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Burndown Charts

Burndown Charts - Aufwandsschätzung für die Software-Entwicklung

Eine schnelle, wie zuverlässige Art der Aufwandsabschätzung für Software-Projekte bietet das so genannte Burndown-Chart. Und ganz nebenbei dient diese einfache Methode als Überblick, in wie weit das Team im Zeitplan liegt.

Die gedankliche Grundlage für ein Burndown-Chart bildet die Erkenntnis, dass jegliche Arbeit – auch an Software in gewissem Maße fehlerbehaftet ist. Nicht das Streben nach Perfektion steht hier im Vordergrund, sondern eine Kontrolle über die Zeit und Qualität der eigenen Arbeit. Doch wie bewerkstelligt man nun so ein Burndown-Chart?

Schritt 1: Die Schätzung

Um zu einer realistischen Schätzung über den Arbeits- und Zeitaufwand für ein anstehendes Projekt zu gelangen, bedient man sich einer Art von Publikums-Joker, wie man ihn auch aus "Wer wird Milionär?" kennt. Jedes Team-Mitglied gibt auf einer verdeckten Karte seine persönliche Schätzung ab, wie lange die Programmier-Arbeiten wohl dauern werden. Danach werden die Karten aufgedeckt und es ergibt sich eine gewisse Spanne zwischen minimalem und maximalem Aufwand und freilich – dem Mittel aus allen Schätzungen.

Schritt 2: Visualisieren des Burndown-Charts

Damit nun jedes Team-Mitglied und ebenso der Auftraggeber einen konkreten Eindruck davon bekommt, wie die anstehende Arbeit und die veranschlagte Zeit im Verhältnis stehen, legt man einen Graphen an. Auf der y-Achse wird das Arbeitsvolumen dargestellt, auf der x-Achse hingegen die benötigte Zeit. Daraus resultiert ein linearer Verlauf der den idealen Verlauf des Projekts abbildet.

Schritt 3: Die Performance messen

Da die dargestellte Linie ein Ideal darstellt, liegt es in der Natur der Sache, dass die tatsächliche Arbeit dieser Linie nicht auf Schritt und Tritt folgt, sondern sich eher um diese herumschlängelt. Der Grund: Manchmal arbeitet das Team schneller, manchmal aber auch langsamer an den gestellten Aufgaben. Um nun die Arbeit zu messen, wird die Gesamtarbeitsmenge auf Wochen- und Tagesziele heruntergebrochen. Wer mehr dazu erfahren möchte, sollte sich über das Scrum-Framework informieren. Nun werden nach jedem Tag die erreichten Ziele dokumentiert und in das Burndown-Chart über die Idealkurve gelegt. Abweichungen nach oben deuten nun darauf hin, dass für gewisse Aufgaben länger gebraucht wurde, als veranschlagt – das Team gerät in Verzug. Abweichungen nach unten können wiederum Hinweis darauf geben, dass Aufgaben eventuell zu schnell und mit zu wenig Sorgfalt ausgeführt wurden. Beide Male sollte der Projektleiter aufmerksam werden und Korrekturen vornehmen.

Fazit

So einfach es ist – so gut funktioniert das Burndown-System. Das Mittel aller Schätzungen trifft meist weit eher ins Schwarze als anders geartete Schätzungen und eventuelle Wunschvorstellungen seitens der Auftraggeber. Und der größte Vorteil, den diese Methode bietet: Sie ist erprobt. Dennoch sollte man sich immer vor Augen halten, dass ein Burndown-Chart keine Verbindlichkeiten bietet, sondern eine Orientierung.

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