09 (16:00:46)

    @Andreas: Die Quellenkritik ist ein guter Punkt. Trotzdem: wenn man sich die Twitter-Apps anschaut, die wenigsten (max. 10%) sind Clients zum vereinfachten Posten und optimierten Lesen. Vielleicht ganz interessante Zahl am Rande auf Basis von eigenen Daten: 35% aller im Jänner gestarteten Dienste sind Twitter-Apps. Ich würde zwar nicht behaupten, mein Datensatz wäre statistisch relevant (einfach weil man auf Twitter neue Twitter-Apps quasi aufgedrängt bekommt, das Finden also leicht ist), aber ich scanne einige Quellen und stolpere doch über vieles. Ist da das nächste Facebook dabei? Nein. Beginnen die Leute deshalb Twitter zu verwenden? Nochmals nein. Aber es ist ein Indikator für die kreative Energie, die im Umfeld von Twitter entsteht, und ohne die API wäre das nicht möglich.

  • Milos

    02.02.09 (16:37:07)

    Toller Artikel, Andreas! Interessant, dass du gerade RSS als "Aufhänger" nimmst. Ich erlebe die angesprochene Komplexität oder besser gesagt die Hürde jeden einzelnen Tag... und das bei uns in der IT. Ob Sharepoint, neue ContentManagementSysteme, Technologien wie RSS oder auch neue Software-Versionen, alle haben Sie etwas gemeinsam. Sie alle erleichtern MIR das Arbeiten, bringen MICH auf neue Ideen oder zeigen MIR neue Möglichkeiten auf. ICH selektiere relativ schnell zwischen "Muss haben!", "Eventuell Nützlich" und "Brauche ich nicht!". ICH finde das super, und das ist MEINE Art zu arbeiten.... Tja, nur leider bin ICH nicht die grosse Masse und vorallem kein Massstab. Ich wundere mich beispielsweise immer wieder und frage mich: Warum ein Bookmark ablegen und jeden Tag dann auf die Seiten surfen, wenn man doch ganz einfach einen Feed abonnieren kann? Die Antwort ist ziemlich simpel. Das ablegen des Bookmarks ist mit einem Klick und einem Tastendruck erledigt, und das machen wir schon seit ca. 1995 so. Das Abonnieren eines Feeds nicht. Das Ablegen eines Bookmarks funkt tadellos in meiner gewohnten Umgebung und braucht keine neuen "Erkenntnisse", das Abonnieren eines Feeds nicht. Klar, es gibt Helferchen wie Extensions, JavaScript und coole Services. Mit den heutigen Browser-Versionen ist auch das Abonnieren eines Feeds einfach, sehr einfach sogar. Aber dennoch "ablegen" kenn ich, "abonnieren" in diesem Kontext eher weniger. "Ein Link" ist mir bekannt, "Ein Feed" hingegen eher nicht. Die kleinen Hürden machen es eben aus. Ein anderes tolles Beispiel findet man in Sharepoint. Ein "Ordner" ist jedem PC- oder MAC-User bekannt, eine "Dokumentenbibliothek" eher nicht. Entsprechend ist das Verhalten beim Umgang damit witzig zu beobachten. Es ist was Neues....dann ist es sicher auch kompliziert. Du verstehst was ich meine? Wie dem auch sei, wir Menschen sind Gewohneitestiere. Wir halten uns gerne an Bekanntes, an bekannte Muster, Vorgehensweisen, Methoden... Neues zu erlernen fällt uns immer schwierig. Insofern erstaunt es mich nicht, dass sich RSS nicht wirklich durchgesetzt hat in der "grossen Masse". Klar in der Blogger-, Techie-, Web- und Geek-Szene.. oder wie man das Umfeld auch immer nennen möchte, auf jeden Fall. Aber wir beschäftigen uns ja auch mit dem Thema. Insofern stimme ich deiner Aussage "Wer bei Mainstream-Konsumenten Erfolg haben will, muss ein Produkt bieten, das so einfach ist wie ein Toaster" absolut zu. Ob Software, Webservice, Musikplayer oder was auch immer. Was brauchts um RSS massentauglich zu machen? Viel Marketing? Mehr Unterstützung durch Softwarehersteller? Wahrscheinlich. Ich denke aber es braucht vorallem Zeit, Interesse und Verständnis. Soviel von mir.

  • Matthias

    02.02.09 (16:47:41)

    Super Beitrag Andreas! Und vorallem für Netzwertig ziemlich wichtig und überfällig. Nachdem sich Marcel Weiss im Dezember in die nun wirklich naiv-unsinnige These verstieg, dass StudiVZ durch eine ganz tolle API den langfristigen Erfolg von Facebook hätte verhindern können: http://netzwertig.com/2008/12/23/der-studivz-effekt-teil-2-plattform-statt-portaldenken/ ... war ich kurz davor, Netzwertig aus meinen Bookmarks zu löschen. Leider scheint außer dir niemand diesen eher rationalen Blick auf Technologie zu haben. Deshalb: mehr als dich zu bitten, einfach wieder mehr zu schreiben, kann man wohl nicht machen.

