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13.07.10Leser-Kommentare

Android: Quantität vor Qualität?

Android-Apps sollen sich zukünftig auch ohne Programmierkenntnisse zusammenbauen lassen. Setzt Google bei Android auf Quantität vor Qualität?

 

Googles Android Market, das Äquivalent zu Apples App Store, hat in den vergangenen Tagen einiges an Kritik einstecken müssen. Nicht nur meldeten sich Stimmen, die den hohen Anteil mangelhafter und fragwürdiger Applikationen für das Android-Betriebssystem monierten, auch wurde die Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit einiger Android-Anwendungen in Frage gestellt.

Anders als bei Apples iOS-System werden Android-Apps nicht vor der Veröffentlichung auf ihre Tauglichkeit und Regelkonformität überprüft, was zur Folge hat, dass bei jedem App-Download auf einem Android-Gerät eine geringe Gefahr besteht, sich fehlerhafte oder gar schädliche Software zu installieren.

Nach einem zögerlichen Start hat sich die Android-Plattform in den vergangenen Monaten dennoch gut entwickelt und gewährt Nutzern mittlerweile Zugang zu über 50.000 Applikationen.

Eine umfangreiche Studie zur Fragmentierung im Markt mobiler Betriebssysteme kam kürzlich zu dem Schluss, dass Android das entwicklerfreundlichste aller Smartphone OS ist. Programmierer brauchen durchschnittlich weniger als fünf Monate, um zu Android-Experten zu werden. Beim iPhone und sämtlichen anderen Plattformen dauert es deutlich länger, bis Entwickler den Dreh raus haben.

All diese Aspekte hatte ich im Hinterkopf, als ich gestern von Googles neuem Tool App Inventor las, einer Art App-Baukasten, mit dem jeder per Drag & Drop Android-Anwendungen zusammenbasteln können soll. Programmierkenntnisse benötigt man nicht.

Business Insider orakelt, dass - eine einfache Handhabung vorausgesetzt - auf diesem Weg "eine Zillion neuer Android-Apps entstehen könnten" und dass das offene Google-System so früher oder später mehr Apps bereithalten wird als Apple für sein iPhone.

Das mag stimmen. Und dennoch kann ich die Lancierung des Do-it-yourself-Werkzeugs für Android-Software aus verschiedenen Gründen nicht nachvollziehen.

  • Android ist wie eben beschrieben bereits die Plattform mit der geringsten Komplexität, was sie für Entwickler attraktiv macht.
  • Android hat im Gegensatz zum iPhone ein Problem mit der Qualität seiner Apps, sowohl was die Sicherheit betrifft, als auch verursacht durch die Fragmentierung des Betriebssystems (einige Smartphones laufen noch mit Android 1.6, andere bereits mit der Version 2.2) und die Vielzahl unterschiedlicher Hardware-Geräte, die zum Einsatz kommen.
  • Der Android Market gilt im Vergleich zum Apple App Store als deutlich weniger benutzerfreundlich.

Sollte der App Inventor tatsächlich auf breiter Front angenommen werden und nicht überraschend zu magischen Applikationen führen, die den Anschein monatelanger Arbeit machen, dann könnten die Folgen für den App Market äußerst negativ sein: Während die Zahl der Apps dann explodiert, steigt das Angebot wirklich hervorragender Software nur im bisherigen Tempo an, was letztlich den Android Market zu einem Ramschladen verkommen lässt, in dem Anwender mühselig nach den wenigen Perlen suchen müssen.

Auch wenn Apples Freigabeprozess regelmäßig die Gemüter erhitzt und bestimmte, für Nutzer wertvolle Anwendungen nicht in den App Store lässt (ich denke da natürlich an einen mobilen WLAN Hotspot), sorgt er immerhin für Mindeststandards bei den mehr als 150.000 Anwendungen. Das gute Gefühl, sich ruhigen Gewissens beliebige Applikationen aus dem App Store laden zu können, darf nicht unterschätzt werden.

