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23.09.09Leser-Kommentare

a2n: Die Musikbranche und ihr Unverständnis vom Wandel

Vor einigen Tagen fand als Ersatz für die Popkomm die alternative Musikkonferenz all2gethernow statt. Ein Einblick in den Diskurs einer Branche im Wandel.

all 2gether now

Die 'Unkomm'

Vor einigen Monaten hat die Musikindustrie die jährliche Popkomm für dieses Jahr abgesagt. Entgangene Einnahmen durch illegale Downloads zwinge sie dazu, hatte Dieter Gorny, der Vorsitzende des Bundesvorstandes der deutschen Musikindustrie, nachgeschoben. So fand zum Termin der Popkomm letzte Woche die alternative Musikkonferenz all2gethernow statt. Zwei Tage lang wurde eine Art Barcamp (sprich Unkonferenz) veranstaltet. Auf diese folgte die eintägige, abschließende Konferenz.

Stirnrunzeln

Es war eine gute Möglichkeit, einen Einblick in den Diskurs innerhalb der Musikbranche zu erlangen. Immerhin würden hier nicht Hardliner wie Dieter Gorny ihre auf die politische Willensbildung gerichtete Kriegsrhetorik zum Besten geben. Es würde einen Dialog geben. Denn daran interessierte Musiker, Insider aus der Musikbranche, Blogger und interessierte Musikgeeks würden anwesend sein und miteinander sprechen. All together now. Ich war also gespannt. Gespannt, was diejenigen zu sagen haben, die ein Interesse an Veränderung ihrer Branche, am Anpassen an neue Bedingungen, am ökonomischen Überleben ihr Eigen nennen.

Neben einigen positiven Aspekten, wie etwa Amanda Palmers Ausführungen zum erfolgreichen Einsatz von Online-Tools (Artikel kommt noch), beherrschte allerdings eine erstaunlich rückständige Sicht auf die Dinge die Diskussion um die Lage der Branche.

Lippenbekenntnisse und Unkenntnis

Das Bemerkenswerteste an den Diskussionen, wie etwa in der "Werte2.0"-Paneldiskussion (Titel: "Werte 2.0 - Geistiges Eigentum vs. Netzkultur - Teil 2: Lösungsansätze"), waren inkosistente Lippenbekenntnisse.

Alle Teilnehmer waren sich einig, dass sich die Geschäftsmodelle in der Musikbranche radikal ändern müssen. Im gleichen Atemzug aber wurde gefordert, dass die Konsumenten doch bitte pro Datei-Einheit bezahlen.

Der Wechsel vom Verkauf von CDs zu Verkauf von Dateien ist kein radikaler Wandel des Geschäftsmodells. Die Disruption durch das Internet bedeutet nicht, dass jetzt das, was bisher offline ablief, jetzt einfach weiter genau so online stattfindet. Nein, die Verlagerung nach online ist der Auslöser der Disruption. Ihre Folge tatsächlich radikal andere Geschäftsmodelle . Denn Disruption bedeutet nicht räumliche Verlagerung sondern Verschiebung der Dynamiken.

Ähnliches gilt für das Urheberrecht. Man ist sich einig, dass das Urheberrecht modernisiert werden muss. Die Implikationen eines "modernen Urheberrechts", nämlich Kontrollverluste auf Seiten der Urheber, will man nicht wahrhaben. Denn modern bedeutet hier nicht noch stärker, sondern angepasst an die neue gesellschaftliche Situation. Und diese erfordert dringend ein Urheberrecht, das die neuen Möglichkeiten der Interaktion der Konsumenten berücksichtigt; und das wiederrum bedeutet weniger, nicht mehr Rechte und Schutz für Urheber.

Auf der Werte2.0-Diskussion wurde dem Vertreter der Piraten vorgeworfen, er habe keine Ahnung. Tatsächlich ist aber bemerkenswert, wie wenig 'Ahnung' die Vertreter der Musikbranche von ihrem eigenen Markt und dessen Wertschöpfung haben. Generell fehlt es offensichtlich selbst den für die wirtschaftlichen Aspekte zuständigen Vertretern der Musikbranche an grundsätzlichem wirtschaftlichen Verständnis. Keine gute Voraussetzung für das wirtschaftliche Überleben in einer Disruption der eigenen Branche.

Wir sind nicht bereit, unsere Ideen kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Wenn nicht genügend Leute bereit sind, für eine Leistung Geld zu bezahlen, dann kann man diese als Piraten, Diebe, Geizkragen beschimpfen, das ändert aber nichts an der folgenden simplen Tatsache: Der Anbieter hat es nicht geschafft, etwas anzubieten, für das andere Geld ausgeben möchten.

Seit das Internet im Musikbereich (und in vielen weiteren Wirtschaftszweigen)Einkommensströme und Wertschöpfungen verschiebt, scheinen nun nicht wenige Musiker, Manager und andere nicht mehr viel von der Marktwirtschaft zu halten, die ihnen vorher Jahrzehnte gute Dienste geleistet hat.

Regulierung als Allheilmittel und bildliche Vergleiche als Rhetorikmittel

Stattdessen wurde etwa bei der Werte2.0-Diskussion vermehrt Regulierung gefordert. Das Internet müsse stärker reguliert werden, schallte es vom Podium. Erschreckender- und bezeichnenderweise blieben die Buh-Rufe aus dem Publikum aus.

Den Ruf nach mehr Regulierung tangieren dann oft meist recht eigenwillige Vergleiche. Das abwegigste war wohl der Vergleich mit dem Bedarf nach Billigfleisch, welcher zu Massentierhaltung führte. Andere Vergleiche waren die Luftverschmutzung in den Industriestaaten, die durch Regulation eingedämmt wird oder der frühe unregulierte Straßenverkehr, der mit Regeln gesellschaftlich gebändigt wurde.

