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04.11.14Leser-Kommentar

anythinx: Ludwigsburger Jungfirma startet Nachrichten-Aggregator für Dinge

Ein junges Unternehmen aus Süddeutschland hat mit anythinx einen Aggregator gestartet, bei dem Nutzer sich einen individuellen Stream aus Nachrichten rund um spezifische Gadgets und Technologie-Produkte zusammenstellen können.

Anythinx

Die Konsummuster der jungen Generationen mögen sich verändern, wie es manche Studien feststellen - dennoch (oder gerade deshalb) fühlen sich Millionen Verbraucher aller Altersgruppen eng zu einigen ausgewählten Gadgets hingezogen. Das trifft ganz besonders auf das Smartphone zu - der ständige Begleiter fast aller im Netz aktiver Menschen -, aber auch auf Computer, Kamera und das Automobil. Spätestens die manchmal unerträglichen, gleichzeitig aber Kultstatus geniessenden Debatten Mac vs Windows, iOS vs Android oder auch Xbox vs Playstation führen vor Augen, mit wieviel Herzblut und Leidenschaft sich manche Technik-Freunde vor ihre Lieblings-Hardware stellen.

Am ungezügelten Gadget-Wahn lässt sich zwar durchaus einiges kritisieren, und der damit zusammenhängende Gerüchte-Journalismus kann mitunter auf den Magen schlagen. Die manchmal gar religiöse Verehrung einzelner Produkte oder Marken bringt aber in jedem Fall ein besonderes Interesse an kontinuierlichen Informationen rund um einzelne Anbieter und Geräte mit sich - worauf die Medien- und Pressewelt mit einem massiven quantitativen Ausbau der Technologie-Berichterstattung reagiert hat. Das Ludwigsburger Startup anythinx bietet nun Personen mit einem ausgeprägten produktspezifischen Informationsbedürfnis eine besondere Anlaufstelle, um sich die tägliche Dosis Gadget-Gossip (oder nützliche Produktmeldungen) abzuholen.

Anlaufstelle für Gadget- und Produkt-News

Unter anythinx.de haben die drei Gründer Adrian Thomys, Erik Lesser und Bernd Graef den “weltweit ersten und einzigen Online-News-Service für Dinge” gestartet. Nach einer kurzen Registrierung können User damit beginnen, einzelne Produkte aus den Kategorien “Autos”, “Smartphones & Co”, “Home Entertainment”, “Foto & Video” sowie “Notebooks & PCs” zu abonnieren. Im Hintergrund sucht der Crawler des jungen Unternehmens aus einer Vielzahl von Nachrichtenportalen und Techblogs die relevanten Artikel hervor und präsentiert diese dann im News-Bereich in einem Pinterest-artigen Rasterformat. Dargestellt werden jeweils ein Foto, die Überschrift und der Textbeginn. Wer mehr lesen möchte, wird zur Originalquelle geleitet

Das Konzept von anythinx basiert für sich genommen nicht auf Hochtechnologie. Als Basis dienen dem Startup RSS-Feeds, die letztlich einfach verschlagwortet und schön verpackt werden. Mit einschlägigen Suchtools wie etwa Google-Alerts oder kommerziellen Medienbewachungswerkzeugen lässt sich die jetzt von anythinx vorgestellte Funktionalität seit Jahren realisieren. Doch genau so, wie erst Facebook und Twitter kommen musste, um den Grundgedanken von RSS zur breiten Masse zu bringen, könnte anythinx das themen- und produktspezifische Nachrichtenmonitoring für neue Nutzerkreise erschließen - Personen, die sich ganz einfach über die in ihren Augen essentiellen Gerätschaften auf dem Laufenden halten möchten - oder über deren Anschaffung sie nachdenken.

Die drei anythinx-Macher betreiben den Dienst aktuell als Nebenprojekt während ihrer Vollzeittätigkeit als Ingenieure bei einem großen deutschen Industriekonzern. An der Ernsthaftigkeit ihres Vorhabens ändert dies aber nichts: Eene GmbH haben sie bereits gegründet. Für März 2015 ist die Aufnahme von externem Kapital anvisiert.

Community-Funktionen kommen

Als Geschäftsmodell schwebt dem Trio ein Mix aus verschiedenen Erlösquellen vor - Werbung, Affiliate, Sponsoring einzelner Kategorien, Premium-Accounts für Hersteller zur Kontaktaufnahme mit Followern sowie Trend-Analyse-Dienste stehen auf der Roadmap.

Aktuell beschränkt sich der Funktionsumfang noch auf das Nötigste. Im nächsten Entwicklungsschritt ist die Einführung von Community-Features geplant, wodurch der Austausch der Nutzer untereinander ermöglicht wird.

anythinx stellt eine interessante Erweiterung der deutschen Tech-Presse-Landschaft dar. Mittelfristige ließen sich die berücksichtigten Themenfelder auch erweitern - das steht im Prinzip bereits im Namen des Startups. Mit den Kategorien Elektronik und Autos zu beginnen, erscheint aber angesichts der eingangs beschriebenen hohen Bindung zwischen Verbrauchern und Anbietern sowie mit Blick auf das hohe Tempo, mit dem sich die Sektoren entwickeln, sinnvoll.

Ein Unsicherheitsfaktor für die Gründer der Firma ist das Leistungsschutzrecht. Bisher nehmen sie eine abwartende Haltung ein. Angesichts der jüngsten Tiefschläge rund um die Gesetzes-Farce ist unklar, wie es in dieser Frage weitergeht. Sollte anythinx aber mit Forderungen konfrontiert werden, bliebe immer noch die Möglichkeit, die zur VG Media gehörenden Quellen aus dem Index zu nehmen. Gerade beim Themenkomplex Technologie schreibt die deutsche Presse ohnehin vornehmlich von den US-Tech-Blogs ab. Der Verlust einzelner "Leitmedien" dürfte sich folglich in Grenzen halten. /mw

Link: anythinx

Kommentare

  • Michael

    05.11.14 (11:47:23)

    Optisch ein interessantes Aggregationstool, eben in der Art wie Pinterest, nur mit Suchen. Für manchen hat das thematisch sicher interessantes Potential. Für mich ist es inhaltlich vorerst eher uninteressant, finde es aber als Vorlage für Newsanbieter generell interessant. Sämtliche Neuigkeiten zu mehreren Suchwörtern in einen Stream packen - sowas würde ich mir sogar für Google News wünschen.

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