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SaaS - Nutzen für Unternehmen

Zu den Vorteilen der SaaS Nutzung für junge Unternehmen gehören  Kosteneinsparungen, die hohe Flexibilität des Systems sowie die einfache Implementierung und Handhabung.


Software as a Service

Software ist inzwischen zu einem wichtigen Bestandteil in fast allen Lebensbereichen geworden. Aus dem Alltag - durch das Internet oder über Smartphones -kennen wir Softwareanwendungen in Form von Apps. Als Mitglieder in sozialen Netzwerken, Nutzern von Online-Banking oder über das Versenden von E-Mails wickeln wir einen Großteil unseres Alltagsgeschäfts über Online-Plattformen ab.

Was ist Software as a Service?

Auch Unternehmen nutzen diese Art der Prozessverwaltung im größeren Stil. Mit dem Software as a Service (SaaS)-Paradigma hat sich ein Modell durchgesetzt, bei dem IT-Strukturen outgesourct werden und Software über den Anschluss an ein Netzwerk bezogen wird. Normalerweise sind SaaS-Modelle webbasiert und dadurch sehr einfach in der Anwendung.

Im Gegensatz zu klassischer Software, die der Nutzer über Lizenzen kauft, in seine eigenen IT-Infrastruktur einspielen muss und für dessen Instandhaltung und Aktualisierung selbst zuständig ist, werden bei SaaS alle diese Aufgaben durch den Anbieter übernommen. Der Kunde externalisiert seine Daten und braucht im besten Fall nur einen Internetanschluss um auf sie zuzugreifen.

Der Erfolg von SaaS liegt hauptsächlich darin begründet, dass die Barrieren zum Einstieg in das System sehr gering sind, die Anwendung sehr einfach und die Bereitstellung gerade für junge Unternehmen vergleichsweise günstig ist.

Unternehmensanwendungen und Entwicklungs-Tools


Mittlerweile werden fast alle unternehmensrelevanten Software-Angebote auch durch SaaS-Anbieter bereitgestellt. Grundsätzlich lässt sich aber zwischen Unternehmensanwendungen, die zur Administration von Personal, Waren oder Kundenbeziehungen genutzt werden, und Entwicklungs-Tools, die zur Entwicklung und Verwaltung von Produkten genutzt werden, unterschieden.

Unternehmensanwendungen
Im Bereich der Unternehmensanwendungen, die den weitaus größten Teil des Marktes ausmachen, werden hauptsächlich ERP- (Enterprise Resource Planning) und CRM- (Customer Relationship Management) Systeme angeboten.

ERP dient der effizienten Allokation von Resourcen. In diesem Bereich ist SAP als Anbieter federführend. Salesforce.com ist der Hauptanbieter bei CRM, das in der Pflege der Kundenbeziehungen eingesetzt wird. Weitere typische Software-Angebote gibt es in den Bereichen SCM (Supply Chain Management), HRM (Human Resources Management), PLM (Product Life cycle Management) und für Kommunikationsdienste wie zum Beispiel web conferencing.

Entstehung und Entwicklung von SaaS

Bis in die 1990er Jahre versuchten Unternehmen primär über die Optimierung interner Prozesse ihre Kosten zu senken und die Produktivität zu steigern. Die Entwicklung neuer Technologien zur Datenübertragung, wie zum Beispiel das Internet, führte dazu, dass sich Unternehmen zunehmend mit der Auslagerung von Arbeitsprozessen in Form von webbasierten Dienstleistungen auseinandersetzten.


Beginnend mit der Nutzung des Webs für Mail-Dienste, gemeinsame Planer, Groupware oder Online-Publikationen, hat das Outsourcen insbesondere von Softwareleistungen schnell an Bedeutung gewonnen. Viele vertikal integrierte Unternehmen begannen sich auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren und versuchten gleichzeitig Kosten bei der Wartung und Anpassung der verwendeten Software dadurch zu sparen, dass sie die Bereitstellung von Software als Dienstleistung durch externe Anbieter nutzten.

Anbieter von Software haben begonnen, geeignete Plattformen für die Bereitstellung von Unternehmens-spezifischen Diensten zu entwickeln. In den späten 90er Jahren wurden erste Modelle des ASP (Application Service Providing) angeboten, bei welchen der Nutzer auf die Software zugreift, die auf dem Server des Anbieters gespeichert ist, ohne diese selbst installieren zu müssen.