Neben Zweifeln an dem allein auf Masse ausgerichteten Android-Fokus gibt es jedoch noch ein zweites Fragezeichen im Zusammenhang mit App Inventor: Nicht zuletzt dank HTML5 und leistungsfähigerer mobiler Browser gilt es als sicher, dass die Zukunft des mobilen Internets im Browser liegt und nicht in spezifischen Applikationen, die für jede Plattform neu programmiert werden müssen und in einigen Fällen sogar eine Freigabe durch den Plattformbetreiber erfordern.

Insofern frage ich mich erst recht, wieso Google hier auf ein Pferd setzt, das zukünftig eine untergeordnete Rolle im Mobile-Web-Bereich einnehmen wird, und gleichzeitig die Überflutung des Android Market mit in ihrem Funktionsumfang begrenzten Fließband-Apps zulassen will?!

Wer versteht Google besser als ich und hat Ideen, was das Unternehmen antreiben könnte?

Update: TechCrunch hat App Inventor ausprobiert und kommt zu dem Schluss, dass es durchaus etwas Zeit und Energie kostet, bevor man mit dem Werkzeug Applikationen bauen kann, die über ein einfaches "Hello World" hinausgehen.

Kommentare

  • gis

    13.07.10 (09:03:31)

    Bei aller Kritik an diesem Tool, die ich bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen kann, frage ich mich dennoch, ob irgend jemand da draussen mal genauer hingeschaut und sich die Felder des Formulars genauer angeschaut hat, das man ausfüllen muss, um einen Account zu bekommen? Folgende Felder stehen da: "What is your school or affiliation?", "What is your position or title?" und "How do you plan to use App Inventor for Android?" (K-12 Classroom, University Course, After School Program, Other) mit dem Hinweis:"For educators interested in using App Inventor". Für mich ist der Fall klar: Google möchte damit im Bildungsbereich Fuss fassen, in dem es das Tool zur Verfügung stellt. Damit können Lehrer und Schulen schnell Apps "programmieren" und ihren Schülern zur Verfügung stellen. M.E. richtet sich diese Aktion primär gegen Apple, das versucht, mit dem iPad im Bildungsbereich ebenfalls zu punkten. Meine Kritik an der ganzen Sache ist die, dass Google in seiner (gewohnt) naiven Art das Tool für alle zugänglich macht. Ist das einigermassen schlüssig?

  • Martin Weigert

    13.07.10 (09:09:18)

    Ja das klingt durchaus schlüssig und ziemlich logisch. Eventuell ist das Problem also eher die Kommunikation rund um das Tool. Ganz am Ende der App Inventor Website http://appinventor.googlelabs.com/about/ steht das, was deine These untermauert: "The educational perspective that motivates App Inventor holds that programming can be a vehicle for engaging powerful ideas through active learning. As such, it is part of an ongoing movement in computers and education that began with the work of Seymour Papert and the MIT Logo Group in the 1960s." Aber ganz oben beginnt Google natürlich erst einmal mit "You can build just about any app you can imagine with App Inventor"

  • ymotux

    13.07.10 (09:19:17)

    Diese Diskussion erinnert mich sehr stark an die dauernden Debatten um OpenSource. Wieviel mal habe ich schon gehört, dass es qualitativ sehr schlecht ist, wenn man die ganze Welt an einem Betriebssystem (Linux) werkeln lässt. Und ist es so? Ich bin der Meinung, dass eine restrektive Kontrolle, welche sich nicht nur auf die Qualität bezieht, nicht unbedingt einen Qualitätsvorsprung sichert. Die Qualität reguliert sich auch durch den Anwender. Wenn eine App schlecht ist, spricht sich dies bei den Andwendern sehr schnell rum und die App wird entweder nicht mehr verwendet oder der Entwickler sieht eine Veranlassung darin, diese zu verbessern. Dies führt für den Konsumenten dazu, dass er die grössere Auswahl an Apps hat und so besser das findet, was er wirklich braucht. Der Kunde kann die Qualität besser beurteilen, als wenn ein Konzern ihm die Qualitätskriterien vorschreibt.