  • Rob Vegas

    02.02.09 (17:03:27)

    genau meine meinung! endlich! http://www.mindtime-blog.de/2009/01/wo-muss-ich-denn-jetzt-klicken/ mir nimmt man solche artikel nie ab^^

  • mds

    02.02.09 (17:13:07)

    RSS setzt sich nicht durch? Na und? Die meisten Benutzer surfen auf ein paar wenigen Websites, andere Websites erleben sie per Google … nicht umsonst sind die standardmässigen Startseiten von Opera und Google Chrome auf die regelmässige Nutzung einiger weniger Websites ausgerichtet. Dito in allen Bereichen des Lebens, Beispiele finden sich unendlich viele … unsere Zeit ist beschränkt, ergo sind wir bei den meisten Dingen mit sehr wenig zufrieden.

  • Andreas Göldi

    02.02.09 (17:15:24)

    @Rob: Na und? Dafür machst Du die besten Songs zum hessischen Wahlkampf. Geht mir seit Wochen nicht mehr aus dem Ohr... :-)

  • Martin Weigert

    02.02.09 (17:32:06)

    Ich habe im Unternehmen, in dem ich arbeite (hat nichts mit Online zu tun), letztens eine einstündige Präsentation vor meinen wenig online-affinen Kollegen (Social Networks etc. ausgenommen) gehalten und unter anderem Dropbox sowie Google Reader und RSS vorgestellt. Das Resultat: Dropbox verwendet mittlerweile die Hälfte der Anwesenden, näher mit RSS beschäftigt hat sich seitdem jedoch keiner. Ich glaube, es ist tatsächlich so, dass nur sehr wenige das Bedürfnis haben, einer großen Zahl von Newsquellen zu folgen. Dort müsste man also ansetzen. Was aber einer tiefgreifenden Änderung des Medien- und Informationskonsums gleichkommt, und dies scheint bei der breiten Masse einfach erheblich länger zu dauern als bei Early Adoptern.

  • Ulrike Langer

    02.02.09 (17:50:21)

    Der Beitrag spricht mir aus der Seele. Ich habe abwechselnd die RSS-Technologie verflucht und mich für zu blöd dafür gehalten, bis iGoogle und kurz darauf der Google Reader kam. Siehe da, es ist also möglich, Blogs per Feedreader zu lesen, ohne zu Programmierer zu sein. Ich merke es auch bei meinem eigenen Blog. Circa zwei Drittel der Feedabonnenten sind Nutzer des Google Feedreader, Anteil steigend. Bald beschweren sich dann wahrscheinlich schon wieder die ersten Kritiker, dass sich Google eine Technologie monopolistisch einverleibt hat....

  • Chris

    02.02.09 (18:09:28)

    @Wolf Bei Firefox siehts bisher genau so aus, wie dus haben willst... Ich finde das Prinzip der Einffachheit lässt sich auch wunderbar auf den Erfolg von Firefox übertragen: Die Mehrheit der Nutzer will nur einen einfachen und schnellen Browser. Genau das ist Firefox ohne Addons. Je nach Bedürfnissen / technischem Wissen, installieren sich die fortgeschritteneren Nutzer weitere Addons. Genauso läufts ja auch mit Twitter und seinem Ecosystem ab. Entsprechend war auch eine meiner Prognosen für 2009, dass sich Blogs nur weiter durchsetzen werden, wenn sich einfachere Alternativne zu Wordpress durchsezten, wie z.B. TumblR.

  • Max2

    02.02.09 (18:47:31)

