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Location Based Services (LBS)

Location Based Services (LBS)

Erst mit dem Aufkommen von Smartphones, die einen GPS-Chip eingebaut hatten, wurde diese nunmehr zum Standard-Repertoire des Web-Geschäfts gehörende Technologie möglich. Reale Orte - auf den Meter genau in digitalen Karten abgespeichert – führten zu einer Welle neuer Geschäftsmodelle.


GPS – das Satelliten-Navigationssystem war ursprünglich dem US-Militär und seinen Verbündeten zur besseren Zielerfassung und Lokalisierung gedacht, doch mehr und mehr wurden die Funktionen auch zur zivilen Nutzungen freigegeben. Zwar musste man mit einer eingebauten Ungenauigkeit zurechtkommen, doch auch diese Hürde ist mittlerweile genommen und heutzutage steht GPS jedem Smartphone-Nutzer – aber auch entsprechenden Dienstanbietern – fast vollwertig zur Verfügung. Ganz nebenbei wurden extrem günstige Empfänger-Chips entwickelt, deren Kosten sich auf etwa 5 Dollar belaufen.

GPS-Funktionen und native Apps

Um die GPS-Funktionen eines Handys oder Tablets nutzen zu können, müssen native Apps für die jeweilige Plattform entwickelt werden. Apps, die eher auf mobile Webdienste zurückgreifen, können die nativen Smartphone-Funktionen nicht nutzen. Deshalb sollten sich Entwickler mobiler Anwendungen darüber im Klaren sein, welche Funktionen genau für den anstehenden Dienst benötigt werden, denn App-Entwicklung ist teuer und mit einer mobilen webbasierten Anwendung kann man hier unter Umständen viel Geld sparen.

Geschäftsmodelle auf Basis von LBS

Der große Vorteil, den die Location Based Services bieten, ist die Verbindung von realen Orten,  mobilen Anwendern mit dem Internet. Daraus lassen sich verschiedenste Dienstleistungen entwickeln, die wir kurz exemplarisch erläutern:


Foursquare

Dieses US-Start-up und sein Konkurrent Gowalla haben das so genannte „Einchecken“ populär gemacht. Hierbei registriert der Dienst, an welchen Koordinaten sich der User befindet und gleicht sie mit den Koordinaten von Geschäften ab, die ebenfalls an dem Service teilnehmen. Befindet sich nun ein User in einem betreffenden Geschäft, kann er durch das Einchecken bestimmte Prämien und Rabatte erlangen. Diese Check-ins werden in einem Social Network mit befreundeten Usern geteilt. Gewinne werden durch Platzierung von teilnehmenden Geschäften und deren Angeboten erzielt.


Marco!
 
Dieses australische Start-up hat eine Lücke geschlossen, die zu vielerlei Kritik an den LBS sorgte, nämlich die Privatsphäre. Bei Marco! teilt der User einem vorher ausgewählten Kreis an Leuten aus seinen facebook-Freunden mit, wo er sich gerade befindet. Der Dienst finanziert sich durch Einblenden kommerzieller Angebote, die sich in der Umgebung der User befinden.´


Wifislam

Der Dienst, den dieses US-Start-up anbietet, versucht das Thema LBS weiter zu präzisieren. Nicht anhand eines GPS-Chips sondern mit Hilfe des WLAN-Signals werden hier sehr präzise Verortungen in Gebäuden möglich. Resultat: Kunden können auf den halben Meter genau verortet und passende Shopping-Angebote können dementsprechend unterbreitet werden.


United Maps

Je genauer eine Straßenkarte, desto wertvoller ist sie für den Anwender. United Maps lässt Fahrer mit eingeschaltetem GPS Strecken entlang fahren und dabei die Strecke aufs Genaueste erfassen.


ImOK.com

Dieses US-Start-up lässt Eltern Ihre Kinder via Check-in überwachen. Immer wenn das Kind zur abgemachten Zeit eincheckt, bekommt es eine Belohnung und die Eltern wissen, wo es sich herumtreibt.´

Location-as-a-Feature

Auch alltägliche technische Gerätschaften profitierten von den LBS. Auf einmal war es beispielsweise möglich, Fotoapparate zu konstruieren, die nicht nur Fotos schießen konnten, sondern auch die exakten Koordinaten des Schusses festhielten. Blackbox-Systeme in Autos zeichnen neuerdings ständig die Position des Wagens auf – zusätzlich zu Videobildern der Fahrt. Diese sinnvolle Kopplung von Geräten und GPS-Daten nennt man Location-as-a-Feature.

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