  • Martin Weigert

    13.07.10 (09:21:54)

    Ich denke, beide Ansätze können funktionieren. Fraglich ist jedoch, ob es hilft, Hinz und Kunz nun auch noch dazu bewegen zu wollen, Apps zu programmieren. Für Linux gibt es ja immerhin keinen App-Baukasten, oder doch? ;)

  • Patric Schmid

    13.07.10 (09:31:32)

    Ich denke auch das die Haupt-Intention von Google ist, den Einstieg in die App-Entwicklung zu erleichtern. Vor allem im Bildungskontext (=massenhaft zukünftige Entwickler Ressourcen) ... wenn sich mit diesem Tool einfache Apps verwirklichen lassen steigt die Motivation, tiefer in die Entwicklung einzusteigen. Vor allem wenn nicht-entwickler gute Ideen haben lassen sich diese dort "testen". Viele Grüße Patric Schmid

  • Heike

    13.07.10 (11:02:14)

    Mit Apple und Google stehen sich zwei grundsätzlich unterschiedliche Philosophien gegenüber und jeder Nutzer hat die Wahl, sich für das eine oder andere System zu entscheiden. Apple kontrolliert sein geschlossenes System und entscheidet (für mich), was ich bekommen soll und was nicht. Google hingegen sagt einfach...such es Dir aus, es ist Dein Ding. Selbstverständlich ist in dem restriktiven System die (wahrgenommene?) Qualität höher als in dem anderen. Doch ich empfinde den Ruf danach, der Plattformbetreiber möchte doch bitte mir nur ein von ihm, nach eigenen Kriterien vorgefiltertes Angebot machen, sprich das Angebot reglementieren, ein wenig befremdlich. Es ist richtig, dass im Android Market nicht nur tolle, qualitativ hochwertige Apps sind. Und es ist auch richtig, dass die UX bei Google schlechter als bei Apple ist. Aber ich bevorzuge es doch, lieber selbst auswählen zu können, auch wenn das bedeutet, dass ich auch an etwas "schlechtes" geraten kann. Derzeit entstehen verschiedene Tools, die das Finden von guten Apps im Android Market erleichtern werden, z.B. AppAware. Wir werden hier in nächster Zeit noch viel mehr sehen. Was wir für Apps auf jeden Fall brauchen, ist ein wie auch immer ausgebildetes Qualitätskriterium. Google hat so etwas schon einmal für Webseiten etabliert, nannte sich "Page Rank", vielleicht erinnert sich noch jemand? ;-)

  • will

    13.07.10 (11:11:39)

    Ich denke, viel interessanter ist das Kleingedruckte. Heise.de: "Wer den Dienst verwendet, überlässt laut Nutzungsbedingungen Google eine kostenlose Lizenz an den von ihm erstellten Anwendungen."

  • marco

    13.07.10 (14:46:52)

    Klar führt dies zu mehr Schrott Apps, denke jedoch nicht, dass es für den Anwender schwieriger wird "Perlen" zu entdecken. Ob ich jetzt die 10-30 Apps, die mir was bringen aus 10,20 oder 100 tausend Apps finden muss, spielt nicht so ne Rolle. Die Idee von Google dahinter wird wohl sein, 40k neue Schrott-Apps und tausende neue Devs, die es sonst nicht gegeben hätte, führen zwangsläufig auch zu einigen hundert spitzen Apps, dies sonst nicht gegeben hätte. Was ich jedoch überhaupt nicht verstehe, wieso Google den Android Market technisch so hinter her hinken zu lassen, wenn sie Resscourcen haben (haben sie sowieso), um solche Tools zu erstellen, könnten sie auch den Store ein wenig auf polieren.

  • CarstenK

    13.07.10 (14:46:58)

    Das ist der einfache Unterschied von einem Smartphone das programmierbar ist und einem iPod mit Telefonfunktion. Um etwas auf das iPhone zu bekommen muss ich Apple bezahlen und beknien. Um etwas auf ein Smartphone zu bekommen muss ich "nur" programmieren. Um diese Möglichkeit vielen Menschen zu geben, hat Google halt seine Version von Scratch (scratch.mit.edu) veröffentlicht. Genau so wie früher Computern Basic beilag. Apple hat einfach verboten Sprachinterpreter auf seiner Plattform zu veröffentlichen, um jegliche Programmierung durch normale Menschen zu verhindern. Und man sollte nicht vergessen, dass fast alle kostenpflichtigen iPhone-Apps Funktionen nachbilden, die auf einem Desktop oder auch Netbook kostenlos sind. Mein 2 Cent, Carsten

  • Martin Weigert

    13.07.10 (14:52:10)

    Vielleicht die natürliche Folge davon, wenn ein Unternehmen an zu vielen Fronten gleichzeitig tätig ist? Wobei es in der Tat seltsam ist, wenn man bedenkt, dass Android einen wichtigen Eckpfeiler für Googles Zukunft darstellt.