Die Vergleiche sind natürlich aus mehrerer Hinsicht wenig sinnstiftend:

Es wird suggeriert, dass wir hier einen Teil der Gesellschaft vor uns haben, der unkontrolliert vor sich hinwuchert. Das ist natürlich Unsinn. Alle Gesetze, die offline gelten, gelten auch online. Online ist die gesetzliche Regulierung sogar noch stärker.

Es ist nun nur so, dass in der neuen Situation das Durchsetzen von gesetzlichen Ansprüchen wie etwa dem Urheberrecht so teuer und aufwendig geworden ist, dass das für die Betroffenen nicht mehr effektiv möglich ist. Das wiederrum liegt aber vor allem daran, dass sich die Gesellschaft durch das Internet ändert. Diese Änderung kann (und sollte) nicht durch Gesetze aufgehalten werden. Im Gegenteil: Gesetze müssen an Veränderungen in der Gesellschaft angepasst werden, um den gesellschaftlichen Konsens, was geht und was nicht geht, wiederzuspiegeln. Entgegen den Annahmen der Tonträgerindustrie etwa spricht die Gesellschaft beim Filesharing trotz zehnjährigen massiven Lobbyings eine klare Sprache.

Die der Forderung nach Regulierung zugrundeliegende Prämisse, dass es bei Filesharing um etwas grundsätzlich Schlechtes ohne etwaige positive Nebeneffekte geht, ist falsch . Weiterhin wurde wohlwissentlich immer die Frage nach der Art der Regulation ausgeblendet. Denn letztlich lässt sich Filesharing nicht unterbinden, ohne massiv in das Internet einzugreifen. Und selbst dann würde es künftig immer noch tragbare Festplatten mit mehreren Terabytes geben.

Nicht Filesharing ist das "Problem" der Musikbranche und anderer Entertainment-Branchen, sondern die veränderten Kostenstrukturen in der digitalen Welt, die auch zu einem Umdenken auf der Einnahmeseite zwingen.

Es ist auch mit den härtesten Gesetzen nicht verhinderbar, dass die Kosten zur Reproduktion von Dateien bei Null liegen.

Urheberrecht versus Datenschutz

Ich hatte neulich einen guten Artikel aus Canada gelesen (Link leider verschütt), in dem die meiner Meinung nach zutreffende These vertreten wird, dass das heutige Urheberrecht (bzw. dort Copyright) und dessen Durchsetzung im Internet nicht mehr mit dem Datenschutz vereinbar ist.

Das ist ein wichtiger Punkt. Will man Filesharing unterbinden, muss man den Leuten jegliche Form der Verschlüsselung untersagen. Macht man letzteres nicht, wird das Internet nicht ausreichend reguliert, um die Möglichkeit der unerlaubten, aber für alle Beteiligten kostenfreien Vervielfältigung, zu unterbinden.

Wie viele Konsumenten wird es wohl geben, die die Werke der Künstler kaufen würden, die ihnen die Online-Privatsphäre genommen haben?

Wirtschaft und Ethik, geschüttelt, nicht gerührt

Die Unsitte über das Bezeichnen des eigenen Produkts als Kulturgut ethische Argumente in eine wirtschaftliche Diskussion zu bringen und damit Erkenntnisgewinn zu erschweren, kennen wir von den Verlagen. In jenem Bereich kann das deutsche Spitzenpolitiker schon mal zu eigenartigen Aussagen hinreissen.

Auch in der Musikbranche ist es üblich, das eigene Produkt je nach aktuellem Diskussionsstand als Gut mit besonderer gesellschaftlicher Bedeutung zu bezeichnen. Nun ist das natürlich nicht ganz falsch. Allerdings werden auf dem Rücken dieser Aussage ganze Diskussionen im Keim erstickt.

Am Beispiel der Werte2.0-Diskussion und der Kulturflatratediskussion (an welcher ich auch teilnahm) auf dem all2gethernow:

Wurde die notwendige Entkriminalisierung der Jugend angesprochen - ein gesellschaftlich wichtiges und längst überfälliges Vorhaben -, folgte das Argument, dass es hier auch um Arbeitsplätze ginge (wirtschaftliches Argument). Wurde angeführt, dass es keinen Artenschutz auf Geschäftsmodelle gibt und es die Aufgabe eines jeden Anbieters ist, ein Angebot zu finden, für das Abnehmer bereit sind, zu bezahlen, wurde sofort Marktkradikalität unterstellt und gefordert, dass man das den Musikern, die etwas gesellschaftlich Wertvolles schaffen, dies nicht antun könne und die Musiker nicht wertschätze (ethisches Argument). Bis das Internet daherkam, hat sich niemand in der Musikbranche daran gestört, dass sie marktwirtschaftlich organisiert war. Jetzt, da das Internet die Spielregeln des Marktes ändert, ist jeder Hinweis auf den Markt radikal. Eigenartig, oder?

So funktioniert eine echte Diskussion natürlich nicht. Auf gesellschaftlich Notwendiges mit einem Wirtschafts-Argument und auf wirtschaftliche Argumente mit gesellschaftlich Schützenswertem zu antworten, ist der beste Weg, um aneinander vorbei zu reden. Es ist auch bequem: Wann immer Dinge angesprochen werden, die nicht in das eigene Weltbild passt, zieht man sich einfach auf das entsprechende andere System zurück und entzieht sich somit den eben geäußerten Argumenten.

Niemand spricht der Musik ihre gesellschaftliche Bedeutung ab. Aber abgesehen von punktuellen Förderungen lief der Musikbetrieb die letzten Jahrzehnte nach marktwirtschaftlichen Prinzipien ab. Genau so ist es auch heute. Musikschaffende können auch heute und auch morgen mit ihrer Musik Geld verdienen. Allerdings zunehmend nicht mehr mit der gleichen Verteilung der Einkommensströme der letzten Jahrzehnte. Wenn man aber über diese rein wirtschaftlichen(!) Verschiebungen reden will und das Gegenüber anfängt, von ethischen Werten zu reden, dann ist das keine Diskussion. Das ist dann ein Schmierentheater.