    Eine wirklich essentielle Betrachtung des Ganzen. Ich bin mit dem Fazit aber unzufrieden, ist es mir doch etwas zu schwarz/weiß gezeichnet. Technische Komplexität und einfache Bedienbarkeit schließen sich nicht voneinander aus, mehr noch, sie benötigen sich gegenseitig. Gerade Apple und Twitter sind paradebeispiele dafür. Wo wäre Apple, wenn es sich technischer Komplexität verschlossen hätte (zB. bei Netzwerk- & Dateikompatiblität) und ein simples in sich geschlossenes System geblieben wäre (wie es in den 90ern noch der Fall war)? Freilich, die 16% Twitter-API-Nutzer mögen nicht nach viel aussehen. Aber sind es nicht gerade diese Gruppe von Leuten, die den Dienst viel intensiver nutzen, die ihn als soziale Aggregatoren, als Opinum Leader über Blogs, Netzwerke, etc. verbreiten und so viele Normal-User anwerben? Hätte Twitter diesen Erfolg auch ohne die API erreicht? Meine Antwort lautet: niemals. Auch ein quantitativ kleiner Baustein ist für das gelingen eines Projekts essentiell, besonders dann, wenn er sich durch Komplexität auszeichnet. @RSS Es stimmt, dass die Technologie weit weg vom Status eines Produktes ist (und das ITler das selten erkennen). ABER es gibt Produkte, die auf RSS basieren und sehr erfolgreich sind: Podcast oder zB. Nachrichten-Portale. Bei beiden ist die RSS-Technologie für den durchschnittlichen Benutzern unsichtbar und unbewußt, doch das Produkt selbst wäre ohne RSS nicht möglich. Freilich, als ich mich 2002 zum ersten mal mit RSS auseinandersetzte, waren die Erwartungen eine andere, der Erfolg zeichnete sich viel langsamer ab, doch immerhin es läuft noch, andere technologische Standards sind hingegen komplett verschwunden. PS: Ich persönlich kämpfe täglich mit den im Artikel angesprochenen Irrtümern und bin daher dankbar für diese Beobachtung. Ich bin Generalist und genau an der Schnittstelle zwischen technischer Komplexität und einfacher Massenkompatiblität positioniert. Muss aber immer wieder einsehen, dass Spezialisten auf der einen (IT, ...) oder anderen Seite (Marketing, ...) es beruflich einfacher haben, weil eine größere Nachfrage danach besteht. Dass man dann auf dem Markt entweder Produkte mit zuwenig Substanz oder mit zuviel Technik wiederfindet wundert mich wenig.

  • Wolfgang

    02.02.09 (18:52:43)

    Hach. Ein echter Göldi mal wieder. Danke. Zwei Fragen/Anmerkungen hätte ich aber dann doch: Versuch mal, Deiner Oma zu erklaeren, wie sie das ganz allein installieren kann… Ganz einfach: Firefox installieren. Das Icon vom IE in den Papierkorb schmeissen mit den Worten: "das brauchst du jetzt nicht mehr". Hab ich so mit der Mutter meiner Freundin gemacht - sie hat sich nicht beschwert ;) Jetzt sind natürlich alle gespannt, mit welchem einfachen Interface dein neues Startup aufwartet...Wann gibts endlich was zu sehen?

  • Wolf

    02.02.09 (20:20:23)

    @Chris: "Bei Firefox siehts bisher genau so aus, wie dus haben willst..." Na das tut es meiner Meinung nach eben nicht. In meinem Bekanntenkreis hat niemand das RSS-Icon in der Adressleiste wahrgenommen oder zumindest ausprobiert. Klickt man es an, wird man mit einem grotesken Menü konfrontiert, welches einem (je nachdem) Atom 0.3, RSS 2.0 oder RSS .92 anbietet. Was soll jemand bitte damit anfangen? Klickt man einen weiteren Punkt an, wird man vor die Wahl gestellt, das Gedöns in iGoogle oder dem Reader zu abonnieren. Okay, kann man mit klarkommen. Muss aber nicht sein. Was mir vorschwebt ist eben ein sichtbares und verständliches Signal des Browsers (z.B. wenn man schon mehrmals auf eine bestimmte Seite gesurft ist), dass die Seite auch abonniert werden kann. Klickt man, so wird einem zur Auswahl gestellt, wo das Abo im Reader hingepackt werden soll (welcher Ordner/Tag) ODER ob man es in iGoogle abonnieren will. Und das, ohne die Seite verlassen zu müssen. Dass man nämlich von der Seite auf den Reader oder igoogle umgeleitet wird, ist streng genommen auch eine Frechheit.

  • Jan

    02.02.09 (20:30:02)

    Ich frage mich ja, ob aus der Tatsache folgt, das kein normaler Mensch (Geeks und Poweruser mal außen vor) eine Web-API benutzt automatisch folgt,das sie unnütz sind. Ich dachte auch ehrlich gesagt die würden sich in erster Linie an Geeks und Poweruser richten, die sie nehmen können und sinnvoll in was anderes umwandeln können, das dann einfach zu bedienen ist. Ich administriere z.B. ein kleines Netzwerk, in dem eine Groupware für Mail, Kalender etc. installiert ist und ein Wiki und ein Blog. Die wichtigen updates (Neue Wiki-Artikel, Blog-Kommentare) lassen sich ganz hervorragend per RSS in die Groupware einbinden. Da sehen sie dann aus wie E-Mails (die verstehen die Leute) und enthalten HTML-Links. Damit benutzen die Leute in dem Netz die ganze Zeit RSS. Nur taucht RSS nirgendwo auf. Es erleichtert, aber direkt mein Leben. Ja, waren also API und Feeds jemals für was anderes gedacht, als solche Anwendungen? Wenn ja, dann haben sie wohl auch komplett die visualisierungsebene vergessen. Ich lese die Posts, die ich bei Google Readder aboniert habe immer auf der Webseite. Warum? Ich brauch da auch was fürs Auge.

