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01.11.13Leser-Kommentar

6Wunderkinder erhält frisches Kapital: Legendärer US-Investor Sequoia entdeckt Berlin

6Wunderkinder, die aus Berlin stammenden Macher des Aufgabenmanagers Wunderlist, erhalten frisches Geld: Mit Sequoia Kapital engagiert sich eine legendäre Venture-Kapital-Firma aus dem Silicon Valley erstmals in der deutschen Hauptstadt.

Sequoia Capital

Bei vielen Meldungen zur Berliner Internetwirtschaft, die als weiterer Schritt auf dem Weg zur Startup-Hauptstadt verkauft werden, ist nicht klar, ob es sich um mehr als vom Hype geschwängerte Pressemitteilungen handelt. Ab und an aber gibt es Nachrichten, deren Bedeutung kaum zu überschätzen ist. Das trifft auch auf einen aktuellen Bericht von TechCrunch zu, nach dem die Wunderlist-Macher 6Wunderkinder eine Series-B-Finanzierungsrunde in Höhe von 30 Millionen Dollar abgeschlossen haben (Nachtrag 11. November: Mittlerweile wurde das Investment offiziell verkündet, beträgt allerdings "nur" 19 Millionen Dollar). Der Investor? Sequoia Capital, legendäre Venture-Kapital-Firma aus dem Silicon Valley. Ob YouTube, Instagram, Zappos, Yahoo, PayPal oder LinkedIn - die Firma aus Menlo Park hatte in der Vergangenheit überdurchschnittlich oft ein gutes Händchen, wenn es darum ging, künftige Netzgiganten finanziell zu unterstützen. Dass ein derartig renommierter und erfolgreicher Geldgeber erstmals in ein aus Berlin (und überhaupt in ein aus Deutschland) stammendes Startup investiert, und das gleich in beachtlicher Höhe, kommuniziert nicht nur Vertrauen in Konzept und Team des unterstützten Unternehmens, sondern besitzt auch eine nicht zu vernachlässigende Signalwirkung. Wenn die ganz großen der Investorenszene ihre Aktivitäten auf eine neue Region ausweiten, dann wird dies auch andere Akteure dazu bewegen, den "neuen" Markt zu sondieren. Schließlich will niemand den nächsten großen Exit verpassen.

Seine umtriebigsten Tage im Internetsegment hatte Sequoia zu Zeiten des "Web 2.0", als viele der heutigen Dickschiffe gerade ihre ersten Gehversuche machten. Nach der berühmt-berüchtigten "RIP: Good Times"-Präsentation, in der Sequoias unterstützte Startups im Herbst 2008 auf die weitreichenden Folgen der weltweiten Finanzkrise vorbereitet wurden, tauchte der Name Sequoia in den Schlagzeilen der US-Techpresse etwas seltener auf. Einen guten Riecher hatte Sequoia im April 2011, als es sich mit acht Millionen Dollar am Messenger WhatsApp beteiligte - zu diesem Zeitpunkt nur eine von vielen Chatapps und komplett irrelevant in den USA, heute jedoch mit über 300 Millionen aktiven Nutzern international marktführend im Segment der Chat-Apps. Sequoia ist bis heute der einzige VC-Investor bei WhatsApp.

Zuletzt erweiterten die Kalifornier ihren Fokus und engagierten sich verstärkt bei europäischen Webfirmen. Anfang Oktober wurde die Beteiligung an der britischen Flugsuchmaschine Skyscanner bekannt. Vor zwei Jahren investierte Sequoia in den schwedischen Zahlungsdienstleister Klarna. Mit dem Erwerb von 6Wunderkinder-Anteilen setzt der US-Investor seine Europatour fort.

Im Kontext der aktuellen Meldung nicht uninteressant ist die Tatsache, dass Sequoia auch an Evernote und Dropbox beteiligt ist - zwei Services, die sich für den Aufgabenmanager der 6Wunderkinder, Wunderlist, sowohl zu Partnern als auch Wettbewerbern entwickeln könnten. Dank dem Sequoia-Funding ist nun Ersteres wahrscheinlicher.

Gestern Union Square Ventues, heute Sequoia. Welcher US-Venture-Capital-Gigant wird wohl den nächsten Scheck für ein hiesiges Startup schreiben?

Kommentare

  • Stefan Wehmeier

    01.11.13 (16:42:26)

    Solange keine Marktgerechtigkeit besteht,… http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/02/marktgerechtigkeit.html …können alle nur den “großen Investoren” hinterherlaufen. Und solange der “große Investor” auch noch angebetet wird,… http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/10/glaube-aberglaube-unglaube.html …wird sich daran nichts ändern.

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