Daran schließt sich etwas an, dass der Mehrzahl der Insider der Musikbranche nicht ganz bewusst zu sein scheint: Es gibt keine Garantie auf Umsatz.

Die schlechte Argumentation des Piraten

Generell im deutschsprachigen Raum und speziell in Deutschland haben wir ein Problem: Es gibt im öffentlichen Diskurs rund um die notwendige Modernisierung des Urheberrechts fast ausschließlich Gruppen, die mehr oder weniger die Kampfrethorik der Rechteverwerter - und dort vor allem der Tonträgerindustrie - wiederholen. Das schließt neben allen traditionellen Medien zu weiten Teilen auch die deutsche Blogosphäre mit ein. Eine öffentliche Diskussion über die tatsächlichen Gegebenheiten findet nicht statt. Stattdessen wird Art und Objekt der Diskussion von einer betroffenen Interessensgruppe gelenkt. Die Interessensgruppe, welcher ihr Geschäftsmodell durch das Internet mehr oder weniger wegbricht.

Aber jetzt gibt es die Piraten. Eine Partei, die vieles verstanden hat und zumindest meist die richtigen Fragen stellt. Einziges Problem: Die deutsche Piraten-Partei scheint völlig unfähig, die eigenen Anliegen nach außen zu präsentieren. Auf der Werte2.0-Diskussion auf dem all2gethernow war der Pressesprecher der hessischen Piratenpartei beteiligt. Er vertrat weitestgehend die richtigen Positionen, aber schaffte es nicht, sie verständlich zu kommunizieren. Das ist für einen Pressesprecher ein bisschen befremdlich. Würde ich mich nicht seit langer Zeit intensiv mit diesen Themen beschäftigen, hätte ich wohl auch zu dem Teil (dem Großteil) des Publikums gehört, das ziemlich offen gegen ihn war.

Das ist ein Problem. Sogar ein sehr massives Problem. Solang nicht einmal bei Bloggern und anderen Vertretern der "digitalen Elite" ein grundsätzliches Verständnis für die Gegebenheiten entsteht, und solang diese dann nicht in der Lage sind, ihre Erkenntnisse anderen Gesellschaftsgruppen zu vermitteln, solang werden einzelne Interessensgruppen weiterhin die politische Willensbildung in diesem Bereich nach ihrem Gusto formen. Ohne Widerstand.

Kein sehr erbauendes Bild.

Ausblick

In einem weiteren Artikel werde ich die Gründe für die Disruption der Musikbranche näher beleuchten. Es gab auch nicht wenige positive Aspekte auf dem all2gethernow, beispielsweise die Session mit Amanda Palmer. Erkenntnisse aus Palmers Session werde ich in einem separaten Artikel zusammenfassen.

Außerdem wird es Zeit für ein paar Worte zum irreführenden Kampfbegriff "geistiges Eigentum".

Presseschau zum a2n:

Kommentare

  • milhouse

    23.09.09 (14:52:00)

    Vieles, sehr vieles an deinem Artikel gefällt mir nicht, nun ist er aber so lang, dass mir die zeitlichen Ressourcen fehlen, ihn komplett durchzudiskutieren. Am meisten stört mich dieser Absatz: "Wenn nicht genügend Leute bereit sind, für eine Leistung Geld zu bezahlen, dann kann man diese als Piraten, Diebe, Geizkragen beschimpfen, das ändert aber nichts an der folgenden simplen Tatsache: Der Anbieter hat es nicht geschafft, etwas anzubieten, für das andere Geld ausgeben möchten." Ein grundsätzliches Problem deiner Sichtweise (das wiederum auf viele weitere Argumente abfärbt) scheint mir zu sein, dass du das Filesharing urheberrechtlich geschützter Dateien nicht als Diebstahl verstehst. Wenn du eine CD, eine DVD, ein Buch kaufst, bezahlst du einen Preis, der deutlich über dem Materialwert liegt. Offensichtlich erkennst du doch an, dass dem gekauften Gegenstand ein Wert innewohnt, der über Papier, Plastik, Druck- oder Presskosten hinausgeht. Und genau dieser Wert wohnt eben auch der Datei inne, die du im Netz kopierst. Und den eignest du dir an, ohne den Urheber zu entlohnen. Und das ist Diebstahl, auch ohne jede materielle Aneignung. Und sobald Diebstahl im Spiel ist, ist es blanker Unsinn marktwirtschaftlich zu argumentieren (und ich denke wie du, die gesamte Urheberrechtsdiskussion sollte marktwirtschaftlich geführt werden), dass jemand versagt hat, "etwas anzubieten, für das andere Geld ausgeben möchten". Vielleicht möchten sie ja Geld für Musik ausgeben, noch lieber möchten sie aber die Musik umsonst haben. Simples Bild, zwei Marktstände mit Lebensmitteln, einer vom Bauern bewacht, einer unbewacht. Am Abend ist der unbewachte leer, der Bauer wiederum hat nichts verkauft. Würdest du dem Bauern, der nichts verkauft hat auch sagen, er hätte verpasst, "etwas anzubieten, für das andere Geld ausgeben möchten"? Offensichtlich brauchen Menschen Lebensmittel und sind auch bereit, etwas dafür zu bezahlen. Wenn sie diese aber umsonst bekommen, nehmen sie natürlich die Gelegenheit wahr. Das sagt nichts über den Wert der Lebensmittel aus.

  • Marcel Weiss

    23.09.09 (14:57:15)

    @milhouse Ja, Filesharing ist in meinen Augen niemals Diebstahl. Das sehen auch Juristen so. Deine Vergleiche halten alle nicht stand, weil Filesharing und Downloads immer Vervielfältigung sind.

