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11.03.09

Aardvark: Mit "Match Making" zur besten Antwort

Jeder hat irgendwann eine Frage, auf die eine schnelle und korrekte Antwort nötig ist. Der gerade gestartete US-Dienst Aardvark ermöglicht dies und setzt dabei auf die vielen hundert Millionen Nutzer von Instant Messengern. Und auf "Match Making".

Akkurate Antworten auf beliebige Fragen zu erhalten, und das möglichst innerhalb von Sekunden - der Traum vieler Informatiker und Internet-Freunde. Das semantische Web soll es möglich machen. Computer, die komplexe Zusammenhänge erfassen und ganze Sätze verstehen können, gehören mit Sicherheit zur Zukunft der IT. Die mit viel Vorschusslorbeeren versehene semantische Suchmaschine Wolfram Alpha beispielsweise könnte die Entwicklung nennenswert voranbringen - sofern sie funktioniert wie angekündigt.

Aber bis uns ein Algorithmus wirklich explizit die Frage beantworten kann, in welcher Jahreszeit man am ehesten nach Hawaii fliegen sollte oder was ein gutes Geschenk für einen passionierten Schachspieler sei, wird in jedem Fall noch einige Zeit verstreichen. Die Alternative: Sites, auf denen man andere User um Rat bitten kann. Frage-Antwort-Services wie Lycos iQ, Yahoo Clever oder wer-weiss-was ermöglichen dies. Ein Nutzer veröffentlicht, was er wissen will, und bekommt mit etwas Glück von einem anderen Anwender eine Antwort.

Auch beim US-Service Mahalo können Neugierige ihre Fragen hinterlassen. Um diese kümmert sich dort allerdings nicht die Nutzer-Community, sondern eine Schar von Freelancern, die sich mit dem Beantworten von Fragen ein kleines Zubrot verdienen.

Selbst Twitter ist nicht ungeeignet für eine kurze Frage zwischendurch. Je mehr Personen einem folgen, desto größer ist die Chance, dass ein Follower genau die Expertise hat, die der Fragesteller vermissen lässt, und diesem weiterhelfen kann. Eine Garantie dafür gibt es natürlich nicht. Dafür jedoch das Risiko, mit zu vielem Herumgefrage seine Folger in die Flucht zu schlagen.

The Mechanical Zoo, ein junges Startup aus San Francisco, hat jetzt einen Dienst präsentiert , der alle zuvor erwähnten Wege, zur benötigten Information zu kommen, verblaßen lassen könnte. Aardvark - zu Deutsch Erdferkel - heißt der Service, der die beliebten Instant Messenger AIM, MSN / Windows Live Messenger und Gmail Chat / Google Talk um ein Frage-Antwort-Feature erweitert.

Die Idee ist so simpel wie genial: Viele hundert Millionen Internetnutzer weltweit verwenden Instant Messenger. Sind sie online, so ist dies in der Regel auch ihr Instant-Messaging-Programm. Wer eine Frage hat, sollte diese also eigentlich direkt über den Messenger stellen können, und zwar ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen, wer gerade online ist und wer am ehesten die Antwort wissen könnte. Hier setzt Aardvark an.

Aardvark wird ganz einfach zur persönlichen Instant-Messenger-Kontaktliste hinzugefügt und kann fortan mit Fragen (vorerst nur auf Englisch) bombardiert werden. Der Dienst analysiert die Frage und schickt sie an einen anderen Aardvark-Nutzers (der sich nicht in der eigenen Kontaktliste befinden muss), der ebenfalls online ist und am ehesten die Antwort wissen könnte.

Aardvark berücksichtigt dabei unter anderem zuvor von Anwendern auf der Website angegebenen Fachgebiete, zu denen sie selbst Fragestellern helfen möchten. Auch betrachtet Aardvarks Algorithmus eventuelle Verbindungen zwischen Personen im Netzwerk, regionale Gemeinsamkeiten sowie zurückliegende Nutzungsmuster, um für eine gestellte Frage den bestmöglichen Empfänger auszuwählen.

Fragen stellen im Instant Messenger

Es ist verwunderlich, dass vorher noch niemand auf die Idee gekommen ist, sich die weite Verbreitung von Instant Messengern für einen Q&A-Dienst zunutze zu machen und diesen mit einem semantischen "Match-Making-System" zu verbinden. The Mechanical Zoo hat dies nun mit Aardvark getan und könnte damit einen guten Riecher bewiesen haben. Der Service ist simpel und verständlich genug, um auch für den technisch wenig bewanderten Durchschnittsnutzer in Frage zu kommen.

Ob Aardvark ein Erfolg wird, hängt maßgeblich davon ab, wie gut der Algorithmus beim Finden passender Antwortgeber ist. Das wirkt sich nicht nur positiv auf die Qualität der Antwort aus, sondern verhindert auch, dass der Befragte nach einer Reihe ungeeigneter Fragen Aardvark frustriert wieder aus der Kontaktliste seines Instant Messengers löscht.

Wir haben 10 Einladungen zur Closed Beta von Aardvark. Hinterlasst bei Interesse einen entsprechenden Kommentar unter Angabe eurer E-Mail-Adresse im dafür vorgesehenen Feld.

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