Die ASP Modelle, die als Vorläufer zu SaaS verstanden werden können, werden heute kaum noch genutzt. Der entscheidende Unterschied liegt darin, dass ASP aufgrund einer Individualisierung beim Nutzer immer noch Anpassungen und damit auch Instandhaltung erfordert. SaaS ist im Gegensatz dazu über jeden Web-Browser funktionsfähig.

Zunehmende Nutzung von SaaS

In den letzten Jahren wird SaaS zunehmend genutzt. Vor allem die ständige Erweiterung der SaaS-Produkte macht es Unternehmen möglich, eine geeignete Variante der standardisierten Software zu finden. Mittlerweile haben so gut wie alle führenden Software-Entwickler SaaS-Leistungen in ihre Produktpalette aufgenommen. Erfolgreich sind in diesem Bereich kombinierte Modelle aus klassischer Softwarenutzung und On-demand-Lösungen, welche als SaaS bereitgestellt werden.

SAP entwickelte beispielsweise das Business ByDesign. Diese ERP-Lösung (Enterprise Resource Planning) gehört jedoch zu den komplexeren und damit noch unbeliebteren Lösungen. Weit öfter genutzt werden die CRM- (Customer-Relationship-Management) und SCM-Systeme (Supply-Chain-Management). Diese Modelle werden durch salesforce.com angeboten, welches als Pionier der SaaS-Integration immer noch als führend auf dem Markt gilt.

Obwohl sich SaaS als betriebswirtschaftliche Software hauptsächlich an Unternehmen richtet, gibt es auch zunehmend Dienste, die sich an ein breiteres Publikum richten. Insbesondere Google ist in diesem Bereich mit Google-Mail-Diensten oder verschiedenen Google-Apps richtungsweisend.

Neben der Erweiterung der Produktpalette ist auch der Gesamtumsatz mit SaaS-Produkten gestiegen. International wird die Entwicklung des Marktes für SaaS-Lösungen positiv gesehen. Weltweit lag das  Volumen 2008 bei 6,6 Mrd. Dollar (bei zweistelligen jährlichen Wachstumsraten). Für 2012 liegt die Prognose bei einem Gesamtvolumen von 14,8 Mrd. Dollar. Im selben Jahr kategorisierte das Forschungsinstitut der Gartner Group SaaS zudem als eine der 10 strategisch wichtigen Technologien.

In Deutschland verhalten sich Unternehmen jedoch immer noch zögerlich und zurückhaltend gegenüber dem Outsourcing von Kernkompetenzen, wie der Datenpflege und -administration. Dabei ist die Anwendung solcher Modelle gerade für Gründer und kleinere Unternehmen mit vielen Vorteilen verbunden. 

SaaS - Vorgänger und Erweiterungen

Application Service Providing ASP

Das ASP-Modell basiert im Grunde darauf, dass Anbieter Software-Lizenzen kaufen, diese auf einem Server installieren und an Nutzer weiterverkaufen. Entscheidend für das Scheitern von ASP ist das Single-Tenant-Modell. 


Demnach wurde für jeden Kunden eine zwar externe, aber trotzdem separate Infrastruktur bereitgehalten. Das Zuschneiden der Software auf die Wünsche des Kunden wurde sehr aufwändig, was zu einer hohen Standardisierung der Software führte. Die Instandhaltung wurde schnell zu kostspielig, da die Entwicklungen auf dem Software-Markt bei jedem Kunden einzeln angepasst wurden.

Das ASP arbeitet damit recht nah am klassischen Lizenzmodell. Auch Bezahlung und Vertragswerk sind klassischen Modellen sehr ähnlich. Gekauft wird bei ASP immer ein Paket, in welchem auch Applikationen enthalten sein können, die der Nutzer nicht benötigt. Die Software ist daher im Gegensatz zu SaaS relativ einfach. Für kleine Unternehmen mag sich diese Lösung noch anbieten, für größere Unternehmen, die komplexere Geschäftsprozesse abwickeln müssen, ist auch eine komplexere Software nötig.

Die entscheidenden Vorteile, die SaaS heute hat, nämlich die flexible Anpassung der Software an neue Entwicklungen – intern und extern – sowie die Kosteneinsparung durch Skaleneffekte durch  Multi-Tenant-Modelle, konnten damit im ASP noch nicht gewährleistet werden. 

