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12.12.12

Anstelle von Mappe und Fernbedienung: SuitePad bringt Tablets in Hotelzimmer

Das Berliner Startup SuitePad hat sich zum Ziel gesetzt, alle modernen Hotelzimmer mit iPads oder Android-Tablets auszustatten. Sowohl Gäste als auch Hoteliers sollen davon profitieren.

Rund eine Million Menschen übernachten täglich allein in Deutschland im Hotel. Beim Beziehen ihrer Unterkunft finden sie nicht selten einen Ordner mit Informationen rund um besondere Angebote, Freizeitaktivitäten und kulinarische Erlebnisse vor - sowie ein Telefon, um entsprechende Leistungen in Anspruch zu nehmen. Dass moderne Technologie sowohl für Gäste als auch Hoteliers deutlich mehr Komfort und Effektivität bieten kann, liegt auf der Hand. Tilmann Volk und Moritz von Petersdorff-Campen sind davon ebenfalls überzeugt und haben mit SuitePad ein Startup gegründet, das sich diesem Sachverhalt annimmt.

Das junge, in Berlin ansässige Unternehmen ist zwar insofern anders als die sonst bei uns vorgestellten Startups, da es einen reinen B2B-Ansatz besitzt und anstatt vorgefertigter Preiskategorien ausschließlich auf maßgeschneiderte Angebote für Hotels setzt, die über die SuitePad-Website mit den Hauptstädtern Kontakt aufnehmen. Andererseits werden Tausende oder gar Zehntausende Reisende künftig auf das Produkt von SuitePad stoßen - nämlich dann, wenn sie ihr Hotelzimmer betreten und sie dort ein im Dock stehendes iPad oder Android-Tablet anstrahlt.

"In fünf Jahren wird in modernen Hotelzimmern heute vorhandene Ausstattung, wie Hotelmappe, Prospekte, Wecker und Fernbedienung auf einem Gerät vereint", so die Vision des SuitePad-Duos. Für Gäste erfüllt das von der Firma entwickelte System verschiedene Aufgaben. Es liefert alle wichtigen Informationen zum Hotel und erlaubt die Inanspruchnahme des Zimmerservice sowie das Buchen von Wellness-Anwendungen und örtlichen Aktivitäten. Auch lassen sich Reservierungen in Bars und Restaurants des Hotels tätigen und Nachrichten an das Servicepersonal bezüglich der Reinigung des Zimmers übermitteln. Die Tablet-Software von SuitePad erlaubt zudem das Abrufen eines individuellen Entertainment-Programms sowie das Einkaufen im hoteleigenen Shop, außerdem enthält sie eine Weckfunktion. SuitePad-Tablets funktionieren im sogenannten "Kioskmode" und gestatten nur den Einsatz der SuitePad-App. Selbst nach einem eventuellen Reset des Geräts öffnet sich sofort wieder die SuitePad-Anwendung, was auch vor Diebstahl schützt.

Alle Komponenten des für die Gäste sichtbaren Angebots können vom Hotelpersonal über ein eigenes Backend am PC eingepflegt und aktualisiert werden. Das Startup legt Wert darauf, die Software in die bestehenden Prozesse von Hotels zu integrieren, damit Buchungen und Anfragen direkt an zuständige Mitarbeiter weitergeleitet werden. Besondere Funktionen stellt die Möglichkeit zum simultanen Versand von Push-Benachrichtigungen an alle Gäste dar sowie Statistiken darüber, welche Angebote Gäste über SuitePad in Anspruch nehmen. Geschäftsführer Moritz von Petersdorff-Campen unterstreicht, dass dies lediglich in aggregierter Form geschieht. Das Hotelpersonal sieht also nicht, welcher Gast welche Anwendungen nutzt.

Speziell das Push-Feature bietet Raum für interessanten Kampagnen und Marketingaktivitäten, erlaubt es doch die Verbreitung von Sonderaktionen und speziellen Angeboten in Echtzeit, ohne dass sich Gäste dabei belästigt fühlen. Ein Beispiel wäre etwa ein zeitlich begrenzter Rabatt auf alle Speisen im Hotelrestaurant, sofern dessen Auslastung eine bestimmte Grenze unterschreitet.

Hoteliers, welche die Dienste von SuitePad in Ansprucn nehmen möchten, zahlen einen monatlichen Fixpreis für die Miete der Geräte. Nach Aussage von Moritz von Petersdorff-Campen ist diese besonders bei Android-Geräten sehr erschwinglich.

Eine kurze Websuche zeigt, dass international bereits eine Reihe renommierter Spitzenhotels "digitale Concierge-Dienstes" eingeführt haben, oft eingerichtet vom US-Unternehmen Intelity, dem Marktführer in diesem Segment auf der anderen Seite des Atlantiks. SuitePad ist also nicht alleine mit seinem Konzept, was angesichts der offensichtlichen Vorteile nicht verwundert. im europäischen und deutschsprachigen Raum allerdings existiert eine große Marktlücke, die SuitePad nun zu füllen versucht.

Am heutigen Mittwoch geben die Berliner eine Seed-Finanzierungsrunde bekannt (üblicherweise liegen diese im niedrigen bis mittleren sechsstelligen Bereich). HW Capital, der VC Fonds Technologie Berlin, eine Reihe von Hotelbranchengrößen sowie die DailyDeal-Gründer Fabian und Ferry Heilemann beteiligen sich an dem Startup, das mit dem frischen Geld seine Expansion im deutschsprachigen Raum vorantreiben will. Zu den Hotels, die SuitePad bereits einsetzen, gehören das Mandala Hotel Berlin sowie die Falkensteiner Gruppe. Auch mit Hotels in europäischen Metropolen außerhalb des DACH-Raumes führe man Gespräche, so von Petersdorff-Campen.

Link: SuitePad

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