Chemie 4.0: 3D-Drucker in der chemischen Industrie

3D-Drucker im Einsatz (Bild: Wacker Chemie)
3D-Drucker im Einsatz (Bild: Wacker Chemie)

3D-Drucker gewinnen deutlich an Bedeutung – in vielen Bereichen und Branchen. Auch die chemische Industrie wird nicht um diesen Trend kommen. Wieso auch? 3D-Printer bringen Umsätze und neue Möglichkeiten für die Chemie 4.0.

Boom der 3D-Drucker: Die  chemische Industrie profitiert davon

Mit steigender Beliebtheit der 3D-Drucker – im Privaten und Geschäftlichen – profitiert die chemische Industrie auch von dem noch neuen Segment. Der Grund ist ein einfacher: Um individuelle Bauelemente, Ersatzteile und Produkte mittels 3D-Druck produzieren zu können, benötigt man geeignete Rohstoffe. Weichmacher, Polymere, Harze und viele weitere Stoffe werden hierfür gebraucht.

In den kommenden Monaten und Jahren erhöht sich die Anzahl der Materialien, die von Druckern verarbeitet werden können. Und es dürfte auch für die Chemieindustrie eine Herausforderung sein, die Nachfrage zu bedienen sowie Stoffe anzubieten, die die Qualität der Druckerzeugnisse sicherstellen und erhöhen.

So entsteht ein Produkt im 3D-Drucker


(Bild: Wacker Chemie)

Die chemische Industrie als Zulieferer

3D-Drucker werden in der chemischen Industrie womöglich weniger direkt benötigt, stattdessen aber liefert diese die Basis für Anwendungen in zahlreichen Branchen. Unter anderem für medizinische Produkte oder für Teile für die Automobil- und Luftfahrt-Industrie können 3D-Drucker eingesetzt werden. Wenn beispielsweise Silicone industriell gedruckt werden, verlangt es nach Lösungen aus der Chemie. Unternehmen aus der chemischen Industrie sollten daher prüfen, inwiefern sie von dem Trend 3D-Printing partizipieren und Geschäftsmodelle entwickeln können.

Fakt ist eines: Anspruchsvolle Materialien wie Polyetheretherketon (PEEK) können längst gedruckt werden, Qualität und Robustheit sind heutzutage gar kein Problem und für die Massenproduktion bzw. industrielle Verwendung geeignet. Die Zeiten, in denen 3D-Drucker höchstens für kleine „Spielereien“ zu gebrauchen waren, sind schon lange vorbei. Vielmehr entsteht in einem hohen Tempo ein Milliardenmarkt der Zukunft.

So werden 3D-Printer in der chemischen Industrie eingesetzt

In speziellen, individuellen Fällen finden 3D-Drucker auch direkt in der chemischen Industrie Verwendung. Wenn (Ersatz-)Teile für alte oder einzigartige Anlagen benötigt werden, helfen Profi-Lösungen aus. Eben auch, weil Metall oder Keramik für heutige 3D-Drucker keine Hürde mehr sind.

Bei Bedarf können Versuchsanlagen und Miniaturen erschaffen werden, um so auch Kosten bei Forschung und Entwicklung zu sparen. Denn Rohre, Tanks, Pumpen, mechanische Komponenten und dergleichen müssen nicht aufwändig angefertigt werden, sie werden „einfach“ gedruckt.

Chemie 4.0: Neue Geschäftsfelder

Wohin die Reise für die chemische Industrie gehen kann, zeigt unter anderem der Konzern Wacker Chemie. Der präsentierte den weltweit ersten Kaugummi aus dem 3D-Printer. Die sogenannte Candy2Gum-Technologie lässt aus einem Kaubonbon im Mund einen Kaugummi entstehen. Ein neuartiger Kochprozess kombiniert künstliche Stoffe sogar mit natürlichen Inhalten wie Fruchtsaft, Kakao oder Kaffee. Lebens- und Genussmittel - also Essen aus dem 3D-Drucker - können also auch ein Thema sein.

Wacker Chemie ist es übrigens auch, der den ersten industriellen 3D-Drucker für Silicon im Juli 2016 vorstellte – ein Meilenstein in der additiven Fertigung.

Living Additive Manufacturing

Ein weiteres Geschäftsfeld für die chemische Industrie ist potentiell das sogenannte Living Additive Manufacturing. Das ist das nachträgliche Verändern der Struktur von Objekten, die mit den neuen Druckern hergestellt wurden. Auch hierfür werden entsprechende Konzepte und Ansätze aus der Branche vorausgesetzt.

Wohin geht die Reise?

Unternehmen aus der chemischen Industrie müssen sich nicht nur mit Chemie 4.0 und der Digitalisierung auseinandersetzen. Es entstehen zusätzlich neue Chancen, Möglichkeiten, Wege – unter anderem durch 3D-Drucker. Sie helfen intern beim Reparieren und Bauen von Versuchsanlagen, sie offenbaren aber auch neue Geschäftsfelder und einen weiteren, mit Stoffen zu beliefernden Wachstumsmarkt.

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