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30.05.13Leser-Kommentare

App.news: Die erste "Killer-Anwendung" für App.net

App.net, das Freemium-Pendant zu Twitter, setzt auf die Entwicklercommunity. Doch bisher mangelte es an "Killer-Apps". Mit dem Social News Reader App.news ändert sich dies. Auch wenn er auf den ersten Blick nicht so aussieht.

Im Gegensatz zum heutigen Twitter dreht sich bei dessen Freemium-Kontrahenten App.net alles um die Drittanbieter-Apps. App.net-Gründer Dalton Caldwell hat sich zum Ziel gesetzt, mit allen Mitteln eine florierende Entwickler-Community zu erschaffen, die vielseitige Anwendungen rund um den noch jungen Dienst mit seinen jetzt rund 100.000 registrierten Nutzern programmiert und damit auch ein Alleinstellungsmerkmal zum großen Vorbild herausstellt. Was dem Service jedoch bisher fehlte, war eine "Killer-App". Eine Anwendung, die Usern den Mehrwert von App.net über das simple Veröffentlichen und Lesen von Updates hinaus illustriert und für sie einen Grund darstellt, sich intensiver mit dem Twitter-Wettbewerber auseinanderzusetzen.

Mit glaube ich, dass erstmals eine an das App.net-Ökosystem angeschlossene Applikation die Bezeichnung einer Killer-App verdient - zumindest aus Sicht von am Digitalgeschehen interessierten Nutzern im Besitz eines iPhones oder iPads, die bereit sind, sich nicht zu sehr vom ersten Eindruck beeinflussen zu lassen. Dieser nämlich fällt wenig positiv aus, da es sich bei App.news um ein ziemlich hässliches Stück Software handelt. Doch wer deshalb nicht gleich aufgibt, wird mit einem äußerst praktischen Newsreader belohnt, der sicherstellt, dass künftig kein Mangel an lesenswerter, abwechslungsreicher Lektüre aus der ereignisreichen Welt von Technologie und Internet mehr herrschen wird. App.news liefert einen schnellen Überblick über Artikel, die von der App.net-Community in Posts veröffentlicht wurden. Die Anwendung separiert dabei zwischen dem Stream der von einem selbst bei App.net gefolgten User sowie einem mit Linkempfehlungender der gesamten Nutzerschaft. Die App listet dazu chronologisch die Überschriften der jeweiligen Beiträge auf. Ein Berührung des Displays führt zu einem längeren Textanriss sowie dem Status-Updates des jeweiligen App.net-Nutzers. User können von hieraus entweder die Originalquelle ansteuern oder sich den Artikel in voller Länge als Nur-Text-Version darstellen lassen. Eine derartige Funktionalität ist von Später-Lesen-Services wie Instapaper, Pocket und Quote.fm her bekannt. Dank dieser Möglichkeit ist App.news nicht nur eine ideale Anwendung, um Leseempfehlungen zu finden, sondern auch, um Texte direkt und ohne Ablenkung lesen zu können. Dank Integration mit Instapaper und Pocket lassen sich Artikel auch dorthin transportieren. Weiterhin können Links bei App.net, bei Twitter oder bei Facebook publiziert werden, direkte "Reposts" (die App.net-Version des Retweets) sind ebenfalls möglich.

App.news

Die vom französischen Entwickler David Bonnefoy programmierte Applikation profitiert von der derzeit sehr homogenen Zusammensetzung der App.net-Nutzerschaft. Bei wem die eigenen Follower keine interessanten Links posten, der kann ruhigen Gewissens in den globalen Stream wechseln, ohne dort mit Nonsens und Texten über Justin Bieber bombardiert zu werden. Stattdessen liefert entspanntes Scrollen zu jeder Zeit ein Arsenal an lesenswerten Beiträgen von häufig renommierten Nachrichten- und Magazinquellen zu Tage, während die sich an anderer Stelle im Web einem aufdrängenden Beiträge der Tech-Massenmedien nur spärlich vertreten sind. Mit zunehmendem Ansteigen der App.net-Anwenderzahl - sollte es denn eintreten - wird sich dies freilich ändern, weshalb ich App.news-Macher Bonnefoy vorschlug, er solle Filter mit White- und Blacklisten einbauen, um spezifische Quellen und Stichwörter ignorieren oder speziell hervorheben zu können. Eine Hashtag-Suche, die nur Beiträge mit einem bestimmten Stichwort liefert, existiert bereits. Außerdem hat Bonnefoy erfreulicherweise einen Sprachfilter eingebaut, der verhindert, dass Websites mit Links zu nicht von einem beherrschten Sprachen im Stream auftauchen.