Insbesondere die Anpassung der zwar ebenfalls standardisierten Software, welche jedoch in Form von verschiedenen Service Level Agreements zu einem maßgeschneiderten Produkt werden kann, konnte die Kosten reduzieren und Flexibilität garantieren. Zudem werden beim SaaS die Produkte von Grund auf eigenständig entwickelt, was eine zusätzliche Kostenreduktion und Flexibilisierung bedeutet.

Cloud Computing

Mittlerweile wird SaaS nicht mehr singulär betrachtet, sondern als Bestandteil des Cloud Computing. Dieses wird - aus mangelnder Einigkeit über die genaue Definition - nicht als klares Konzept, sondern vielmehr als IT-Strategie bezeichnet.

Cloud Computing besagt demnach, dass Programme und Daten nicht mehr privat eingespeichert werden, sondern über die "Wolke" bezogen werden, d.h. durch zentrale externe Server. Das geschieht über den Zugriff auf ein Netzwerk. Im privaten Bereich kann das auch das Intranet sein, generell spricht man hier aber vom Internet. Die Vorteile sind wiederum niedrige Kosten, da Installationen, Lizenzen und Instandhaltung gespart werden sowie die Zahlung nach Gebrauch ("pay as you go") abgerechnet wird. Skaleneffekte werden über die gemeinsame Nutzung der "Wolke" erzielt.

Nutzen für Gründer
Vor allem Unternehmen, deren Nutzungsvolumen stark schwankt, machen vermehrt Gebrauch vom Cloud Computing. Für Gründer bietet sich die Strategie zudem an, da geschultes Personal im IT-Bereich nicht benötigt wird und keine eigene Infrastruktur aufgebaut werden muss. Denn vor allem IT-Produkte, die nur vorübergehend genutzt werden, also in der Startphase, machen einen hohen Kostenfaktor aus, der so umgangen werden kann.

Infrastructure as a Service und Platform as a Service

Neben SaaS haben sich die Ebenen des IaaS (Infrastructure as a Service)und PaaS (Platform as a Service) entwickelt:

Beim IaaS wird dem Kunden eine virtuelle Computerinfrastruktur bereitgestellt, d. h. Speicher oder Rechenleistung. Dank der hohen Flexibilität können die Kunden die Leistung je nach Bedarf auf Abruf skalieren.

Das PaaS richtet sich an Entwickler von Software. Bestehende Anwendungen können individuell erweitert oder Applikationen komplett neu entwickelt werden. Salesforce.com hat mit Force.com eine On-demand-Plattform eingerichtet, die es den Nutzern ermöglicht Anwendungen, sowohl als Erweiterung der eigenen CRM-Software, aber auch eigenständig über den Browser zu entwickeln und über das Internet zu vermarkten.

Das integrative "as-a-service"-Konzept des Cloud Computing erlaubt es schließlich, neue komplexe Dienstleistungs-orientierte Anwendungen zu entwickeln, die entweder aus einer Mischung von On-premise- und "Off-premise"-Diensten bestehen oder aber lediglich aus Applikationen.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Obwohl der Begriff "as a Service" als Dienstleistung verstanden werden kann, wird das Rechtverhältnis in Anlehnung an das ASP-Modell als Mietverhältnis definiert. Die Probleme, die sich in SaaS-Verträgen ergeben, sind zum einen die Regelungen zur Verfügbarkeit und Wartung des Systems und zum anderen der Datenschutz.


Rein technisch ist es nicht möglich, ein System ständig verfügbar zu halten. Da das Mietrecht nun aber ständige Verfügbarkeit vorschreibt, werden durch Service Level Agreements (SLA)-Klauseln in das Vertragswerk aufgenommen, die eindeutige Angaben für den Kunden enthalten, wann und wie lange das System nicht funktionsfähig ist bzw. gewartet wird. Ähnlich verhält es sich mit Reaktionszeiten auf Systemfehler, die durch den Betreiber verschuldet wurden.

Service Level Agreements sind Bestandteile von Dienstleistungsverträgen, durch welche Standard-Verträge individuell angepasst werden können. SLV regeln, wie regelmäßige Dienstleistungen zu erbringen sind.