  • Helge Städtler

    02.02.09 (23:35:36)

    Ich hab den Beitrag gerne gelesen. Das System KISS (Keep it simple stupid!) überzeugt mich schon seit Jahren. Ich kaufe einfach kein Zeug mehr, das mir zu kompliziert ist. Meine Waschmaschine hat einen Statusbalken wie lange es noch dauert, das ist für den Waschmaschinenmart schon eine Revolution. Vorher konnte man nur raten, wie lange es wohl noch dauert bis die Wäsche fertig ist. Ebenfalls tolle Beispiele sind Fahrkartenautomaten. Die sind teilweise sowas von grottig schlecht zu bedienen, haben aber dennoch Erfolg. Denn merke: Wenn man z.B. Deutsche Bahn AG heißt und das Monopol hat, dann kann das Zeug ruhig schlecht zu bedienen sein, die Leute nutzen es dennoch. Das mit den API's sehe ich anders. Wer heute keine API's anbietet, verschließt sich der Kreativität, die andere haben, um mit den eigenen Daten etwas Neues zu schaffen. Damit schließt man ziemlich viel Kreatives von vornherein aus. Und klar, API's sind für geeks, vielleicht sind das nur 1% der User, aber eben die TOP 1 Prozent!!! Dinge einfach und elegant halten hat noch nie geschadet. Wenn ich einen Ferrari bekommen kann, dann will ich da auch nicht viel dran rumbauen, weil er eben schon perfekt ist. Hab ich dagegen einen Opel Corsa, dann könnte das eine oder andere Ergänzungsteil vielleicht die Sache hübscher machen. In dem Fall ist eine Unterstützung von Standards (zwecks passender Tuningteile) der Schlüssel zum Erfolg. Beim Ferrari kann alles völlig proprietär sein, es ist a schon perfekt!

  • Timo Reitnauer

    03.02.09 (00:10:14)

    Sehr gut geschriebener Artikel, den ich mit einem Praxisbeispiel unterstreichen möchte. Ich bin Mitgründer des Domain-Registrars iWantMyName, der sich dieses Problems für Domainregistrierung annimmt. Vereinfachung stand bei uns an allererster Stelle. Wir haben bewusst Features weggelassen, die es dem User schwierig machen, den Prozess zu verstehen. Die Ähnlichkeit zu Google mit der Suchbox ist durchaus gewollt und fokussiert sich wirklich nur auf die Suche nach freien Domainnamen. Keine anderen Produkte, wie Webhosting, SSL-Zertifikate oder Sonstiges. Um es mit dem Toasterbeispiel zu vergleichen: Domain eingeben, Knopf drücken, Bestellung abschicken. Klar, es wird noch ein Account benötigt, aber auch das versuchen wir zu optimieren. Mit anderen Login-Möglichkeiten wie OpenID, FB Connect und ähnliches haben wir noch nicht mal angefangen. Die Vereinfachung hört jedoch nicht bei der Domainregistrierung auf: Auch die Konfiguration der Domains haben wir weiter vereinfacht. Wer z.B. Google Apps auf seiner Domain "installieren" will, macht das per Knopfdruck, anstatt sich mit MX-Records, CNAMEs oder was auch immer an DNS-Records existiert rumzuschlagen. Denn wieviel Prozent der User haben diese Begriffe jemals schon gehört? Dieses werden wir für alle möglichen Anwendungen, die auf eine Domain gelegt werden können durchziehen. Gerade Domainregistrare sind bekannt für die schlechte Bedienbarkeit (oder grottenschlechte Superbowl-Werbung ;)). Für uns war es an der Zeit das zu ändern und die ersten Reaktionen geben uns recht.

  • Daniel Niklaus

    03.02.09 (01:28:02)

    Einfachheit kommt oft erst mit der Zeit. Selten bis nie ist eine Technologie am Anfang einfach zu bedienen. Im Gegenteil. Vor der Maus gab es die Lochkarte und die Tastatur. Erst als sich Computer anfingen auf breiter Front durchsetzten, wurden die Systeme vereinfacht. Denn auch die Entwickler müssen zuerst lernen, wie sie Technologie einfacher gestalten. Und hier sehen wir einen Systemeffekt. Je grösser das Interesse für eine Technologie/Idee, desto schneller wird sie vereinfacht. Eine Technologie die für wenige Interessant ist, bleibt also viel länger kompliziert und setzt sich womöglich nie durch. Hilfreich für diese Diskussion ist die Diffusionstheorie. In diesem Modell wird aufgezeigt, wie wir uns in 5 Schritten entscheiden, ob wir eine Innovation testen, implementieren und dann auch weiterhin nutzen. Einfachheit ist, in der Phase wo wir eine Einstellung zur Innovation entwickeln, ein entscheidendes Kriterium.