Konzeptionell erinnert App.news an bekannte, auch auf Twitter basierende Social-News-Reader wie Flipboard oder Pulse . Doch diese setzen auf bunte Bildchen und ein hochwertiges Magazingefühl, was zwar die Sinne stimuliert, aber der Eignung als Werkzeug für den schnellen Überblick im Wege steht. Zudem besitzen diese Anbieter aufgrund ihrer bisher erreichten Größe nicht mehr den Luxus, einfach grundsätzlich und ohne geschlossene Kooperationsvereinbarungen mit Medienhäusnern Texte in voller Länge innerhalb der eigenen App präsentieren zu können. Eine Besonderheit, die im Falle eines Erfolgs eine begrenzte Dauer besitzt, aber von Usern bis dahin sicher geschätzt wird. Nicht zuletzt sorgt auch die allgemeine Bessessenheit der App.net-Community mit Technologiethemen dafür, dass App.news derzeit für mich eine deutlich ergiebigere, produktivere Quelle für das Auffinden lesenswerter Lektüre darstellt. Daran ändert auch das grauenvolle Layout nichts, welches bei der Kerndisziplin - dem Lesen - glücklicherweise in den Hintergrund tritt. App.news beinhaltet Anzeigen (App.net selbst verzichtet kategorisch auf Werbung, gestattet es aber 3rd-Party-Apps, ihre Anwendungen zu vermarkten), per In-App-Kauf für 2,69 Euro lassen sich diese entfernen. /mw

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Kommentare

  • nachtsonnen

    30.05.13 (10:52:48)

    Ähnlich und optisch etwas netter ist Goldfinch https://itunes.apple.com/de/app/goldfinch/id561541928?mt=8 Die App sammelt auch bei anderen Diensten, ist Leider dafür in den Exportfunktionen etwas eingeschränkt.

  • Martin Weigert

    30.05.13 (12:26:45)

    Danke, klingt natürlich noch besser. Nur man kauft eben die Katze im Sacke. Eine Paid-App dieser Art ist kein ideales Zugpferd bzw. benötigt schon sehr viele Fans, um sich als Killer-App zu profilieren. Egal wie gut sie ist.

  • Karsten Werner

    30.05.13 (16:04:01)

    Gerade Goldfinch gekauft (3,59€) und getestet: Man kann Twitter, App.net und Facebook integrieren. Guter Ansatz, aber die App ist noch nicht ausgereift: Mehrfach probiert, aber die Keyword-Suche funktioniert nicht. Somit leider untauglich, um gezielt zu filtern. Den Preis deshalb leider -noch- nicht wert. Wer allein nur Twitter nach Schlüsselbegriffen durchforsten möchte und dabei auch einen ganzen Katalog an Keywords nacheinander abarbeiten will, ist mit Streamboard (iOS) auch noch gut bedient: Sehr kurze Ladezeiten & angenehmes UI. Nachteil: Keine Exportfunktionen außer Twitter & -E-Mail. Ist also eher für die Eigenrecherche denn als Sharing Tool gedacht. Ich copypaste Links immer manuell nach Instapaper. Geht natürlich auch via Mail, aber darüber sind es ein paar Handgriffe mehr.

  • Egal

    30.05.13 (18:06:59)

    Wer sich für einen schnellen Nachrichtenüberblick interessiert, dem sei NewsK.it hiermit empfohlen. Etwas hübscher als bei App.net gibt es da nen Rundumblick über das was grad in den Medien los ist. http://nachrichten.newsk.it Die News kommen dort von verschiedenen Nachrichtenseiten und Blogs.

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