Der zweite Aspekt, der Datenschutz, wird in Deutschland immer noch als Hindernis für die Verwendung von SaaS gesehen. Bei der Nutzung von SaaS müssen Anwender in den meisten Fällen interne Daten bei dem Anbieter einlagern bzw. speichern. Normalerweise wird dafür die Einwilligung des Nutzers erbeten. In dieser Einwilligung werden die Verwendung und die Zweckbestimmung der Daten eindeutig beschrieben. Die Anbieter sind dazu verpflichtet, entsprechende technische Maßnahmen für den Schutz der Daten zu gewährleisten und die Daten von verschiedenen Kunden strikt zu trennen. Nach deutschem Wirtschaftsaufsichtsrecht sind die Unternehmen auf der anderen Seite verpflichtet, die Einhaltung durch den Anbieter zu überwachen.

Problematisch wird die rechtliche Stellung von SaaS Verträgen erst, wenn internationale Kooperationen zustande kommen. Standorte von Anbietern und Anwendern können entscheidend für die rechtliche Lage sein.

Preismodelle

Da die Wartung und der Betrieb der Software im Verantwortungsbereich des Anbieters liegen, können die Anwender flexible Preismodelle erwarten, die sich an ihre Anforderungen richten. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen nutzungsabhängigen und nutzungsunabhängigen Modellen sowie Einmalzahlungen und regelmäßigen Zahlungen. Üblich ist eine Mischform aus verschiedenen Modellen.

Die Parameter für die Bemessung des Preises sind die Kosten des Anbieters für die Bereitstellung der Software sowie der Grad der Nutzung der Software. Bei nutzungsabhängigen Modellen wird pro Zeiteinheit oder Transaktion der tatsächlichen Nutzung abgerechnet, bei nutzungs-unabhängigen Modellen wird ein Nutzungspotenzial berechnet, das pauschal abgerechnet wird.

Kosteneinsparungen

Gerade die Kosten sind ein wichtiger Aspekt, der zu der Entscheidung für eine SaaS-Lösung führen kann. Im Regelfall geben IT-Abteilungen von etablierten Unternehmen 80 Prozent ihres Budgets für die Instandhaltung des Systems aus. In der Startphase von Unternehmen kommen noch Pre-Investitionen dazu, wie die Investition in Infrastruktur, das Hinzuziehen von technischem Wissen und insbesondere Lizenzkäufe. Folgekosten für die Wartung und Instandhaltung haben meist unvorhersehbare Größen.

Alle diese Kostenpunkte lassen sind im SaaS in einer monatlichen Pauschale zusammenfassen. Damit ist Planungssicherheit gegeben, Kosten für Investitionen werden gesenkt und Lizenzkäufe durch einen Mietvertrag ersetzt. Die Bereitstellung von Infrastruktur, Fachkompetenz, Wartung und auch das Risiko bei technischen Mängeln liegen im SaaS-Modell beim Anbieter und können nicht als unkalkulierbarer Faktor auf den Nutzer zukommen.

Die Miete von Software ist auch auf lange Sich gesehen meist günstiger, da die Anwender nur die Anwendungen bezahlen, die sie auch nutzen. Durch eine nutzungsabhängige Bezahlung wird zudem zusätzlich Transparenz in das Preismodell gebracht. Der Anwender hat eine genaue Kostenübersicht in Abhängigkeit von seinen genutzten Anwendungen.

Flexibilität

Ein weiterer sehr entscheidender Aspekt für Unternehmen in der Gründungsphase ist die Flexibilität des Systems. Gerade für Wachstumsphasen bieten sich SaaS-Modelle an, da ihre Applikationen und Funktionen unterschiedlich zusammengesetzt, nachträglich wieder aus dem System ausgeschlossen und auch neu hinzugefügt werden können. Eine Anpassung an neue Bedingungen ist damit – ebenfalls kostengünstig und ohne Zeitverlust – gegeben. Updates der Software werden üblicherweise kostenfrei vom Anbieter übernommen.

Einfache Implementierung und Handhabung

Die einfache Implementierung ergibt sich aus der Tatsache, dass für SaaS keine eigene IT-Infrastruktur notwendig ist. Damit ist das System auch schneller lauffähig – Entwicklungszeiten entfallen und der Betrieb kann sofort aufgenommen werden. Updates erfolgen ohne Unterbrechung im eigenen Betrieb. Normalerweise ist nur eine Internetanbindung nötig, um auf das System zugreifen zu können. Das ermöglicht es, dass auch außerhalb des Betriebs jederzeit auf die Daten zugegriffen werden kann.