  • Oliver Springer

    03.02.09 (18:50:59)

    Ja, Einfachheit ist wichtig - und das nicht nur im IT-Bereich, sondern überhaupt, gerade in einer immer komplexer werdenden Welt. Gerade RSS halte ich allerdings nicht für ein Beispiel für zu viel Komplexität. Zum einen hat sich bei den Browsern ja inzwischen einiges getan, um RSS zu nutzen, braucht es nicht mehr zwingend ein Add-on. Ich behaupte sogar, dass die Nutzung von RSS nicht schwerer als die Nutzung von Bookmarks ist. Also daran, dass hier zu viel Komplexität im Spiel wäre, hakt es nicht. Es ist z. B. viel schwieriger, in Outlook seine E-Mail-Einstellungen vorzunehmen, als RSS zu nutzen. Es fehlt vor allem an der Bekanntheit bzw. an der Vermittlung der Vorteile. Und das Begriffschaos ist ebenfalls nicht hilfreich. Mit einem knuffigen Begriff wäre die Technik ebenfalls schon viel weiter. Widersprechen möchte ich außerdem hinsichtlich Facebook Connect, Google Connect, OpenID, Open Social. Gerade weil darüber eine enorme Vereinfachung möglich ist, stehen die Chancen darauf, dass eines oder mehrere dieser Systeme sich auf ganz breiter Basis durchsetzt / durchsetzen. Der Nutzen ist überdies sehr leicht zu erklären. Nur der Umstand, dass es mehrere große, miteinander konkurrierende Lösungen gibt, schafft eine ungünstige Komplexität.

  • Max2

    04.02.09 (01:07:05)

    Ich möchte Herrn Goldi kurz noch Kontra geben mit einem Zitat von David Weinberger: "Wie lösen wir das Problem von zuviel Information? In dem wir noch mehr Information schaffen." Er meinte damit bekannte Techniken wie Meta-information, Tags, Lifestreams, RSS, Semanticweb, Multi-Devices, etc. Ich fasse es gaaaanz einfach(!) so Zusammenfassen, nämlich so einfach wie das Gehen: Rechter Fuß = Komplexität Linker Fuß = Simplizität Und jetzt schön abwechselnd: links, rechts, links, rechts, usw. uns so kann man wieder laufen ;-) (Hab ich im Altenheim-Zivildienst so gelernt)

  • ben_

    04.02.09 (11:04:13)

    Danke! Aus meines Herzens Herzen: Danke! Schön, dass Du noch da bist.

  • Stefan

    04.02.09 (14:29:46)

    Gutes Beispiel: Videotext Super innovationsarm, hat sich seit sonstwann nicht weiterentwickelt, aber ich kann es einfach und unkompliziert mit der Fernbedienung nutzen. Irgendwelchen teuren, schweren ABO-Internet-Settop-Dinger hingegen nicht.

  • Dr. Azrael Tod

    05.02.09 (00:46:56)

    mieses Beispiel: Videotext hat sich bis heute nicht wirklich durchgesetzt, die wenigsten nicht-technikfreaks wissen überhaupt was diese Taste auf ihrer Fernbedienung tut und noch viel weniger nutzen es. Ich sehe die Reichweite von Videotext nach all den Jahren noch immer erheblich geringer als von einzelnen Web-Angeboten da draußen, wie Twitter oder Facebook die es noch nichtmal einen Bruchteil der Zeit gibt.

  • Tobias

    05.02.09 (10:49:38)

    Keine Zustimmung! Ich kann die Schlussfolgerung überhaupt nicht nachvollziehen. Natürlich muss ein Interface einfach sein. Natürlich muss eine Applikation eine einfache Botschaft haben, die sich gut kommunizieren lässt. Und wahrscheinlich ist die Strategie von 37signals, Einzelprodukte anzubieten, die einzeln zu bewerben und dann intern zu verknüpfen, wirklich sehr gut und zukunftsweisen. Aber was hat das ganze mit der Technik im Hintergrund zu tun? -- So ein quatsch. Beispiele: Google Maps ist einfach, ja, aber wäre es erfolgreicher, wenn es keine API hätte oder keine DEV-Networks? -- Nein. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun und es sind zwei völlig unterschiedliche Zielgruppen. Trotzdem profitiert der Endokunsument (und damit Google) von der positiven Presse, die durch die Möglichkeiten für Teckis entstehen. Wäre Facebook erfolgreicher, wenn es keine Application-Plattform hätte? -- Nein. -- Natürlich braucht eine neue Technologie wie die bei Facebook Zeit, um sich zu beweisen. Trotzdem ist Facebook erfolgreich. Wäre Twitter erfolgreicher ohne API? -- Nein, im Gegenteil! Die Geist von Twitter ist, vernetzt zu sein ... und selbst wenn es nur einen Nutzer gäbe, der eine iPhone-APP braucht, nutzt das Twitter extrem aufgrund der positiven Kommunikation. Wäre Flicker erfolgreicher ohne die API? -- Nein, es gäbe es gar nicht in dieser Form. Und Apple? Apple macht ein super einfaches TODO-System in seinem Mail. Es bietet aber auch eine Schnittstelle für andere Entwickler. Erst das macht das Apple-TODO-System so genial... das gleiche bei Spotlight und der Schnittstelle, über die andere Apps ihre Dateien in die Such einklinken können. Soll der Endkonsument das sehen? Natürlich nicht. Aber gerade DAMIT er es nicht sehen muss, braucht man die "Poweruser-Mentalität" im Hintergrund. Erwartest du wirklich, dass eine neue Technologie wie OpenID direkt losstartet wie eine Rakete? -- Natürlich nicht. Aber sollte man deswegen aufhören, sie zu testen? --- Natürlich nicht. Und wenn Google und Plaxo es jetzt schaffen, OpenID einfacher zu machen... um so besser. Dann wird es auch endlich für Endkonsumenten nutzbar. Bitte helft mir: Vor dem Hintergrund dieser Gegenbeispiele: Was ist die Botschaft des Artikels, die in den Kommentaren so begeistert aufgenommen wird? PS: Zum Thema Twitter-API: "Auf der API ist zwanzig mal mehr Traffic als auf unserer Website!" sagt Twittergründer Biz Stone beim Elektrischen Reporter http://www.siggibecker.de/blog/transkript-des-interviews-mit-biz-stone-beim-elektrischen-reporter/

