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30.01.12

AnteUp: Crowdpark erlaubt spontane Wettduelle zwischen Freunden

Das Berliner Social-Game-Startup Crowdpark hat sich auf Onlinewetten spezialisiert. Mit AnteUp präsentiert das Unternehmen einen Dienst, der spontane Wettduelle zwischen Freunden ermöglicht.

 

Beim Thema Social Games denken die meisten Beobachter der deutschsprachigen Internetwirtschaft vermutlich zuerst an Wooga - was auch nicht verwunderlich ist, immerhin handelt es sich bei dem Berliner Startup um Europas führenden Anbieter für Spiele bei sozialen Netzwerken. Doch in letzter Zeit pirscht sich mit Crowdpark ein weiterer Protagonist aus der Hauptstadt an diesen Markt heran.

Das 2009 von Martin Frindt, Ingo Hinterding, Aleksandar Ivanov und Sascha Stürze gegründete Unternehmen hat sich mit seiner Facebook-App BetTycoon und seinem Dienst Crowdpark.de erfolgreich an der Schnittstelle zwischen Social Games und Onlinewetten positioniert. Laut Firmenangaben ist BetTycoon das beliebteste Wettspiel auf Facebook. Freunde können mit virtuellem Geld Wetten über reale Ereignisse rund um Themen wie Politik, Sport, Technik oder Klatsch & Tratsch abschließen und sich gegenseitig herausfordern. Insgesamt sechs Millionen Euro Venture Capital hat das Startup bisher in zwei Investitionsrunden erhalten.

Trotz der Tatsache, dass es bei den Crowdpark-Spielen kein echtes Geld zu gewinnen gibt, sorgt die gewählte Ausrichtung und die quietsch-bunte Optik von BetTycoon für eine recht spitze Zielgruppe. Und wer nicht ein generelles Faible für klassische Wetten hat, dürfte sich auch von Crowdpark.de mit seiner etwas chaotisch wirkenden Website nicht sonderlich beeindrucken lassen.

Mit versuchen die Berliner nun, soziale Wetten auch solchen Personen schmackhaft zu machen, die wenig Lust darauf haben, mit Spielgeld darauf zu tippen, wie der FC Parma gegen Juventus Turin spielen wird.

anteupBei AnteUp können Nutzer nach einem Login über ihr Facebook-Konto mit Wetten rund um beliebige Ereignisse oder Sachverhalte ihre Freunde herausfordern. Statt innerhalb einer grellen, unübersichtlichen Facebook-Applikation geschieht dies auf einer eigenständigen, minimalistischen und entschlossen strukturierten Website. Den Einsatz können Anwender beim Erstellen ihrer Wette frei bestimmen - als Vorschläge wird ein Kaffee, ein Bier, die Ehre oder eine Massage aufgeführt. Wie ernst der Einsatz gemeint ist, entscheiden die User natürlich selbst. AnteUp überprüft nicht, inwieweit der Wetteinsatz am Ende auch wirklich eingelöst wurde.

Die gewählte Struktur der Wetten erinnert sehr an Amen. Jede Wette besteht aus dem vorgegebenen Satz "I bet [Name des Freundes] for [Einsatz] that [Wette]. Als Wettpartner können sowohl die eigenen Facebook-Kontakte als auch sonstige AnteUp-Mitglieder ausgewählt werden. Facebook-Freunde, die nicht bei AnteUp-Mitglied sind, lassen sich einladen.

Jede Wette erhält eine Profilseite, welche die zwei an ihr beteiligten Nutzer und ihre Position verdeutlicht ( wie beispielsweise hier ). Andere AnteUp-Nutzer können der jeweiligen Position beitreten und in den Kommentaren über die im Mittelpunkt stehende Behauptung oder Annahme diskutieren. Ein öffentlicher Feed zeigt sämtliche Wetten mit momentanen Nutzeraktivitäten. Auf den Profilseiten der Mitglieder signalisieren Statistiken, wie erfolgreich oder erfolglos sie mit ihren Prognosen waren.

AnteUp ist sicherlich kein Webdienst, der die Welt verbessern wird oder den Freiheitskampf von Aktivisten in Diktaturen unterstützen kann. Im Mittelpunkt steht das freundschaftliche Duell mit Bekannten, ohne dass diesem durch den Zwang zum virtuellen Geldeinsatz oder der typischen, nicht jeden Geschmack treffenden Game-App-Optik Hürden in den Weg gestellt werden.

Für Crowdpark stellt AnteUp augenscheinlich ein Experiment dar, was sich auch im noch stark begrenzten Funktionsumfang zeigt. Zum aktuellen Zeitpunkt existiert nicht einmal eine Twitter-Integration. Angesichts der Tatsache, dass hier zu Beginn eindeutig Early Adopter aus der internationalen Tech-Szene angesprochen werden, kann dies als Versäumnis gewertet werden.

Siliconallee.com bezeichnet AnteUp als "süchtigmachend" - was vom "Lobbyblog" der neuen Berliner Startup-Szene aber auch nicht verwundert. Ich kann diesen Eindruck bisher nicht bestätigen, möchte aber auch nicht ausschließen, dass sich dies ändert, wenn mehr der üblichen Verdächtigen aus der Tech- und Internet-Sphäre ihre Freunde und Bekannten über AnteUp herausfordern.

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