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17.08.11Leser-Kommentare

AeroFS: Cloud ohne externe Server

Der neue US-Dienst AeroFS erlaubt die Freigabe von lokalen Ordnern für andere Personen. Im Gegensatz zu Dropbox & Co ist dafür kein externer Server notwendig.

 

Spätestens seitdem der bekannte Cloudspeicher- und Synchronisationsdienst Dropbox wegen seines Umgangs mit den von Nutzern abgelegten Daten ins Kreuzfeuer geraten ist, wittern alternative Ansätze ihre Chance auf den großen Durchbruch. Anbieter wie Wuala aus Zürich oder SharedSafe aus Freising bei München sind bestrebt, Webstorage, rechnerübergreifende Dateifreigabe sowie eine sichere und verschlüsselte Datenablage unter einen Hut zu bringen.

AeroFS heißt ein neuer US-Anbieter in geschlossener Beta-Phase, der ebenfalls dieses Ziel hegt, dafür aber einen anderen Weg wählt:

Alles beginnt mit dem Download eines kostenlosen, für Windows, Mac OS X und Linux angebotenen Clients. Im Rahmen des Anmeldeprozederes bestimmen Nutzer ein Verzeichnis auf ihrer Festplatte, über das AeroFS die Kontrolle übernehmen soll - oder der Dienst legt selbstständig einen Ordner an.

Alle Unterverzeichnisse in dem für AeroFS freigegebenen Ordner können mit anderen AeroFS-Nutzern geteilt werden - ohne dass dazu der Umweg über Onlinespeicher genommen werden muss. Stattdessen spinnt der Service ein Peer-to-Peer-Netzwerk zwischen den zu einem Dateiordner eingeladenen Benutzern. Solange der Rechner des Initiators online ist, können alle angeschlossenen Computer auf die darin enthaltenen Inhalte zugreifen - eingeschränkt lediglich von der Upload-Bandbreite des Nutzers. Entfernt der freigebende Anwender eine Datei, verschwindet diese innerhalb weniger Sekunden aus dem Zugriffsbereich aller verbundenen Nutzer.

AeroFS erhält keinerlei Zugriff auf die so zwischen Anwendern freigegebenen Dateien. Zusätzlich bietet der Dienst ein Backup-Feature, das sich einzeln für Verzeichnisse aktivieren lässt. Im derzeitigen Beta-Modus steht jedem User ein Gigabyte Onlinespeicher zur Verfügung. Eine Möglichkeit, Dateien auf diese Weise per http-Link zugänglich zu machen oder auf diese per Webinterface zuzugreifen, existiert bisher nicht. Es handelt sich daher in der momentanen Fassung ausschließlich um eine Funktion zum Zwecke des Backups - oder um auf einem anderen Rechnern ein Verzeichnis samt darin enthaltener Dateien zugänglich zu machen, selbst wenn die Originalquelle nicht verfügbar ist.

Die AeroFS-Gründer Yuri Sagalov und Weihan Wang haben sich für einen sympathischen Ansatz entschieden, der die bewährte Einfachheit von Dropbox mit einem hohen Maß an Datensicherheit verbindet. Nur wer sich dafür entscheidet, Daten online abzulegen, muss sich über die üblichen Implikationen von Cloudservices sowie über theoretische Zugriffsversuche durch US-Behörden im Rahmen des "Patriot Act" (eines der im Kontext von Dropbox viel debattierten Themen) Gedanken machen. Die Geschäftsbedingungen von AeroFS

Leider wird im Praxiseinsatz von AeroFS schnell deutlich, warum die Macher ihr Produkt bisher nur im geschlossenen Beta-Stadium anbieten: Zumindest unter Windows stürzt der Client häufiger ab oder erfordert viel Geduld, bevor er gewählte Prozesse ausführt. Hier hat das mittlerweile dreiköpfige AeroFS-Team noch einiges an Arbeit vor sich. Vor dieser sollten es nicht scheuen, denn das Konzept hat viel Potenzial!

Mobile Anwendungen werden bisher nicht angeboten.

Wir haben zehn Einladungen für euch. Wer AeroFS ausprobieren möchte und sich nicht durch Ungereimtheiten und Bugs aus der Fassung bringen lässt, hinterlässt einen entsprechenden Kommentar unter Angabe einer gültigen E-Mail-Adresse im dafür vorgesehen Feld. Die ersten Zehn sind dabei!

Update: Die Invites sind weg.

