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05.08.14Kommentieren

Paradigmenwechsel

Big Data - Unternehmen suchen nach Einsatzfeldern

Für einen solchen Paradigmenwechsel steht für Dittmar Big Data. Es sorgt etwa seit der CeBIT 2012 für Aufsehen in der Fachwelt. Aktuell kennt Steria Mummert Consulting hier kaum einen Begriff, der in den Medien einen so großen Widerhall findet. Big Data müsse dabei als ein Synonym für alles herhalten, was den Umgang mit exponentiell wachsenden Datenmengen betrifft, die immer häufiger aktualisiert werden und aus immer heterogeneren Quellen stammen. Die Diskussion gehe dabei längst über die bisher üblichen Spezialpublikationen oder Fachkonferenzen hinaus.

Henne Ei Problem© Anatolii - Fotolia.com

Das Henne-Ei-Problem ungelöst

Berater sowie Soft- und Hardware-Hersteller drängen Unternehmen mit neuen Angeboten und Technologien, den sagenumwobenen Informationsschatz zu heben. Auch hier sieht allerdings die Bilanz nicht viel besser aus als bei der BI. Die Unternehmen auf der Anwenderseite hat es bislang nicht annähernd in erforderlicher Tiefe erreicht, so dass die notwendige wachsende Nachfrage ausbleibt, die von Anwenderseite das Angebot entsprechender Branchenlösungen verstärken könnte. Das Henne-Ei-Problem scheint auch hier eine beschleunigte Entwicklung derzeit noch zu bremsen.

Das Big-Data-Zeitalter hat noch nicht begonnen

Für die überwiegende Mehrheit der Unternehmen in Europa hat das Big-Data-Zeitalter noch lange nicht begonnen. Nur sieben Prozent stufen der biMA-Studie zufolge dieses Thema für sich als sehr relevant ein. Viele Unternehmen suchen zurzeit noch nach überzeugenden Anwendungsfällen.

Praktische Einsatzgebiete fehlen

Einen Grund dafür sieht Steria Mummert Consulting im Fehlen praktischer Einsatzgebiete. Diese seien noch rar gesät. Für weniger als zehn Prozent der Unternehmen stellten die Verarbeitung großer Datenvolumina, der Umgang mit verschiedenartigen, polystrukturierten Daten sowie das Bereitstellen und Auswerten von Informationen in Echtzeit ein ernsthaftes Problem dar. Jedes dritte Unternehmen hält das Thema Big Data gar für irrelevant.

Kein Favorit unter den Einsatzszenarien

Auch aus den von den Studienteilnehmern genannten Einsatzszenarien lässt sich kein klarer Favorit ableiten. Am häufigsten (28 Prozent) versprechen sich Unternehmen von Big Data ein „tieferes und präziseres Geschäftsverständnis“ – allerdings nicht gerade ein für Big Data spezifisches Ziel, sondern eher ein genereller Anspruch jedes BI-Vorhabens. Für auffällig halten es die Marktforscher von Steria Mummert Consulting zudem, dass Vertreter der Fachabteilungen in der Regel mehr von Big Data erwarten als ihre IT-Kollegen.

Big Data, der Hype

„Der Hype um Big Data verführt dazu, in eine abstrakte Technologiediskussion abzudriften, ohne vorher die grundlegendsten Fragen nach wirtschaftlichem Nutzen beantwortet zu haben“, so Studienleiter Oßendoth.

Er rät Entscheidern, sich nicht von der Angst leiten zu lassen, einen wichtigen Trend zu verpassen, sondern als Erstes immer die Bedeutung für das eigene Unternehmen zu prüfen.

Big Data generiert neue Geschäftsmodelle

Big Data ist eben nicht nur einfach die Erarbeitung von mehr Daten in etablierter Form. Es ist weit mehr. Zum Teil entstehen komplett neue Geschäftsmodelle.


„Das verstehen viele Unternehmen einfach nicht“, meint Dittmar. „Dafür braucht es zeitlich, inhaltlich und rechtlich relevante Einsatzfelder, die die Investitionen in
Technologie und Expertise rechtfertigen – nicht andersherum“, so Dittmar.

Volume, Velocity, Variety - die drei V

Einen weiteren Grund, warum das Big-Data-Zeitalter in den Unternehmen noch auf sich warten lässt, sehen die Forscher darin, dass die drei entscheidenden Größen für den Durchbruch zu Big Data noch nicht als relevante Herausforderungen gesehen werden – die drei V:

  • Volume: die Bewältigung großer Datenvolumina
  • Velocity: möglichst in Echtzeit ablaufende Datenbereitstellungen und -auswertungen, die sich darüber hinaus auch noch durch eine hohe Änderungshäufigkeit auszeichnen.
  • Variety: der Umgang mit verschiedenartigen, polystrukturierten Daten

Skalierungsmöglichkeiten anwachsender Datenvolumina

Überraschenderweise sind alle drei Herausforderungen bei den Unternehmen noch nicht angekommen. Skalierungsmöglichkeiten hinsichtlich stark anwachsender Datenvolumina stellen nur für acht Prozent der Unternehmen ein ernsthaftes Problem dar. Allerdings betrifft dies laut biMA-Studie vorrangig Unternehmen mit ohnehin sehr großen Datenmengen. Mangelnde Unterstützung für polystrukturierte Datentypen fordere nur vier Prozent der Unternehmen heraus. Und auch Fastechtzeitdaten als Basis für betriebliche BI werden nur sehr selten, nämlich von neun Prozent, als Problem genannt.

 


Abb. 1: Für nur sieben Prozent der Unternehmen sind Big Data sehr wichtig

Quelle: Steria Mummert Consulting

Ab 50 Terabyte beginnt Big Data

Entsprechend stufen auch nur sieben Prozent der Unternehmen Big Data als sehr relevant ein. Nur 16 Prozent der Unternehmen haben ein Gesamtdatenvolumen von mehr als 50 Terabyte, ein Wert, ab dem gemeinhin Big Data angenommen wird. Die meisten Firmen speichern deutlich kleinere Datenmengen. Der Großteil lagert gar weniger als fünf Terabyte in seinen Datenbanken. Die biMA-Forscher gehen jedoch davon aus, dass die Datenvolumina deutlich anwachsen werden. Als Gründe dafür nennen sie länger werdende Datenhistorien, einen wachsenden Bedarf an feingranularen Daten sowie neue, polystrukturierte Datenquellen.

Breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten

Immerhin halten 50 Prozent der Unternehmen das Thema Big Data für relevant. Bezüglich des Geschäftsnutzens gibt es jedoch keine klaren Favoriten. Vielmehr wird ein breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten gesehen. Es reicht von einem tieferen und präziseren Geschäftsverständnis über verbesserte Markttrendanalysen und Kundensegmentierungen bis hin zu einer verbesserten Planung. Die Nennung der Verbesserung des Geschäftsverständnisses zeigt, dass vor allem zentrale Versprechungen der BI nun auf Big Data projiziert werden.
Abb. 2:

Für Unternehmen bei Big Data am wichtigsten keine Datenredundanz am Single Point of Truth

Quelle: Steria Mummert Consulting


Von außerordentlicher und künftig eher noch wachsender Bedeutung ist für die an der Umfrage beteiligten Unternehmen die Herstellung einer einzigen Quelle der Wahrheit (Single Point of Truth) durch größtmögliche Redundanzfreiheit der Unternehmensdaten und Ablage an genau einer Stelle.

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