  • Nerddeutschland

    13.07.10 (15:08:27)

    @Heike Ich muss deiner Sicht widersprechen, da steckt imo ein bisschen zuviel "Open- Source-Romantik" drin. Es gibt im App-Markt drei Interessenten: Die Nutzer,die Entwickler und den Plattformanbieter. Als Plattformanbieter bedient Google bisher weder die Nutzer (Fehlen eines Qualitätskriteriums, mangelhafte Suchfunktion, die noch nicht einmal fuzzy-gestützt ist!) noch die Entwickler.Premium-Anbieter wollen ihre Apps verkaufen und nicht mit ein paar Cent über AdMob refinanzieren. Aufgrund des Ramschcharakters des Market und der entsprechend hofierten Kostenloskultur, ist das problematisch: die Kostenlos-Klientel zieht sich auch nur kostenlos, ergo werden auch nur diese Apps bewertet, "geranked", können Aufmerksamkeit erlangen und sich "rumsprechen". Welches Board testet kostenpflichtige Android-Apps und bewertet diese aussagekräftig? Ich kann mich irren, aber ich selbst kenne keines! Für Premium-Anbieter ist das kritisch, denn wie sollen sie sich vermarkten, wie sollen sie gefunden werden? Der einzige Weg ist bisher, eine erfolgreiche ItunesApp zu entwickeln, und die dabei entstandene Aufmerksamkeit hoffentlich mitnehmen zu können, wenn es darum geht diese App für Android zu portieren. Die Konsequenz ist klar: ein qualitativ hochwertiges Segment im Android-Market(gar mit androidexclusivem Content) zu etablieren ist schwierig. Ein unsicherer "gemeiner" Nutzer (also ohne Geekhintergrund) kann sein Sicherheitsbedürfnis bisher nur dadurch befriedigen, dass er schaut, welche bekannten Marken aus dem Itunes-Shop denn bereits für Android umgesetzt wurden. Der Rest ist Risiko. Also laufen die User oft Apple "hinterher". Lockt man damit eigentlich kaufkräftige Käufer an, oder bewegt jemanden dazu von einem Iphone zu einer Android-Device zu wechseln? Mitnichten. Google ist das wurscht: es geht um Wachstum,Wachstum,Wachstum. Ramschgeräte,Ramschapps,Ramschkunden. Hauptsache aufholen. Die Nutzer stehen bzgl. Übersicht und Qualität nicht im Fokus, wirklich engagierte Entwickler ebenfalls nicht. Wichtig ist: Reichweite für mobile Ads zu erlangen und sich in diesem Markt eine Vormachtstellung zu sichern...! Ist die Suchfunktion im Market bisher lediglich "vernachlässigt" worden? Nun, ich denke nicht. Es ist wohl kaum anzunehmen das google Entwickler beschäftigt, die die Boolesche Logik nicht kennen, ergo ist die schlechte Suche wohl absichtlich so erdacht worden: Je länger der Nutzer sucht, umso mehr Apps sieht er, umso mehr lädt er sich potenziell runter, umso höher ist die potenzielle Reichweite der Apps... Natürlich sind meine obigen Ausführungen angreifbar,ungenau,und auch an bestimmten Stellen zu überspitzt: ich möchte in erster Linie darauf hinweisen, dass es sich hierbei um Business handelt, und so sehr ich den Aspekt "Zeitgeist" im Umgang mit mobilen Endgeräten schätze, und den "Open Source Gedanken" auch selbst befürworte, für sowenig "passend" halte ich sie in diesem Kontext. Beides sind "Befindlichkeiten", die in dieser Qualitätsdebatte außen vor gelassen werden sollten: google ist nicht Thorwal, den Open Source Ansatz von Android nutzt man doch lediglich als imageförderndes Vehikel. Natürlich hat google die volle Kontrolle über Android. Andere dürfen zwar begrenzt mitspielen, aber wer der Chef ist, ist klar. Google will AdMob etablieren. Masse geht vor Klasse. Ein Strategiewechsel ist erst dann absehbar, wenn das Wachstum bei Android-Geräten abnehmen wird. Bis dahin wird weiterhin bei der Kundenjagd Open Source als Trojanisches Pferd genutzt und unter dem Deckmantel der vielen "Freiheiten" eingeschleust werden. Auch wenn das paradox klingen mag: google kontrolliert das eigene Wachstum in diesem Markt bisher dadurch, dass es halt erstmal nicht kontrolliert, und setzt dabei auf den verlockenden Gedanken der "Freiheit" gegenüber Itunes. Ein Trugschluss, dem Nutzer und Entwickler da aufsitzen. Verdienen wird nur google. Das Apple System ist zwar restriktiv, teuer und weniger offen, auch hier stehen wirtschaftliche Ibteressen im Vordergrund, aber es legt immer noch einen weit größeren Focus auf die Bedürfnisse der Nutzer und die der Entwickler, die wirklich hochwertige Apps anbieten wollen. Inwieweit nun Kontrolle, oder aber der Mangel an Kontrolle "befremdlich" erscheinen mag, dass muss jeder für sich selbst entscheiden. Eine allgemeingültige Aussage dazu lässt sich darüber imo nicht treffen. Ein Satz noch zu AppAware: leider zur Qualitätskontrolle bisher wenig geeignet: die Dowloads und die Gelöschten werden getrennt abgebildet, die Topdownloads werden nur in absoluten Zahlen abgebildet und nicht a) bereits um die "wieder Gelöschten im selben Zeitraum" bereinigt dargestellt, oder b) wenigstens mit einem zusätzlichen Merkmal wie halt diesem Quotienten aus " direkt wieder gelöschten Downloads/Zeitfenster X" versehen. Da viele User neue Apps sofort testen und, vor dem Hintergrund des limitierten Speichers bei Androidgeräten, bei Nichtgefallen sofort wieder löschen, wäre das sehr sinnvoll gewesen.