Kommentare

  • Daniel Ebbert

    17.08.11 (08:15:05)

    Hey, über ne Einladung würde ich mich freuen. MfG Daniel

  • Alexander

    17.08.11 (08:29:10)

    Zum Testen immer zu haben! Danke :)

  • David

    17.08.11 (08:34:01)

    Shotgun! ;) Wäre auch an einem Invite interessiert.

  • Peter

    17.08.11 (08:34:13)

    Ich würd mich über ne Einladung freuen ;) Gruß Peter

  • ti

    17.08.11 (08:40:18)

    her damit! ;-)

  • Peter

    17.08.11 (08:57:17)

    Ich hätte gerne ein Invite, vielen Dank!

  • Jan

    17.08.11 (09:08:12)

    Ich auch sehr gern.

  • Brice187

    17.08.11 (09:46:03)

    Hier

  • test

    17.08.11 (09:51:44)

    :)

  • maxbraun

    17.08.11 (09:55:44)

    bitte eine einladun :D

  • TvF

    17.08.11 (14:41:40)

    Gibt's das nicht schon so ähnlich mit Opera Unite? http://unite.opera.com/applications/ , insbesondere http://unite.opera.com/application/132/

  • Martin Weigert

    17.08.11 (15:19:48)

    Jo. Aber ist halt Teil des Browsers.

  • TvF

    17.08.11 (15:29:51)

    Nun ja, ob der Client (in Wirklichkeit aber wohl eher Server) nun Stand-alone ist oder "Opera" heißt, ist doch eigentlich egal, oder? Und im Opera-Fall braucht der entfernte "Zugreifende" nicht einmal eine spezielle Software, sondern greift einfach über irgendeinen (auch mobilen) Browser zu. AeroFS ist doch nur simple Verzeichnisfreigabe, für die man aber sogar noch Software installieren muss - oder habe ich da etwas völlig missverstanden?

  • Martin Weigert

    17.08.11 (15:33:41)

    Gewissermaßen ja. Wobei es eben plattformübergreifend funktioniert und auch außerhalb des eigenen WLANs (kann ich in Stadt X mit der Verzeichnisfreigabe von Windows Ordner für einen Nutzer in Stadt Y freigeben?) Davon abgesehen: Viele erfolgreiche Dienste verfolgen doch diesen Ansatz: sie machen Dinge einfach , die sonst für den Durchschnittsnutzer technisch aufwändig sind. Und ja, selbst wenn rational gesehen keine Rolle spielt, ob ich mir erst einen Client oder aber einen Browser mit integriertem Client herunterlade - so ist dies aus Nutzersicht auf emtionaler Ebene eben doch ein Unterschied ;)

  • TvF

    17.08.11 (15:43:21)

    @Verzeichnisfreigaben: Hmmm, ich habe es noch nicht ausprobiert, aber eigentlich müsste es gehen, wenn man den Rechner direkt über das Netz ansprechen kann, also z.B. über dyndns.org @altes einfacher machen: finde ich gut & legitim, wollte aber trotzdem darauf hinweisen, dass es manches schon gibt. Gerade die Opera-Neuigkeiten gehen oft etwas unter... Wobei ich Unite bisher auch kaum eingesetzt habe und mich etwas gewundert habe, was es in einem Browser zu suchen hat. Aber wahrscheinlich denken die sich: Wenn der Rechner online ist, läuft der Browser sowieso auch und ist schon richtig konfiguriert - damit kann man darin auch gleich einen kleinen Server laufen lassen...

  • Martin Weigert

    17.08.11 (15:48:24)

    Die Idee mit Unite war eigentlich ganz cool. Hab aber schon lange nichts mehr davon gelesen. Letzter von mir gebookmarkter Bericht stammt aus dem Juli 2009 und war eher pessimistisch.

  • FelixT

    18.08.11 (07:49:43)

    Ich nutze aeroFS nun schon eine ganze Weile und bin von dem Konzept sehr überzeugt. Wegen div. Bugs ist es zwar noch schwierig, die Software komplett im produktiven Betrieb zu verwenden. Bin aber vom Potential sehr überzeugt. Ich würde sogar soweit gehen und sagen, dass dieses Konzept der dezentralen Speicherung in langer Hinsicht die Cloud Technik ersetzen könnte. Je mehr persönliche Geräte online sind (IPv6), desto größer ist theoretisch mein uplink und mein Speicherplatz. Verbindet man nun alle Komponenten zu einer Art RAID7, erhöht sich zusätzlich die Ausfallsicherheit.

  • Peter

    09.09.11 (02:52:23)

    Wuerde mich sehr ueber einen Invite freuen! Vielen Dank!

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