  • Martin

    23.09.09 (15:33:37)

    Hallo, erst mal ein sehr schöner Artikel! Was mir meist in der Diskussion fehlt ist der Ansatz das die meisten Musiker ja noch gar nicht "berühmt" sind und nur eines wollen, nämlich das möglicht viele Leute ihre Musik hören und schätzen. Die Monetarisierung folgt ja erst danach. Und die funktioniert bei den meisten dann sowieso über Merchandising und Auftritte und weniger über die Plattenverkäufe. Allerdings kaufen viele die ich kenne von ihren "Lieblingsbands" gerne auch die CD um sie im Regal stehen zu haben. Den eine CD ist mehr als nur Musik. Sie ist ein Kunstwerk aus der enthaltenden Musik dem meist liebevoll gestalltetem Cover und Booklet. Dafür sind auch viele dann noch bereit Geld zu bezahlen wenn die Musik frei verfügbar ist (zum Beispiel unter der CC-Lizenz). Die Musikindustrie will diese Tatsache aber nicht warhaben... Musik ist Kultur und sollte meiner Meinung nach frei zugänglich sein, wer etwas wirklich schätzt bezahlt auch freiwillig dafür! mfg Martin

  • milhouse

    23.09.09 (15:49:47)

    "Das sehen auch Juristen so." Verdammt, verdammt, verdammt, das ist natürlich ein wahnsinnig tolles Argument. Warum bin ich da nicht als erster draufgekommen? Du hättest natürlich auch schreiben können "Amerikanische Wissenschaftler haben festgestellt …"

  • Marcel Weiss

    23.09.09 (15:53:22)

    @milhouse Steht in dem PDF was von Diebstahl? Ich habe nichts gefunden. Unerlaubte Vervielfältigung ist nicht Diebstahl.

  • milhouse

    23.09.09 (15:58:23)

    Danke, damit machst du uns Künstlern eine besondere Freude, juristische Wortspielereien hören wir am liebsten, nachdem man uns sagt, dass man unsere Produkte zwar toll findet, wir uns aber noch einen richtigen Job suchen sollen, wenn wir ein Dach über dem Kopf und Essen auf dem Teller haben wollen. Mir ist es schlichtweg scheißegal, ob man es Diebstahl oder "illegaler Download" oder Mettwurststulle nennt. Ich bin kein Jurist. Interessant übrigens, dass du Martin nicht widersprochen hast, der plötzlich über die Kultur- und nicht über die marktwirtschaftliche Schiene kommt.

  • Marcel Weiss

    23.09.09 (16:05:49)

    @milhouse ich habe vor einiger Zeit einen ausführlichen Artikel darüber geschrieben, wie Musiker im Internetzeitalter Geld verdienen können.

  • baghead

    23.09.09 (16:08:27)

    bin kein jurist, und ich begreif's nicht... es geht um vervielfältigungs*rechte*. im falle von nicht-autorisierter musiknutzung und - vervielfältigung (anbieten nicht lizensierter inhalte, vervielfältigen nicht lizensierter inhalte) sprechen wir doch wohl weiterhin von einem rechtsbruch... oder etwa nicht? also läuft die diskussion doch nach wie vor darauf hinaus zu sagen: wenn du, musikindustrie, uns das angebot nicht so machst, wie wir's haben wollen, dann kaufen wir deine ware nicht UND wir ignorieren auch noch deine rechte und nutzen/vervielfältigen so lange frei schnauze, wie's uns passt, ohne auch nur einen cent dafür zu bezahlen.... bis du uns ein angebot machst, das uns passt. "Der Anbieter hat es nicht geschafft, etwas anzubieten, für das andere Geld ausgeben möchten." ok, dann hat der anbieter versagt... kauf die ware nicht. aber bist du deswegen berechtigt, die ware unautorisiert trotzdem zu nutzen?

  • milhouse

    23.09.09 (16:14:01)

    Ich weiß. Ich bin aber kein Musiker, ich bin Drehbuchautor. Was ich aber gemeinsam mit vielen Musikern habe, ist meine Liebe zu meiner Kunst und ein Talent, das sich auf die Produktion dieser Kunst beschränkt. Ich bin kein Freizeitclown, der sich in die Fußgängerzone stellt und ein Schild mit seinen gesammelten Werkern hochhält, in der Hoffnung, dass jemand vorbeikommt, sich erinnert, dass er mal über Bernd das Brot gelacht hat und mir dann eine warme Mahlzeit spendiert. Hast du mal drüber nachgedacht, wovon Studiotechniker, Kameraleute und SpecialFX-Leute leben sollen? Sollen die auch T-Shirts verkaufen von Filmen oder Musikgruppen, mit denen sie mal zusammengearbeitet haben? Oder Lesungen veranstalten, wo man für Eintrittsgeld ihre Erlebnisse am Set erzählt bekommt?

  • Marcel Weiss

    23.09.09 (16:28:48)

    @baghead: Wenn es gegen geltendes Recht verstösst, ist es ein Rechtsbruch, klar. Nur handelt es sich bei dem Rechtsbruch eben nicht um Diebstahl. @milhouse: Nur weil ich die Realitäten beschreibe und benenne und an manchen Stellen versuche, ernsthafte Lösungsansätze aufzuzeigen, bin ich nicht automatisch für die beschriebene Situation verantwortlich. Ich bin es leid, mich in dieser Richtung immer wieder in den Kommentaren zu rechtfertigen. "Hast du mal drüber nachgedacht, wovon Studiotechniker, Kameraleute und SpecialFX-Leute leben sollen?" Warum muss ich das? Habe ich irgendwas angestellt, wofür ich jetzt die Verantwortung tragen muss? Ich kann nichts dafür, dass die Vervielfältigung von Dateien ohne Kosten möglich ist. Ich kann auch ncihts für die daraus folgenden Implikationen. Was ich hier versuche, ist überhaupt erstmal die tatsächliche Realität zu beschreiben. Wir scheitern in Deutschland ja bereits daran. Erst wenn wir erkennen, dass Vervielfältigung nicht Diebstahl ist, nur weil es Lobbyisten seit zehn Jahren so bezeichnen, dann können wir über echte Lösungsansätze und notwendige Veränderungen sprechen. Aktuell wird nur über Placebos gesprochen.

