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29.10.07Leser-Kommentare

12 Jahre alter Online-Witz in der NZZ am Sonntag

Gestern war in der NZZ am Sonntag ein Artikel ?Jetzt gehen sie wieder: Das Klima für Deutsche wird rauer. Die Ersten packen ihre Koffer und ziehen zermürbt nach Deutschland zurück.?

Der Artikel war mit einem Textkasten versehen über "10 Dinge, die Ausländern in der Schweiz auffallen".

NZZaS Auslaender-in-der-Schweiz 2007-10-28

NZZ am Sonntag vom 28. Oktober 2007 mit Artikel "Jetzt gehen sie wieder"

 

Wie früh in der Schweiz auch am Wochenende aufgestanden wird.

Dass niemand reklamiert, auch wenn er nur einmal im Monat waschen kann.

Dass kein Schweizer begreift, wie man ausser im Winter Fondue essen kann.

Dass Schweizer sich immer anständig anziehen, auch zum Milchholen.

Dass die ganze Schweiz es offenbar für völlig normal hält, dass es wegen Bauarbeiten jeden Sommer zu Verkehrsstaus kommt.

Dass es einen nach einem halben Jahr in der Schweiz auch zu stören beginnt, wenn der Nachbar nach zehn noch die Toilettenspülung betätigt.

Dass Schweizer Partys spätestens um halb zwölf schon zu Ende sind.

Dass Schweizer Gastgeber schon während der Party wieder mit Aufräumen beginnen.

Dass Schweizer Gastgeber erwarten, dass die Gäste beim Abwasch helfen.

Dass Schweizer Spontanität super finden – solange sie geplant ist.

Internet-Veteranen kommt diese Liste bekannt vor, denn sie kursierte in längerer Form schon vor ewigen Zeiten per E-Mail. Ich habe sie während meines Studiums sicher zehnmal von verschiedenen Leuten erhalten, die alle gerade dachten, sie sei neu.

Im Jahr 2000 übernahm dann Alan Hodgkinson auf seiner Website die Verantwortung für die Liste: "I confess, it was me. I wrote this with my friend Nils in 1995."

Dass die Liste 12 Jahre alt ist, ändert nichts daran, dass sie immer noch witzig ist. Eine Quellenangabe hätte ich aber angemessen gefunden.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommentare

  • 29.10.07 (13:28:43)

    für wens interessiert: die nzz hat genau 85570 mal spontanität geschrieben - und 86073 mal spontaneität. WAS NUN???? (quelle smd.ch)

  • Peter Hogenkamp

    29.10.07 (13:30:52)

    Spontaneität ist alte Rechtschreibung. Neue ist i.d.R. Spontanität, aber mit e geht auch noch, wenn ich mich recht entsinne. Hab aber das Vademecum der NZZ gerade nicht zur Hand.

  • 29.10.07 (13:32:27)

    gibt aber kein zeitliches konzept bei der nzz. alles chrüsimüsi durenand. siehe www.smd.ch

  • Urs

    29.10.07 (15:56:14)

    Die Sache mit den frustrierten Deutschen, die angeblich die Schweiz verlassen ist aber auch ein etwas 12 Jahre alter Witz. Scheiss-Thesenjournalismus. So was ähnliches hat vor einem halben Jahr schon Facts behauptet. Es gibt für diese Behaupt ung schlicht keine Belege. Aber so ist es halt, wenn der Ressortleiter sagt: "Du, jetzt ist doch diese Radiomoderatorin rausgeekelt werden, schau doch mal ob es da nicht so einen Trend gibt." Und prompt findet man zwei Leute, die rumnörgeln oder schon wieder gegangen sind - tataaaa! Schon hat man ihn den Trend. Dass die NZZaS jetzt auch solchen Schrott macht, finde ich traurig.

  • Peter Hogenkamp

    29.10.07 (16:00:40)

    Urs: Stimmt genau. Es gibt für alles einen Trend, wenn man nur ein bisschen sucht. Vor acht Wochen oder so kamen "Die Deutschen nehmen uns die Arztpraxen weg" und "Die Deutschen gehen jetzt alle nach Norwegen und fehlen uns hier" nur ein paar Tage voneinander entfernt.