  • marco

    13.07.10 (15:17:21)

    Dumme Frage: Android ist ja Open Source. Könnte ich jetzt das Android nehmen, auf meine eigene Handy Hardware knallen und dort einen anderen Store als den Android Store ansprechen? Oder bin ich per Lizenz an den von Google gebunden?

  • gis

    13.07.10 (15:42:44)

    @marco: Ja, kannst Du. Diverse chin. Hersteller von "Junk"-Tablets und -Handys machen das. Archos übrigens auch mit dem Archos 5/7 - die haben gar keinen Store installiert. Man kann ja Apps auch über SD-Karte o.ä. installieren. Mit der App "Astro" kann man von (fast) allen installierten Apps ein Backup anlegen. Diese kann man dann auf ein anderes Gerät laden und dort installieren. Alternativen sind z.B. SlideMe oder AndAppStore. A propos Android und Open Source: zwar ist vieles Open Source, aber einiges, wie z.B. fast alle Google Apps sind proprietär. Mehr dazu hier: http://www.wortgefecht.net/open-source/android-ohne-google/

  • marco

    13.07.10 (16:56:32)

    hmmm mutig von Google finde ich. Wobei sie werden wohl HTC und Co mit Beteiligungen an den 30% und geheimen Abkommen schon Android Store freundlich stimmen...

  • Chris

    13.07.10 (22:48:04)

    So wie ich das verstanden habe, landen die Apps nicht automatisch im Android Market. Eine Überflutung von nonsense-Apps dürfte damit also ausgeschlossen sein.

  • MacMacken

    14.07.10 (01:57:43)

    Habt Ihr damals in der Schule nicht im Baukastenstil visuell programmiert? IMHO naheliegend, eine solche Möglichkeit für mobile Geräte zu schaffen.