  • MacMacken

    05.02.09 (10:51:56)

    Und Apple? Apple macht ein super einfaches TODO-System in seinem Mail. Es bietet aber auch eine Schnittstelle für andere Entwickler. Erst das macht das Apple-TODO-System so genial… Seltsam, dass dieses geniale System wenig genutzt wird und stattdessen zusätzliche Programme auf dem Mac dominieren … Könnte es an zahlreichen Macken liegen, beispielsweise der fehlenden Synchronisation mit iPod und iPod Touch? Und kann man erledigte Aufgaben in Apple Mail mittlerweile ausblenden lassen? Vor einigen Monaten noch war es leider nicht möglich.

  • Max2

    05.02.09 (11:19:46)

    @Tobias Ja Danke, ich bin in meinen vorigen Kommentaren etwas oppositioneller, zumindest soweit mich das technische Verständis trägt. Soweit ich Herrn Göldi von vergangenen Artikel kenne, vermute ich eine provokative Intention, reduziert auf die Perspektive der End-Consumer. Zu Apple noch kurz, ich hatte die Erfahrung, sobald man an OSX erweiterte Einstellungen zB. Boot- oder Startup-Optionen ändern möchte und die oberste UI-Ebene verlassen muss, wird es plötzlich richtig kompliziert, mehr als in Windows oder Linux (wo mir ein eigenes Setting, alleine wegen der Community immer am leichtesten fiel). Dass betrifft halt aber auch max. 5% der OSX User, der Rest läßt alles wie es und freut sich, nix gegen Freude im allgemeinen.

  • Andreas Göldi

    05.02.09 (14:37:10)

    @Tobias: Wir haben da schon die gleiche Meinung, keine Angst. Mein Punkt ist ja gerade: Wenn die komplexe Technologie im Hintergrund bleibt und das Frontend sehr einfach ist, dann ist das der Idealzustand. Siehe z.B. Apple AppStore fuer das iPhone: Das ist ohne jeden Zweifel ein extrem komplexes System, aber absolut idiotensicher zu bedienen, wie der Erfolg ganz klar beweist. Das hat aber vorher ein Jahrzehnt lang kein anderer Handy-OS-Hersteller auch nur ansatzweise hingekriegt. Was ich kritisiere, ist der Feature-Kult in der Webszene, wo Facebook in den Himmel gelobt wird, *weil* es eine App-Plattform bietet und Twitter verehrt wird wegen seinem API. Diese Dinge sind aber irrelevant, so lange sie nicht beim durchschnittlichen Enduser ankommen. P.S. den Artikel ueber Twitters angeblichen API-Traffic habe ich oben schon kommentiert. Glaube ich erst, wenn ich unabhaengige Trafficanalysen sehe. Ausserdem ist da immer die Frage, was man zaehlt. Wenn man jeden Pagehit gleichsetzt (d.h. ein automatischer API-Zugriff = ein Pageview eines realen Users), dann kann das schon sein, aber das ist eine voellig irrelevante Aussage, da ein API-Zugriff nicht gleich eine User-Interaktion ist. Wichtige Regel: Glaubt nicht alles, was Firmen so erzaehlen. Gerade in den USA nimmt man es mit der inhaltlichen Praezision gern etwas lockerer.