  • Jean-Claude

    30.10.07 (11:33:55)

    Die Frage ist natürlich auch: Warum lassen wir Leser uns solchen Schrott unentwegt gefallen. Man hat den Eindruck: Es geht immer schlimmer und dreister in diese Richtung. Das ist nicht Kulturpessimismus, sondern der Zorn eines intensiven und interessierten Lesers über einen Journalismus, der immer mehr verludert und verkindet. So weit unter seinen Möglichkeiten war der Schweizer Journalimus nach meiner Beobachtung seit Jahren nicht. Das hat nichts mit Ideologie zu tun. Mit Können, bez. dem Gegenteil, schon eher. Wobei die NZZaS noch immer eine der am besten gemachte Zeitungen der Schweiz ist. Beispiel: Im Fall des Zürcher "Financiers" Matter sind alle andern Medien auf peinlichste Art eingeknickt(Blick, Sobli, Bilanz, SonntagsZeitung, TA brachten alle herzzerreissende Stories und Interviews über den armen, armen Ex-Bankier, dem böse Buben "sein Lebenwerk zerstört haben"; die Untersuchungen der Bankenaufsicht sprechen derweil eine ganz andere Sprache.) Charlotte Jacquemart und Daniel Hug von der NZZaS liessen sich nicht so leicht einschüchtern. Sie legten mit zusätzlichen Recherchen nach. Gut so. Aber das sind eher Ausnahmen. (Ich habe übrigens keine Aktien von der NZZ....) Warum lassen wir Leser uns immer mehr Schrott gefallen? Ein deutscher Medienwissenschaftler der Uni Lugano wurde kürzlich in diesem Blog sinngemäss zitiert: Die Leser schlucken, was man ihnen vorsetzt. Gopfriedschtutz, ich fürchte, der hat Recht. Aber ich will nicht mehr alles schlucken!

  • mds

    30.10.07 (12:25:28)

    Aber ich will nicht mehr alles schlucken! Was soll man dagegen unternehmen, wenn man das Abonnement nicht kündigen möchte? Die NZZ beispielsweise kommuniziert grundsätzlich nicht mit ihrer Leserschaft.

  • Jean-Claude

    30.10.07 (16:43:33)

    @MDS: Seien wir froh, dass es die NZZ noch gibt. Selbstverständlich ist das nicht. Ihre Kostenstruktur möchte ich nicht verantworten müssen. Das geht nur, weil die NZZ sehr genügsame Kleinstaktionäre hat und keinen Grossaktionär. Das ist sehr klug. Die Tante NZZ verjüngt sich massvoll, behält aber manche anachronistischen Züge bei. Der Wirtschaftsressortleiter Gerhart Schwarz etwa ist ein neoliberaler Ideologe und Eiferer.Die übrigen Teile sind meiner Meinung nach vernünftiger, zeitgemässer und offener, inzwischen sogar der Inlandteil, der früher total parteiisch war. Die Arroganz der NZZ, zu glauben, mit der Leserschaft nicht kommunizieren zu müssen, wird sich auch noch legen - wie sich die Arroganz der FDP ja auch gelegt hat. Wenn die Nachfrage sinkt, endeckt man plötzlich die Interessen der Kundschaft. Das - möglich - NZZ-Interesse am Gratisblatt .ch deutet in diese Richtung.

  • N.N.

    31.10.07 (11:10:30)

    @ Jean-Claude: Gott sei Dank gibt es GS. noch bei der NZZ. Ich sehe ihn aber weniger als neoliberalen Ideologen, dafür ist er zu sehr dem klassischen Liberalismus verpflichtet. Und gerade der FDP stünde es gut an, sich diese Form von Liberalismus wieder auf die Fahne zu schreiben. Widersprechen muss ich auch, was die "Arroganz der NZZ" betrifft: gerade "sie" erlaubt es der Redaktion ein eigenständiges Blatt zu machen, welches sich vom üblichen Mainstream abheben kann - noch. So hat m.E. das "NZZ Folio" - klar, die haben eine eigene Redaktion - dieses Jahr inhaltlich schwer abgegeben, aber an Lesern weiter zugelegt. Nun kann ich nur hoffen, eine ähnliche Tendenz zeigt sich nicht auch beim Stammblatt. @ Bö: Schau Dir doch erst einmal Deine Grammatik und Deinen Einsatz von Satzzeichen an, bevor Du Dich mit den "schreibenden Almächtigen" der NZZ anlegst. Was die sprachliche Kompetenz der NZZ betrifft, schlägt sie sämtliche Konkurrenztitel um Längen.