  • David Bauer

    23.09.09 (16:39:07)

    Ich muss gestehen, mir ist das auch ein bisschen zu viel Geschwurbel und zu wenig auf den Punkt geschrieben. Zwei Einwürfe: 1. Wie wäre es, wenn du mal den Begriff der "first copy costs" in deine Argumentation aufnehmen würdest? 2. Das Kernproblem deiner Argumentation liegt aus meiner Sicht darin, dass du die Gültigkeit des Urheberrechts in Frage stellst und Filesharing von urheberrechtlich geschütztem Material verteidigst. Wie ich in meinem Artikel bei 78s dargelegt habe, ist es nicht am Konsumenten, über solche Fragen zu urteilen. Der Konsument entscheidet, indem er kauft oder nicht kauft, aber nicht, indem er die angebotsseitigen Bedingungen missachtet. Ein Angebot, das keine Nachfrage findet, wird sich von alleine verändern.

  • milhouse

    23.09.09 (16:41:19)

    Wenn Vervielfältigung ein Rechtsbruch ist, und das scheinst du ja anzuerkennen, warum wehrst du dich dagegen diesen zu verfolgen oder zumindest zu ächten? In dem Moment, wo du den Kunstproduzenten die Möglichkeit nimmst, ihre Produkte zu verkaufen, indem die Konsumenten "pro Datei-Einheit bezahlen" müssen, musst du schon erklären, wovon die Produzenten leben sollen. Immerhin willst du ihre Produkte ja haben, sonst könntest du dich ja aus der Diskussion heraushalten und deinen Kulturkonsum auf cc-Produkte beschränken.

  • baghead

    23.09.09 (16:41:45)

    @marcel: ok, also rechtsbruch... um den begriff "diebstahl" geht's mir hier gar nicht in erster linie... demnach ist meine argumentation oben korrekt. filesharer, die inhalte ohne autorisierung verfügbar machen bzw. vervielfältigen brechen recht.

  • marco

    23.09.09 (16:56:12)

    Das Geschäftsmodell ist nicht tot, aufgrund einer "neuen gesellschaftlichen Situation". Im Gegenteil, es wäre sogar noch um einiges erfolgreicher, da die Produktions/Vertriebs-Kosten zu null tendieren, würde die Marge gegen 100% gehen. Es lässt sich schlicht und einfach nicht durchsetzen, aus technischen Gründen (das Killer-Argument schlechthin :), trotz geltendem Recht. Dies ist ein Problem, welches meiner Meinung nach kleiner ist, als es das "Anpassen" des Internet um es durchsetzen zu können, auslösen würde. Deine Einstellung finde ich jedoch eine absolute Frechheit, da Du die Anpassung des Rechts forderst und die Musikindustrie als Täter, anstatt als Opfer darstellst. Nur weil die Polizei gegen Kleindealer nichts ausrichten kann, legalisiert man diese auch nicht. Dass sich die Musikindustrie mit der Situation abfinden müsste und Lösungen suchen sollte, anstatt sich aussichtslos am Durchsetzen des Urheberrecht zu klammern, bin ich natürlich auch der Meinung. Man sollte jedoch Opfer nicht zu Täter machen, nur weil sie sich dumm verhalten.

  • Michael

    23.09.09 (16:58:24)

    Erstmal finde ich es super, dass dieses Thema auf Netzwertig immer wieder aufgegriffen wird. Der Anbieter hat es nicht geschafft, etwas anzubieten, für das andere Geld ausgeben möchten. An sich stimmt diese Kette schon - aber nur offline. Wenn ich ins Fachgeschäft gehe und mir eine Digicam ansehe, dann kann der Anbieter meine Vorstellungen erfüllen oder nicht. Und sieht dafür Geld von mir oder eben keines. Der winzige Unterschied beim Filesharing besteht aber darin, dass man die Ware trotzdem erhält, auch wenn "es der Anbieter nicht geschafft hat" mich zu überzeugen. Wie es juristisch bezeichnet wird ist mir Wurscht, aber es ist definitiv nicht legal.

  • DocMedia

    23.09.09 (17:29:06)

    Wir möchten hier die Gelegenheit nutzen, auf ein neues Medien-Portal aufmerksam zu machen, dass wir ab Januar anbieten werden. Wir haben, damit wir am Start auch bereits Content haben, die letzten Wochen damit verbracht, Artikel von dieser Seite zu kopieren. Diejenigen von Marcel Weiss werden sehr gut ankommen. (es ist kein Diebstahl, wir kopieren die Artikel ja nur). Da wir momentan im Gespräch mit Sponsoren sind, können wir noch keine weiteren Details bekanntgeben. Wir werden aber zu gegebener Zeit die Leser dieser Seite informieren. Unsere Inhalte werden aus eigenen Artikeln und aus den Artikeln dieser Seite bestehen. Also ein Mehrwert für die Leser. Eine zentrale Seite wo der Leser komplett informiert sein wird. Weitere Infos folgen.

  • Petar

    23.09.09 (18:47:34)

    Zugegebener Maßen konnte bei besagtem Panel leicht der Eindruck entstehen es findet eine Diskussion der Ewiggestrigen statt. Dies trifft zwar vielleicht auf das Panel aber keinesfalls auf die gesamte alltogethernow zu. Von daher von einem Panel auf die ganze Musibranche Rückschlüsse zu ziehen (wie die Überschrift des Artikels suggeriert) finde ich doch etwas gewagt.

