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Programmier-Richtlinien

Programmier-Richtlinien

Stellen Sie sich vor, ein Programmierer in Südostasien und ein Programmierer in Polen wollen zusammen ein Projekt umsetzen. Obwohl ihr Englisch gebrochen ist, finden Sie dennoch eine gemeinsame Sprache, denn ihr Code entspricht Richtlinien, die nicht durch eine höhere Macht bestimmt wurden, sondern die aus ihrer Nützlichkeit heraus entstanden sind.


Beim Essen spricht man nicht mit vollem Mund. Nicht, weil das der Herr Knigge sich so ausgedacht hat, sondern weil einen sonst niemand versteht und einem das Essen dabei aus dem Mund fällt. So ähnlich kann man sich auch das Entstehen von Programmier-Richtlinien erklären. Es sind kleine Gesetzmäßigkeiten, die durch Best Practice entstanden sind und von den meisten Entwicklern mehr oder weniger befolgt werden. Doch was sind das überhaupt für Regeln?

Coding Conventions

Zunächst einmal: Coding-Richtlinien gelten nicht universell. Viele Leute haben eine unterschiedliche Auffassung, welche Variante wohl am nützlichsten ist. Deshalb einigt man sich vor einem Projekt auf bestimmte Paradigmen. Das erleichtert die Kommunikation im Team und dient der Fehlervermeidung. Das Regelwerk behandelt oft die Syntax, die Nomenklatur, den Umfang und die Verfahren, nach denen programmiert wird.

Beispiele hierfür sind etwa:

  • Untergeordnete verschachtelte Elementee müssen mit dem TAB eingerückt werden. Wiederum untergeordnete Elemente müssen erneut eingerückt werden.

- Alle Ordnernamen müssen kleingeschrieben sein, mit englischer Beschreibung in der Mehrzal, z- Bsp. 'images'.


  • Jedes Modul darf maximal 2300 Codezeilen umfassen.


  • Jeder Befehl, der über die Standardbefehle hinausgeht muss kommentiert werden, damit ihn die anderen Teammitglieder nachvollziehen können.


  • Variablen müssen durch ihre Namensgebung erschlossen werden können.



Sind all diese Regeln einmal festgelegt und von den Beteiligten Programmierern erschlossen, können sogar große Open-Source-Projekte wie Firefox von sehr heterogenen Programmiergruppen bearbeitet werden. Doch nicht nur im Großen sind diese Richtlinien sinnvoll – auch in kleinen Büros werden immer wieder neue Leute angelernt und eingearbeitet – mit Coding-Richtlinien geht das viel schneller und vermeidet Missverständnisse.

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