  • Jean-Claude

    31.10.07 (12:53:50)

    @N.N. Ich bin nicht sicher, ob das die Mehrheit der NZZ auch so sieht. Ich bezweifle es. Mir ist GS einfach einfach zu doktrinär. Immer den Katechismus der heiligen Marktwirtschaft unterm Arm. Jede Abweichung wird mit dem Zeigefinger geahndet. Marxisten argumentieren auch so, nur seitenverkehrt. Nennen Sie es "klassischen Liberalismus". Ich nennen es klassischen Dogmatismus. Ich hätte ja nichts dagegen, wenn GS NZZ-Kolumnist wäre, wie z.B. Martin Wolf bei der "Financial Times" . Den liest man mit Genuss und Gewinn und reibt sich an ihm. Er präsentiert seine Kolumne als EINE oder SEINE Meinung. Nicht als DIE für alle denkenden Menschen verbindliche Meinung, wie GS. Ein Ressortleiter sollte sich nicht als Gralshüter der einzigen Wahrheit gerieren. Das ist nicht mehr zeitgemäss. Kurzum: Als Leser will ich das nicht mehr. Punkt. Der Wirtschaftsteil der NZZ müsste sich wie die andern Teile öffnen und auch in Grundsatzfragen andere Meinungen aus der Redaktion zu Wort kommen lassen. Die gibt es hoffentlich. Und zwar nicht verschämt als Fremdbeiträge, von denen man sich bei Bedarf leicht distanzieren kann. Als Leser will ich echten Meinungspluralismus und intelligenten Meinungsstreit. Dafür bin ich bereit, ziemlich viel Geld zu zahlen. Meine Meinung bilde ich mir dann schon selber. Diesen Pluralismus gibts überall, auch bei der NZZ. Komischerweise nur nicht in Grundsatzfragen der Wirtschaft. Da wird offenbar zuerst im Katechismus nachgeschaut, was man darf und was nicht. Sonst fällt man der Verderbnis anheim. Aber grundsätzlich, N.N., sind wir uns schon einig: Gut, dass es die "alte Tante" noch gibt. Einen Wunsch hätte ich noch an die NZZ: Hört doch bitte endlich mit diesen albernen Kürzeln auf. Die NZZ hat genügend gute Autoren, die sich nicht hinter diesen komischen bit. bat. und but. zu verstecken brauchen. Das spiegelt eine Bescheidenheit vor, die die NZZ nicht hat und die sie auch nicht braucht. Wenn mir schon jemand die Welt erklärt will, möchte ich wissen, wer das ist. Bei wichtigen Artikeln ruhig mit kleinem Foto: Face to face. Ein wenig Mut darf schon sein, und ein wenig Eitelkeit auch. Das ist der Unterschied vom Internet zum Print: Ich will gefälligst mit dem Autor persönlich kommunizieren können, per mail oder Telefon. Und nicht nur in Form eines gefilterten Leserbriefs. Der Autor nimmt ja auch meine Zeit in Anspruch, bei längeren Artikeln sogar ziemlich viel davon. So viel "Belästigung" von Seiten der zahlenden Leserschaft darf schon sein. Das gehört zum Journalistenberuf. Auch dafür werden die Damen und Herrn doch bezahlt. Zeitlich lässt sich diese "Belästigung" ja kanalisieren. Unter jeden grösseren NZZ-Artikel, - insbesondere bei Meinungsratikeln - die NZZ unterscheidet da ja kaum - gehört - gehört jedenfalls die e-mail-Adresse des Autors. Das ist heute Standard.

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