  • BTH

    23.09.09 (19:46:53)

    Vielen Dank für den Artikel. Ich finde es sehr gut, dass du erstmal wertfrei beschreibst. Leider verstehen das die meisten nicht, bzw. wollen es nicht verstehen. In diese unsinnige Diskussion will ich auch nicht einsteigen. Ich hatte von der A2N allerdings einen anderen Eindruck. Do morgens die Diskussion mit den Plattenläden hat schon gezeigt, dass sowohl Labelbetreiber, Vetriebsmenschen und Downloadshop-Betreiber die Realität erkannt haben. Einzig der Vinylhändler scheint noch etwas verquert. Sind aber die meisten und bei ihnen kann man es auch nachvollziehen, weil da oft eine enorme Leidenschaft drinsteckt. Die anderen Diskussionen handelten von Netlabels. Klar, dass die von sich schon die Zeichend der Zeit erkannt haben. Komischerweise wird bei Netlabel-Diskussionen (auch am Sa in Leipzig) immer wieder gefragt, warum die Leute das machen und wie sie Geld verdienen können. Als ob man ein Hobby in das man Zeit und Geld investiert nicht auch so machen würde. Ein Plattensammler, Hobby-DJ, Städtereisender, Autoschrauber muss sich auch nicht rechtfertigen und Geld dafür kriegen. Und viele Musiker machen ihr Dinge einfach aus Spaß und haben nebenbei andere Verdientsquellen. Wieso sind alle, vor allem die Konsumenten immer so Geld-fixiert? Ich glaube, ich schweife ab.

  • Stefan herwig

    23.09.09 (21:41:35)

    Ich würde gerne mal den Vorläufer zu dieser Diskussion verlinken. Hier ist die Paneldiskussion auf der c/o pop vor ca einem Monat, in dem es zu großen Teilen GENAU um das geht, was hier diskutiert wird, nämlich um die Autonomie der urheber, zu entscheiden, was mit ihrem Werk gemacht wird. Alles andere ist eigentlich die komplette Enteignung der Urheber, und da waren sich auch die netzkulturvertreter einig, dass man die eigentlich nicht vorantreiben sollte. Gruß, Stefan

  • Ruben

    24.09.09 (14:56:01)

    Der Download urheberrechtlich geschützter Werke ist juristisch tatsächlich kein Diebstahl. Aber was fehlt, sind einfach richtig gute und einfache Bezahl- und Konsumiermodelle. Folgendes Szenario: Ein Kinofilm. Ich kann oder möchte nicht ins Kino gehen. Einzige Möglichkeit: Illegal downloaden oder streamen. Nachteil. Teils schlechte Bildqualität und Tonqualität. D.h. nicht wirklich zufriedenstellend. Was hier fehlt, ist ein Sevice, der den Film in sehr gute Qualitär, zu einem bezahlbaren Preis (unter dem Kinoeintritt) und einfach bezahlbar (nicht Visa) anbietet. Das ist heute sogut wie nicht denkbar. Entweder muss man mit Visakarte bezahlen, oder der Qualität ist schlecht oder der Service funktioniert nur unter einem Betriebssystem. Tatsächlich bin ich der Meinung, das es viel mehr Konsumentenfreundliche Konzepte braucht. Und der Gedanke einer Kulturflatrate finde ich gar nicht so dumm. Sollte man weiter denken.

  • Mirco Heibült

    24.09.09 (17:36:48)

    ...

  • Marcel Weiss

    25.09.09 (00:22:30)

    @David Bauer: 1. Die "first copy costs" sind bei Dateien ein problematisches Prinzip, weil sie dazu verleiten, Kosten für die Erschaffung der Inhalte auf die Anzahl der Dateien zu verteilen und daraus dann alles andere abzuleiten. Das ist insofern nicht sinnvoll als es nichts an meiner Kosten-Situation ändert, ob ich 100 oder 10.000 digitale Kopien erzeuge. 2. Ich verteidige das nicht. @milhouse: Ich wehre mich nicht gegen die Verfolgung. Du meine Güte. Ich sage nur, dass es offensichtlich bisher nicht funktioniert hat, es zu unterbinden. Und es nicht besser durch drakonischere Strafen wird. Davon abgesehen, sind Tauschbörsen nicht das "Problem". Sie sind eine Folge des "Problems": Die digitale Kostenstruktur. Erst diese hat Tauschbörsen ermöglicht. Wogegen ich mich im übrigen wehre ist eine unverhältnismässige Verfolgung von Filesharern und vermeintlichen Filesharern, bei der sich die gesamte Gesellschaft verbiegen muss und wichtige Errungenschaften aufgeben müsste, um ein veraltetes Geschäftsmodell aufrechtzuerhalten. "In dem Moment, wo du den Kunstproduzenten die Möglichkeit nimmst, ihre Produkte zu verkaufen, indem die Konsumenten “pro Datei-Einheit bezahlen” müssen, musst du schon erklären, wovon die Produzenten leben sollen. " Nein, das muss ich nicht. Ich versuche ernsthaft, Lösungsansätze zu finden, die auch funktionieren werden. Aber ich _muss_ nicht die Geschäftsmodelle für die Entertainmentbranchen finden. Das müssen sie selbst. Ich helfe gern. Werde aber dafür in den Kommentaren immer angegriffen. " Immerhin willst du ihre Produkte ja haben, sonst könntest du dich ja aus der Diskussion heraushalten und deinen Kulturkonsum auf cc-Produkte beschränken." Ich bin Beobachter. Kein fordernder Konsument. Wenn überhaupt, dann bin ich eher der Gruppe der Urheber mit finanziellen Interessen zuzuordnen, da ich einen Teil meines Lebensunterhalts mit dem Schreiben von Texten verdiene. @marco: "Deine Einstellung finde ich jedoch eine absolute Frechheit, da Du die Anpassung des Rechts forderst und die Musikindustrie als Täter, anstatt als Opfer darstellst. Nur weil die Polizei gegen Kleindealer nichts ausrichten kann, legalisiert man diese auch nicht." Bitte, es geht um Wirtschaft. Opfer und Täter zuzuordnen ist Unsinn, da die vermeintlichen Opfer - die Musikindustrie - nicht nur durch Filesharing negative, sondern auch positive Effekte erfahren. Wenn dem nicht so wäre, könnten einige Musiker nicht Filesharing erfolgreich als Teil ihres Geschäftsmodells einsetzen. Genauso ist es unsinnig, Leute, die illegal runterladen, mit Kleindealern zu vergleichen. Die negativen Effekte sind bei weitem nicht so offensichtlich und ausschließlich wie immer behauptet. @"DocMedia": Nice try. Das wäre B2B. Hier geht es allenfalls um nichtkommerzielle Nutzung. @Petar: Ja sicher, ich habe nur eine subjektive Wahrnehmung von der Konferenz. Habe ja auch nicht alles gesehen. Aber die Diskussionen, die ich gesehen hatte, haben mich eher enttäuscht. Was vielleicht daran liegt, dass ich die guten immer verpasst habe. Und natürlich hat nicht jeder Vertreter der Branche die gleiche Sichtweise, aber bei der Mehrheit ist es eben immer noch so, dass ein Grundverständnis fehlt. @BTH: Danke für den Einblick. Die Diskussion am Donnerstag morgen hatte ich leider verpasst. @Stefan Herwig: Von Enteignung zu reden, ist nicht richtig. Das impliziert das Gleichsetzen von physischem Eigentum mit Urheberrechten. Das ergibt aber keinen Sinn und ist faktisch wie juristisch falsch. Ich werde das die nächsten Tage in einem gesonderten Artikel versuchen zu adressieren.