  • Tobias

    05.02.09 (14:55:29)

    @Andreas: OK, dann stimme ich dir zu. -- Leider kommt das IMO in deinem Artikel nicht richtig rüber. Zwei Gedanken: 1. Feature-Kult: Ich las kürzlich Donald Normans 'Unsichtbaren Comuputer'/Invisible Computer... er analysiert darin den Lebenzyklus von Produkten und macht deutlich, dass jedes Produkt den Feature-Zyklus durchmacht und erst viel später in den UX-/Erlebnis-/Marken-Zyklus einsteigt. Ein Aha-Erlebnis für mich, weil es mir klar machte, warum das, was wir im Computerumfeld erleben, so ist, wie es ist... -- und wohin es sich genau jetzt gerade entwickelt. 2. Ja, es reden viele über API und Mini-Apps. Aber das hat nichts mit den Endkonsumenten zu tun. Dort kommt nur an: Facebook ist toll, dass sagen auch all die modernen Blogs und Techies... und die müssen es ja wissen. Der Endnutzer nutzt es aber dann nur mit den alten Feature. Die Mini-Apps sind für diese Zielgruppe nur Marketing-Element. -- Und aus diesem Gesichtspunkt völlig legitim! "Wichtige Regel": Positive Kommunikation ist positiv, auch wenn die Empfänger ihren Inhalt nicht verstehen oder nutzen. Ja, es gibt Menschen in der Webszene, die diese Differenz nicht verstehen ... aber all die Apps aus deine Beispiele haben es verstanden.

  • Stefan

    05.02.09 (20:36:54)

    @DrAzrael: Wenn es um die Einfachheit geht, ist Videotext ein gutes Beispiel. Ich muss mich weder konnektieren, noch ein Abo abschließen, noch mehr als 3 Ziffern eingeben, noch Gebühren zahlen, noch aus dem Sessel aufstehen.

  • Max2

    05.02.09 (21:24:57)

    Teletext ist Plattformübergreifend, was auch immer das bringen soll: http://teletext.orf.at

  • Cornelius

    05.02.09 (22:28:59)

    Ohne alle Kommentare gelesen zu haben, muss ich einem Punkt stark widersprechen. Mit einer API und Offenheit (z.b. Anbieten von Feeds für Entwickler) spricht man nicht direkt den Entwickler als Nutzer an, sondern der Entwickler soll Anwendungen schaffen, die anderen Leuten einen Mehrwert bringen. Mit Tagcrumbs bieten wir eine API an mit dem Ziel, dass Nischenanwendungen oder neue Eingabe-Interfaces geschaffen werden, die EINFACHER und VERSTÄNDLICHER sind, als bestehendes. Es geht um Reichweite bei technischen Dingen wie RSS Feeds oder APIs und es betrifft absolut nicht unser Webinterface, welches hoffentlich eine hohe Usability aufweist. Im allgemeinen stimme ich aber vielen Beispielen im Eintrag zu, aber doch ein wenig zu pauschal die Kernaussage. Gruß, Cornelius.

  • Dr. Azrael Tod

    05.02.09 (23:23:20)

    @Stefan Meiner Erfahrung nach ist das ein Trugschluss.. das Bedienkonzept mag durchaus einfach sein, doch ist es für die meisten Menschen ohne Anleitung unverständlich was da gerade für Zahlen über den Bildschirm rattern, warum nur alle paar Tastendrücke überhaupt irgendwas passiert (die 3 Ziffern am oberen Rand übersieht man schnell) und wie das Bedienkonzept für die 4 farbcodierten sondertasten gedacht ist, habe ich selbst auch erst nach Jahren verstanden. Dagegen ist RSS als häufig gebrachtes Negativbeispiel noch harmlos.

  • Daniel Niklaus

    06.02.09 (07:36:40)

    Wir lieben nicht nur einfach zu bedienende Produkte, wir lieben auch simple Antworten auf komplexe Fragen. Warum hat zum Beispiel Google Erfolg? Dieser Artikel begründet den Erfolg mit dem einfachen Bedienfeld. Deming würde das Qualitätsdenken in Bezug auf Geschwindigkeit, Suchresultat und Zuverlässigkeit hervorheben. Wobei Porter wohl auf die besonderen Schwächen der Mitbewerber wie Altavista und Microsoft hinweist. Belbin erhebt den Finger und weist auf das Team um die Gründer hin. Wobei das Schreiber Team von Corporate-Level Strategy wohl auf Sequoia Capital und deren besondere Fähigkeiten hinweist. Für Al Ries und Jack Trout ist klar, der Erfolg liegt einzig an der fokussierten Positionierung von Google. Quatsch wendet da Malcolm Gladwell ein, der Hauptgrund für den Erfolg ist im Jahrgang der Gründer zu finden. Im Jahrgang der Gründer? Wohl eher weil Google eine lernende Organisation ist kommt von Peter M. Senge. Jeffrey Pfeffer und Robert Sutton stellen die harte Frage: hat Google Erfolg wegen diesen hier aufgezählten Gründen oder trotz der aufgezählten Gründe. Nochmals Peter M. Senge: ist Google wirklich Erfolgreich? Schauen wir in 20 Jahren.