Auch im Betrieb werden Routinetätigkeiten vereinfacht. Die Kommunikation intern und extern wird über die Nutzung der Plattform vereinfacht und die Sicherung der Daten erfolgt automatisch. Die Anpassungen und Erweiterungen sollen im besten Fall durch den Kunden selbst durchgeführt werden können, weswegen die Anwendung der Software so einfach wie möglich gestaltet ist. Dies ermöglicht vor allem kleinen Unternehmen eine Konzentration auf ihre Kernkompetenzen, ohne sich mit technischen Fragen auseinandersetzen zu müssen.

Wechselkosten

Kostenvorteile ergeben sich kurzfristig nur für Start-ups. Für Unternehmen, die bereits über ein Inhouse-System verfügen, ist der Wechsel zu SaaS zunächst mit hohen Switching-Costs verbunden. Gerade die Nutzung von CRM- und ERP-Systemen beinhaltet die genaue Aufstellung der Geschäftsprozesse. Diese Daten auf ein externes System zu übertragen ist zunächst sehr aufwendig. Viele Unternehmen gehen daher den Weg, schrittweise durch die Integration von einzelnen Applikationen auf SaaS überzugehen.

Datensicherheit

Die größten Bedenken von Unternehmen bei der Anwendung von SaaS liegen jedoch in der damit verbundenen Unsicherheit. Unternehmen sehen es als strategisches Risiko an, ihre Daten an Dritte weiterzugeben.

Obwohl die Unternehmen die Einhaltung der Datensicherheit beim Anbieter kontrollieren müssen, haben sie keinen Zugriff auf Sicherheitsmaßnahmen. Daraus resultiert die Befürchtung, dass Unternehmen in eine zu starke Abhängigkeit gegenüber dem Anbieter geraten.

Hinzu kommen die für Outsourcing typischen Befürchtungen des Verlustes von Know-how, was dazu führen kann, das Unternehmen nicht mehr eigenständig und flexibel auf veränderte Anpassungen reagieren können.

Technik

Daneben gibt es technische Unsicherheiten, die aus der einer möglichen mangelhaften Bereitstellung von SaaS durch den Anbieter resultieren können. Kein System ist hundertprozentig technisch abgesichert und Ausfälle, technische Fehler und Wartung gehören zu den üblichen Problemen. Ein technisches Problem im System bedeutet hier allerdings im schlimmsten Fall einen kompletten Dienstausfall für den Nutzer.

Schlussendlich ist die Zuverlässigkeit des SaaS ausschlaggebend für die Eindämmung der Risiken und Unsicherheiten. Der Anbieter sollte dazu im Stande sein, das Vertrauen der Nutzer zu gewinnen und mögliche technische Schwierigkeiten von vornherein über ein geeignetes Vertragswerk kalkulierbar zu machen.

SaaS - Anbieter-Beispiele

SaaS-Anbieter

Zu den Anbietern gehören meist große Unternehmen, da diese am ehesten Skaleneffekte umsetzen können, oder aber sehr spezialisierte Anbieter, die Software für bestimmte Branchen bereithalten. Neben den Anbietern, die ausschließlich SaaS vertreiben, haben auch klassische Softwarehersteller wie Microsoft oder SAP begonnen, SaaS Komponenten in ihre Produktpalette aufzunehmen, bzw. Grundsteine für eigene "as-a-Service"-Plattformen zu legen. 


Diese richten sich hauptsächlich an Unternehmen, die bereits über eine eigene IT-Struktur verfügen und eine abrupte Umstellung auf SaaS vermeiden möchten. Über die Aufnahme von Bestandteilen bzw. Applikationen und deren Integration in die eigene Struktur werden SaaS, IaaS oder PaaS Elemente punktuell genutzt.

Auch die Zusammenarbeit von Anbietern mit sogenannten "Komplementärherstellern" oder auch Intermediären auf Basis der Plattformen ist mittlerweile üblich, da dies für die Anwender eine gewisse Personalisierung der Problemlösung und spezifische Anwendungen bedeutet. Hier unterscheidet man zwischen SaaS "core" und "edge offering". Kernfunktionen stellen ERP, SCM und CRM dar, während sich Rand-Funktionen auf Personalmanagement o. ä. spezialisieren.