  • Steffen Seitz

    25.09.09 (08:09:37)

    Ein sehr guter Artikel, gleichwohl war mir beim Lesen direkt klar an welcher Stelle die Diskussion sich entzündet. Was mir an der Argumentation der Gegner hinsichtlich der CDs, Bücher im Buchladen usw. nicht gefällt, ist dass diese Produkte nicht 1:1 mit Musikdateien vergleichbar sind. Mit einer CD erwarb ich ein materielles *Eigentum*, mit einem Download eine Lizenz. Ich bin also heute nicht mehr Eigentümer, sondern vielmehr Besitzer. Welche Veränderungen das mit sich bringt, zeigen nicht nur die Serverabschaltungen von Musikanbietern oder die Löschung der eBooks durch amazon. Das ganze wird aber nicht thematisiert! Ich denke ein Download in der heutigen Form ist vielmehr eine Leihgabe seitens des Musikers, und viele sollten das auch so sehen. Geld kann mit Musik auch auf andere Weise verdienen. Wie festgefahren die Musikindustrie in ihren Strukturen ist, kann man vielleicht auch am Beispiel Cloud sehen. Im Prinzip würden Streamingdienste einen Großteil der heutigen Probleme lösen, dennoch gibt es von Seiten der Musikindustrie kaum progressive Ansätze.

  • Fabian D.

    25.09.09 (14:44:04)

    Ich habe aufgehört den Artikel zu lesen an der Stelle als es um Regulierung ging. Im Prinzip ist es doch ganz einfach: All das Lamentieren und die Wünsche nach mehr Regulierung des Internets helfen überhaupt nichts. Solange über das Internet Informationen per P2P, HTTP, E-Mail oder das Protokoll von morgen ausgetauscht werden können, wird es möglich sein auch Musik zu tauschen. Der einzig wirklich ganzheitliche Regulierungsansatz heißt: DISCONNECT. Um ehrlich zu sein, mache ich mir da gar keine Gedanken, ob nun das Internet oder die Musikindustrie den längeren Atem hat. Und deshalb schont es nur Zeit und Nerven einen Weg zu finden, der die Interessen von Nutzern und Industrie in Einklang mit dem Internet bringt. Just my 2 cents

  • Stefan herwig

    25.09.09 (16:09:39)

    Im Prinzip ist es doch ganz einfach: All das Lamentieren und die Wünsche nach mehr Regulierung des Internets helfen überhaupt nichts. Solange über das Internet Informationen per P2P, HTTP, E-Mail oder das Protokoll von morgen ausgetauscht werden können, wird es möglich sein auch Musik zu tauschen. Der einzig wirklich ganzheitliche Regulierungsansatz heißt: DISCONNECT. Woher willst du das wissen? Das Medium Internet ist noch extrem jung, und alle Leute wollen jetzt schon bestimmen, was im Internet "geht" und was "nicht geht". Ich behaupte sogar, dass das internet sich noch viel leichter regulieren lässt, als andere Räume, mit weitrecichendem datenschutz eund eingehaltener Privatsphäre für ale Beteiligten. Warte mal ab, bis digital natives in Politik uhd Wirtschaft einzihen, dann wird das ganze meiner Meinung nach ein Klacks. Dauert nur leider noch 15 Jahre... Stefan

  • Stefan herwig

    25.09.09 (16:09:39)

    Im Prinzip ist es doch ganz einfach: All das Lamentieren und die Wünsche nach mehr Regulierung des Internets helfen überhaupt nichts. Solange über das Internet Informationen per P2P, HTTP, E-Mail oder das Protokoll von morgen ausgetauscht werden können, wird es möglich sein auch Musik zu tauschen. Der einzig wirklich ganzheitliche Regulierungsansatz heißt: DISCONNECT. Woher willst du das wissen? Das Medium Internet ist noch extrem jung, und alle Leute wollen jetzt schon bestimmen, was im Internet "geht" und was "nicht geht". Ich behaupte sogar, dass das internet sich noch viel leichter regulieren lässt, als andere Räume, mit weitrecichendem datenschutz eund eingehaltener Privatsphäre für ale Beteiligten. Warte mal ab, bis digital natives in Politik uhd Wirtschaft einzihen, dann wird das ganze meiner Meinung nach ein Klacks. Dauert nur leider noch 15 Jahre... Stefan

  • Fabian D.