  • Stefan

    06.02.09 (10:50:44)

    "Dagegen ist RSS als häufig gebrachtes Negativbeispiel noch harmlos." Nun ja, für RSS musst du zunächst den PC hochfahren, einen Computer bedienen, die Software etc. Fernseher schaffen da schon mehr. Einfachst ist Videotext nicht aber einfacher als die meisten Sachen, deswegen ja jetzt immer noch genutzt (obwohl alt, statisch etc.). Das ist dann der Grund warum man vereinzelt viel bessere Produkte oder das Internet in manchem Fall nicht nutzt, sondern auf ein einfacheres Produkt (Videotext) mit weniger Funktionen zurückgreift.

  • Oliver Springer

    06.02.09 (18:21:20)

    Jetzt wird aber wirklich übertrieben! Schon die Begründung, dass RSS zu kompliziert sei, leuchtet mir nicht ein. Nun auch noch den Teletext für zu kompliziert zu erklären, als dass ihn normale Menschen bedienen könnten, geht wohl stark an der Realität vorbei. Wenn man manche Kommentare hier liest, müsste man sich fragen, wie die Leute, die durch den Komplexitätsgrad beim Telext überfordert sind und deshalb (!) auf eine Nutzung verzichten, bloß ohne persönlichen Pfleger durchs Leben kommen. @Daniel Niklaus: Guter Punkt. Allerdings dürfte die Einfachheit für Google schon ein sehr wichtiger Faktor sein. Komplexität im Hintergrund ist irrelevant, der normale User muss einen Service einfach handhaben können. Wie kompliziert die Vorgänge im Inneren sind, interessiert ihn nicht und er bekommt das auch nicht mit. Da sind wir übrigens wieder bei der Google-Suche: Der User denkt nicht darüber nach (vielleicht sollte er das, aber egal an dieser Stelle), wie die Suchergebnisse zustande kommen. Er tippt was ein und bekommt für ihn nützliche Treffer. Im Hintergrund treibt Google allerdings einen hoch komplexen Aufwand.

  • Ralph

    07.02.09 (09:36:14)

    Googles initialer Erfolg hat auf diesem Prinzip gegründet: Ein Logo, ein Feld und ein (relevanter) Button. Mehr braucht die Mehrheit bei Google tatsächlich nicht.

  • wosis

    12.02.09 (10:16:14)

    Ich finde den Artikel schwach, vor allem undifferenziert. Man kann doch nicht alles in einen Ich finde den Artikel schwach, vor allem undifferenziert. Man kann doch nicht alles in einen Topf werfen von dem man nichts versteht. Genauer eingehen möchte ich auf folgenden Absatz: Ins natürlich gleiche Kapitel gehören Facebook Connect, Google Connect, OpenID, Open Social und wie sie alle heißen: Alles spannende Konzepte, aber noch bei weitem zu komplex für den Mainstream. Google Friend Connect (nicht Google Connect), Facebook Connect und OpenId versuchen sich als Identity Provider im Netz, für jeden der drüber nachdenkt ein riesiger Markt. OpenId ist zu komplex zu bedienen da muss ich zustimmen. Facebook Connect und Friend Connect sind „ein klick“ einfach zu benutzen. Open Social ist ein Standard zum bauen von Applikationen in Social Networking Webseiten und wirklich nur für Betreiber von solchen Seiten und Entwickler solcher Applikationen relevant. Die Aussage OpenSocial sei zu komplex für den Mainstream mach keinen Sinn. Topf werfen von dem man nichts versteht. Genauer eingehen möchte ich auf folgenden Absatz: Ins natürlich gleiche Kapitel gehören Facebook Connect, Google Connect, OpenID, Open Social und wie sie alle heissen: Alles spannende Konzepte, aber noch bei weitem zu komplex für den Mainstream. RSS löst ein Problem, das nicht viele Leute haben, damit bin ich einverstanden. Google Friend Connect (nicht Google Connect), Facebook Connect und OpenId lösen ein Problem, dass immer mehr Leute haben: Zu viele Accounts auf zu vielen Seiten. Diese Dienste dienen als Identity Provider und der Endnutzer

  • aka-a

    31.03.09 (11:04:50)

    Super artikel, die leute wollen konsumieren, sich nicht quälen.es gibt durchaus noch menschen, die versuchen sich mit ihrem windows benutzernamen und ihrem passwort bei foren oder diensten oder whatever einzulocken, und das nicht weil sie doof sind - im gegenteil das sind leute die auf ihrem gebiet richtig erfolgreich sind und nun einen einstieg suchen. wenn das nicht gleich klappt haben die keinen bock mehr, da ist dann geld in der regel nicht das problem die greifen dann zu den oben genannten applikationen, die die kinderleicht zu bedienen sind und kinder sind sie ja da auch auf ihre art. und der gedanke, oder der ansatz, dass das einfache das gute ist, oder das aufs wesentliche reduzierte zieht sich durch alle kulturen und religionen. und wer den 100.000 verschiedene accounts wahnsinn mitmacht, mei---selber schuld! salut

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