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Automobil und Firmenwagen


Kfz-Besteuerung

Bezüglich eines PKW bietet sich aus steuerlicher Sicht die Möglichkeit, das Fahrzeug entweder dem Firmenvermögen zuzuordnen oder aber im Privatvermögen zu belassen. Sofern der Anteil an betrieblichen Fahrten hoch ist, ist eine Zuordnung zum Firmenvermögen angeraten bis zwingend. Letzteres ist der Fall, wenn die betriebliche Nutzung 50 Prozent und mehr beträgt.


Insgesamt bestehen die folgenden Möglichkeiten:

  • PKW im Privatvermögen (bei betrieblicher Nutzung geringer 50 Prozent)
  • PKW im Betriebsvermögen und Führen eines Fahrtenbuches und Versteuerung des privaten Anteils entsprechend der Aufzeichnungen
  • PKW im Betriebsvermögen und Versteuerung des privaten Anteils nach 1 Prozent des Bruttolistenpreis 

Kann der PKW im Privatvermögen belassen werden, kann der Gründer die betrieblichen Fahrten pauschal mit 30 Cent pro gefahrenem Kilometer als Betriebsausgabe ansetzen und so die Steuerbelastung mindern. Alternativ können auch die tatsächlichen Kosten angesetzt werden, wobei in diesem Fall sämtliche Belege gesammelt werden müssen. Dies ist dann sinnvoll, falls der PKW hohe Kosten verursacht.

Wird das Fahrzeug dem Betriebsvermögen zugeordnet, kann der Kaufpreis über sechs Jahre verteilt Steuer mindernd abgezogen werden (sogenannte Abschreibung). Sodann stellt sich die Frage, ob ein Fahrtenbuch geführt werden soll oder nicht. Aus steuerlicher Sicht bietet sich das Fahrtenbuch dann an, falls der betriebliche Anteil beträchtlich ist. Das heißt, ab einem Anteil von ca. 50-60 Prozent der Gesamtzahl an gefahrenen Kilometern.

Wird ein Fahrtenbuch geführt, ist dies von Beginn an zu tun, ansonsten kann das Fahrtenbuch erst wieder zum Beginn des nächsten Geschäftsjahres begonnen werden. Wichtig dabei ist auch, dass das Fahrtenbuch sauber geführt wird, da nur dann die Finanzverwaltung dieses steuerlich anerkennt. Für betriebliche Fahrten müssen folgende Angaben gemacht werden: Datum, Reiseziel und Reiseroute, Kilometerstand am Anfang und am Ende der Fahrt, Reisezweck und Namen der Geschäftspartner. Fehlen Angaben oder vermerkt der Gründer als Anlass der Fahrt "privat", fällt dieser Anteil der Kilometer dem privaten Anteil zu, der dann im Rahmen der Einkommensteuererklärung zu versteuern ist.

Wählt man die sogenannte Ein-Prozent-Methode, werden monatlich ein Prozent des Bruttolistenpreises des Fahrzeugs der Besteuerung unterworfen. Dazu kommt für jeden Kilometer Entfernung zwischen Wohnung und Betrieb des Gründers 0,003 Prozent des Listenpreises.  

Beispiel: Der Gründer hat sich ein gebrauchtes Fahrzeug zum Preis von 15.000 Euro gekauft. Der Bruttolistenpreis beträgt 30.000 Euro inklusive Sonderausstattung und Umsatzsteuer. Die Entfernung zum Betrieb beträgt zehn Kilometer. Der Steuersatz des Gründers beträgt 30 Prozent plus Solidaritätszuschlag.

Lösung: Monatlich muss der Gründer 300 Euro (30.000 Euro x 1 Prozent) zuzüglich 9 Euro ( 30.000 Euro x 0,003 Prozent x 10), also 309 Euro versteuern. Pro Jahr ergibt sich somit ein zu versteuernder Betrag von 3.708 Euro. Als Ergebnis resultiert somit eine Steuerbelastung von ca. 1.173 Euro.

Dafür kann der Gründer sämtliche Kosten des Fahrzeugs, das heißt beispielsweise für Benzin/ Diesel, Versicherung, KfZ-Steuer, Reparaturen oder Finanzierungszinsen steuerlich abziehen.

Somit zeigt sich, dass das Fahrtenbuch aus steuerlicher Sicht insbesondere dann Sinn macht, falls es sich um ein eher hochwertiges und neues Fahrzeug handelt, mit dem dazu viel gefahren wird. Bei günstigen Fahrzeugen mit weniger Fahrten, zum Beispiel 15 Prozent der Gesamtkilometer pro Jahr, dürfte die Ein-Prozent-Regelung tendenziell sinnvoller sein.

Aus der Sicht der Umsatzsteuer gilt seit dem Jahr 2004, dass der Gründer die in Rechnung gestellte Umsatzsteuer beim Fahrzeugkauf von einem Unternehmer (nicht von privat!) vollständig vom Finanzamt erstattet bekommt. Voraussetzungen sind unter anderem, dass er das Fahrzeug dem Betriebsvermögen zuordnet und mindestens zehn Prozent der gefahrenen Jahreskilometer für betriebliche Fahrten nutzt. Der private Anteil wird dann monatlich über die Umsatzsteuervoranmeldungen versteuert.

Beispiel: Der Kaufpreis des von einem Unternehmer erworbenen PKWs beträgt 29.000 Euro, die betriebliche Nutzung beträgt 80 Prozent.

Lösung: Die in Rechnung gestellte Umsatzsteuer (Vorsteuer) von 4.000 Euro erhält der Gründer über die Umsatzsteuervoranmeldung des Kauf- und Rechnungsmonats zurück. Für die private Nutzung von 20 Prozent versteuert er monatlich 20 Prozent des auf fünf Jahre verteilten Umsatzsteuerbetrages (gesetzliche Regelung). Daraus ergibt sich eine monatlich zu bezahlende Umsatzsteuer aus der so genannten Nutzungsentnahme von 13,33 Euro (4.000 Euro / fünf Jahre / zwölf Monate x 20 Prozent).

Wie so oft kommt es auch hier auf den Einzelfall an, so dass dies lediglich Tendenzaussagen darstellen können. Gerne hilft Ihnen bei der Berechnung Ihr freundlicher Steuerberater weiter.

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