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08.06.10

Apple App Store: 150 Millionen Nutzer kaufen Apps & Inhalte mit einem Klick

150 Millionen Menschen haben ihre Kreditkartendaten in Apples iTunes Store/ App Store  hinterlegt und können mit einem Klick Transaktionen durchführen. Ein beachtlicher Erfolg.

Die Nutzer für Webdienste und -inhalte bezahlen zu lassen, ist deshalb so kompliziert, weil es an einheitlichen Zahlungssystemen mangelt, weil es Anwender Zeit kostet, weil es Sicherheitsbedenken geben könnte und weil gerade bei kleinen Summen die Transaktionsgebühren hoch sind.

Wer jedoch Anwendungen für Apples gerade in "iOS" umbenanntes Betriebssystem entwickelt, muss sich um all diese Aspekte kaum Gedanken machen. Denn mit dem iTunes/ App Store ist es dem Computer- und Unterhaltungskonzern gelungen, eine universelle Transaktionsplattform zu errichten, die den Aufwand für Anwender und Programmierer minimiert, einigermaßen sicher ist (hoffentlich) und auch Micropayments ermöglicht - sofern Entwickler mit Apples 30-prozentiger Umsatzbeteiligung einverstanden sind.

Ob das Apple-System dabei am Ende für alle Beteiligten tatsächlich die beste Lösung ist, darüber kann man sicherlich geteilter Ansicht sein. Die massive Verbreitung jedoch muss ohne Zweifel als Vorteil gegenüber anderen Ansätzen gesehen werden. Im Rahmen seiner gestrigen WWDC-Keynote verriet Apple-CEO Steve Jobs unter anderem, wie viele Konsumenten mittlerweile ihr iTunes-/ App Store-Konto mit Kreditkartendaten verknüpft haben: 150 Millionen (inwieweit hier auch andere Zahlungsmittel einbezogen werden, ist unklar - eventuell gibt es also sogar noch mehr zahlende Kunden).

Das ist eine beeindruckende Zahl, die bedeutet, dass 150 Millionen oder mehr Menschen weltweit Applikationen und Content mit einem einzigen Klick käuflich erwerben können (und dies offensichtlich auch eifrig tun). Nur wer eine Bezahllösung anbietet, die von Konsumenten nicht mehr als einen Klick erfordert, kann sicher sein, die maximale Zahl an potenziellen Käufern für sich gewinnen zu können. Davon ist auch PayPal weit entfernt.

Da bisher nur Nutzer und Entwickler von Apples Ökosystem profitieren können, die sich innerhalb der "Applesphäre" bewegen, wird natürlich ein großer Teil der Webnutzer, Programmierer und Inhalteanbieter von der Partizipation ausgeschlossen. An der Tatsache, dass Apple hier ein großer Wurf gelungen ist, der beachtliche Netzwerkeffekte in Gang gesetzt hat, ändert das jedoch nichts.

Spannend bleibt die Frage, ob Googles kürzlich angekündigter Chrome Web Store - womöglich in Verbindung mit dem an Bedeutung gewinnenden Android Market - eine ähnliche Erfolgsgeschichte einleiten wird. Mit dem Angebot, das im Laufe des Jahres starten soll, will Google das Installieren von Applikationen direkt im (Chrome)-Browser ermöglichen. Drittanbieter können dann Anwendungen entweder gratis oder gegen Entgelt vertreiben, die Zahlung wird über Checkout laufen, Googles eigenes, bisher außerhalb der Google-Welt kaum verbreitetes Bezahlsystem. Im Gegensatz zum Apple-Ansatz kann Checkout jedoch von jedem Händler und Dienstleister integriert werden...

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