  • MacMacken

    14.07.10 (02:02:25)

    Dumme Frage: Android ist ja Open Source. Könnte ich jetzt das Android nehmen, auf meine eigene Handy Hardware knallen und dort einen anderen Store als den Android Store ansprechen? Ja. Google kontrolliert das Android-Universum über die «Open Handset Alliance» – dort greifen dann zahlreiche Restriktionen, die Dich als Einzelperson, die sich selbst ein Android kompiliert, nicht kümmern müssen.

  • MacMacken

    14.07.10 (02:03:15)

    Quantität vor Qualität? … ist die falsche Frage – weder Apple noch Google prüfen auf Qualität, wie man im App Store von Apple unschwer erkennen kann.

  • Martin Weigert

    14.07.10 (07:20:38)

    Natürlich musst du diese Frage relativ sehen. Qualität ist sicherlich subjektiv. Und die meisten Apps im App Store erscheinen unsereins sinnlos. Aber sie erfüllen eben dennoch gewisse Qualitätsstandarts hinsichtlich Benutzerfreundlichkeit und Vertrauenswürdigkeit.

  • gis

    15.07.10 (15:07:57)

    A propos Apps zusammenklicken: iSites für iPhone und neu auch Android. Die hatten Anfang Jahr probleme mit Apple, weil sie zu viele Apps zur Überprüfung eingereicht hatten.

  • Heike

    15.07.10 (16:55:54)

    @Nerddeutschland Sorry, aber ich habe nirgendwo behauptet, dass Android vollständig offen sei. Ich weiß sehr wohl, dass es das nicht ist. ;-) Wenn es so ist, dass Enwickler nur bei Apple mit Apps Geld verdienen können, ist die Welt doch in Ordnung. Dann können sie doch für iPhone OS Apps entwickeln. Niemand ist gezwungen, dies auf auf anderen Plattformen zu tun, insbesondere, wenn die Verdienstmöglichkeiten dort schlecht sind. Jetzt wird der Einwand kommen, dass sobald Android weiter verbreitet als iPhone OS ist (übrigens für Ende dieses Jahres prognostiziert), jeder doch die Reichweite nutzen möchte. Ja genau und das wird dazu führen, dass mit guten Apps auf Android auch Geld verdient werden kann. Auch wenn derzeit das Verhältnis von kostenfreien zu kostenpflichtigen herunter geladenen Apps im Android Market noch schlechter ist als jenes im Apple AppStore. Dies wird sich ändern. A pros pros Geldverdienen mit iPhone-Apps. Ich möchte hier zwei Artikel von Tomi Ahonen empfehlen (ohnehin ein Autor, den man unbedingt regelmäßig lesen sollte, so man sich für Mobile interessiert). http://communities-dominate.blogs.com/brands/2010/03/paid-smartphone-apps-half-get-under-1000-downloads-what-does-this-mean.html http://communities-dominate.blogs.com/brands/2010/06/full-analysis-of-iphone-economics-its-bad-news-and-then-it-gets-worse.html Ich weiß, Tomi schreibt immer sehr viel. Aber bitte unbedingt durchhalten. Man muss seine Meinung nicht teilen, aber seine Ausführungen sind, wie ich finde, immer erhellend. Ein Plattformbetreiber hat ein Interesse daran, nicht nur möglichst viele sondern eben auch gute Apps anbieten zu können, denn nur so wird er auf eine kritische Masse von App-Nutzern kommen. Hierfür braucht er natürlich auch Entwickler, die die Apps herstellen. Also wird sich Google über kurz oder lang auch um die Qualität und deren Verdienstmöglichkeiten kümmern, sofern der Markt dies nicht selbst regelt. AppAware war ein Beispiel für Tools, die jetzt entstehen. Es ist natürlich nicht perfekt, zumal es an einer Universität entstanden und ein erster Wurf ist. Unsere Erwartungshaltung sollte manchmal nicht ganz so hoch sein. Verfahren wir doch alle nach dem Motto "Launch early, launch often". Vielleicht bin ich eine Romantikerin, was Marktkräfte in möglichst freien Umgebungen angeht, aber ganz bestimmt nicht in Bezug auf Open Source oder hier im Speziellen Android. Ach ja und in Bezug auf Apple erst recht nicht. In diesem Sinne freue ich mich, dabei sein zu können, wenn völlig neue Märkte und Ecosysteme entstehen. Es gibt Unzulänglichkeiten, Reibungen, viel Mist, aber auch viel Innovatives und Spannendes. Ich glaube, keine Branche ist derzeit so aufregend wie Mobile. :-)

  • steroids

    16.07.10 (10:06:49)

    Ich bin der Meinung, dass eine restrektive Kontrolle, welche sich nicht nur auf die Qualität bezieht, nicht unbedingt einen Qualitätsvorsprung sichert...