    25.09.09 (16:41:13)

    Ich behaupte sogar, dass das internet sich noch viel leichter regulieren lässt, als andere Räume, mit weitrecichendem datenschutz eund eingehaltener Privatsphäre für ale Beteiligten. Glaube ich kaum. Überall dort wo Kommunikation herrscht, können auch beliebige Daten ausgetauscht werden. Solange unsere Computer, Mobiltelefone, etc. Kommunikationskanäle haben, über die sie Daten austauschen, wird es auch möglich sein beliebige Inhalte zu tauschen.

  • marco

    25.09.09 (16:41:13)

    "nicht nur durch Filesharing negative, sondern auch positive Effekte erfahren." Na ja, wenn ich auf der einen Seite 100 Euro verliere und auf der anderen 10 gewinne, würde ich den Gewinn von 10 Euro nicht unbedingt als positiven Effekt sehen. Man kann es höchstens als postiv erachten, wenn eine Plattenfirma 1 Mio verliert, bzw. weniger einnimmt, dafür der Künster 200k mehr direkt. Wobei das sind wohl sehr sehr seltene Ausnahmen, welche auch wieder auf Kosten anderer Künster gehen. Was mich noch sehr wunder nähme, wie Du es mit Software Raubkopieen siehst? Sollte man Musik sharen dürfen, Software aber nicht? Und aus welchen Gründen?

  • marco

    25.09.09 (16:42:27)

    @Fabian Kauf Dir doch mal ein Iphone ;)

  • Fabian D.

    25.09.09 (16:45:18)

    @marco: Was soll damit sein? Ist doch auch nur ein Webclient.

  • Stefan herwig

    26.09.09 (04:32:01)

    Glaube ich kaum. Überall dort wo Kommunikation herrscht, können auch beliebige Daten ausgetauscht werden. Solange unsere Computer, Mobiltelefone, etc. Kommunikationskanäle haben, über die sie Daten austauschen, wird es auch möglich sein beliebige Inhalte zu tauschen. Es gibt vielleicht auch andere regulierungen, als eine auf technischer Basis.

  • Stefan herwig

    26.09.09 (09:19:52)

    Wie festgefahren die Musikindustrie in ihren Strukturen ist, kann man vielleicht auch am Beispiel Cloud sehen. Im Prinzip wrden Streamingdienste einen Groteil der heutigen Probleme lsen, dennoch gibt es von Seiten der Musikindustrie kaum progressive Anstze. Schon mal was von Spotify gehört? Manchmal ist es schon fast drollig, wie uninformiert diese augeklärte netzkultur doch ist. den Service gibtes schon fast seit 2 JAhren, und er wrd in Kürze noch deutschland kommen. In schweden ist er jetzt schon wichtiger als iTunes.

  • Lars Sobiraj - Ghandy/gulli.com

    27.09.09 (00:09:59)

    Ach, Herr Prof. Herwig ist hier auch unterwegs. Hilfe! Ist man denn nirgends vor dir sicher? ;-)

  • Steffen Seitz

    27.09.09 (11:43:58)

    @32 Kritik war, dass die MUSIKINDUSTRIE nicht diese Ansätze stärker vorantreibt. siehe hier

  • Stefan herwig

    28.09.09 (00:20:10)

    wenn ich richtig informiert bin, wird spotify nicht nur von den Majors unterstützt, sondern sogar von denen zwischenfinanziert. die haben da nochmal Venture Capital reingeschossen.... KK

  • Lars Sobiraj - Ghandy/gulli.com

    29.09.09 (10:39:57)

    Ich würde gerne in diesem Zusammenhang auf einen Artikel hinweisen, der sich u.a. auch auf diesen Blogeintrag hier bezieht. Gruß! Lars Sobiraj

  • Michael

    10.10.09 (18:44:52)

    Ähm, ja, mein erster Kommentar hier und mal etwas zu meinem Kaufverhalten im Bezug zu Musik. Vor einigen Jahren war ich noch starker Gegner des illegalen Downloads. Hab also immer CDs gekauft. Und davon nicht allzu viele. Kosten ja reichlich. So kam es, dass das Interesse (aufgrund des Vorhörens von Musik damals nur in Warenhäusern) rapide gesunken ist. Ich hab sogar mal mehr als ein Jahr keine CD gekauft. Dann kam ich durch Zufall zu iTunes und damit auf den Trichter, dass digitale Musik nicht schlecht sein muss (Cover Flow, einfache Handhabung, visualisierung der digitalen Musik am Rechner). So kann man Musik auch per iTunes kaufen, aber es gibt mehr Musik, die man hören möchte, als es Geld wert wäre auszugeben. Darum die Aufteilung in graue Downloads, iTunes/Amazon MP3 Alben und noch reale CDs). Das Interessante ist, dass ich hier durch merke, welche Alben ihr Geld wert sind und welche nicht. Ich lade zwar Musik illegal, aber auch um ein vielfaches mehr legal bzw. kaufe Musik allgeimen (CD + Download), als es früher der Fall war. Darum finde ich das aktuelle Vertriebsmodell gescheitert. Es muss hier wohl doch noch etwas anderes geben. @milhouse Wenn du und deine Kollegen arbeitslos seid, dann nur, weil sich euer Industriezweig nicht verkaufen kann. Der Nutzen ist nicht da. BWL erstes Semester, oder?

  • Stefan herwig

    12.10.09 (10:00:05)

    So kann man Musik auch per iTunes kaufen, aber es gibt mehr Musik, die man hören möchte, als es Geld wert wäre auszugeben. Schionmal eMusic ausprobiert? Komplett egal, und wirklich billig. Ich habe 50 Tracks im Monat und finde so extrem viele geniale Albben. Und das Portal ist trotzdem legal. Gruß, stefan

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