Anbieter von SaaS lassen sich folglich in Anbieter von kompletten Lösungen, wie zum Beispiel Salesforce.com, Anbieter von einzelnen Applikationen und Bereitsteller von Plattformen, wie SAP unterteilen. Dadurch wird SaaS mittlerweile allen Unternehmensformen und Anforderungen gerecht.

SAP Business ByDesign

SAP bieten mit der Entwicklung des Business ByDesign neben der klassischen Software ebenfalls SaaS Lösungen an. Auf der Basis der Integrationsplattform NetWeaver werden Modelle der elektronischen Dienstleistungen angeboten, die auf der ERP-Software aufbauen, sich aber in Form von verschiedenen Funktionen individuell anpassen lassen. Bereitgestellt wird die Software als SaaS.

Dieses Modell richtet sich vor allem an kleinere mittelständische Unternehmen, im Segment von 50-500 Mitarbeitern, die bisher noch keine integrierte Geschäftsanwendung einsetzen. Vor allem in diesem Bereich sieht SAP eine Unterversorgung mit Software-Lösungen. Im Bereich von mittelständischen Unternehmen im Segment von bis zu 2.500 Mitarbeitern vertritt SAP bereits mit klassischen Softwareangeboten einen großen Marktanteil.

Durch die Faktoren der einfachen Bedienbarkeit, der Kosteneinsparungen und der im Mittelstand oft auftretenden komplexen Bedürfnisse und Anforderungen, bietet sich Business ByDesign vor allem für neue Unternehmen an.

Die Software kann nahezu ohne Investitionen in Hardware o. ä. genutzt werden, da der Zugriff auf die Software über einen Standard-Webbrowser erfolgt. Durch integrierte Dienstleistungen, wie dem Self-Monitoring und bestimmten Support-Services werden Anwendung, Wartung und Aktualisierung vorgenommen. Die Anwendung soll so einfach und flexibel wie möglich sein. Das Ziel ist es, eigene IT-Spezialisten überflüssig zu machen. Durch das Zusammensetzen der Funktionen der Software, oder durch spätere Modifikationen, werden die Flexibilität des Systems und die Anpassung an mögliche veränderte Rahmenbedingungen garantiert.

Die monatliche Bezahlung ist abhängig von der Anzahl der Anwender. Die Kosten sind jedoch vergleichsweise gering, da vor allem auf Seiten der Anwender viele Einsparungen möglich sind. SAP wiederum profitiert von Skaleneffekten.

Salesforce.com

Salesforce.com, welches 1999 gegründet wurde, wird häufig im Zusammenhang mit SaaS genannt. Als eines der ersten Unternehmen, das Software eigenständig entwickelt und über externe Server Unternehmen bereitstellt, gilt es auch heute noch als marktführend. Slaesforce.com ist Anbieter für CRM und Verkaufsorganisations-Software, welche als Dienstleistung über die Cloud-Computing-Plattform Force.com bereitgestellt wird.

Eine neue Entwicklung besteht darin, dass neben der Bereitstellung von Softwareangeboten, Salesforce.com seit 2007 seine Plattform für weitere Dienstleister geöffnet hat. Hierdurch haben weitere Anbieter die Möglichkeit über die Nutzung der Salesforce.com-Plattform spezialisierte Erweiterungen und Applikationen zu entwickeln und zu vertreiben. Im App-Exchange-Online-Marktplatz werden mittlerweile an die 1.000 Erweiterungen angeboten. Auch die Integration in klassische Softwareangebote, wie zum Beispiel durch SAP angeboten, ist mittlerweile möglich. Salesforce.com geht damit den umgekehrten Weg zu SAP.

Diese weitreichenden Angebote führten dazu, dass Salesforce.com 2009 durch das Wirtschaftsmagazin Forbes nach Google als das am drittschnellsten wachsenden Technologie-Unternehmen klassifiziert wurde. Das Unternehmen hat mittlerweile ca. 63.000 Kunden und anderthalb Mio. Nutzer. Auch Kunden wie Canon, Morgan Stanley oder Dell sind darunter.

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