  • gis

    26.07.10 (11:13:01)

    Soeben gefunden: Ovi app wizard. Nokia macht das wohl schon länger ...

  • MacMacken

    26.07.10 (20:15:06)

    Nokia wird zwar häufig schlecht geschrieben, ist in den meisten mobilen Bereichen aber immer noch führend – leider ist Nokia in der Kommunikation nicht allzu erfolgreich und Journalisten lassen sich primär von Apple blenden … Lesenswert in diesem Zusammenhang: http://communities-dominate.blogs.com/brands/2010/07/obituary-for-opk-wall-street-is-a-cruel-mistress-nokia-searching-for-ceo.html

  • Martin Weigert

    26.07.10 (20:21:11)

    "immer noch führend" Heißt eben nicht, dass es besser ist. Und es heißt auch nicht, dass Nokia in 6 Monaten noch führend sein wird. Ich kenne kein Nokia-Smartphone, das mit dem iPhone oder den führenden Android-Geräten in seiner Gesamtleistung mithalten kann. Eventuell wird's ja mit MeeGo anders. Momentan ist es ganz einfach gerechfertigt, Nokia im Smartphone-Kontext etwas zu weniger Beachtung zu schenken, zumindest dann, wenn es um innovative Apps geht.

  • MacMacken

    26.07.10 (20:36:33)

    “immer noch führend” Heißt eben nicht, dass es besser ist. Und es heißt auch nicht, dass Nokia in 6 Monaten noch führend sein wird. Nokia ist seit Jahren führend und wird auch in sechs Monaten noch führend sein – das ist eine sichere Prognose. Ich kenne kein Nokia-Smartphone, das mit dem iPhone oder den führenden Android-Geräten in seiner Gesamtleistung mithalten kann. Du kennst die Produktpalette von Nokia offensichtlich schlecht. Nokia geriet zeitweise bei Touch-Geräten ins Hintertreffen, aber das ist mittlerweile vorbei … in den übrigen Bereichen verkaufte Nokia schon Smartphones mit einem Funktionsumfang, den Android und iPhone heute noch nicht erreichen. Abgesehen davon gibt es nicht nur den Nischenmarkt der Luxus-Smartphones, auch wenn Du Dich vermutlich primär darin bewegst … Eventuell wird’s ja mit MeeGo anders. Momentan ist es ganz einfach gerechfertigt, Nokia im Smartphone-Kontext etwas zu weniger Beachtung zu schenken, zumindest dann, wenn es um innovative Apps geht. Solange die Käufer Nokia weiterhin Beachtung schenken, kann eine Haltung wie diese Nokia zum Glück egal sein.

  • Martin Weigert

    26.07.10 (20:42:45)

    Ich habe absichtlich von der Gesamtleistung gesprochen. Dazu gehören nicht nur technische Specs, sondern auch Benutzerfreundlichkeit, Verfügbarkeit von qualitativen Drittanbieter Apps etc. Es ist zu eindimensional, lediglich auf die technischen Fähigkeiten der Geräte zu schauen. Genau das ist der Fehler, den Nokia seit längerem macht. Wichtige Nokia-Zahlen zeigen seit langem nach unten. Da spielt es keine Rolle, ob sie noch immer die meisten Smartphones verkaufen. Man muss die Gesamtdynamik des Marktes beachten. Und die spricht gegen Nokia. Da kannst du noch so sehr auf deine "sicheren Prognosen" verweisen. ;) Wie gesagt - mit MeeGo wird vielleicht alles anders. Aber vielleicht auch nicht.

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